Denkt man an Chemie, drängt sich ein Bild von rauchenden Kaminen, unendlichen Rohrleitungen, riesigen Chemieanlagen und gefährlichen Stoffen auf. Häufig gilt der allgemeine Tenor, dass Chemie die Umwelt schädigt und deren Stoffe die Gesundheit aller in Gefahr bringen.

Diese Argument wird immer dann gebracht, wenn mal wieder ein Öltanker ausläuft oder sich Unfälle in Chemiefabriken ereignen, die negative Auswirkungen auf Mensch, Tier und die Umwelt haben. Aber die Medaille hat, wie immer, zwei Seiten.

Man denke nur an Prozesse, die sich in der Natur abspielen. Bäume, die Sauerstoff produzieren, gleichzeitig  Kohlendioxid zur Photosynthese verbrauchen. Biochemische Stoffwechselprozesse im Körper der Menschen und Tiere, ohne die der Organismus nicht funktionieren würde. Technische Innovationen, die in die Zukunft weisen, an denen die Chemie in unterschiedlicher Weise beteiligt ist.

Um die Dinge etwas differenzierter betrachten zu können, sollte man sich vielleicht mit der Materie der Chemie genauer beschäftigen und das können wir gemeinsam tun. Und damit die Sache Hand und Fuß hat, fangen wir mal ganz vorne an - also, bist Du dabei?

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Chemie in einer Welt vor unserer Zeit

Woher kommt der Begriff der Chemie?

Im Ägyptischen wie im Arabischen existieren Ausdrücke, die Ursprung des Wortes Chemie sein könnten. Auch die griechischen Begriffe chemeia und chymia haben wohl mit der Namensgebung der Chemie zu tun.

Seit wann  sind Umwandlungen von Stoffen überliefert?

Überliefert ist der erste Gebrauch eines Feuers durch Homo erectus pekinensis um 500.000 vor Christus, der große Aschehaufen hinterließ. Sicher scheint auch zu sein, dass sich die damaligen Menschen durch Probieren praktische Kenntnisse über Wirkungsweisen der Naturstoffe erwarben.

Wann fing die Geschichte der Chemie an?
Beeindruckende Farben einer 25000 Jahre alten Höhlenmalerei. | Quelle: Visualhunt

So stellten sie Gebrauchsgegenstände aus Stein, Knochen, Horn und Fellen her und machten erste Erfahrungen mit dem Kochen, Gerben und Töpfern. Auch die Verwendung von Farbpigmenten ist seit 25000 Jahren bekannt, die durch Höhlenmalereien von Altamira und Lascaux eindrücklich belegt sind.

Eine 9000 Jahre alte sumerische Keilschrifttafel beschreibt die Bierbrauerei. Die Herstellung einfacher alkoholischer Getränke durch Vergärung zuckerhaltiger Flüssigkeiten reicht bis in die frühgeschichtliche Zeit. Bereits die Inder, Babylonier, Ägypter und Chinesen genossen schon vor Jahrtausenden einen einfachen Speiseessig, der durch das Stehenlassen alkoholischer Flüssigkeiten an offener Luft durch weitere Gärung entstand.

In diesem Zeitraum wurde auch erstmals über das Schmelzen von Metallen berichtet was auch als Vorform chemischen Handelns begriffen werden muss. Die Verhüttung von Kupfererzen begann vor 6000 Jahren in Ägypten. Bergbau wurde in der Frühzeit in der Negev Wüste betrieben, während man in der Römerzeit von Kupferminen auf Zypern berichtete.

Bronzezeit -  Metallfunde und ihr Gebrauch

Gegen Ende der Steinzeit und mit dem Beginn der Bronzezeit wurden weitere Metalle entdeckt. Alte Funde von Zinn Kupfer Legierungen also Bronze sind 3500 Jahre alt und die Herstellung von reinem Zinn in Japan und China datiert um 1800 v.Christus. Goldfunde aus Königsgräbern in Mesopotamien werden auf 2500 vor Christus geschätzt. 

In der Folgezeit wurde Nickel von den Chinesen als Gebrauchsmetall verwendet und in der Antike diente es den Griechen als Münzmetall. Die Römer verwendeten große Mengen Blei zum Bau von Wasserleitungsrohren.

Erste Verfahren zur Synthese von Stoffen

Aus chemischer Sicht sind aber besonders jene Stoffe interessant, die durch bestimmte Verfahren erzeugt wurden. Kupfererzröstung, die Köhlerei, das Kalkbrennen, die Fettverseifung sowie die Leim-, Farben- und Ölherstellung sind Verfahren die in der späten Bronzezeit entdeckt wurden und Anwendung fanden.

Die Quecksilbergewinnung aus Zinnober ist überliefert, ebenso die wahnwitzige Nutzung arabischer Edelleute, die das giftige Metall für die Füllung ihrer Teiche in ihren Gärten als besondere Attraktion nutzten.

Auch Amalgame, also Quecksilbeverbindungen, wurden bereits in Rom zur Kaiserzeit benutzt. Gold-Silber-Kupfer-Legierungen mit deutlich erniedrigtem Schmelzpunkt wurden als Lötmetalle eingesetzt.

Die Glasfabrikation setzte in Ägypten etwa um 1370 v.Chr. in großem Stil ein. Alexandria war im Altertum lange Zeit das Zentrum des Glashandels. Das älteste heute bekannte Glasrezept stammt aus dem 7. Jh.vor Christus.

Eisenzeit - Die Vorteile des harten Metalls

Mit Beginn der  Eisenzeit entdeckte man, dass auch Eisenerze sich im Holzkohlefeuer mit Blasebalg zu Metall reduzieren ließen. Dies gelang zuerst den Hethitern in Kleinasien, die das Verfahren bis ca. 1200 v.Chr. geheim halten konnten. Die Entdeckung des wesentlich härteren Eisens brachte vielen Kulturen, wie den Ägyptern, später Persern, Griechen und Römern große militärische Vorteile.

Aus organischen Stoffen wie Eichenrinde, Galläpfeln, Nussschalen und Heidelbeeren sowie den Wurzeln der Färber-Röte wurden Farbstoffe gewonnen. Krapp galt damals als bedeutendster roter Farbstoff des Altertums und wurde von Ägyptern, Persern, Indern, Griechen und Römern zum Färben, aber auch zu medizinischen Zwecken benutzt.

Auch anorganische Stoffe, die direkt in der Natur vorkamen, dienten als Farbpigmente. Darunter Substanzen wie Kreide, Gips, Huntit, Ton, Bleiweiss, Ägyptisch Grün- und Blau oder  gelber Ocker und roter Ocker, um nur einige zu nennen.

Generell kann man sagen, dass die Chemie in der Antike sich von heutigen Herstellungsverfahren der technischen Chemie auch dadurch unterschied, dass sie auf reiner Erfahrung beruhte ohne soliden theoretischen Unterbau.

Alchemie - ein esoterischer Ansatz

Die Chemie als Naturwissenschaft basierte im Wesentlichen zu Beginn der Neuzeit auf der Chemie der Antike in Form handwerklicher Erfahrungen und der Chemie des Mittelalters, welche durch die Alchemie nach Europa überliefert wurde.

Die ältesten bekannten Aufzeichnungen über die Alchemie, insbesondere die Tabula Smaragdina sind theoretisch ausgerichtete Werke, die einerseits religiöses und philosophisches Lehrgut vermitteln, andererseits dem Leser nutzbare Kenntnisse über die Natur verschaffen.

In China befasste sich die Alchemie mit Neidan, einer inneren Erleuchtungstechnik und Waidan, einem eher esoterisch praktischen Ansatz, der sich mit der Herstellung eines Unsterblichkeit Elixiers beschäftigte.

Ab dem 12. Jahrhundert brach mit Hilfe arabischer Alchimisten ein regelrechter „Alchemie Boom“ über Europa herein.  Die Alchemie verband die von den arabischen Gelehrten  im mittleren und fernen Osten praktizierten Methoden mit den Ansichten der griechischen Antike

Die Chemie wurde mit der Alchemie nach Europa übermittelt
Ein Alchemistenlabor – geheimnisvoll wie faszinierend. | Quelle: Visualhunt

Opus Magnum - Chemie mit philosophischem Ansatz

Das Große Werk, ein Begriff aus der mittelalterlichen europäischen Alchemie, beschreibt die Meinung der Alchemisten, dass chemische Elemente ineinander umgewandelt werden könnten. Man strebte nach dem Ziel, einen unedlen Ausgangsstoff in Gold oder Silber umzuwandeln oder ein Universallösungsmittel namens Alkahest bzw. ein Allheilmittel mit Namen Panacea zu erfinden.

Andererseits war man überzeugt, dass Stoffe nicht nur aus Eigenschaften, sondern auch aus Prinzipien aufgebaut waren. Dazu musste man zuerst dem unedlen Stoff alle unedlen Prinzipien abnehmen, um ihn dann empfänglich für neue Prinzipien zu machen.

Dieser eigenschaftslose Stoff hieß"prima materia" und die auf ihn übertragbaren und universell anwendbaren Prinzipien nannte man "quinta essentia" und stand symbolisch im Zusammenhang mit dem Stein der Weisen.

Nach Ansicht einiger Psychologen handelte es sich bei der Alchemie nicht nur um eine praktische Disziplin im Sinne der Chemie, die die Umwandlung eines bestimmten Metalls zur Folge hatte. Sie hatte vielmehr auch eine philosophische Dimension, wie die Entwicklung des Menschen.

Im Verlauf der Jahrhunderte entwickelte sich das Opus Magnum zu einem unentwirrbaren Gemisch unterschiedlichster Anweisungen und Erfahrungen, die den praktischen Prozess immer unverständlicher werden ließ.

Die Realos unter den Alchemisten

Einen eher praktischen Ansatz wählte 1085 Gerhard von Cremona in Toledo, der das erste Chemiebuch Europas schrieb: „Das Buch der Alaune und Salze ist ein Alchemie-Grundwerk. Es wurde im 11. Jahrhundert in Spanien geschrieben. Als Quellen dienten Schriften von islamischen Gelehrten sowie Schriften aus ägyptischen Kreisen.

1193-1280 forschte Albertus Magnus in Köln, ein Dominikanermönch, Alchimist  und Chemiker des Mittelalters, der innerhalb der von der Kirche vorgegeben Grenzen forschte und als erster das Element Arsen isolierte.

Auch Paracelsus sah die Aufgabe der Alchemie nicht ausschließlich in der Herstellung von Gold. Er konzentrierte sich auf die Herstellung von Arzneimitteln. Pflanzliche, mineralische und animalische Stoffe kamen zur Anwendung, die seiner Überzeugung nach, Krankheiten von außen heilen konnten.

Im Laufe der Zeit wurden besonders im Bereich der Arzneiherstellung viele der Apparate und Verfahren entwickelt, die man teilweise bis heute in chemischen und medizinischen Laboratorien nutzt.

Vincenzo Casciarolo aus Bologna, der 1604 erstmals einen Phosphoreszenz-Farbstoff herstellte, den sogenannten Bologneser Leuchtstein oder Lapis Solaris. Diese Entdeckung beförderte Diskussionen über die Natur des Lichtes und führte bereits 1652 zu ersten spektroskopischen Untersuchungen.

Der Hamburger Hennig Brand, ein deutscher Apotheker und wichtiger Alchemist, entdeckte 1669 das chemische Element Phosphor und damit die erste Chemilumineszenzreaktion überhaupt. Die Mitscherlich-Probe fand Eingang in die forensische Chemie und ist bis heute noch ein beeindruckendes Experiment.

Die Wiedererfindung und industrielle Produktion des Porzellans in Europa geht auf den Alchemist und Chemiker Johann Friedrich Böttger zurück. Er sollte König "August dem Starken" Gold liefern. Stattdessen lieferte er 1708 weisses Gold, das Porzellan, und rettete damit sein Leben. Zusammen mit Ehrenfried Walther von Tschirnhaus entwickelten sie das europäische Pendant des chinesischen Porzellans.

Persönlichkeiten der Chemie

Ab etwa dem 18. Jahrhundert entwickelte sich die Chemie der Neuzeit zu einer exakten Naturwissenschaft. Eines der Merkmale der Chemie im Gegensatz zur Alchemie war das exakte Messen.

Im 16. Jahrhundert schrieb der sächsische Gelehrte Georgius Agricola sein zwölfbändiges Werk , die res metallica, die erste umfassende, systematische Zusammenstellung des metallurgischen Wissens der frühen Neuzeit.

Der Chemiker Georg Ernst Stahl erstellte zu Beginn des 18. Jahrhunderts  erste Theorien  zur Verbrennung, die durch Antoine Laurent de Lavoisier und seiner Frau Marie gegen Ende des 18. Jahrhunderts widerlegt wurden. Sie entwickelten die Theorie der Oxidation, die die Grundlage zur weiteren Entdeckung der Grundgesetze der Chemie darstellte.

Die quantitave Verfolgung von Reaktionen führte so 1794 zum Gesetz der konstanten Proportionen von Joseph-Louis Proust. Der schwedische Chemiker Jöns Jakob Berzelius vermochte exakte Atomgewichte der Elemente zu bestimmen und entwickelte eine  international verständliche Symbolschreibweise für chemische Verbindungen in Form von Summenformeln und Strukturformeln.

Der englische Naturforscher John Dalton legte 1808 die Basis für eine moderne Atomtheorie, die damals neueste quantitative Befunde berücksichtigte. 1869 zeigten die Chemiker Dmitri Mendelejew und Lothar Meyer mit der Erstellung des Periodensystems, dass sich die Eigenschaften von Elementen periodisch wiederholten.

Das Geheimnis aller Erfinder ist, nichts für unmöglich anzusehen. | Justus von Liebig

Friedrich Wöhler stellte im Jahr 1828 in einem  Experiment aus dem anorganischen Stoff Ammoniumcyanat den bis dahin nur als Stoffwechselprodukt von Tieren bekannten Harnstoff her. Seither war klar, dass es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen der organischen und anorganischen Chemie gab.

Justus Liebig war ein Pionier der Chemie Geschichte.
Justus von Liebig brachte die experimentelle Chemie an die Uni. | Quelle: Visualhunt

Justus von Liebig, Professor für Chemie in Gießen und München führte die experimentelle Arbeit im Labor als verpflichtende Lehrveranstaltung für Chemiestudenten ein. Er gilt als Pionier der Agrarchemie und propagierte die Verwendung von mineralisch, künstlich hergestelltem Dünger.

Wichtige Verfahren der chemischen Industrie

Farbenchemie

Ende des 19. Jahunderts entwickelten Carl Graebe und Carl Liebermann den synthetischen Farbstoff Alizarin, der das großflächig angebaute Färberkrapp verdrängte. 1858 synthetisierten die späteren Farbwerke Hoechst rotes Fuchsin und 1878 stellte Adolf von Baeyer Indigo synthetisch her.

Es begann  der Siegeszug synthetischer Farbstoffe. Bis zum ersten Weltkrieg war Deutschland führend in der Farbstoffchemie und verlor seine Vormachtstellung aufgrund des Friedensvertrages von Versailles an Frankreich, das sich die geheimen Details der Herstellungsverfahren einverleibte.

Die Elektrochemie wird geboren

Mit der revolutionären Idee, chemische Elemente lägen in Lösung in Form von elektrisch geladenen Ionen vor, legte der englische Physiker und Chemiker Michael Faraday die Grundlage für die Elektrochemie und formulierte 1832 seine Theorie der Elektrolyse in seinen Faradayschen Gesetzen.

Überall dort wo Elektrizität durch billige Wasserkraft reichlich zur Verfügung stand, wurden elektrochemische Werke errichtet. Damit wurde die großtechnische Herstellung von Aluminium, Magnesium, Natrium, Kalium, Silicium, Chlor, Kalziumkarbid ermöglicht.

Das Haber Bosch Verfahren - Leid und Segen

Das Haber-Bosch-Verfahren ermöglichte im Jahre 1910 die katalytische Gewinnung von Ammoniak aus Luftstickstoff. Damit war die Herstellung von Düngemitteln und Farbstoffen aber auch Sprengstoffen in Deutschland möglich.

Heute leben auf der Erde fast 8 Milliarden Menschen, von denen schätzungsweise sechs Milliarden verhungern würden, gäbe es keinen Stickstoffdünger. Der Erste Weltkrieg wäre sehr wahrscheinlich nicht so verheerend gewesen, wenn es die Herstellung von Ammoniak, und damit Sprengstoff, im industriellen Maßstab nicht gegeben hätte.

Synthetischer Treibstoff und Polymerchemie

Die Fischer-Tropsch-Synthese ist ein von Franz Fischer und  Hans Tropsch im Jahre 1925 entwickeltes, großtechnisches Verfahren zur Umwandlung von Synthesegas in flüssige Kohlenwasserstoffe. Großtechnisch wurde das Verfahren ab 1934 von der Ruhrchemie AG angewandt.

Der Nobelpreisträger Hermann Staudinger gilt als Begründer der Polymerchemie, der Chemie der Makromoleküle. Er ist der Grundlagenentdecker des Plastiks. In den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts wurden die ersten vollsynthetischen Kunststoffe entwickelt und in die industrielle Produktion gebracht.

Insektizide und Bakterizide

Im Kampf gegen krankheitsverursachende Mikroben und gegen Schädlinge der Landwirtschaft war die chemische Industrie in Deutschland sehr erfolgreich. Die Firma Hoechst vertrieb seit 1910 das Syphilis Medikament Salvarsan, welches von Paul Ehrlich und Sahachiro Hata entwickelt wurde .

Der Nobelpreisträger Gerhard Domagk entdeckte die effektive Wirkungsweise von Sulfonamiden gegen Bakterieninfektionen verschiedener Art. Sie waren die ersten Breitspektrumantibiotika und wurden noch vor dem Penicillin erfolgreich eingesetzt.

Die insektizide Wirkung des DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) wurde durch den Mediziner und Nobelpreisträger Paul Müller im Jahre 1939 festgestellt. Spätere Untersuchungen ergaben, dass DDT drastische, krankheitserregende Nebenwirkungen für Mensch und Tier hatte. Die Anwendung, Produktion und das Inverkehrbringen des DDT wurde verboten.

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Chemische Theorien

Das Massenwirkungsgesetz  und chemische Kinetik

Das Massenwirkungsgesetz, von Cato Maximilian Guldberg und Peter Waage im Jahr 1864 formuliert, beschreibt das Verhältnis von Ausgangsstoffen zu ihren Produkten im chemischen Gleichgewicht. Änderungen der Reaktionsbedingungen verschieben dieses Gleichgewicht.

Wilhelm Ostwald erhielt 1909 den Nobelpreis für seine Forschungen , die sich mit der  Kinetik, also der Geschwindigkeit von Reaktionen, befasste.

Bindungstheorien und Atommodelle

Walter Kossel (1915) und Gilbert Newton Lewis (1916) formulierten ihre Oktettregel, wonach Atome anstreben, acht Außenelektronen zu erlangen. Bindungen zwischen Ionen wurden auf elektrostatische Anziehung zurückgeführt.

Ernest Rutherford  hat das rutherfordsche Atommodell von 1909 bis 1911 aufgestellt. Es bildete die erste Grundlage für das heutige Bild eines Atoms.  Dem dänischen Nobelpreisträger Niels Bohr gelang 1913 mit dem Bohrschen Atommodell eine Weiterentwicklung, wonach sich die negativ geladenen Elektronen auf Schalen um einen positiv geladenen Kern, der mit Neutronen und Protonen besetzt ist, bewegten.

Die Entwicklung von Atommodellen im Laufe der Chemie Geschichte
Bohrsches Atommodell – Elektronen bewegen sich auf Schalen. | Quelle: Visualhunt

Beim Orbitalmodell  hingegen, bewegen sich die Elektronen nicht auf Schalen sondern in dreidimensionalen Räumen, die um den Kern herum angeordnet sind. Diese dreidimensionalen Strukturen werden Orbitale genannt und geben den wahrscheinlichen Aufenthaltsort der Elektronen wider.

Wenn Du nach den ganzen Theorien ein paar witzige Fakten zur Chemie erfahren möchtest, geht's hier entlang!

Fortschritte der Analysentechnik

Neue Erkenntnisse und neue Verfahren in der Chemie hingen stets mit Verbesserungen der Analysetechnik zusammen. Seit Mitte des 19. Jahrhundert wurden nasschemische Nachweisreaktionen eingesetzt, bei denen Elemente durch systematisches Fällen und durch geeignete Farbreaktionen nachgewiesen wurden.

Physikalische Verfahren - qualitativ  und quantitativ

Spektroskopische Methoden, die sich diskreter Lichtspektren bedienen, können Substanzen sicher, exakt und schnell sowohl quantitativ als auch qualitativ bestimmen. In Kombination mit chromatographischen Verfahren erhält man eine sehr komplexe Analytik.

Die Gravimetrie ist eine quantitative Analysenmethode, die eine exakte Mengenbestimmung eines Stoffes mit einer empfindlichen Waage möglich machte. Die aufwendige Aufbereitung  und der damit verbundene Zeitaufwand erwiesen sich als nicht praktikabel für die Qualitätskontrolle einer industriellen Produktion.

Automatisierung von Analyseverfahren

Seit der Entwicklung der elektronischen Datenverarbeitung wurden Analyseverfahren automatisiert. Dazu eignen sich besonders volumetrische, spektroskopische und chromatographische Verfahren. Die Automatisierung führte zu einer wesentlichen Kapazitätsausweitung, zu exakteren Ergebnissen und zu einer Senkung der Kosten.

Die Entwicklung der Laborausstattung

Die Ausstattung des Labors spielte eine wichtige Rolle. Der Bunsenbrenner war eine unkomplizierte und leicht zu regulierende Möglichkeit zum Erhitzen. Eine exakte Temperaturführung ermöglichten die elektrischen Heizpilze und thermostatisierten Wasserbäder, die später durch Programierung einen Zeit- und Temperaturintervall automatisch abarbeiten.

Glasgeräte ließen sich in immer dünneren und komplexeren Formen herstellen. Durch Einführung des Normschliffes wurden die mittlerweile industriell hergestellten Einzelteile problemlos gegeneinander austauschbar und erlaubten den Aufbau von sehr komplexen Versuchsanordnungen mit geringem zeitlichem Aufwand.

Häufig verwendete man im Labor Kunststoff Einweggeräte. Sie waren leicht, kostengünstig und verminderten die Gefahr von Verunreinigungen. Elektrische Geräte wie Rührer und Pumpen, ließen sich so programmieren, dass lang andauernde Prozesse mit Parameteränderungen ohne persönliche Überwachung durchführbar waren.

Der Benzinvertrag - die dunkle Seite der Chemie

Chemie im Dienste Hitlers

Trotz Versailler Vertrag erholte sich Deutschland wirtschaftlich schnell und die chemische Industrie entwickelte sich zum Entsetzen seiner Konkurrenten hervorragend, weil deutsche Chemiker technologisch Spitze waren.

1925 schlossen sich die acht chemischen deutschen Big Player zur Interessengemeinschaft IG Farben zusammen. Ein global agierender Konzern mit einem Namen, der damals in der Welt so bekannt war wie heute Apple Macintosh.

Erst Adolf Hitlers fixe Idee von der Autarkie machte es möglich, dass die IG Farben synthetisches Benzin und synthetischen Kautschuk für die Kriegsmaschinerie der Nazis rentabel produzieren konnten.

IG Farben-Manager Otto Ambros ließ zehntausende KZ-Häftlinge unter grausamsten Bedingungen auf der Buna-Baustelle in Auschwitz arbeiten. Die IG-Tochter Degesch, die „Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung“, stellte Zyklon B für die Gaskammern her.

Aus eigenem Ehrgeiz und unter dem totalitären Druck des Staates machte sich die IG Farben zu einem entscheidenden Mittäter des Massenmordes an den europäischen Juden.

Chemische Vernichtungswaffen haben Geschichte

Chemische Waffen zählen zu den Massenvernichtungsmitteln. Hier eine nicht vollständige, trotzdem nicht minder schreckliche Aufzählung:

  • Im Peloponnesischen Krieg (431 bis 404 v. Chr.) setzten die Spartaner Brandkörper gegen die Athener ein, um so die Luft mit Schwefeldioxid zu vergiften.
  • Französische Streitkräfte setzten im August 1914 als erste C-Waffen gegen die deutschen Truppen ein. Allerdings handelte es sich nur um ein Tränengas
  • Deutsche Truppen setzten am 22. April 1915  zwischen Langemark und Ypern Chlorgas ein. Schätzungsweise 1.200 Tote und 3.000 Verwundete.
  • Von 1965 bis 1967 setzte die ägyptische Luftwaffe im Jemen Phosgen bzw. Senfgas gegen die Ortschaften Kitaf, Gahar und Gadafa ein.
  • Im Vietnamkrieg setzten die US-Streitkräfte von 1962 bis 1971 mehrere Herbizide, insbesondere das „Agent Orange“, ein.
  • 1980 bis 1988 im Golfkrieg zwischen Irak und Iran starben durch die irakischen Chemieangriffe rund 100.000 iranische Soldaten und viele Zivilisten.
  • Beim  Angriff auf das Dorf Halabdscha am 16. März 1988 setzte Saddam Hussein Chemiewaffen gegen kurdische Minderheiten ein. Es starben 5.000 Kurden, 10.000 Personen wurden verletzt.

Gesellschaftliches Umdenken und Zukunft der Chemie

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Chemie ein immer bedeutenderer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Faktor. Gerade deswegen stand die Chemieindustrie mit all ihren Schattenseiten immer wieder mit unterschiedlichen Schwerpunkten in der Diskussion.

Chemie eine tickende Bombe?

Schlimme Arbeitsbedingungen führten zu schweren Erkrankungen der Belegschaft. Hinzu kam die Ignoranz einiger Unternehmern*innen, sowie die Unkenntnis der Gefahren, die von den neuen Stoffen ausgingen.

Wie sieht die Zukunft der Chemie aus?
Eine Chemieanlage mit hohen Destillationskolonnen. | Quelle: Visualhunt

Vorschriften zur Arbeitssicherheit, regelmäßige ärztliche Untersuchungen, geschlossene Prozesse und persönliche Schutzausrüstung verminderten die Risiken der Gesundheitsgefährdung. Unfälle in der chemischen Industrie stellten und stellen für Mensch und Umwelt ein weiteres Risiko dar.

Unfälle in Chemieanlagen stellen eine potentielle Gefahr dar. Ölkatastrophen,die unvorstellbares Leid für Flora und Fauna hervorrufen oder Gasausbrüche wie in Bhopal, wo rund 4000 Menschen starben, verdeutlichen auf schreckliche Weise diese Gefahr.

Emissionen und Abfall

Die Verminderung  und Reinigung umweltschädigender Emissionen durch Abgase und Abwässer drang erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf Druck der zivilen Gesellschaft und Umweltorganisationen in die Köpfe der Verantwortlichen.

Erst wurde die chemische Industrie als Heilsbringer in der Land- und Viehwirtschaft gepriesen. Verzeichnete man doch beachtliche Erfolge zur Ertragssteigerung mit Hilfe von synthetischen Substanzen wie Dünger, Wachstumsförderer, Tiermedikamenten und Schädlingsbekämpfungsmittel.

Später erst erkannte man die dramatischen Folgen, die die intensive Nutzung auf das globale Ökosystem hat. Erosion der Böden,  Grundwasserverunreinigung durch Nitrate, Rückgang der biologischen Artenvielfalt und nicht zuletzt das Aufheizen der Atmosphäre duch den gestiegenen CO2 Ausstoß.

Deshalb sind die herausragenden Zukunftsthemen der Chemie der Klimaschutz, Elektromobilität, Nanotechnologie  und aus Biomasse hergestellte Produkte, die erdölbasierte Produkte ersetzen.

Das Fortschreiten des Zukunftsprojektes „Chemie 4.0” ist Schlüsselthema und beschreibt u.a. die Digitalisierung und die zirkuläre Wirtschaft, sowie deren Zusammenspiel.

Chemiker werden in Zukunft vermehrt in ökonomischen Netzwerken arbeiten und über Rohstoffressourcen nachdenken. Sie müssen Kreisläufe und Nachhaltigkeit für unseren Planeten im Blick haben, um das Überleben der Menschen und der Umwelt zu sichern.

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Karl Heinz

Hi, it's me - Karl Heinz, not really new, but still active. My passions are outdoor activities. I love the nature, riding the bike, hiking through the mountains, preferably with my wife and my dog. These are opportunities to let flow my thoughts and get inspiration for writing comments and blogs.