Wenn Du ein angehender Wissenschaftler bist, hast Du vielleicht Lust, in ein heimisches Chemielabor zu investieren - einem Ort, wo Du mit chemischen Reaktionen experimentieren kannst, wie Du lustig bist. Vielleicht ist ein ganzes Labor für deinen Haushalt etwas hoch gestochen, aber es gibt ein paar Baukästen für Klein und Groß, die aus jedem und jeder einen Hobbychemiker machen!

Bevor Du Dich aber direkt aufmachst und alles einkaufst, schau Dir kurz diese Liste elementarer Laborutensilien an, die Du brauchen wirst, um aus Deiner Küche ein Chemielabor zu machen!

Auch sinnvoll ist es, Dir nochmal Unser einführendes Chemielexikon anzuschauen.

Das grundlegendste Chemieequipment: Reagenzgläser - und andere Behälter

Reagenzgläser

Zuerst einmal kommt Du in der Chemie ohne Reagenzgläser nicht besonders weit. Sie sind nicht nur das Aushängeschild der Chemieutensilien, sie sind auch noch genau darauf ausgerichtet, Deine Versuche mit Chemiereaktionen einfacher zu machen. Sie zerbrechen nicht, wenn Du sie erhitzt, sie korrodieren nicht, wenn Du sie mit Säuren oder anderen gefährlichen Elementen füllst und sie lassen sich einfach säubern, lagern und einsehen (dafür benutzen Wissenschaftler sie ja auch!).

Im Chemielabor findest Du viele Reagenzgläser.
Echte Reagenzgläser sind Standard in der Chemie! | Quelle: pixabay

Wenn Du Dir Reagenzgläser zulegst, brauchst Du aber auch ein Reagenzglasgestell, damit all die Substanzen und Lösungen nicht Deinen Tisch ruinieren! Außerdem ist es eine Überlegung wert, sich Reagenzgläser speziell für’s Erhitzen zuzulegen, da diese in der Regel gewisse Eigenschaften haben, welche sie besser gegen die Hitze schützen.

Kolben

Kolben sind verschiedene Glaswaren, in welchen Du Deine Lösungen auflösen und beobachten kannst. Da es hunderte verschiedene Versionen gibt, brauchst Du nicht alle für Deinen Baukasten, aber zumindest ein paar.

Das Becherglas ist mit Maßeinheiten an der Seite und einem Ausguss ausgestattet, und wird daher zum Abmessen von Flüssigkeiten verwendet. 

Der Erlenmeyerkolben ist für seine schräge Wand bekannt. Seine Form richtet sich nach zwei Anforderungen. Einerseits kann man darin Lösungen schwenken, ohne sie rühren zu müssen und zu riskieren, dass etwas verschüttet wird. Andererseits eignet sich der Kolben durch seine Form ideal für das Erhitzenden Flüssigkeiten, da die entstehenden Dämpfe aufgrund des weiten Bodens und der schrägen Wand an Letzterer entlang kondensieren können!

Bürette

Eine hochgestochene Bezeichnung für ein Reagenzglas mit Fuß. Außerdem ist an der Seite eine Skala vorhanden, welche die Maßeinheiten für Flüssigkeiten angibt. Das ermöglicht Dir, Lösungen so präzise auszugießen, dass Du in Deinen Chemieexperimenten ein neues Level in erreichen kannst!

Pipette

Die Pipette ist schlichtweg ein kleines elastisches Plastikrohr, welches Flüssigkeiten aufnimmt, wenn man es drückt. Du benutzt sie hauptsächlich, um Flüssigkeiten von einem Reagenzglas ins Nächste zu übertragen.

Petri-/Kulturschale

Die Petrischale ist zwar eher für ihre Verwendung in der Biologie zur Kultivierung und Untersuchung von Bakterien bekannt, aber auch in der Chemie wird sie gebraucht, um Kristalle zu untersuchen. Schalen aus Glas sind etwas besser als die aus Plastik, aber im Endeffekt kann ein Heimchemiker beide verwenden!

Chemiker wie Biologen benutzen gerne Petrischalen
Petrischalen finden nicht nur in der Chemie, sondern auch in der Biologie Verwendung! | Quelle: unsplash

Kannst Du Dir denken, was in einer Petrischale entdeckt wurde? In Unserem Artikel zu den wichtigsten Chemieentdeckungen findest Du die Antwort!

Sicherheitsausrüstung für Deine Chemieexperimente

Brillen und Handschuhe

Vielleicht hast Du jetzt die ganzen spannenden Dinge vorhanden, aber ohne die richtige Sicherheitsausrüstung solltest Du noch nicht damit anfangen, mit Chemikalien, Säuren oder Basen herumzuhantieren. Eine Brille für den Augenschutz und chemikalienresistente Handschuhe sind absolut unabdingbar. 

Manche der Dinge, mit denen Du arbeiten wirst, können gefährlich sein. Und wenn nicht, ist es trotzdem nie schön, sie an die Hände zu bekommen. Außerdem kannst Du mit der richtigen Ausrüstung viel besser den verrückten Wissenschaftler spielen!

Stativ und Stativklemme 

Wenn Du an Deinen Experimenten herumfummelst, ist es schwer, alles gleichzeitig zu halten. Genau dafür brauchst Du Stativ und Stativklemme. Das Stativ ist eine beschwerte stehende Achse, an welche Du Alles klemmen, was Du nicht die ganze Zeit tragen musst.

Erinnere Dich an die Bürette. Wenn Du eine Lösung in eine Andere tröpfeln möchtest, kannst Du die Bürette an das Stativ befestigen und los geht’s! So ist’s sicherer und einfacher, außerdem benutzt jeder echte Wissenschaftler dieses Equipment.

Die notwendigen Zusätze: Alles, was Du brauchst, um Chemie zu verstehen

Thermometer

Also, wie läuft es denn, Dein Experiment? Ist es heiß oder kalt? Bei welcher Temperatur reagiert eine bestimmte Chemikalie mit einer Anderen und bei welcher Temperatur ändert sich ihr Aggregatzustand, von net zu flüssig zu gasförmig? Wie willst Du irgendwas über die Temperatur Deines Experiments erfahren, wenn Du kein Thermometer hast?

Ein Thermometer wird Dir in Deinen Experimenten sehr helfen.
Ohne Thermometer geht in der Chemie gar nichts! | Quelle: unsplash

Dieses kleine Gerät Deines Baukastens ist super wichtig, wenn Du irgendwas Interessantes mit Deiner Chemieausrüstung machen willst, und ein Must-Have, wenn Du überhaupt Irgendwas verstehen möchtest! Chemikalien verhalten sich bei verschiedenen Temperaturen sehr unterschiedlich - also achte darauf, hier keine Fehler zu machen!

Lackmuspapier

In Deinem Reagenzglas befindet sich eine Lösung. Aber was ist das überhaupt und wie sollst Du das rausfinden?

Wenn Du Dich für Säuren und Basen interessierst - immerhin einem grundlegenden Teil der Chemie - dann brauchst du Lackmuspapier. Das findest Du meistens in roten oder blauen Streifen, welche Dir anzeigen, wie sauer oder basisch Deine Lösung ist. Wenn der blaue Teil rot wird, hast Du eine Säure und wenn der rote Teil blau wird, hast Du eine Base. Wenn sich Alles violett färbt, ist die Lösung neutral!

Säuren und Basen sind super interessant, schau Dir Unseren Artikel zu den witzigsten Chemiefakten an, wenn Du mehr wissen willst!

Periodensystem

Davon gibt es in jedem Schullabor eins. Und ohne Eins wirst Du auch Nichts verstehen, was in Deinen Chemieexperiment vorgeht. Das Periodensystem ist die Tabelle der Elemente, die Grafik, die Dir anzeigt, was welches Element ist, welche Eigenschaften es hat und womit es reagiert - solange Du weißt, wie man sie liest!

Das Periodensystem ist nach der Ordnungszahl angeordnet, welche die Zahl der Protonen in jedem Atomkern angibt, und nach der Reaktivität jedes Elements. Diese Tabelle zeigt Dir genau an, warum Fluor und Caesium so reaktiv sind und was passiert, wenn zwei verschiedene Elemente reagieren.

Molekülmodelle

Während das Periodensystem Dir anhand von Zahlen angibt, was in einem Atom passiert, bieten Molekülmodelle eine praktische Möglichkeit, den Aufbau von Moleküle und Verbindungen zu verstehen. Für den theoretischen Teil kannst Du Unseren Artikel zu den grundlegenden Chemiekonzepten zu Rate ziehen!

Molekülmodelle sind normalerweise aus Plastik hergestellt und bestehen aus Kugeln (welche Atome repräsentieren) und Stäben (für die chemischen Bindungen). Das Tolle an diesen Modellen ist, dass Du mit ihnen jedes Molekül nachbauen kannst und so tatsächlich das, was in Deinem Reagenzglas auf der chemischer Ebene passiert, sehen.

Du kannst auch Deine eigenen Modelle herstellen. Schnapp Dir einfach ein paar verschiedenfarbige Bälle und ein paar Seile oder Strohhalme und bau all die Moleküle nach, auf die Du Lust hast!

Jetzt wird’s ernst: Die Profiausstattung für Deine Küchenchemie

Bunsenbrenner

Wenn man ehrlich ist, brauchst Du wahrscheinlich keinen Bunsenbrenner für zu Hause, aber Träumen ist trotzdem erlaubt!

Der Bunsenbrenner produziert eine saubere und reine Gasflamme, die sich perfekt eignet, um Lösungen zu erhitzen, Elemente zu oxidieren und die Reaktion von Substanzen auf Hitze zu beobachten.

Das Problem an der ganzen Sache ist, dass Du Zugang zur Gashauptleitung brauchst und wenn Du ein Kind bist, könnte es schwer werden, dafür die Erlaubnis Deiner Eltern zu bekommen (Obwohl es auch schwer werden könnte, als Erwachsener die Erlaubnis der Nachbarn zu bekommen)! Daher ist es nicht so einfach, einen Brenner zu Hause zu installieren.

Wenn Du es aber ernst meinst und ein ambitionierter Wissenschaftler bist, dann greif zu! Ein echtes wissenschaftliches Experiment braucht einfach einen Bunsenbrenner!

Wo wir schon dabei sind, weißt Du, warum das Gerät überhaupt so heißt? In Unserem Artikel über die berühmtesten Chemiker der Welt findest Du die Antwort.

Dreifuß und Keramikdrahtnetz

Wenn Du einen Bunsenbrenner verwendest, solltest Du eine ziemlich offensichtliche Sache im Kopf behalten: Wenn Du Etwas über eine Flamme hältst, wird es ziemlich heiß!

Genau hier kommen Dreifuß und Keramikdrahtnetz in’s Spiel: Die beiden werden über den Bunsenbrenner gestellt, so dass Geräte wie Erlemeyerkolben Platz finden und erhitzt werden können, ohne dass Du den Brenner berühren musst. Das Keramikdrahtnetz liegt zwischen Flamme und Kolben und kann so die Hitze verteilen, wodurch Alles gleichmäßig erwärmt wird und der Kolben nicht verrußt.

Du willst noch mehr über Chemie lernen? Dann wird Dir unsere Übersicht zu allen wichtigen Themen der Chemie eine große Hilfe sein!

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Siad

Student der Poltikwissenschaft, Hobbiefotograf und Kochbegeisterter. Spezialität: Hummus