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Die zehn berühmtesten Gerichte der französischen Küche

Von Melanie, veröffentlicht am 13/12/2018 Blog > Kunst & Freizeit > Kochen > Französische Rezepte: Die Top 10 Gerichte aus Frankreich

Viele von unseren Großmüttern zubereitete Gerichte rufen in uns Kindheitserinnerung wach…

Ähnlich wie die berühmte Madeleine bei Proust haben die Gerichte, die wir bereits als Kind kennengelernt haben, unsere Geschmacksnerven geprägt. Dies passiert in dieser Form im Erwachsenenalter nicht mehr.

Diese Top 10 der weltweit berühmtesten französischen Gerichte, die einst in Frankreich traditionelle Sonntagsessen waren, sind immer noch beliebte Klassiker bei zahlreichen Familienzusammenkünften.

Auch wenn wir uns auf verschiedene im Internet verfügbare Umfragen stützen, mussten wir für unsere Top 10 eine Auswahl treffen.

Unsere Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig und bestimmte Regionen sind eventuell der Meinung, dass wir ihnen nicht gerecht werden… Aber wie man so schön sagt, die Geschmäcker sind verschieden!

Angesichts der Vielfältigkeit der frz. Küche ist uns die Auswahl dieser 10 Top Gerichte nicht leichtgefallen! Ein echtes Dilemma!

Falls Dein Lieblingsgericht in dieser Liste fehlen sollte, dann kannst Du das Rezept in unserer Rubrik für Kommentare gerne mit den Lesern von Superprof teilen!

Gratin dauphinois

Das ist ein Klassiker, der bei vielen französischen Familien regelmäßig auf den Tisch kommt. Das Rezept dieses Kartoffelauflaufs ist nicht sehr alt, da die Kartoffel aus Amerika importiert wurde und erst seit Ende des 18. Jahrhunderts ein in Frankreich geläufiges Nahrungsmittel ist.

Die Herkunft dieser wohlschmeckenden Kombination aus Milch und Kartoffeln (und etwas Knoblauch, zumindest im Süden Frankreichs) ist offensichtlich. Wie sein Name sagt, stammt das Gericht aus der Region „Dauphiné“ , im Südosten Frankreichs.

Je nach Familientradition wird die Milch durch Sahne oder Crème fraîche ersetzt, dieses Gericht gibt es in zahlreichen Varianten. Manche, besonders waghalsige Köche gehen sogar so weit, Lorbeerzweige und einen Bouillon zuzugeben.

Das Kartoffelgratin stammt aus der französischen Region „Dauphiné“.| Quelle: Pixabay

Manchmal wird anstatt „Gratin dauphinois“, die Bezeichnung „Pomme de terre à la dauphinoise“ verwendet. Das Gericht ist sogar in Nordamerika bekannt und wird dort gerne serviert!

Es ist entstanden, nachdem die Kartoffel in Frankreich angekommen ist: Genau genommen am 12. Juli 1788, als der Herzog von Clermont-Tonnerre den Offizieren der Stadt Gap diese kleine, aber sehr schmackhafte Mahlzeit servierte.

Allerdings ist es gar nicht so einfach wie es zunächst scheint, dieses Gericht richtig zuzubereiten. Die Zutaten müssen richtig dosiert werden und die richtige Kartoffelsorte muss verwendet werden.

Manche bevorzugen die Kartoffelsorte „Mona Lisa“, andere die Sorte „Charlotte“. Wichtig ist, dass die Kartoffeln eine schöne gelbe Farbe aufweisen und nicht hartkochend sind, damit man sie leicht in kleine Scheiben schneiden kann. Zum Schluss muss das Ganze natürlich im Ofen überbacken werden.

Vergleichbare Kartoffelgerichte, die man nennen könnte, sind zum Beispiel das „Hachis Parmentier“ (Auflauf mit Kartoffelbrei und Hackfleisch), das es auch in den Varianten „hachis gascon“ mit Enten-Confit oder „hachis manceau“ mit Schweinerillette gibt. Und natürlich sollte man auch das Tartiflette aus Savoyen nicht unter den Tisch kehren!

Pot au feu

Ein Klassiker der französischen Regionalküche: das Pot au feu!

Es handelt sich um ein traditionelles Gericht, das gut und gerne eine vollständige Mahlzeit ist – wenn nicht sogar mehrere! Im Mittelalter stand im Winter immer ein Topf auf dem Feuer, in den man täglich neue Zutaten gab.

Das Grundrezept ist ganz einfach. Es gibt jedoch auch hier zahlreiche Varianten, je nach Epoche oder finanzieller Mittel.

Fester Bestandteil ist das Rindfleisch, das bei schwacher Hitze lange gegart wird, dazu gibt man Gemüse und Gewürze. Alles zusammen ergibt dies einen fetthaltigen und schmackhaften „Bouillon“. Die Suppe wird separat als Vorspeise gereicht, somit unterscheidet sich das Pot au feu klar von einem Eintopf.

Für das Pot au feu werden nicht die zartesten Teile des Rinds verwendet. | Quelle: Pixabay

In der Regel werden für das Fleisch nicht die zartesten Stück vom Rind verwendet, vielmehr die festeren, zähen, Stücke, die schwer zu kauen sind und eine sehr lange Garzeit benötigen.

Zum Beispiel Rinderbacke, Rinderhaxe, Rinderschwanz, Schulterstücke.

Als Geschmacksträger, vor allem für den Bouillon werden auch Markknochen in den Topf gegeben (die zum Beispiel mit einem Toast gegessen werden können) oder einen Ochsenschwanz (auch wenn der nicht viel zum Essen bietet).

Die Gemüsesorten kann jeder frei wählen, aber gewöhnlich werden Lauch, Karotten, Kohlrabi und Kartoffeln verwendet. Gelegentlich werden auch Sellerie und Zwiebeln hinzugegeben.

Die Gewürze können ebenfalls frei gewählt werden, Salz und Pfeffer sind selbstverständlich. Oft werden zusätzlich Gewürznelken, Suppengrün und Lorbeerzweige hinzugegeben, um dem Pot au Feu Geschmack zu verleihen. Natürlich darf auch der Senf nicht vergessen werden, den man zum Fleisch reichen kann.

Coq au vin

Der Hahn ist tot, der Hahn ist tot! Er kann nicht mehr kräh’n, kokodi, kokoda. Kokokokokokokokodi, kokoda!

Ein bekanntes Kinderlied, das uns zu einem Gericht führt, in dem Hähnchenfleisch mit einem typisch französischen Getränk kombiniert wird: dem Wein!

Hier kommt dieses edle „Gesöff“ zum Einsatz, um das Hähnchenfleisch schön weich zu kochen!

Es handelt sich um ein Rezept aus Ostfrankreich, das vor allem in folgenden Regionen bekannt ist: der Bourgonge, der Champagne, im Elsass und der Auvergne.

Der Legende nach wurde es bereits in der Antike zubereitet, als ein gewisser Julius Caesar gerade Gallien eroberte.

Ein nicht sehr nachtragender Averner habe dem römischen Feldherr einen wunderbaren Hahn geschenkt, Symbol für den Stolz und die Stärke der Gallier. Und unser zukünftiger Sieger habe sein Gegenüber dazu eingeladen, den Vogel in Wein gekocht mit ihm zu verspeisen.

Das Geheimnis eines gelungenen „Coq au vin“ liegt darin, den Hahn in Stücke zu zerteilen und ihn anschließend zusammen mit den passenden Gewürzen und Zutaten abzuschmecken: Knoblauch, kleine Zwiebeln, Speck, Karotten, Pilze, Petersilie, Suppengrün…

Der Hahn ist tot, der Hahn ist tot… | Quelle: Pixabay

Die Qualität des Weines (in der Regel Rotwein, die Elsässer bevorzugen ihren Riesling) ist für einen gutes Gelingen ausschlaggebend, dabei darf auch ein kleines Glas Likör nicht vergessen werden, der dem Ganzen die notwendige Cremigkeit verleiht.

Quiche lorraine

Wir bleiben in Ostfrankreich, kehren aber den „echten“ Fleischgerichten den Rücken zu.

Die Quiche lorraine ist ein Gericht, das im Ofen gebacken wird und relativ einfach zuzubereiten ist.

Blätterteig oder Mürbeteig, Crème fraîche, Eier, Speckwürfel und schon ist sie fertig!

Früher war die Quiche dünner: Erst im 19. Jahrhundert hat sie ihre heutige Größe erreicht.

Steak tartare

Die Qualität des Fleisches ist bei diesem Gericht Voraussetzung, wenn man keine Lebensmittelvergiftung riskieren möchte.

Das Tatar stammt, wie sein Name vermuten lässt, von den Tartaren (heutige Ukraine), bevor es nach Europa kam und in erster Linie von den Franzosen entdeckt wurde.

Auch wenn man heute auf fast allen Menükarten in Frankreich das Rindertartar findet, wurde ursprünglich für dieses Gericht Pferdefleisch verwendet.

Pferdefleisch hat nicht nur einen stärkeren Geschmack, sondern auch den Vorteil, sehr gesund zu sein. Es ist weniger anfällig für Parasiten oder Krankheitserreger.

Ja nach Vorliebe des jeweiligen Kochs wird das Steak unterschiedlich präsentiert: in Würfelform, grob oder fein gehackt…

Die größten Unterschiede trifft man bei der Wahl der begleitenden Sauce an. Die Sauce ist essentiell, damit das Steak gut schmeckt.

Da es sich um rohes Fleisch handelt, wird in der Regel das überlaufende Blut vor dem Servieren entfernt.

Cassoulet

Man ist sich in Bezug auf die Herkunft dieses Gerichts nicht ganz sicher… Dank eines überlieferten Dokuments aus dem Hundertjährigen Krieg, kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es aus der Stadt Castelnaudary stammt.

Getrocknete Bohnen werden mit einer Speckschwarte, Toulouser Wurst oder auch mit Enten-Konfit vermischt.

Dazu kommen selbstverständliche Gewürze!

Es handelt sich um gehaltvolle Hausmannskost, zu der ein starker Rotwein passt und die einen im Winter schön aufwärmt…

Es gibt eine Variante mit dicken Bohnen ‚fèves“: Dann spricht man von einem „Févolet“.

Bœuf bourguignon

Wie der Schmorbraten (der sich darin unterscheidet, dass das Fleisch vor dem Schmoren in Alkohol mariniert wird und dass man Schweinefüße hinzugibt) ist dies ein Gericht, das zu der  gehobenen Küche zählt.

Die Bourgogne kann stolz auf diese weitere Spezialität sein, die das Charolais-Rind gut schmecken lässt, aber für die man auch eine etwas ältere Kuh verwenden kann…

Das Fleisch des Charolais-Rinds ist ideal für ein gutes Boeuf Bourgignon! | Quelle: Pixabay

Selbstverständlich werden zur Zubereitung dieses Gerichts ein exzellenter Wein aus der Bourgogne sowie Pilze, Speck und Zwiebeln benötigt.

Die Beilage kann frei gewählt werden. Nudeln, Kartoffeln oder andere Gemüsesorten!

Bouillabaisse

Weiter geht‘s Richtung Süden: Etwas Mittelmeerluft tut gut!

Die Bouillabaisse ist ein Klassiker aus der provenzalischen Küche, in der Produkte aus dem Meer im Mittelpunkt stehen.

Es handelt sich um eine Art Fischsuppe, die mit Knoblauchcroutons oder mit „Rouille‘ (mayonnaiseähnliche scharfe Knoblauchsauce) gelöffelt wird. In der Suppe findet man oft ganze Fischstücke und auch Kartoffeln, um sie etwas gehaltvoller zu machen.

Für die Herstellung der Suppe werden in der Regel eine größere Anzahl von im Mittelmeer heimischen Fischsorten verwendet. Typisch sind Großer Roter und Brauner Drachenkopf, Petersfisch, Knurrhähne, Seeteufel, Meeraal, Rotbarbe, Merlan sowie Seewölfe oder verschiedene Barschartige wie Wolfsbarsche. Verwendete Meeresfrüchte sind zum Beispiel Langusten, Kaisergranate, Garnelen oder Miesmuscheln.

Die Bouillabaisse: bei den Touristen heißbeliebt, einst ein Armeleuteessen. | Quelle: Pixabay

Ursprünglich handelt es sich um ein Gericht der einfachen Leute! Es wurde traditionell in Fischerfamilien gekocht und aus Fischen zubereitet, die nicht für den Verkauf geeignet waren.

Heute reißen sich die Touristen um diese Spezialität!

Moules marinières

Einmal quer durch Frankreich, Richtung Norden, um über ein typisches Gericht zu präsentieren, das auch in Belgien ein Nationalgericht ist.

Moules-frites (Miesmuscheln mit Pommes) gibt es in allen Restaurants an der Küste, diese Spezialität ist vor allem bei Kindern sehr beliebt. Dabei wird beinahe vergessen, dass die „sauce marinière“ ursprünglich aus der Charante stammt.

Diese einfache, dafür umso köstlichere Sauce besteht aus gehackter Petersilie, Weißwein, Schalotten, Pfeffer und Fett (entweder Olivenöl oder Butter, je nach Region).

Als Beilage zu den Miesmuscheln gibt es nichts besseres alles Pommes Frites!

Escargots à la bourguignonne

Schon wieder die Bourgogne!  Ich schwöre an dieser Stelle, dass der Autor dieses Artikels nicht aus der Bourgogne stammt…

Typisch französisch … | Quelle: Pixabay

Hier sprechen wir von einer sehr typischen französischen Spezialität, Schnecken mit Kräutersauche. Oft werden die Franzosen für Ihre Vorliebe für Schnecken oder auch Froschschenkeln belächelt! Schnecken werden vor allem zur Weihnachtszeit gerne gegessen.

Nur die Rasse „Helix Pomatia“ ist zum Verzehr geeignet.

Die Schnecke wird in ihrem Haus im Ofen mit Knoblauchbutter und Petersilie überbacken, um ihren eher faden Geschmack aufzuwerten.

Traditionsgemäß muss die Schnecke zum Kochen aus ihrem Haus genommen werden, um sie dann zum Überbacken mit den genannten Zutaten wieder einzusetzen.

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