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Wie boxt man mit einem Boxsack?

Von Florence, veröffentlicht am 10/05/2019 Blog > Sport > Boxen > Boxen mit Boxsack: So geht’s richtig!

“ Das Boxen lügt nie, in den Ring zu steigen, ist ein sicheres Mittel, um herauszufinden wer man ist: entweder man macht platt, oder man wird platt gemacht, aber man kann sich nicht belügen, sich selbst nicht und die anderen auch nicht.“ Joël Dicker, Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert, 2012.

Damit Du sicher gehen kannst, dass Du nicht der oder diejenige bist, der/die plattgemacht wird und in wenigen Minuten mit einem K.O. besiegt wird, solltest Du Dich sehr gut vorbereiten…

Boxen Lernen braucht seine Zeit und bedeutet viel Arbeit. Das Training ist lang und hart und bringt heraus was Dein naturgegebenes Talent in Dir angelegt hat.

Als Boxer/in solltest Du Deinen Körper immer in guter Kondition halten, regelmäßig Joggen und Cardio machen, Muskeltraining mit einer guten Ernährung verbinden. Außerdem basiert Dein Training auf spezifischen Übungen, die Du alleine oder mit einem/r Partner/in ausführen kannst.

Beim Shadow Boxen entwickelst Du Finesse und bringst präzise Bewegungen dazu Reflexe zu werden. Aber nach einer Weile wird Dir das vielleicht zu einseitig. Nichts ist dann besser, als in einen Sandsack zu schlagen!

Das Boxen mit einem Sandsack hat viele positive Effekte. Deswegen wird dieses Training auch nicht nur von Boxern/innen genutzt. Viele Männer und Frauen nutzen den Sandsack nach einem stressigen Arbeitstag, um sich so richtig auszupowern und zu entspannen.

Wie sieht das Training mit diesem/r speziellen Boxpartner/in aus?

Welches Boxtool wählen?

Die Antwort auf diese Frage ergibt sich für Dich vielleicht auf ganz natürliche Art und Weise. Du würdest natürlich einen Boxsack wählen! In eine Mauer schlagen ist ja nun keine Option…

Allerdings ist die Frage im Grunde nicht so einfach wie sie scheint. Du kannst Deine Aufwärtshaken und Jabs mit verschiedenen Boxtools trainieren und so unterschiedliche Aspekte der Bewegungen besonders bestärken.

Insgesamt gibt es drei Tools: den Boxsack, den Punchingball und den Speedball.

Bevor es jetzt losgeht, musst Du Dich aufwärmen und Handschuhe anziehen.

Hast Du schon einmal mit einem Boxsack trainiert? Mit einem Boxsack kannst Du auch Verteidigung üben. | Quelle: Pixabay

Die Beine spielen jedes Mal auch eine wichtige Rolle: Du musst Dich um den Sack herumbewegen, wenigstens im Halbkreis, um Deine Abwehr zu trainieren, Deine Standfestigkeit und Deine Beweglichkeit zu trainieren.

Ebenfalls wichtig ist der Atem. Wenn Du eine gute Kontrolle über den Atem behältst, wirst Du lange durchhalten. Und das bedeutet, dass Du schnellere Fortschritte machst.

Der Vorteil dieser Übungen ist, dass sie sehr zugänglich sind. Auf physischer wie auch auf finanzieller Ebene! Dein zu Hause wird bald zum wahren Boxparadies werden.

Übrigens werden Boxsäcke und Boxbirnen nicht nur von klassischen Boxern/innen genutzt. Auch andere Sportarten wie Muay Thai, das Savate-Boxe Francaise, Full Contact und Taekwondo oder Kickboxen haben sie in ihr Programm integriert.

Merke: Wenn Du Dich nicht so recht zwischen diesen verschiedenen Boxsäcken und Birnen entscheiden kannst, solltest Du eines wissen: Du brauchst sie alle!

Manche Boxstände funktionieren übrigens auch nach dem Modell 2 in 1 oder 3 in 1 und Du bekommst sogar noch ultra-resistente Boxhandschuhe dazu.

Alles was Du über den Boxsack wissen musst

Ohne Zweifel, der Boxsack ist DAS wichtigste Zubehör eines/r jeden angehenden Boxers/in. Wenn Du eines Tages ein wahrer Champion werden willst, musst Du mit diesem Grundpfeiler des Boxtrainings Boxen üben.

Der Boxsack ist eher massif, und wird fest an der Decke angebracht (mit Eisenketten oder starken Riemen). Er hat eine zylindrische Form und ist mit Leder oder Vinyl (synthetisches Ledes) überzogen. Seine Größe ist variabel und sollte zu Deiner eigenen Körperstatur passen.

Der Boxsack wird mit dichtem, schwerem Material gefüllt wie z.B. Sand, Körnern, Kieselsteinen. Boxhandschuhe sind also ein Must, sonst gehst Du die Gefahr ein, Dich am Handgelenk zu verletzen.

Ein regelmäßiges Training am Boxsack wird Deine Armgelenke und Deine Muskeln stärken. Außerdem wächst Deine Power!

Ein anderer positiver Effekt: Deine Ausdauer steigt an. Die ersten Male wirst Du sehr müde sein, denn so ein Boxsack ist schwer und hart. Die Male darauf wirst Du schon etwas länger durchhalten.

Denkst Du beim Training am Boxsack schon an den Kampf? Visualisiere den Boxkampf. | Quelle: Pixabay

Beim Boxen mit dem Boxsack solltest Du nicht Dein ganzes Gewicht in Deine Schläge einbringen. Es ist jedoch gar nicht immer so einfach die richtige Mitte zu finden!

Bevor Du anfängst wild auf Deinen Boxsack einzuschlagen, solltest Du Dich etwas aufwärmen.

Was den Preis angeht, solltest Du mit 30 bis 170€ rechnen. Der Preis hängt ganz von der Größe ab, der Qualität und davon wie der Boxsack angebracht wurde. Ab 50€, kannst Du jedoch mit einem guten Boxsack rechnen.

Manche Boxsäcke imitieren das Punchingball Prinzip: Es handelt sich um Standsäcke, die auf dem Boden stehen und in der Regel mit leichterem Material gefüllt sind. Wie ein Punchingball werden sie etwas leichter sein und schneller wieder zurückschwingen. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben, für jeden Geschmack ist also etwas dabei!

Es gibt auch Standsäcke, die Menschen nachahmen und so besonders realistisch wirken. Man mag es mögen oder nicht, wenn ja, könntest du ja gleich ein Portrait Deines/r persönlichen Feindes/in oder deines/r nächsten Gegners/in auf den Boxsack kleben…  Das wird Dich sicherlich motivieren ;-)!

Boxen mit dem Punchingball

In der Regel wird der Punchingball mit anderen Boxbirnen verwechselt.

Viele denken dabei immer noch an einen Boxsack, vielleicht in etwas kleiner…

Hast Du schon einmal einen echten Boxkampf ausgetragen? Die Arbeit mit dem Boxsack bereitet Dich auf den echten Boxkampf vor. | Quelle: Pixabay

Die Übersetzung dieses englischen Begriffs ergibt „Schlagball oder „Boxball“.

Im Grunde handelt es sich dabei um einen Schlagboxball. Dieser Boxball, auch Boxbirne gennant, ist auf einem Ständer mit meist verstellbarer Höhe angebracht. Die Basis ist schwer, damit der Punchingball sich beim Schlagen nicht verschiebt.

Das Ziel Deiner Schlagübung ist hier viel kleiner und leichter, aber auch schneller als ein klassischer Boxsack.

Die Boxbirne ist meist aus Leder und mit leichtem Material, wie Synthetik oder Baumwolle gefüllt. Wenn der Ball aufreißt, kann er meist problemlos wieder zugenäht werden.

Wenn Dein Schlag den Punchingball erreicht, wird er von Dir weg- und dann wieder zu Dir zurückschwingen. Er simuliert in dem Moment ein bewegliches Ziel, dass Du nur treffen kannst, wenn Du das richtige Timing hast.

Das ist perfekt, um an seinen Schlagtechniken zu feilen, seine Beweglichkeit, Schnelligkeit und Schlagpräzision zu verbessern. Deine Herzaktivität und Atmung werden auch eine wichtige Rolle spielen (Du solltest beim Zuschlagen nicht Deinen Atem blockieren, sondern im Gegenteil gut ausatmen).

Du findest interessante Modelle ab 30€, wenn Du Qualität haben willst, raten Dir aber eher 50 bis 80€.

Du hast vielleicht von Trainern/innen schonmal folgenden Satz gehört: „Schlag den Punchingball, schieb ihn nicht“.

Schläge abzugeben, heißt Deine Hand bis zum Ziel vorzuschieben.

Bei einem schnellen Boxschlag lässt Du nach dem Aufprall Deine Hand wieder zu Dir zurückkommen.

Deine Hand wird nicht aktiv von Dir zurückgezogen, sondern vom Aufprall zurückgebracht. Das musst Du zulassen!

Um selbst Boxen zu lernen, sind Boxsäcke ein ideales Hilfsmittel!

Die Beinarbeit

Ein gutes Beinspiel ist absolut notwendig, viele Anfänger/innen entwickeln leider jedoch eine schlechte Beintechnik, da sie zu viel Zeit an einem schweren Boxsack verbringen.

Hier einige Aspekte, die Du beachten solltest, um keine schlechten Gewohnheiten zu entwickeln.

Standfestigkeit

Behalte Bodenkontakt und bleib aufrecht.

Beuge Dich nicht dem Boxsack zu, halte ihn nicht fest und versuche auch nicht ihn von dir wegzuschubsen.

Wenn Du Dein Gewicht auf den Boxsack verlagerst wird das, vor allem bei Anfänger/innen, später eventuell zu Gleichgewichtsproblemen führen. Boxanfänger/innen müssen unbedingt lernen ihr Gleichgewicht zu halten, damit sie die Kontrolle über ihre Angriffs- und Defensemoves behalten.

Schritte und nicht Sprünge

Kreuze Deine Beine nicht. Vom Gefühl her, sollten Deine Beinbewegungen aber eher Schritten als Sprüngen ähneln.

Der gängigste Fehler für die meisten Anfänger/innen ist es vor dem Boxsack hin- und her zu springen.

Diese schlechte Gewohnheit führt zu einer fehlerhaften Einschätzung der Distanz, verschwendeter Energie und weniger Standfestigkeit, was zu weniger Schlagkraft und schwächeren Bewegungen führt.

Wie Du einen Speedball nutzt

Der Speedball ist im Grunde das symmetrische Pendant zum Punchingball: Die Boxbirne ist nicht mehr auf einem Bodenständer angebracht, sondern hängt von der Decke. Manche Speedballs/Endgeschwindigkeitsbälle werden aber auch von oben und unten gehalten. Die nennt man dann „Doppelendbälle“.

Das Zentrum des Speedballs sollte sich in etwa auf Höhe Deines Mundes oder Kinnes befinden.

Der Speedball besteht aus den gleichen Materialien wie der Punchingball, kostet dementsprechend ebenfalls 20 bis 30€. Den Preis vom Fixiersystem solltest Du allerdings noch extra zählen.

Hast Du schon einmal mit einer Boxbirne trainiert? Eine Boxbirne kannst Du auch bei Dir zu Hause einrichten. | Quelle: Visualhunt

Im englischsprachigem Raum wird der Speedball auch oft „speed striker“  oder „striking bag“ genannt. Diese Art der Boxbirne ist sehr versatil.

Die größte Herausforderung ist es, seinen Blick mit seinen Händen zu koordinieren. Am Anfang wirst Du nicht mehr wissen, wohin mit Deinen Händen und alles in Deinem Kopf wird sich anfangen zu drehen.

Die Schlagschnelligkeit ist das Ziel. Um rohe Kraft geht es hier weniger. Das ist eine exzellente Möglichkeit, um Deine Reflexe zu verbessern.

Du wirst an Deinem Gleichgewicht arbeiten, und somit Deine Stabilität und Standfestigkeit noch weiter verstärken. Das ist absolut notwendig, wenn Du eines Tages im Ring kämpfen willst. Nur ein kurzer Moment des Gleichgewichtsverlustes kann Dich zu Boden, zum KO und somit um Deinen Sieg bringen.

Willst Du Savate-Boxe lernen?

Vorbereitung für den Ring: diese Schläge und Gesten musst Du beherrschen

Meist lernst Du die wichtigsten Boxschläge und -techniken zuerst aus einer theoretischen Sicht (mündlich, schriftlich, visuell). Dann kommt das Schattenboxen, um die ersten Bewegungen zu erkunden.

Im Anschluss kommt die praktische und „härtere“ Auseinandersetzung direkt mit dem Boxsack: Jab, rechte Gerade, linker Haken, Aufwärtshaken. Das sind die Grundschläge des/r Boxers/in.

Vergiss niemals, dass das Wichtigste in Deinem didaktischen Programm die Entwicklung Deiner Technik sein muss. Es tut im Moment selbst zwar gut, sich auf einem Boxsack auszutoben, das sollte aber nicht das einzige Ziel sein, wenn Du wirklich Boxen lernen willst.

Das Trainieren mit dem Boxsack oder dem Punchingball ist auch ein regelrechtes Muskeltraining und ist ein sehr gutes Workout für Dein Herz.

So bereitest Du Dich also für Deinen nächsten Boxkampf vor.

Und schlussendlich, für die Extremsportler/innen unter euch: Ihr könnt euch auch ein Schlagkraft-Messgerät kaufen, das eure Schlagkraft in kg misst und mit dem ihr K.O. Schläge üben und verbessern könnt. So siehst Du die Entwicklung Deiner Schlagkraft in Live-Format…

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