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Die 10 besten lateinischen Zitate & Weisheiten, die Du kennen solltest!

Von Julia, veröffentlicht am 28/05/2019 Blog > Sprachen > Latein > Die 10 besten lateinischen Zitate & Weisheiten, die Du kennen solltest!

„Zuerst muss man Latein gut beherrschen. Danach muss man es vergessen.“ (Montesquieu, 1689-1755)

A priori, et caetera, alter ego, ad hoc, mea culpa, usw. Viele lateinische Ausdrücke der römischen Sprach haben im Laufe der Jahrhunderte auch in unserem deutschen Wortschatz einen Platz ergattert.

Wenn man in einem Essay einen guten Eindruck hinterlassen möchte, gibt es in nichts Besseres, als in einem einleitenden Absatz ein gutes altes lateinisches Sprichwort zu platzieren.

Es gibt eine Menge an lateinischen Redewendungen und hunderte von bekannten Ausdrücken der alten Römer, von denen Ihr sogar einige im Duden finden könnt.

Wir haben für unsere Lese ein paar der bekanntesten lateinischen Zitate und seltenere Ausdrücke gesammelt.

Warum sollte man die lateinischen Zitate und Sprüche beibehalten?

Auf den ersten Blick erscheint es eher sinnlos, auf den Sprichwörtern der lateinischen Welt etwas zu lernen. Warum also einen lateinischen Satz lernen, wenn die Sprache seit zweitausend Jahren tot ist?

Es gibt mehrere Antworten auf diese Frage.

Zum einen ist die lateinische Sprache nicht wirklich tot: Auch, wenn Latein abgesehen vom Vatikan nirgendwo mehr als Muttersprache gesprochen wird, wird es noch immer gelehrt und ermöglicht es, in Französisch und auch in den anderen romanischen Sprachen Fortschritte zu machen.

In Wissenschaften wie Chemie, Physik oder Medizin werden bis heute eine Vielzahl lateinischer Ausdrücke verwendet. Quelle: VisualHunt

Das vulgäre Latein mag vielleicht nicht mehr benutzt werden, aber es brachte vom 5. bis 8, Jahrhundert die romanischen Sprachen Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch und Italienisch hervor.

So stammt zum Beispiel der Großteil des französischen Wortschatzes aus dem Lateinischen.

Darüber kann das Beherrschen der lateinischen Sprache dabei helfen, besser mit Begriffen zu jonglieren, wenn man Wissenschaftler ist: Medizin, Biologie, Physik, Chemie, Astronomie und auch Botanik sind Bereiche, in denen eine Menge lateinische Begriffe verwendet werden.

Außerdem hilft die Beibehaltung kurzer lateinischer Sätze auch dabei, einen argumentativen Text inhaltlich aufzuwerten. Bei einer wissenschaftlichen Arbeit hinterlässt die Verwendung lateinischer Begriffe beim Korrekturleser einen guten Eindruck!

Aber kommen wir nun ohne weitere Umschweife auf unsere Auswahl an Zitaten aus der alten lateinischen Sprache, die Ihr ohne Weiteres verwenden könnt!

Alea jacta est

Dieses Zitat gehört definitiv zu den berühmtesten lateinischen Sprichwörtern und bedeutet im Deutschen so viel wie „die Würfel sind gefallen“.

Diese Worte hat Caesar am 10. Januar 49 v.Chr. gesprochen, als er den Rubikon mit seinem Heer überquert hatte. Tatsächlich sah ein römisches Gesetz vor, dass Soldaten entlassen werden sollten, bevor sie den Fluss überquerten. Caesar wäre also in Konflikt mit dem Senat geraten, weil er sich nicht an das Gesetz halten wollte.

„Alea jacta est“ – „Die Würfel sind gefallen“. Quelle: Skley on VisualHunt

„Alea“ bedeutet „Würfelspiel“, was sich in der deutschen Übersetzung des Sprichwortes wiederfindet. Es wird von Menschen verwendet, die dem Schicksal trotzen und kann verglichen werden mit der deutschen Redewendung „Komme, was wolle“.

Ad vitam aeternam

„Für das ewige Leben“: Man kann in einer Liebes- oder freundschaftlichen Beziehung „für immer und ewig“ schwören, das heißt, für die Unendlichkeit.

Nach Überzeugungen und Traditionen ist der Ausdruck eher pessimistisch, da er impliziert, dass wir sterben werden. Tatsächlich ist das ewige Leben aber mit dem Paradies verbunden. Ein Zitat, das Teil der lateinischen Geschichte geworden ist!

Aurea mediocritas

Aus den Werken des Horaz, einem lateinischen Dichter, sind diese Verse nicht so abwertend gemeint, wie man annehmen würde.

Aurea mediocritas bedeutet „goldener Mittelweg“ und steht metaphorisch dafür, dass man ein zufriedenes, sorgenfreies Leben im Mittelmaß genießen kann.

Carpe diem

Übersetzt bedeutet dieses Sprichwort: Nutze den Tag!

Aus einem Gedicht von Horaz stammt der vollständige Satz „carpe diem quam quam minimum credula postero“, wörtlich „Nutze den Tag, und vertraue möglichst wenig auf den folgenden!“.

Horaz ar bekannt dafür, ein Genießer zu sein, und genoss daher die Freuden des Lebens, die vor ihm lagen. Dieselbe Idee zeigt sich auch in Ronsards Gedichten, insbesondere in seinen Sonetten für Hélène: «Cueillez dès aujourd’hui les roses de la vie », was auf Deutsch übersetzt bedeutet: „Sammle heute die Rosen des Lebens“.

Das Zitat kann als Anstoß interpretiert werden, unser kurzes Leben so gut wie möglich zu genießen.

Cogito, ergo sum

Übersetzt bedeutet das: „Ich denke, also bin ich“.

Dieses Zitat stammt aus René Descartes‘ „Discours de la methode“ 1637. Diese Aussage drückt die einzige Sicherheit aus, die sich methodischen Zweifeln widersetzt.

Lernt Latein und punktet bei Eurem nächsten Essay mit bekannten lateinischen Ausdrücken und Redewendungen! Quelle: PixaBay

Die bloße Existenz des denkenden Menschen ist anfangs sicher. Descartes versucht, diese Kenntnis vollständig wiederherzustellen.

Grundsätzlich ist der Wortlaut auf Französisch. Erst 1644 nahm Descartes das Zitat in The Principles of Philosophy auf lateinischer Sprache wieder auf.

Memento Mori

Dies ist ein Zitat, das in eine lateinische Übersetzungsübung aufgenommen werden könnte: „Denke daran, dass du sterben wirst!“

Diese Formulierung stammt aus dem mittelalterlichen Christentum und der griechisch-römischen Zeit. Es drückt die Vergänglichkeit des irdischen Lebens aus und deutet auf Askese hin.

Sie wurde in der Antike verwendet, um römische Generäle daran zu erinnern, dass sie trotz ihrer militärischen Siege sterblich blieben. Es entstanden viele künstlerische Repräsentationen dieses Zitats (in Malerei, Literatur, Filmkunst, Fotografie).

Deus ex machina

Dieser Satz bedeutet so viel wie: „Gott kommt aus einer Maschine“ und ist eine Übersetzung eines ursprünglich griechischen Ausdrucks, der sich auf das Theater und die Eingriffe von Göttern und Göttinnen bezieht, die auf der Bühne von Maschinen dargestellt werden.

Der göttliche Eingriff löste im letzten Akt eines Stückes den Konflikt auf.

Heute wird der Ausdruck verwendet, wenn eine Situation mit unerwarteten Hilfsmitteln gelöst wird.

Errare humanum est

Dies ist eines der berühmtesten Zitate: „Irren ist menschlich“.

Der vollständige Satz lautet „errare humanum est, persevare diabolicum“, was bedeutet „Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch.“

Oft wird dieses Sprichwort Seneca zugeschrieben, doch es gab es schon davor.

Es handelt sich um eine philosophische Maxime, die darauf abzielt, Menschen Fehlern zu vergeben, da sie nicht perfekt sind. Diese Maxime führt aber auch dazu, die Fehler zu begreifen und sich selbst zu verbessern. Der zweite Teil erklärt es gut: Wer auf seinen Fehlern beharrt, ist unentschuldbar.

Die Maxime ähnelt der eines etwas moderneren Autos, John Powell, der sagt: „Der einzige wirkliche Fehler ist der, dem keine Lehre entnommen wird“

Vade retro Satana

„Weiche zurück, Satan“ bedeutet dieser lateinische Ausdruck im Deutschen.

Dieser Ausdruck stammt aus der katholischen Religion der feudalen Zeit. Er soll ausdrücken, dass man sich gegen jedes Übel wenden sollte, das sich aus äußeren Umständen oder Ereignissen ergibt.

Heute wird es mehr in einem humorvollen Zusammenhang erwähnt.

Quae sund Caesaris, Caesari

Übersetzung: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“.

Heute wird dieses lateinische Zitat verwendet, um zu sagen, dass man die Verantwortung einer Handlung gegenüber einer Person erkennen muss, ganz gleich ob sie positiv oder negativ behaftet ist.

Laut dem Evangelium war es Jesus, der erklärte: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“, nachdem die Pharisäer ihn gefragt hatten, ob sie die Steuer zahlen sollten.

Veto

Übersetzung: „Ich verbiete“.

Die Regierungen der Vereinigten Staaten sind sich dieser vier Buchstaben wohl bewusst: Sie sprechen sie jedes Mal aus, wenn es um ein supranationales Abkommen über Klima und Umwelt geht…

Ursprünglich galt das Veto als eine Möglichkeit, sich einem Richter – unabhängig von seinem Rang – oder einer Entscheidung des römischen Senats zu widersetzen.

Auch heute steht das Wort noch für die Ablehnung einer Entscheidung. Insbesondere wird es von den Vereinten Nationen bei in einer angefochtenen Entscheidung verwendet. Wenn ein Land sein Veto einlegt, wird der Vorschlag abgelehnt.

Ähnliche Zitate finden sich auch noch in den vielen lateinischen Sprachen, die heute noch verwendet werden.

Nunc est bibendum, nunc pede libero pulsanda tellus

Übersetzt bedeutet dieser Satz: „Jetzt ist die Zeit zu trinken und zu tanzen.“

Das Maskottchen des Konzerns „Michelin“ ist nach der lateinischen Redewendung benannt: Es heißt Bibendum. Quelle: Gerard Girbes on VisualHunt

Dieses Zitat stammt aus einem Vers von Horaz, in dem er auf den Wein anspiet, der anlässlich des Todes von Kleopatra getrunken werden sollte.

Das multinationale Unternehmen Michelin verwendet diesen Ausdruck, um für seine Reifen zu werben. Das Maskottchen von Michelin „Bibendum“ bereitet sich darauf vor, ein Glas voller Glasscherben zu trinken.

„Nunc est bibendum“ wurde im Laufe der Zeit auch zu einem Trinkspruch in Studentenverbindungen.

Urbi orbi

Dieser lateinische Ausdruck hat heute viele Bedeutungen.

Einerseits bedeutet er „für die Stadt Rom und für die ganze Welt“ und erinnert an den Segen des Papstes für Rom und den Rest der Welt, den er vom Balkon der Peterskirche aussprach.

Andererseits wird er im Lateinischen ganz einfach dafür verwendet, „überall“ auszudrücken.

Andere lateinische Ausdrücke, die in der Alltagssprache verwendet werden

Es gibt noch weitere dutzende Zitate, die wir Euch aufzählen können, aber um Euch alle vorzustellen, würde ein einziger Artikel nicht ausreichen.

Hier noch ein paar weitere Begriffe und Ausdrücke, die Ihr in einer Dissertation verwenden könnt:

  • A contrario: „Umgekehrt“,
  • A fortiori: „Umso mehr, besonders da“,
  • A posteriori: „nach der Tat“
  • A priori: „basierend auf Daten vor der Situation“, „vor der Überprüfung der Fakten“,
  • Ex-ante und Ex-post: „davor“ und „danach“ drücken jeweils die Prognose und Schätzungen sowie die Auswirkungen der Renditen auf die Investitionen in die Wirtschaft aus,
  • Ad libitum: drückt „nach Belieben“, „nach freier Wahl“ aus (stellt Euch ein Buffet in einem Restaurant vor, wo Ihr „nach Belieben“ die Speisen auswählen könnt)
  • Ad patres: „ad patres“ gehen bedeutet zu sterben,
  • Ipso facto: „als Konsequenz“
  • Nolens volens: „willentlich“ oder „widerwillig“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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