"Das Boxen lügt nie, in den Ring zu steigen, ist ein sicheres Mittel, um herauszufinden wer man ist: entweder man macht platt, oder man wird platt gemacht, aber man kann sich nicht belügen, sich selbst nicht und die anderen auch nicht."

– Joël Dicker, Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert, 2012.

Damit Du sicher gehen kannst, dass Du nicht der oder diejenige bist, der/die plattgemacht wird und in wenigen Minuten mit einem K.O. besiegt wird, solltest Du Dich sehr gut vorbereiten...

Boxen Lernen braucht seine Zeit und bedeutet viel Arbeit. Das Training ist lang und hart und bringt heraus, was Dein naturgegebenes Talent in Dir angelegt hat.

Als Boxer*in solltest Du Deinen Körper immer in guter Form halten, also auf Deine Fitness achten. Das bedeuetet: regelmäßig joggen zu gehen und Cardio-Training zu machen und Krafttraining mit einer guten Ernährung zu verbinden.

Außerdem sollte Dein Training auch spezifische Übungen des Boxsacktrainings enthalten. Diese kannst Du alleine oder mit einem*r Partner*in ausführen.

Beim Schattenboxen entwickelst Du Finesse und verwandelst präzise Bewegungen in Reflexe. Aber nach einer Weile wird Dir das vielleicht zu einseitig. Nichts ist dann besser, als in einen Sandsack zu schlagen!

Das Boxen mit einem Boxsack hat viele positive Effekte. Deswegen wird dieses Training auch nicht nur von Boxern*innen genutzt. Viele Männer und Frauen nutzen den Sandsack nach einem stressigen Arbeitstag, um sich so richtig auszupowern und zu entspannen.

Andere arbeiten mithilfe von Boxsack-Training an ihrer Fitness und Kondition.

Box auch Du Dich am Boxsack fit und box Dir Deinen Kopf frei!

Die Vorteile von Boxsacktraining

Boxsack Training bringt viele positive Effekte mit sich. Du kannst es für dein ergänzendes Ausdauertraining nutzen, an deiner Technik arbeiten, oder zeitlich völlig flexibel trainieren (wenn Du keine Nachbarn hast, die der Lärm stören könnte).

Welche Vorteile hat Boxsacktraining?
Training am Boxsack hat viele Vorteile. | Quelle: Unsplash

Du kannst unter anderem Deine Fitness sowie Deine Muskulatur stärken, deine Hand-Augen-Koordnitation verbessern oder neue Kombinationen erlernen und Deine Boxtechnik verfeinern.

Welche Muskeln Du genau trainierst, hängt von den konkreten Übungen ab, die Du machst. Hauptsächlich werden die Muskeln im oberen Rücken, in den Schultern und im Nacken beansprucht.

Wenn Du aber eine Art Kickboxen machst und den Ball entsprechend auch trittst, wirst Du am Tag drauf sicher auch Deine Beine, Schenkel und Deinen Po zu spüren bekommen. Ein echtes Full-Body-Workout also!

Wie Du also merkst, bringt das Boxsacktraining viele Vorteile mit sich.

Was Boxsack-Training jedoch nicht kann, ist, Dich auf "den Ernstfall" vorzubereiten. Egal ob ein Kampf bei einem Turnier, oder eine Selbstverteidigungssituation: Ein Boxsack schlägt nicht zurück.

Er bewegt sich sehr vorhersehbar und kann dich nicht angreifen. Für einen neuen Rhytmus, als Finisher oder für das Training einer Kombination von YouTube ist das egal, für die Vorbereitung auf eine Situation voller Adrenalin und Reflexe braucht es aber noch mehr.

Wenn Du also Boxen richtig als Sport machst, sollte das Boxsacktraining nur ein Baustein in Deinem Trainingsplan sein.

Mit dem Boxsack trainieren – typische Anfängerfehler

Wenn Du Dich als Anfänger*in an den Boxsack wagst, gibt es einige typische Fehler, die auch Dir unterlaufen könnten, wenn Du nicht aufpasst.

Deshalb haben wir Dir hier die wichtigsten Anfängerfehler beim Boxsacktraining aufgelistet:

  1. Du hast Deine Hände nicht richtig bandagiert.
  2. Deine Technik ist nicht sauber.
  3. Deine Konzentration gilt ausschließlich Schlägen mit Kraft.
  4. Du powerst dich zu früh zu sehr aus.
  5. Du trainierst zu  wenig realistisch.

All diese typischen Fehler führen zu Verletzungen (1., 2., 3.), zu schlechten Gewohnheiten (2.) oder ineffizientem Training mit wenig Fortschritten und Resultaten (2., 3., 4., 5.).

Achte also darauf, dass Du diese typischen Anfängerfehler am Boxsack nicht begehst und lass Dir vor Deiner ersten Trainingseinheit am besten von einem Profi zeigen, wie es geht.

Wenn das aufgrund von Verfügbarkeit oder Geldmangel nicht infrage kommt, schau Dir zumindest YouTube-Videos an, in denen erklärt wird, wie man richtig am Boxsack boxt.

Verschiedene Arten von Boxsäcken und Boxbällen

Wenn Du mit einem Boxsack zu Hause boxen willst, stellt sich vielleicht zunächst die Frage, ob es wirklich ein klassischer, großer Sandsack sein muss oder ob auch ein anderes Box-Gerät infrage kommt.

Denn Du kannst Deine Aufwärtshaken und Jabs mit verschiedenen Bo-Tools trainieren und so unterschiedliche Aspekte der Bewegungen besonders stärken.

Insgesamt gibt es hierbei drei Optionen zur Auswahl:

  • den Boxsack (klassischer Sandsack)
  • den Punchingball
  • den Speedball

Schauen wir uns die drei Trainingsgeräte mal etwas genauer an ...

Alles, was Du über den Boxsack wissen musst

Ohne Zweifel, der Boxsack ist DAS wichtigste Zubehör einer jeden angehenden Boxerin. Wenn Du eines Tages ein wahrer Champion werden willst, solltest Du auch mit diesem Grundpfeiler des Boxtrainings Boxen üben.

Der Boxsack ist eher massiv und wird fest an der Decke angebracht (mit Eisenketten oder starken Riemen). Er hat meist eine zylindrische Form und ist mit Leder oder Vinyl (synthetischem Leder) überzogen. Seine Größe ist variabel und sollte zu Deiner Körperstatur passen.

Der Boxsack wird mit dichtem, schwerem Material gefüllt wie z.B. Sand, Körnern oder Kieselsteinen. Boxhandschuhe sind also ein Must, sonst gehst Du die Gefahr ein, Dich an den Händen oder am Handgelenk zu verletzen.

Ein regelmäßiges Training am Boxsack wird Deine Armgelenke und Deine Muskeln stärken. Außerdem wächst Deine Power!

Ein anderer positiver Effekt: Deine Ausdauer steigt an. Die ersten Male wirst Du sehr müde sein, denn so ein Boxsack ist schwer und hart. Die Male darauf wirst Du schon etwas länger durchhalten.

Hast Du schon einmal mit einem Boxsack trainiert?
Mit einem Boxsack kannst Du auch Verteidigungsbewegungen üben. | Quelle: Pixabay

Bevor Du anfängst, wild auf Deinen Boxsack einzuschlagen, solltest Du Dich etwas aufwärmen.

Und wie viel kostet ein Boxsack?

Was den Preis angeht, solltest Du mit 40 bis 170€ rechnen (plus Versand). Der Preis hängt ganz von der Größe, der Qualität und auch davon ab, wie der Boxsack angebracht werden soll (also auf den Preis des Aufhängesystems). Einen einigermaßen guten Boxsack bekommst Du so ab 50-60€, richtig gute Qualität so ab 80€.

Vergiss auch nicht, die Versand-Optionen zu beachten!

Manche Boxsäcke imitieren auch das Punchingball-Prinzip: Es handelt sich dabei dann um Standsäcke, die auf dem Boden stehen und in der Regel mit leichterem Material gefüllt sind. Wie ein Punchingball sind sie etwas leichter und schwingen schneller wieder zurück.

Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben, für jeden Geschmack ist also etwas dabei!

Es gibt auch Standsäcke, die wie Menschen/Figuren aussehen und so besonders realistisch wirken. Man kann es mögen oder nicht, wenn ja, könntest du ja gleich ein Porträt Deines persönlichen Feindes oder deiner nächsten Gegnerin auf den Boxsack kleben...  Das wird Dich sicherlich motivieren, noch härter und schneller zuzuschlagen. ;)

Boxen mit dem Punchingball

Die deutsche Übersetzung des englischen Begriffs lautet "Schlagball oder "Boxball".

Im Grunde handelt es sich dabei um einen Schlag-Boxball. Dieser Boxball, auch Boxbirne gennant, ist auf einem Ständer mit meist verstellbarer Höhe angebracht. Die Basis ist schwer, damit der Punchingball sich beim Schlagen nicht verschiebt.

Die Bewegungen und Schläge, die man auf einen Punchingball ausführt, sind kleiner und schneller als jene auf einen klassischen Boxsack.

Die Boxbirne ist meist aus Leder und mit leichtem Material wie Synthetik oder Baumwolle gefüllt. Wenn der Ball aufreißt, kann er meist problemlos wieder zugenäht werden.

Wenn Du auf den Punchingball schlägst, wird er sich von Dir weg- und dann wieder zu Dir hin bewegen. Er simuliert in dem Moment ein bewegliches Ziel, das Du nur treffen kannst, wenn Du das richtige Timing hast.

Das ist perfekt, um an seinen Schlagtechniken zu feilen, seine Beweglichkeit, Schnelligkeit und Schlagpräzision zu verbessern. Deine Herzaktivität und Atmung werden auch eine wichtige Rolle spielen (Du solltest beim Zuschlagen nicht Deinen Atem blockieren, sondern im Gegenteil gut ausatmen).

Und was muss ich für einen Punchingball ausgeben?

Du findest preiswerte Modelle ab ca. 40€, wenn Du eine gescheite Qualität haben willst, raten Dir aber eher um die 80€ zu investieren (zzgl. Versand).

Du hast vielleicht von Box-Trainer*innen schonmal folgenden Satz gehört: "Schlag den Punchingball, schieb ihn nicht".

Bei einem schnellen Boxschlag lässt Du nach dem Aufprall Deine Hand wieder zu Dir zurückkommen. Deine Hand wird nicht aktiv von Dir zurückgezogen, sondern vom Aufprall zurückgebracht. Das musst Du zulassen!

Um selbst Boxen zu lernen, sind Boxsäcke ein ideales Hilfsmittel! Bist Du Anfänger*in, ist es empfehlenswert, zunächst einen Boxkurs zu machen, um die grundlegenden Schlagtechniken zu erlernen.

Schau doch mal auf Superprof nach geeigneten Box-Coaches.

Wie Du einen Speedball nutzt

Der Speedball ist im Grunde das hängende Pendant zum Punchingball: Die Boxbirne ist hierbei nicht auf einem Bodenständer angebracht, sondern hängt von der Decke. Manche Speedballs/Endgeschwindigkeitsbälle werden aber auch von oben und unten gehalten. Diese nennt man dann "Doppelendbälle".

Das Zentrum des Speedballs sollte sich in etwa auf Höhe Deines Mundes oder Kinns befinden.

Der Speedball besteht aus den gleichen Materialien wie der Punchingball. Preislich bewegen sie sich in einem ähnlichen Rahmen. Zwar gibt es den Speedball ohne Aufhängevorrichtung schon ab ca. 20€, mit entsprechendem Befestigungssystem musst Du aber mindestens um die 50€ hinblättern.

Hast Du schon einmal mit einer Boxbirne trainiert?
Eine Boxbirne kannst Du auch bei Dir zu Hause einrichten. | Quelle: Visualhunt

Im englischsprachigem Raum wird der Speedball auch oft speed striker oder striking bag genannt. Diese Art der Boxbirne ist sehr vielseitig einsetzbar.

Die größte Herausforderung ist es, den Blick und die Handbewegungen zu koordinieren. Am Anfang wirst Du nicht mehr wissen, wohin mit Deinen Händen und alles in Deinem Kopf wird sich anfangen zu drehen.

Die Schlag-Schnelligkeit ist das Ziel. Um rohe Kraft geht es hier weniger. Das ist eine exzellente Möglichkeit, um Deine Reflexe zu verbessern.

Du wirst an Deinem Gleichgewicht arbeiten, und somit Deine Stabilität und Standfestigkeit noch weiter verstärken. Das ist absolut notwendig, wenn Du eines Tages im Ring kämpfen willst. Nur ein kurzer Moment des Gleichgewichtsverlustes kann Dich zu Boden, zum K.O. und somit um Deinen Sieg bringen.

Übrigens werden Boxsäcke und Boxbirnen nicht nur von klassischen Boxern*innen genutzt. Auch andere Sportarten wie Muay Thai, das französische Savate-Boxen, Full Contact und Taekwondo oder Kickboxen und MMA haben sie in ihr Programm integriert.

Manche Boxstände funktionieren übrigens auch nach dem Modell 2-in-1 oder 3-in-1 und Du bekommst sogar noch ultra-resistente Boxhandschuhe dazu. Und auch für Kinder gibt es spezielle preiswerte Sets. Natürlich muss man bei größeren Anschaffungen aber auch den Versand beachten.

Schau Dich am besten Mal im Internet nach passenden Angeboten um.

Was brauche ich noch fürs Boxsacktraining?

Doch mit dem Boxgerät allein ist es nicht getan, man braucht noch mehr, um anständiges Boxsacktraining zu Hause oder im Studio bzw. Gym durchführen zu können.

Boxbandagen

Zunächst einmal wären da die Boxbandagen zu nennen. Damit wickelst Du Deine Hände und Handgelenke ein, um sie vor Verletzungen zu schützen.

Es gibt entweder fertige Bandagen zum "Reinschlüpfen" (ein bisschen wie die Handbandagen, die man bei Verletzungen wie einer Sehnenscheidenentzündung tragen muss), also Innen-Handschuhe, oder welche zum Aufrollen, die man entsprechend selbst wickeln muss.

Außerdem gibt es noch Unterschiede bei der Elastizität. Du musst für Dich herausfinden, womit Du am besten zurecht kommst. Als Anfänger*in kannst Du aber natürlich auch Deine*n Coach fragen, was er*sie meint.

Für den Beginn empfehlen wir aber eher Innen-Handschuhe (also Bandagen, in die man wie in normale Handschuhe schlüpfen kann), einfach weil sie viel leichter in der Handhabung sind und man nicht lange überlegen muss.

Boxhandschuhe

Außerdem brauchst Du natürlich Boxhandschuhe, surprise!

Insbesondere fürs klassische englische Boxen am Sandsack sind Boxhandschuhe ein Muss, aber auch Kickboxer, Savate-Boxerinnen, MMA-Sportler und Thai-Boxerinnen tragen bei ihrem jeweiligen Sport Boxhandschuhe.

Die Auswahl der geeigneten Boxhandschuhe ist ein Thema für sich. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle:

  • Geschlecht
  • Größe
  • Gewicht
  • Box-Art (englisch, Kickbox, MMA usw.)
  • Nur fürs Training oder auch für den Kampf?
  • Zu Hause oder im Gym oder beides?
  • Nur am Boxsack oder auch im Trainingskampf?
  • Sport-Boxen oder Fitness-Boxen?
  • Echtes Leder oder Synthetik?
  • uvm.

Schau Dich im Internet nach extra Guides zum Thema Boxhandschuhe um oder sprich mit einem Profi/Trainer über seine Erfahrungen und Empfehlungen.

Uhr

An dieses Trainingszubehör denkt man vielleicht nicht automatisch, aber für effektives Bosxack-Training ist auch eine geeignete Stoppuhr nötig.

Was brauche ich fürs Boxsacktraining?
Hast Du diese Woche schon Intervalle am Boxsack trainiert? | Quelle: Unsplash

Wie bei einem anderen Workout auch, wirst Du häufig mit Intervallen arbeiten (also abwechselnd Belastung und Pause). Deshalb ist es wichtig, eine Uhr in Sichtweite zu haben, die Dir Minuten und Sekunden anzeigt oder sogar akustische Signale gibt (z.B. über eine Intervall-App für Dein Workout).

Trainingsplan

Und ganz wichtig: Du solltest auch (zumindest grob) einen Plan haben, was Du wann und wie trainieren willst. Denn Box-Übung ist nicht gleich Box-Übung.

Klar, wenn Du nach der Arbeit einfach ein bisschen Dampf ablassen und auf etwas einschlagen willst, ist das vielleicht nicht nötig, aber das ist dann auch kein effektives Boxsacktraining.

Überleg Dir stattdessen vorher, was Deine Ziele sind, wie oft die Woche Du trainieren möchtest (s. unten) und was genau Du trainieren willst (Schlagtechnik, Beinarbeit, Ausdauer, kraft usw.).

Am besten geht das natürlich mit einer Box-Trainerin, die Dir einen individuellen Trainingsplan zusammenstellt. Auf Superprof findest Du ganz leicht Coaches fürs Boxen in Deiner Nähe, schau Dich einfach mal um!

Optional: Schlagkraftmessgerät

Du folgst Deinem Trainingsplan jeweils brav Übung für Übung, weißt aber nicht, ob Du Fortschritte erzielst?

Dann könnte eine Option ein Schlagkraftmessgerät sein. Professionelle Geräte (+ passender App) sind nicht ganz günstig, helfen Dir aber, die Entwicklung Deiner Schlagkraft zu tracken. Das gibt Dir im besten Fall noch mehr Motivation.

Boxsacktraining – die richtige Technik

Besonders für Anfänger ist (wie bereits erwähnt) wichtig, mit der richtigen Technik am Boxsack zu arbeiten. Sonst schleichen sich leicht Fehler ein, die man nicht mehr so einfach rausbekommt.

Abgesehen von den Schlägen ist beim Boxen die Beinarbeit extrem wichtig.

Standfestigkeit

Behalte Bodenkontakt und bleib aufrecht.

Beuge Dich nicht dem Boxsack zu, halte ihn nicht fest und versuche auch nicht, ihn von Dir wegzuschubsen.

Wenn Du Dein Gewicht auf den Boxsack verlagerst, wird das vor allem bei Anfänger*innen später eventuell zu Gleichgewichtsproblemen führen. Boxanfänger*innen müssen unbedingt lernen, ihr Gleichgewicht zu halten, damit sie die Kontrolle über ihre Angriffs- und Defense-Moves behalten.

Schritte und nicht Sprünge

Kreuze Deine Beine nicht. Vom Gefühl her, sollten Deine Beinbewegungen eher Schritten als Sprüngen ähneln.

Ein gängiger Fehler von Anfänger*innen ist, vor dem Boxsack hin- und her zu springen.

Diese schlechte Angewohnheit führt zu einer fehlerhaften Einschätzung der Distanz, verschwendeter Energie und weniger Standfestigkeit, was zu weniger Schlagkraft und schwächeren Bewegungen führt.

Natürlich gibt es noch unzählige weitere Aspekte einer sauberen Technik, insbesondere was Schläge angeht. Wende Dich deshalb an einen Boxtrainer oder schau Dir zumindest auf YouTube an, was Du als Box-Anfänger*in bei der Technik am Boxsack beachten solltest.

Was genau kann ich am Boxsack trainieren?

Jetzt haben wir so weit alles zum Set-up geklärt, aber vielleicht fragst Du Dich, was Du denn jetzt genau alles am Boxsack trainieren kannst.

Nun, was die Schlagtechnik angeht, wären da zunächst einmal die korrekten geraden Einzelschläge zu nennen. Dabei solltest Du zunächst einmal die Grundlagen üben, bevor Du an Deiner Schnelligkeit arbeitest und schließlich Deine Schlagkraftausdauer erhöhst.

Wie oft sollte ich Boxsack Training machen?
Wie oft wir am Boxsack trainieren können, ist ganz individuell. | Quelle: Unsplash

Bei diesen Übungen schlägst Du nicht abwechselnd, sondern pro Intervall (z.B. 1 Minute lang) jeweils entweder mit Deiner Schlaghand oder mit Deiner Führhand.

Für die Schnelligkeitsübung erhöhst Du dann die Explosivität Deiner Schläge und fängst an, schneller zwischen den beiden Händen abzuwechseln.

Für Schlagkraftausdauer führst Du Die abwechselnden Schläge pyramidenartig durch, z.B. hoch bis 10 und wieder runter.

Du beginnst also mit 1 links, 1 rechts, dann 2 links, 2 rechts, 3 links, 3 rechts usw. bis 10. Anschließend trainierst Du das Ganze wieder rückwärts.

Vielleicht ist Dein Fokus aber gerade auch eher auf Deiner Ausdauer und Kondition (also allgemeinen Fitness)?

Dann ist die perfekte Option, ein Intervalltraining am Boxsack (oder der Boxbirne) durchzuführen.

Lege zum Beispiel fest, wie viele Durchgänge Du machen willst und stell Deinen Intervall-Timer auf 30 Sekunden Belastung, 10 Sekunden Pause.

Übrigens: 4 Intervalle à 30 Sekunden Belastung und je 10 Sekunden Pause entsprechen genau einem Tabata, einer Trainingsform, die von einem japanischen Arzt entwickelt wurde. Du kannst Dir extra Tabata-Timer als App runterladen oder auf Spotify ganze Tabata-Playlists finden.

So musst Du keinen Blick auf die Uhr haben, sondern folgst einfach der Musik! Eine extra Motivation ...

Wechsel dann ab zwischen verschiedenen Schlägen und leg zwischendurch auch andere Übungen ein, z.B. Seilspringen, Schattenboxen oder High Knees.

Alternativ kannst Du jeweils 30 Sekunden gerade Schläge mit der Führhand und Schlaghand ausführen. Wechsel ab zwischen harten Schlägen und schnellen (aber leichteren) Schlägen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Dinge, die Du am Boxsack trainieren kannst. Sowohl andere Techniken (z.B. Beinarbeit, schräge Schläge usw.) als auch andere Ziele (Kräftigung, Beweglichkeit usw.).

Und für jeden Bereich gibt es dann spezielle Übungen uns Übungsformate.

Und wenn Du dann fortgeschritten bist, tun sich viele weitere Möglichkeiten auf. Wie Du siehst, ist Deine Arbeit am Boxsack also nie zu Ende!

Wie oft sollte ich am Boxsack trainieren?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten und natürlich auch sehr individuell.

wenn Du Boxen (oder Thaiboxen, Kickboxen, MMA usw.) als richtigen Sport betreibst (also auch im Ring kämpfen willst), solltest Du auf jeden Fall ein gutes Gleichgewicht zwischen Boxsack-Training und Teamtraining im Box-Studio für Dich finden.

Heißt konkret: Täglich stundenlang am Boxsack zu boxen, ist wahrscheinlich etwas übertrieben, aber nur alle zwei Wochen mal ein paar Schläge auf den Sandsack abzugeben, wird auch nicht reichen-

Das ist eine schwierige Frage. Jeden Tag 3 Stunden am Boxsack zu verbringen und dafür das Team-Training zu schwänzen ist auf jeden Fall zu oft/zu viel. Alle 14 Tage mal an den Sandsack zu gehen ist in den meisten Fällen auf jeden Fall zu wenig. Hier musst Du viel testen die für Dich richtige Dosis finden. Ich skizziere einfach mal zwei Beispiele, um zu zeigen was ich meine.

Überlege Dir am besten, wie viel Zeit Du allgemein fürs Boxtraining zur Verfügung hast und wechsel dann ab zwischen Team- und Boxsack-Training.

Wenn Du beispielsweise zweimal die Woche im Studio trainierst, kannst Du noch zweimal die Woche am Boxsack trainieren und hättest so einen unter der Woche und das Wochenende frei.

Denkst Du beim Training am Boxsack schon an den Kampf?
Visualisiere den Boxkampf. | Quelle: Pixabay

Für den Einstieg ist das mehr als genug. Wenn Du noch extra Krafttraining (z.B. Gewichteheben) einbauen willst, kannst Du schauen, ob sich das mit dem Boxsack-Training verbinden lässt, z.B. 30-60 Minuten Bodypump und im Anschluss noch 30-45 Minuten am Boxsack.

Natürlich ist auch weniger möglich, es kommt ganz auf Deine Verfügbarkeit und Deine Ziele an!

Insgesamt gilt: Kontinuität ist wichtiger als Intensität. Trainier im Zweifel lieber etwas öfter, dafür aber kürzer und weniger intensiv. Dein Körper wird es Dir danken, vor allem, wenn Du Anfänger*in bist.

Hast Du die Grundschläge fleißig am Boxsack trainiert? Jab, rechte Gerade, linker Haken, Aufwärtshaken ... Dann kannst Du Dich jetzt auf Deinen nächsten Boxkampf vorbereiten.

Wir wünschen Dir viel Erfolg und Ausdauer bei Deinem Projekt Boxer*in werden!

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Florence

Meine Städte sind Berlin und Paris, aber mein Herz gehört der Welt, den Menschen und unterschiedlichen Kulturen: Ich reise und übersetze leidenschaftlich gerne. Meine Neugier und mein Wissensdurst kennen keine Grenzen!