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Die französische Küche: Internationaler Spitzenreiter

Von Melanie, veröffentlicht am 27/11/2018 Blog > Kunst & Freizeit > Kochen > Französisches Essen und sein Einfluss in der Welt

Die Franzosen können wirklich stolz sein: Ihre Küche genießt auf der ganzen Welt einen hervorragenden Ruf!

Wenn Tokyo weltweit die meisten Sternerestaurants vorweisen kann, dann nur, weil sie sich die französische Küche zum Vorbild genommen haben und es in Japan zahlreiche Küchenchefs gibt, die Anhänger der westlichen Küche sind.

Die ganze Welt lässt sich die kulinarischen Köstlichkeiten, die Frankreich dank seiner regionalen Vielfalt zu bieten hat, auf der Zunge zergehen. Jede Region Frankreichs trägt auf seine eigene Weise zum Renommee der so hoch geschätzten französischen Küche bei…

Gänseleberpastete aus dem Südwesten, Bresse-Huhn, Geflügel aus dem Gers, Rillette aus Mans, bretonischer Hummer…Spezialitäten, die sich die internationale Elite gerne schmecken lässt!

Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass das französische Wort „Restaurant“ beinahe auf der ganzen Welt benutzt wird.

Die französische Küche zählt zum Kulturerbe Frankreichs

Ein bekanntes Sprichwort sagt: „Leben wie Gott in Frankreich“.

Dieses Sprichwort erscheint angesichts des kulinarischen Erbes Frankreichs, das sich zu den wunderschönen Landschaften und Denkmälern und zu der Gasfreundlichkeit der Franzosen gesellt, noch treffender.

Die Gastronomiekunst hat Paris zur Hauptstadt ernannt.

Statistiken und Studien belegen, dass die Franzosen sich mehr Zeit zum Essen nehmen als ihre Nachbarn: Innerhalb Europas befinden sich die Franzosen auf Platz 1 in dieser Kategorie.

Der Gegensatz zwischen britischen Familien, in denen es kaum gemeinsame Mahlzeiten gibt und den französischen Familien könnte kaum größer sein. Die Briten verbringen täglich nur 39 Minuten mit Essen, wohingegen die Franzosen vergleichsweise ihren Mahlzeiten 2 Stunden am Tag widmen.

Die Franzosen lassen sich Zeit beim Essen! Das Mittagessen ist heilig… | Quelle: Pixabay

In Anbetracht dessen war es mehr als logisch, dass die französische Küche im Jahr 2010 zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Die von der Unesco anerkannte Küche besticht durch Menüs, die einen Aperitif, eine Vorspeise, ein Hauptgericht mit Fleisch oder Fisch und Beilage, Käse, ein Dessert und einen Digestif beinhalten. Natürlich darf auch ein guter Wein nicht fehlen!

Als kleine Anekdote kann noch berichtet werden, dass Mexiko zuerst die Idee hatte, seine Küche ins Kulturerbe der Unesco aufnehmen zu lassen. Daher war es zurecht unvorstellbar, dass Frankreich diesen Antrag nicht schon früher oder zumindest zur gleichen Zeit gestellt hat…

Französische Küchenchefs und deren kulturelle Einflüsse

Im 18. Jahrhundert sprach die große Mehrheit der Elite in der westlichen Welt Französisch.

Diese Epoche, in der die frz. Sprache eine Vorrangstellung innehatte gehört mittlerweile der Vergangenheit an, Französisch kann seine Spitzenposition als Diplomatensprache bzw. Weltsprache kaum behaupten und wurde längst von Englisch, Spanisch oder Chinesisch überholt.

Wie sieht es aber mit der französischen Küche aus, dem Aushängeschild der französischen Kultur?

Auf diesem Gebiet ist das Bild nicht ganz so düster. Es kann zweifellos behauptet werden, dass sich die frz. Küche insbesondere in gehobenen Kreisen äußerster Beliebtheit erfreut.

Die französische Küche steht nicht nur für Qualität, Luxus, Schmackhaftigkeit und Vielfalt, sie ist außerdem gesund und ausgewogen.

Der Sterneoch Paul Bocuse, einer der berühmtesten Botschafter der französischen Küche. | Quelle: Visualhunt

Vorbildhafte Botschafter, angeführt von französischsprachigen oder frankophilen Küchenchefs, tragen dazu bei, dass die französische Küche international angesehen ist.

Die Weltranglisten sprechen für sich: 6 Franzosen befinden sich in der Top 10 (26 in der Top 100) der weltweit besten Küchenchefs. Angeführt von Pierre Gagnaire, gefolgt von Paul Bocuse, Alain Ducasse, Michel Bras, Eric Frechon und Yannick Alleno. Sie alle haben die Geschichte der frz. Küche geprägt.

Diese Spitzenergebnisse sind natürlich eine ausgezeichnete Werbung für jeden einzelnen unter ihnen, aber auch für das gesamte französische Volk.

Die französische Küche erobert Europa

Auf dem alten Kontinent muss sich das ehemalige Gallien ebenbürtigen Konkurrenten stellen, allen voran Italien und Spanien – oder weiter gefasst allen Ländern, die eine mediterrane Küche vorweisen können.

Allerdings scheint Frankreich in diesem Wettkampf als Sieger hervorzugehen, da es zweifellos dank seines günstigen Klimas eine größere Vielfalt an Ressourcen und demnach an Produkten vorweisen kann. Ein Vorteil, für den Frankreich von der ganzen Welt beneidet wird!

Die anderen europäischen Länder können mit der gleichbleibenden hochwertigen Qualität der frz. Produkte nicht mithalten.

Die Restaurants in Rom oder Neapel sind für ihre Habgier bekannt, während die Armut einiger spanischer Regionen dafür verantwortlich ist, dass die Küche hier weniger raffiniert ist.

Der spanische Wein zum Beispiel ist im Grunde nur durch den Rioja bekannt, wohingegen die frz. Weinbaugebiete eine große Bandbreite an sehr verschiedenen exquisiten Weinsorten hervorbringen.

Die Italiener stellen mit ihren zahlreichen Nudelsorten, ihren Pizzen und vielseitigen Weinen eine ernstzunehmende Konkurrenz dar.

Aber letztendlich handelt es sich hier um sehr gewöhnliche, einfache Gerichte, die an die kulinarischen Künste Frankreichs nicht heranreichen können: Hier legt man Wert auf eine gehobene, sehr exquisite Küche.

Da Frankreich in der alten Welt am frühesten eine kulturelle und politische Einheit darstellte, konnte auch die Tischkultur schon früh vereinheitlicht werden.

Es gibt noch einen anderen Bereich, in dem Frankreich in Vergleich zu anderen Ländern eine Spitzenposition einnimmt: Frankreich hat die besten Desserts vorzuweisen.

Die „Crême brûlée“ zählt zu den beliebtesten Desserts! | Quelle: Pixabay

Desserts wie die frz. Schlagsahne, der „Russe“, „Paris-Brest“ oder „Saint-Honoré“, sowie tausend weitere süße Köstlichkeiten lassen andere Länder vor Neid erblassen!

Die regionalen Spezialitäten Frankreichs werden in Amerika gefeiert

Auf der ganzen Welt, insbesondere in Amerika, gibt es zahlreiche Restaurants, die auf eine bestimmte Länderküche spezialisiert sind: Pizzerien, Chinarestaurants, Mexikaner usw.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, französische Restaurants jenseits des Atlantiks anzutreffen, die der französischen Regionalküche ihre Ehre erweisen.

Kulinarische Köstlichkeiten „à la française“

Die „französischen“ Restaurants gehören in der Regel zu den exklusiveren Adressen, oft werden Spezialitäten einer bestimmten Region angeboten.

Wir denken da zum Beispiel an „Galettes de sarrasain“ (Buchweizen-Pflannkuchen), die der Stolz der Bretonen sind und die man mittlerweile in vielen New Yorker Crêperien verköstigen kann!

Das Gleiche gilt für das elsässische „Choucroute“ (Sauerkraut), das uns im Winter aufwärmt und die Gaumen der Bistrots im Midwest erfreut…

Weiterhin kann man das berühmte „Cassoulet“ aus Frankreichs Südwesten, „Confit de canard“ (Enten-Konfit), das „Fondue savoyarde“ (savoyardisches Fondue), Raclette oder „Boef bourgignon“ (Rindfleisch nach Burgunder Art) nennen.

Ein weiteres Phänomen in den USA: An der Westküste versucht man, den Camembert aus der Normandie, Roquefort, Champagner („Sekt aus Kaliforniern“) und sogar die frz. Rotweine zu imitieren – wobei die Konkurrenz mit den Weinen aus Chile und Argentinien hoch ist.

Die Amerikaner sind ganz verrückt auf den Cambert aus der Normandie! | Quelle: Pixabay

Die Franzosen können mit Stolz sagen, dass ihre regionalen Spezialitäten in zahlreichen Restaurants, die tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt sind, angeboten werden.

Die französische Küche in den USA

Viele Gerichte haben in den letzten Jahren den Atlantik überquert, um zu den Lieblingsgerichten der Amerikaner zu werden. Oft wurden sie jedoch „amerikanisiert“ oder leicht abgeändert, um dem Geschmack der Amerikaner zu entsprechen.

Andere frz. Spezialitäten wurden von den Amerikanern allerdings ohne Transformation adoptiert.

Desserts

Eine frz. Eier- und Mehlspeise, die im 17. Jahrhundert kreiert wurde, ist überall in den USA heiß begehrt: Das Soufflé. Andere beliebte Desserts sind „Baiser“, „Crême brûlée“, „Mousse“ und „Crêpes“. Während Desserts aus Baiser an die amerikanischen Geschmacksnerven angepasst wurden, blieben die Rezepte der anderen Nachspeisen unverändert.

Appetizer

Viele Appetithäppchen, die die Amerikaner so sehr lieben, stammen aus der französischen Küche: „Pâté“, Gänseleberpastete und der Klassiker der 60er Jahren, das Fondue. Aus dem ursprünglichen Käsefondue, in das man Brotstücke tunkt, ist ein Schokoladenfondue geworden, in das jetzt Obststücke getunkt werden. Das Prinzip ist dasselbe.

Die Gänseleberpastete und andere Pasteten, weitere begehrte Spezialitäten, wurden ebenfalls nicht „amerikanisiert“.

Saucen

Soßen wie die „Sauce hollandaise“ oder „Sauce bernaise“ haben ebenfalls ihre Spuren in beliebten amerikanischen Gerichten hinterlassen. So werden viele amerikanische Klassiker heute mit französischen Saucen serviert.

Französische Gerichte im Rest der Welt

Einige Gerichte sind beliebter als andere, das ist normal. Es ist allseits bekannt, dass die Engländer Schnecken oder Froschschenkel verabscheuen.

Nicht unbedingt jedermanns Sache: Schnecken mit Kräutersauce! | Quelle: Pixabay

Daher ist es auch keine Überraschung, dass manche Gerichte als zu sehr „französisch“ angesehen werden und andere wiederum sehr erfolgreich im Ausland aufgenommen werden.

Die Zeitschrift „Journal des Femmes“ hat eine Liste mit den weltweit 30 beliebtesten französischen Gerichten erstellt.

In dieser Rangliste findet man hauptsächlich die Klassiker: „Moules frites“ (Miesmuscheln mit Pommes Frites), „Blanquette de veau“ (Kalbsragout), „Gigot d‘agneau“ (Lammkeule), „Steak de boeuf et frites“ (Rindersteak mit Pommes Frites), „Entrecôte“ (Steak aus dem Zwischenrippenstück des Rinds), „Pavé de saumon“ (Lachssteak), „Pot-au-feu“ (Eintopfgericht), „Endives au jambon“ (Endivien mit Schinken), „Gratin dauphinois“ (Kartoffelgratin), „Poulet rôti“ (Brathähnchen), „Lapin à la moutarde“ (Hase in Senfsauce), „Ratatouille“ (das dem weltweit erfolgreichen Zeichentrickfilm seinen Name gegeben hat), „Filet mignon de porc“ (Schweinelendchen), „Hachis parmentier“ (Auflauf aus Hackfleisch und Kartoffelbrei)…

In dieser Rangliste werden die etwas exquisiteren und weniger geläufigen Gericht wie „Canard gras“, „Potage Dubarry“, Langustinen, „Quenelle de brochet“, „Carpe facie“, „Poule au pot façon Henri IC“, „Crême suprême“ nicht berücksichtigt…

In Anbetracht all dieser Köstlichkeiten sind wir noch gar nicht dazu gekommen, die guten Weine und anderen alkoholischen Getränke zu erwähnen. Das müssen wir unbedingt nachholen!

Während die Bordeauxweine und die Weine aus Burgund reisende Absätze in China finden, lieben die Japaner oder Koreaner den Beaujolais. Ganz zu schweigen vom Armagnac, der älteste Branntwein Europas, den die Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela berühmt gemacht haben.

Frankreich ist nicht nur für seine gute Küche, sondern auf für seine Spitzenweine, sogenannte „Grand crus“ berühmt! | Quelle: Pixabay

In den Zeitungen liest man oft, dass Frankreich in Sachen Wirtschaft, Bildung, Sport etc. das Schlusslicht bildet.

Daher ist es umso erfreulicher, dass es auf dem Gebiet der Kochkünste so erfolgreich ist! Niemand kann Frankreich diese Spitzenposition in Bezug auf seine Küche streitig machen!

Auf diesem Gebiet ist Frankreich eine wahre Legende, jeder, der einmal in den Genuss der kulinarischen Spezialitäten Frankreichs gekommen ist, wird dies bezeugen!

Darauf sollten wir anstoßen! Champagner für alle!

Die beliebtesten Gerichte im Ausland

  1. Raclette –  Raclette kommen von „racler“ (abkratzen), der geschmolzene Raclettekäse wird aus dem Pfännchen gekrazt und über die Kartoffel oder die Wurst gegeben.
  2. Andouillette – Die Andouillette ist eine Wurstsorte, die aus dem Darm sowie dem Magen von Schweinen, teilweise auch von Kälbern, Kühen oder Enten hergestellt und in Naturdarm gefüllt wird.
  3. Blanquette de Veau – in Karotten und Zwiebeln geschmortes Kalbfleisch in einer weißen Sahnesauce.
  4. Bœuf Bourguignon – in Rotwein geschmortes Rindfleisch, mit Pilzen und Karotten.
  5. Boudin Blanc – Weißwurst, die aus Schweinefleisch, Milch, Zwiebeln und Gewürzen hergestellt wird.
  6. Bouillabaisse – Fischgericht, das aus Fischsuppe und gegartem Speisefisch mit Meeresfrüchten oder als reichhaltiger Eintopf serviert wird.
  7. Brandade – Auflauf, der aus Kartoffelpüree und Stockfisch besteht.
  8. Cassoulet – Eintopf aus weißen Bohnen und verschiedenen Fleischsorten, zum Beispiel Enten-Confit und Würstchen.
  9. Choucroute Garnie – Sauerkraut mit Würsten und anderen gesalzenen Fleischarten. Das Kraut wird mehrere Wochen gegart, dann mit den Würsten, anderen Fleischsorten und Kartoffeln gekocht.
  10. Confit de Canard – wird hergestellt, indem die Ente in einem großen Topf mit Entenfett gekocht wird.
  11. Coq au Vin – Ein berühmtes Gericht, das aus Hähnchen besteht, welches in Wein mariniert und gekocht wird.
  12. Fondue – Das berühmte savoyardische Fondue ist ein großer Topf mit geschmolzenem Käse. Es wird mit Brot und Kartoffeln serviert.
  13. Moules Frites – sind eine Spezialität aus der Bretagne und dem Norden Frankreichs.
  14. Pot au Feu – Rindfleisch und langsam gegartes Gemüse.
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