„In einer Oper macht der Bariton alles, um den Tenor davon abzuhalten, mit der Sopranistin zu schlafen.“ 

George Bernard Shaw 

Du magst Gesang oder möchtest Singen lernen? Dann ist dieser Artikel genau richtig für Dich! 

Wenn Du sowieso schon unter der Dusche für Dich selbst singst, warum dann nicht auch den Schritt in die Öffentlichkeit wagen? 

Die Oper als „Retro-Kunst“ fasziniert Menschen schon immer: Fernab von abgehackten Rap-Liedern oder dem Flüstern von zahlreichen Pop-Sängern steht die Oper seit jeher für mitreißenden, enthusiastischen, einfach wunderbaren Gesang.  

Im Bereich des Operngesangs  ist der Bariton wohl die am häufigsten anzutreffende Stimmlage für Männer. Bariton zu sein, bedeutet gleichzeitig Männlichkeit und Eleganz. 

Schauen wir uns also gemeinsam an, was es ausmacht, ein Bariton zu sein und wie daraus ein Hobby oder sogar ein Beruf werden kann. 

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Bariton: Was ist das denn? 

In der Musiklehre wird normalerweise zwischen sechs Stimmlagen unterschieden: drei für Männer und drei für Frauen. 

Was ist nötig zum Bariton werden=
Eine der Grundlagen fürs Bariton werden: Noten lesen lernen. | Quelle: Pixabay

Bei den Männern wird von tief nach hoch in Bass, Bariton und Tenor Stimmlage aufgeteilt. Die letzteren werden sogar noch von den Kontratenören unterstützt, die noch höher singen können, allerdings als sogenannte Kopfstimme. Der Bariton ist für Männer das, was die Singstimme Mezzosopran für Frauen ist.

Der Bariton ist dabei eine historisch gewachsene Konstante in der westlichen Welt. Er besetzt die mittlere Stimmlage.  

Die Eigenheit des Baritons ist es, die mittleren Töne perfekt zu treffen, und das mit einer mehr als gewöhnlichen Stimmkraft und einem bemerkenswerten Stimmvolumen. 

Das Wort „Bariton“ selbst hat dabei im Zeitalter der Aufklärung, im 18. Jahrhundert also, seinen Weg in den deutschen Sprachgebrauch gefunden. Dabei mag es verwirren, dass es nicht nur die Stimmlage Bariton gibt, sondern auch das Instrument. Das Baritonhorn wird gerne auch abgekürzt als „Bariton“ bezeichnet. Ursprünglich stammt der Begriff vom griechischen Begriff „βαρύτονος“ ab, was übersetzt etwa „eine tiefe Stimme haben“ bedeutet – der Ton ist da gesetzt! 

Der Bariton findet dabei in vielen Stücken seinen Platz – ob in der zeitgenössischen Oper oder im klassischen Chor, der Bariton ist immer gefragt. 

Die Mehrheit der Männer mittleren oder gehobeneren Alters gehört zur Kategorie der Baritone, und selbst viele Tenöre (vor allem der Heldentenor oder der lirico spinto) sind ursprünglich eher den Baritonen zuzuordnen. Es erfordert hartes Training, um hohe Töne in der Bruststimme zu erreichen. 

Wie trainierst Du Deine Bariton-Stimme?
Ein guter Bariton zu sein, erfordert einiges an Übung. | Quelle: Pixabay

Der Tonumfang eines Baritons reicht normalerweise von G bis g‘, also zwei Oktaven. Diese generelle Klassifizierung ist allerdings nur ein Anhaltspunkt: Es gibt viele Unter-Kategorie und auch Durchlässigkeiten und Überschneidungen, gerade mit der Gruppe der Tenöre.  

Ursprünglich waren es übrigens italienische Komponisten, bei denen Baritone besonders hoch im Kurs standen. Hier müssen auch die Oratorien von Bach und Händel erwähnt werden, die gerne auf Baritone zurückgriffen, um die Stimmen der Kastraten durch einen mitteltiefen Gegenpart besser auszubalancieren. So entstanden virtuose Werke der Kirchen- oder Kammermusik. 

Die verschiedenen mittleren Stimmlagen 

Selbst wenn seit dem 19. Jahrhundert gefühlt die Mehrzahl der wichtigsten Operstücke von Tenören geprägt sind, nehmen die Baritone weiterhin eine entscheidende Rolle ein. 

Die Beherztheit und Kraft in ihrer Stimme, die als besonders mannhaft gilt, kann sehr gut Emotionen hervorrufen und herüberbringen. 

Musikologen teilen Baritone übrigens nicht immer in die gleichen Unter-Kategorien ein. Dennoch hat sich eine Unterscheidung in fünf Untergruppen eingebürgert. Diese sind, von hoch nach tief: 

  • der Baritenor, zu dem auch relativ tief singende Tenöre zugeordnet werden können; 
  • der leichte Bariton, mit einem relativ geringen Stimmvolumen und einer recht hohen Stimme (H bis a‘); 
  • der lyrische Bariton mit hoher Stimmkraft, zentrale oder klassische Stimmlage, die mit einer Reichweite von A bis g‘ einen großen Teil der Tonleiter abdeckt; 
  • der dramatische Bariton, im Klang relativ tief, erstreckt sich zwischen G und g‘ oder noch weiter, zum Beispiel bei Arien von Giuseppe Verdi; 
  • der Bassbariton, der besonders tief geht und in Chorälen oder für strenge, autoritäre Charaktere in der Oper häufig verwendet wird: Eine noch mächtigere Stimmlage ist bei den Baritonen nicht anzutreffen, der Bassbariton singt zwischen F und f#‘. 

Du siehst also: Selbst innerhalb des Baritons gibt es einige Spezifikationen… 

Im Übrigen halten sich große Komponisten nicht immer an diese klassische Einteilung der Baritone: Um sich voneinander abzuheben, verzerren die Meister des Fachs gerne die Stimmlage in alle Richtungen (mal höher, mal tiefer). Das kann eine gewisse Originalität mit sich bringen, durch die ein Komponist erkannt werden kann. 

Viel zu tun also für Dich, um als Bariton wichtige Rollen zu übernehmen! 

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Wie erkennt man, ob man Bariton ist? 

Die menschliche Stimme ist vor allem eines: angeboren. Musikliebhaber wissen, dass die totale Flexibilität in Bezug auf die Stimme nicht existiert. 

Jeder hat seine physischen Grenzen, in der Tiefe wie auch in der Höhe der Stimme. Ein Extrembeispiel: So lange Du auch versuchst, Walklänge zu imitieren – Du wirst es nicht schaffen, in den Ultraschallbereich zu kommen. 

Bevor wir uns um die genaue Klassifizierung Deiner Stimmlage kümmern, ist erst einmal wichtig: Wer singt, der sollte auch „richtig“ singen. Dazu sind meist Gesangskurse nötig. Außerdem solltest Du Dich selbst gut einschätzen können und wissen, ob Du den Ton gerade getroffen hast oder nicht.  

WIe finde ich die richtige Tonhöhe?
Den richtigen Ton treffen: Das ist leichter gesagt als getan. | Quelle: Pixabay

Es ist nicht immer einfach, zu bedenken, dass hinter der Gesangskunst harte Arbeit steckt – vor allem, wenn man von der Berühmtheit träumt oder denkt, man könne das männliche Pendant zu Anna Netrebko werden. 

Wichtig ist in Bezug auf die Gesangskarriere, dass es kein perfektes Alter für den Einstieg oder den Durchbruch gibt. Selbst Quereinsteiger wie der französische Ex-Militär Patrick Féré oder die Südafrikanerin Linda van Coppenhagen, die eigentlich Gymnasiallehrern ist und mittlerweile an der Oper Halle singt.  

Und seien wir ehrlich: Ein Opernsänger sucht sich seine Stimme nicht aus. Er erbt sie, und nach dem Stimmbruch kann er die Stimme nur noch im Rahmen einiger Halbtöne anpassen und verändern. Ein Bariton wird eben niemals ein Kontratenor, und umgekehrt. 

Kurz gesagt: Ein klassischer Bariton ist in der Lage, ohne Probleme jeden Ton zwischen A und a‘ über längere Zeit zu halten – jede geringfügige Abweichung kann dabei durch Training korrigiert werden. Außerhalb von dieser Abstufung könnte Deine Stimme vielleicht einen Mix aus mehreren Tonlagen darstellen. 

Um das Ganze zu testen, könntest Du beispielsweise ein Mikrophon an Deinem Computer anschließen und mittels eines Stimmers (oder einer Software, so etwas ist online kostenlos verfügbar) ausprobieren, welchen Ton Du gerade singst. 

Um Dich zu verbessern, solltest Du natürlich Gesangsunterricht nehmen.  

Die Bariton-Stimmlage wirklich beherrschen 

Ein guter Sänger ist per Definition ein Experte der Oper und der chromatischen Tonleiter.  

Musiktheoretische Kenntnisse zu haben, ist eine unabdingbare Grundlage, um seine Stimme ohne zu große Schwierigkeiten effektiv trainieren zu können. 

Parallel zum Training von Kehlkopf & Co. ist es übrigens besonders nett, noch Bratsche, Klarinette, Cello, Oboe, Saxophon, Kontrabass, Trompete, Horn, Querflöte, E-Gitarre, Trommel, Akkordeon, Mundharmonika oder andere Instrumente erklingen zu hören. In einer Gruppe zu üben, macht einfach mehr Spaß; besonders mit einem begabten Dirigenten oder Lehrer. Oder vielleicht möchtest Du ja selbst parallel eines der Instrumente erlernen? 

Im Endeffekt sind alle Mittel für den Gesangsunterricht geeignet, die Deinen harmonischen Spürsinn trainieren. Eine Solostimme zu ölen, erfordert viel Übung! 

Mehrere Instrumente zu üben und damit vielfältige musikalische Kompetenzen zu koppeln, kann jedenfalls niemals schaden. Hast Du schonmal an die Kombination Posaune – Cembalo – Trommel – Gitarre gedacht?  

All diese Übung wird vereinfacht durch ein Metronom, eines der Basis-Geräte für jeden Musiker. Deine Stimme in einem geeigneten Rhythmus zu trainieren und noch dazu die Grundlagen eines Instruments zu beherrschen, hilft Dir bei Deinen Übungen weiter. Und es kann ja nie schaden, eine andere Lösung parat zu haben, wenn es mit der gewünschten Gesangskarriere doch nichts wird. 

Entscheidend ist es in jedem Fall, einen guten Gesangslehrer zu haben, der sich in dem Gebiet wirklich auskennt und schon selbst Erfahrungen gesammelt hat. Nur durch das Singen wird man zum Sänger, Übung ist daher unabdingbar! 

Das einzige Hindernis könnte der Preis sein. Eine Möglichkeit wäre es da – sofern Du relativ begabt bist – Dich durch gute Leistungen bei einem Gesangswettbewerb oder beim Vorsingen für ein paar Gratis-Stunden in einer Musikakademie zu qualifizieren. 

Für alle anderen gilt: Privater Gesangsunterricht hilft Dir sicherlich dabei, irgendwann Lohengrin neu interpretieren zu können oder Motette für Chorsänger zu beherrschen. 

Wie kontrollierst Du Deine Stimme?
Nicht nur schreien, sondern genau den richtigen Ton treffen - dabei hilft Gesangsunterricht. | Quelle: Pixabay

Die größten Rollen für Baritone in der Geschichte der Musik 

Nicht nur das Gewicht der Titelrolle lastet auf den Schultern eines Baritons.  

Das ist in den berühmtesten deutschen Opernhäusern wie der Semperoper in Dresden, der Deutschen Oper in Berlin oder im Bayreuther Festspielhaus immer wieder festzustellen. 

Orpheus von Monteverdi, Dido und Aeneas von Purcell, Pelléas und Mélisande von Claude Debussy, Das Kind und der Zauberspuk von Ravel, Die Hochzeit des Figaro von Mozart (oder natürlich auch Die Zauberflöte oder Don Giovanni), Don Pasquale von Gaetano Donizetti, Faust von Gounoud, La Bohème von Puccini, Carmen von Bizet, Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner und Der Barbier von Sevilla von Rossini: Es gibt so viele bekannte Stücke, in denen Baritone eine gewichtige Rolle spielen. Besonders im deutschsprachigen Raum lassen sich Werke der großen Meister Mozart und Wagner bewundern – in der Mozartstadt Salzburg oder bei den Bayreuther Festspielen beispielsweise.  

Diese Aufzählung soll dich aber nicht daran hindern, andere, teils ebenso bekannte Werke zu hören oder zu erlernen: Offenbach (besonders Hoffmanns Erzählungen), Britten, Schubert, Rachmaninov, Massenet, Brahms, Gluck, Haydn, Beethoven, Bellini, Rameau, Saint-Saens, Berlioz oder Vivaldi stehen für höchste Musikkunst. 

Du wirst ebenso feststellen oder bereits bemerkt haben, dass viele (teils ehemalige) Größen der internationalen Musik Bariton-Sänger sind: 

  • Jimi Hendrix (Rock)
  • Francis Cabrel (Variété)
  • Yves Dutheil (Variété)
  • Paul Simon (Folk)
  • Jim Morrison (Acid Rock)
  • Lou Reed (Blues)
  • Bruce Springsteen (Rock)
  • Dean Martin (Jazz)
  • Elvis Presley (Rock’n’roll)
  • Garou (Variété)

Die Stimmen der aufgezählten Musiker mögen teilweise sehr unterschiedlich klingen, doch das ist nicht ungewöhnlich für Baritone. Einige begabte Bariton-Sänger können ihre Stimme auch anpassen und so je nach Lied etwas höher oder tiefer erklingen. 

Einige der bekanntesten Bariton-Sänger auf dieser Liste sind zweifelsohne absolute Legenden zum Bereich des Rocks, zum Beispiel Jim Morrison, Jimi Hendrix oder Elvis Presley. 

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Melanie

Verliebt in die Schönheit von (Fremd-)Sprachen & süchtig danach, Neues zu lernen, Fremdes zu entdecken & Horizonte zu erweitern.