Die Wissenschaft hat sich über die letzten 2000 Jahre hinweg stark entwickelt. Wir glauben etwa nicht mehr daran, dass Alles aus Wasser und Feuer besteht oder, dass der menschliche Körper nur aus vier Elementen gebaut ist. Dieser Bereich, egal wie sehr er Dich vielleicht in der Schule genervt oder vor Klausuren zur Verzweiflung gebracht hat, hat zu den wichtigsten Entwicklungen der Menschheit geführt.

Auch die Chemie hat zu diesen Entwicklungen entscheidend beigetragen und unser Wissen über die Welt grundlegend bereichert. Darunter fallen zahlreiche Fakten, die Wir heute als selbstverständlich ansehen, etwa, dass die Welt aus klitzekleinen Partikeln bestehet oder, dass Du Stoffe wie Kohle verbrennen kannst, um Hitze zu erzeugen. Das war’s noch nicht, die Chemie hat außerdem Unser gesamtes Leben revolutioniert und dank Technologien wie Röntgen, Solarpanels und Jeansfärbung jeden Bereich verändert.

Auch, wenn viele Menschen denken, dass Chemie ein Fach der Akademiker, Professoren und durchgedrehten Wissenschaftler in großen Runden Brillen und weißen Laborkitteln ist, darf nicht vergessen werden, dass noch viel mehr dazu gehört. Diese durchgedrehten Wissenschaftler konnten Dein Leben nachhaltiger verbessern, als Dir vielleicht bewusst ist.

In diesem Artikel schauen wir uns zehn der wichtigsten Wissenschaftler der Chemiegeschichte an. Entscheide selbst, wie wichtig Du ihre Chemieerfindungen findest.

Die Begründer der modernen Chemie: Bekannte Chemiker des 18. Jahrhunderts

Das 18. Jahrhundert brachte zahlreiche Entwicklungen in allen wissenschaftlichen Disziplinen, nicht zuletzt in der Chemie. Es war eine Zeit der Experimente und Entdeckungen, in welcher viele Bereiche von neuen Ideen und Theorien bereichert wurden. In dieser Epoche waren einige Chemiker an der Speerspitze des Wissens für die Beiträge und Leistungen verantwortlich, welche die theoretische Basis der gesamten Forschungen und Entdeckungen der nachfolgenden Jahre bildeten.

Hier ist das Quartett der Männer, die Wir heute die Väter der Chemie nennen. Sie alle haben sich einen Platz auf dieser Liste der beeindruckendsten Entdecker der Chemie verdient.

Antoine Lavoisier

Antoine Lavoisier (1743 - 1794) war ein Chemiker, Biologe und ein Opfer der Französischen Revolution.

Seine wichtigste Entdeckung war der Massenerhaltungssatz, welcher besagt, dass Substanzen ihre Masse behalten, auch wenn sie ihren Zustand oder ihre Form verändern. Dies war imnspfern wichtig, als dass es Wissenschaftlern ermöglichte, die Unterschiede zwischen Substanzen nicht nur nach ihren qualitativen Eigenschaften zu bemessen.

Antoine Lavoisier hat als Erstes Oxygen entdeckt.
Sauerstoff, eine der wichtigsten Elemente für den menschlichen Körper, wurde von Antoine Lavoisier identifiziert! | Quelle: pixabay

Lavoisier war außerdem der Entdecker von Sauerstoff und Wasserstoff, sowie der Erste, der die wichtige Rolle von Sauerstoff in der Verbrennung gestellte, was heute zu den Grundlagen fast aller chemischen Reaktionen gehört.

John Dalton

Aufbauend auf Lavoisiers Theorien entwickelte John Dalton (1766-1844) die Atomtheorie, welche die Grundlage der gesamten heutigen Chemie ist.

Seine Theorie postuliert, dass jede Substanz aus Atomen besteht, und dass die Atome aller Elemente identisch sind. Dalton’s Atomtheorie definiert chemische Verbindungen außerdem als Kombination der Atome verschiedener Elemente. Bei einer chemischen Reaktion verbinden und vertauschen sich demnach diese Atome.

In seinen Laborexperimenten forschte er an und stellte außerdem die Theorie der Atommasse. Darauf aufbauend konnten Wissenschaftler die unterschiedlichen molekularen Strukturen verschiedener Substanzen feststellen.

Falls Du bereits Lust auf mehr solcher Theorien und Ideen hast, kannst Du Dir unseren Artikel zu den verrücktesten Chemiefakten anschauen!

Amedeo Avogadro

Wenn Du zu irgendeinem Zeitpunkt Deines Lebens Chemie gelernt hast, wird Dir Amedeo Avogadro (1776 - 1856) bekannt vorkommen. Nach ihm benannt ist ein wissenschaftliches Gesetz, eine chemische Einheit, ein Mineral und sogar ein Mondkrater. Der Chemiker und Mathematikphysiker war zweifelsohne ein Pionier.

Avogadros größte Entdeckung ist heute als Avocados Gesetz bekannt und besagt, dass das gleiche Volumen verschiedener Gase bei der gleichen Temperatur und dem gleichen Druck die gleiche Anzahl an Molekülen hat.

Warum war das wichtig? Im Endeffekt war es diese Entdeckung, die dabei half, zwischen Molekül und Atom zu differenzieren, während Avogadro letztere noch “elementare Moleküle” nannte. Dalton dachte nie an einen möglichen Unterschied, nur dank Avogadro wissen wir es besser!

Jöns Jacob Berzelius

Der letzte der Väter der Chemie ist Jöns Jacob Berzelius (1779 - 1848) und seine Beiträge für die Chemie sind genauso wichtig wie die, der oben genannten Herren.

Hauptsächlich ist Berzelius dafür bekannt, die Sprache der Chemie formalisiert zu haben. Er entwickelte ein Notationssystem, mit welchem Wir heute noch Elemente bezeichnen, und erfand grundlegendste Themen Begriffe der Physikchemie, so wie Katalyse, Polymer oder ionische Bindung. Als ob das nicht genug wäre, entdecke er auch noch selbst eine Menge Elemente: Cerium, Thorium und Selen.

Am wichtigsten ist vielleicht aber Berzelius’ Leistung, der erste Mensch zu sein, welcher das Gewicht von Atomen genau messen konnte. Aufbauen auf Daltons Arbeit bereitete Berzelius mit seinen erfolgreichen Experimenten den Weg für all Diejenigen, die nach ihm kamen.

In unserem Chemielexikon kannst Du die wichtigsten Begriffe der Chemie nachlesen.

Der vielleicht wichtigste Chemiker von Allen: Dmitri Mendeleev

Das Vermächtnis von Dmitri Mendeleev (1834 - 1907) haben Wir alle schonmal gesehen, denn es ist bis heute das ikonische Symbol der Chemie: Das Periodensystem. Mendeleev war nicht nur ein Chemiegenie, sondern auch interessiert in Geologie, Meteorologie und andere Disziplinen, aber im Feld der Chemie war sein Einfluss zweifelsohne am größten.

Mendeleev war mit der Schaffung des Periodensystems ein absoluter Pionier.
Jeder kennt es, das Periodensystem. Geschaffen hat es Dmitri Mendeleev! | Quelle: pixabay

Angeblich entwickelte er das Periodensystem in einem Traum, in welchem er Muster zwischen verschiedenen Chemikalien sah, welche er nutzte, um die Chemikalien anzuordnen. Da er nicht all die Elemente kannte, die Uns heute geläufig sind, ließ er Lücken in der Tabelle, die später gefüllt werden sollten. Damit konnte er nicht nur den Grundstein für spätere Entwicklungen in der Chemie legen, sondern diese auch noch vorhersagen.

Bekannte Wissenschaftler der Chemie: Das 19. Jahrhundert

Diese Entdecker und Erfinder der Anfänge der Chemie haben mit ihrer Pionierarbeit auch viele Erfindungen des 19. Jahrhunderts begünstig. In dieser Periode stechen zwei Namen heraus, Robert Bunsen und Alfred Nobel.

Robert Bunsen

Hast Du schonmal vom Bunsenbrenner gehört? Zu danken ist dafür folgender Mann: Robert Bunsen (1811 - 1899), Erfinder des vielleicht beliebtesten wissenschaftlichen Geräts. Wenn Du den Bunsenbrenner nicht kennst, lies Dir unseren Artikel zu den wichtigsten Chemiegerätschaften durch!

Bunsen war Dozent an einer deutschen Universität und allen Anzeichen nach ein gutmütiger Mensch. In seiner Freizeit entwickelte er ein Gegengift zu Arsen und entdeckte das Element Caesium.

Wie man sich vielleicht vorstellen kann, hatte er eine Affinität dafür, Dinge anzubrennen, vor Allem aber für die verschiedenen Farben (Emissionsspektren), welche erhitzte Elemente produzieren. Aus diesem Grund produzierte er seinen berüchtigten Bunsenbrenner, welcher sicherstellte, dass die untersuchten Farben nicht von der Farbe der Flamme verunreinigt wurden!

Alfred Nobel

Diesen Namen kennst Du sicher. Der Chemiker und Geschäftsmann Alfred Nobel (1833 - 1896) ist dank des Verleihung des Nobelpreises für exzellente Leistungen in der Literatur, den Naturwissenschaften und der Wirtschaft in allen Bereichen bekannt.

Die Biografie dieses Mannes ist aber nicht so unbefleckt, wie man es erwarten würde. Sein Hauptberuf war es, Waffen - hauptsächlich Sprengstoff - zu verkaufen, während sein Hauptbeitrag an die Chemie im Erfinden der Sprengstoffe lag, die er selber verkaufte.

Seine größte Leistung war die Erfindung von Dynamit. Diese chemische Entdeckung war ursprünglich als Utensil für die Bauindustrie gedacht, entwickelte sich jedoch schnell zu einer grauenvollen Waffe.

Im Herbst seines Lebens soll er angeblich Reue gespürt haben, eine der zerstörerischsten chemischen Werkzeuge alle Zeiten entwickelt zu haben. Er spendete daher sein massives Vermögen an die Verleihung des Nobelpreises in Chemie, Physik, Medizin und Frieden.

Chemiker des 20. Jahrhunderts, die Du kennen solltest

Im 20. Jahrhundert blüht die Chemie weiter auf und sprießt in verschieden Unterdisziplinen, um die Disziplin zu werden, die wir heute kennen.

Linus Pauling

Linus Carl Pauling (1901 - 1994) gilt für Viele als einer der wichtigsten Wissenschaftler aller Zeiten. Wenn Du ihn noch nicht kennst, ist das hier Deine Chance.

Pauling entdecke im Alleingang die Fächer Molekularbiologie - das Studium von Dingen wie Proteinen und Säuren im Körper -  und Quantenchemie - das Studium der Beziehungen der kleinsten Einheiten im Atom. Wenn es also in der Schule um kovalente oder ionische Bindungen geht, dann ist es Pauling, dem Du dafür danken solltest, diese spannenden Dinge lernen zu können. Wenn Du mehr über chemische Bindungen und dergleichen erfahren willst, schau Dir Unseren Artikel zu den grundlegendsten Chemiekonzepten an.

Der überzeugte Verfechter nuklearer Non-Proliferation war nicht nur Träger des Nobelpreises für Chemie, sondern auch noch Inhaber des Friedensnobelpreises. Sein Lebenswerk zu Proteinen war es auch, welches Francis Crick und James Watson inspirierte und ermöglichte, die DNA-Sequenz zu entdecken.

Dorothy Hodgkin

Widmen wir uns einer Chemikerin, die in der Geschichte der bekannte Wissenschaftler häufig übersehen wird: Dorothy Hodgkin (1910 - 1994), ebenfalls Nobelpreisträgerin, ist bis heute die einzige britische Frau, die einen Nobelpreis in den Naturwissenschaften gewinnen konnte.

Insulin, dessen Struktur von Dorothy Hodgkin erforscht wurde, ist für Diabetespatienten extrem wichtig.
Ihr Beitrag an die Chemie konnte zahlreiche Leben retten: Ohne Dorothy Hodgkin wäre Insulin nicht in den erforderlichen Massen produzierbar! | Quelle: pixabay

Ihre wichtigsten Entdeckungen waren die Strukturen von Molekülen und Proteinen im Körper und ihre Forschung wirkte sich nachhaltig auf die Felder der Biochemie und der Medizin aus. Sie arbeitete mit ihrem Team an der Struktur von Penicillin, Vitamin B12 und vor Allem Insulin. Bemerkenswert ist außerdem, dass sie sich für die Forschung an Insulin und seine zentrale Rolle in der Bekämpfung von Diabetes einsetzte.

Kathleen Lonsdale

Hier haben wir noch eine Chemikerin des 21. Jahrhunderts, die bekannter sein sollte, als sie ist. Kathleen Lonsdale (1903 - 1971) war eine der ersten Frauen, die zum Mitglied der Royal Society gewählt wurde und gewann zahlreiche Preise für ihre wichtige Arbeit in der Kristallografie , dem Studium der Anordnung von Atomen in Kristallen.

Neben ihrer Forschung an Diamanten und ihrer zutiefst einflussreichen Forschung an der Struktur von Benzin, war sie eine Befürworterin des Pazifismus und eine Inspiration für weibliche Wissenschaftlerin auf der ganzen Welt.

Du hast noch Lust auf Chemie? In Unseren Artikel findest Du alles Wichtige, was Du zu Chemie wissen musst! 

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Siad

Student der Poltikwissenschaft, Hobbiefotograf und Kochbegeisterter. Spezialität: Hummus