"Übe Dich auch in den Dingen, an denen Du verzweifelst."

-  lateinisches Zitat von Marcus Aurelius -

Latinum ist die Kurzform für „examen latinum“, also ein Nachweis über lateinische Sprachkenntnisse.

Eine Frage, die sich Lateinlerner oft stellen: was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen dem großen und dem kleinen Latinum?

Die Begriffe kleines und großes Latinum waren früher gängig, werden aber heute nur noch selten verwendet. Sie sind durch allgemeinere Begriffe wie "Lateinkenntnisse" oder schlicht "Latinum" ersetzt worden. Manchmal wird auch unterschieden zwischen kleinem Latinum, KMK-Latinum (Mittlerem Latinum) und großem Latinum.

Im Allgemeinen kannst du davon ausgehen, dass wenn z.B. in den Voraussetzungen für einen Studiengang von „Lateinkenntnissen“ die Rede ist, damit eher Sprachkenntnisse auf dem Niveau des kleinen Latinums gemeint sind. Wenn in der Studiengangbeschreibung aber „Latinum“ steht, solltest du davon ausgehen, dass Du das Niveau des großen Latinums nachweisen musst.

Das jeweilige Latinum wird in der Regel automatisch im Schulunterricht erworben, wenn nach einer gewissen Anzahl an Schuljahren eine ausreichende Leistung (Note 4 = 5 Punkte) erreicht wurde.

Wofür braucht man das Latinum?
Für viele Studiengänge ist das Latinum Voraussetzung. | Quelle: Unsplash
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Das kleine Latinum

Für das kleine Latinum werden grundlegende Lateinkenntnisse geprüft.

Das kleine Latinum weist nach, dass Du mittelschwere lateinische Originaltexte (aus dem Bereich der politischen Rede, der Philosophie und der Historiographie) mit Hilfe eines zweisprachigen Latein-Wörterbuchs in Inhalt, Aufbau und Aussage verstehen und dieses Verständnis durch eine sachlich richtige Übersetzung ins Deutsche nachweisen kannst. Dafür musst Du relativ sicher sein im lateinischen Satzbau, über einen ausreichenden Wortschatz und gewisse Kenntnisse in römischer Politik, Geschichte, Philosophie und Literatur verfügen. Als mittelschwere Texte gelten Texte auf dem Niveau Caesars ("Der gallische Krieg" - De Bello Gallico), Cornelius Nepos oder leichtere Stellen aus Ciceros Briefen.

Bei G9 erreichst Du das kleine Latinum, wenn Du Latein ab der 5. Klasse bis einschließlich der 9. Klasse hattest oder ab der 7. Klasse bis einschließlich 10. Klasse oder ab der 9. Klasse  bis einschließlich 11. Klasse oder ab der 11. Klasse bis einschließlich 13. Klasse.

Bei G8 erreichst Du das kleine Latinum, wenn du Latein ab der 5. Klasse bis einschließlich 9. Klasse hattest oder ab der 6. Klasse bis einschließlich 9. Klasse oder b der 8. Klasse bis einschließlich 10. Klasse oder ab der 10. Klasse bis einschließlich 12. Klasse.

Das große Latinum

Beim großen Latinum muss man Lateinkenntnisse auf höherem Niveau nachweisen als beim kleinen Latinum.

Hier solltest Du über die Fähigkeit verfügen, lateinische Originaltexte, die inhaltlich anspruchsvoll sind, mit Hilfe eines Wörterbuchs richtig zu erfassen und korrekt ins Deutsche zu übersetzen. Du solltest also über eine gewisse Sicherheit verfügen, was den lateinischen Wortschatz, die Grammatik und die Kenntnisse der römischen Politik, Geschichte und Kultur  Philosophie und Literatur angeht.

Was muss man über das große Latinum wissen?
Zum Glück gibt es viele gute Bücher, die Dich auf das Latinum vorbereiten. | Quelle: Unsplash

Das große Latinum erreichst Du bei G8, wenn Du Latein ab der 5. Klasse bis einschließlich 11. Klasse hattest oder ab der 6. Klasse bis einschließlich 12. Klasse oder b der 8. Klasse bis einschließlich 12. Klasse (bei Anerkennung durch die Schule).

Bei G9 erreichst Du das große Latinum, wenn Du Latein ab der 5. Klasse bis einschließlich 12. Klasse hattest oder ab der 7. Klasse  bis einschließlich 13. Klasse oder ab der 9. Klasse bis einschließlich 13. Klasse (bei Anerkennung durch die Schule).

Wofür bracht man das kleine oder das große Latinum?

Auch wenn Latein heute kaum noch gesprochen wird, ist es nach wie vor eine wichtige Sprache der Wissenschaft. In vielen Studiengängen gehört das Latinum bis heute zu den Voraussetzungen, um einen Studienplatz zu bekommen. Ansonsten müssen Studenten und Studentinnen das Latinum im Laufe ihres Studiums nachholen.

Die Anforderungen an die Lateinkenntnisse sind je nach Universität allerdings sehr unterschiedlich. Je nach Universität und Studiengang reichen Lateinkenntnisse auf dem Niveau des kleinen Latinums aus, an anderen werden weitere Kenntnisse verlangt. In rund 120 Studienfächern müssen Studentinnen und Studenten Lateinkenntnisse nachweisen, darunter das Lehramt für Gymnasium in Fächern wie Französisch oder Geschichte, das Studium von europäischen Sprachen, Geschichte, Theologie und einigen weiteren geisteswissenschaftlichen Studiengängen wie Archäologie oder Philologie. Für Medizin und viele weitere Studiengänge wurde das obligatorische Latinum vor einigen Jahren abgeschafft. Manchmal wird statt des Latinums auch das Graecum verlangt.

Die Vorgaben der einzelnen Universitäten sind zum Teil sehr unterschiedlich. Die Prüfungen gelten aber überall als ähnlich schwierig, weshalb es sinnvoll ist, sich zu informieren, welche Lateinkenntnisse verlangt werden und sich entsprechend gut vorzubereiten. Viele angehende Studenten wissen gar nicht, dass sie Lateinkenntnisse für das Studium ihrer Wahl nachweisen müssen und sehen sich dann mit der Aufgabe konfrontiert, ihr Latinum nachholen zu müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass immer weniger Gymnasien Latein überhaupt noch anbieten.

Worin unterscheiden sich großes und kleines Latinum?
Die Römer sprachen auch Latein - warum solltest Du es nicht lernen können? | Quelle: Unsplash

Wie holt man sein Latinum nach?

Wenn Du bereits eine romanische Sprache wie Italienisch oder Französisch sprichst, wird Dir das Lernen von Latein voraussichtlich wesentlich leichter fallen. Lateinkurse zielen im Allgemeinen nicht darauf ab, die Sprache fließend sprechen zu lernen - das erwartet niemand! Das Ziel ist, lateinische Texte zu verstehen und zu übersetzen sowie die lateinische Grammatik in ihren Grundzügen zu beherrschen. Es gibt viele Kurse, um Latein zu lernen und viele gute Lehrbücher. Am schnellsten geht es natürlich mit einem Privatlehrer. Damit gelingt auch die Vorbereitung auf das Latinum oft sehr gut.

Häufig gibt es auch Ferienkurse oder Kurse an Volkshochschulen. Einige Universitäten bieten an, das Latinum in Lateinkursen während des Studiums nachzuholen. Dabei musst Du damit rechnen, mindestens zwei Semester lang Lateinkurse zu benötigen und einige Stunden Lernzeit pro Tag aufwenden zu müssen. Allerdings sind die Kurse an Universitäten oft überfüllt.

Zum Schluss musst Du eine Prüfung ablegen, wobei die Anforderungen ähnlich sind wie bei der Abiturprüfung. Im Allgemeinen muss ein Text von Cicero, der etwa 180 Wörter umfasst, in drei Stunden schriftlich übersetzt werden. Dabei darf ein Wörterbuch als Hilfsmittel eingesetzt werden. Darauf folgt eine 20-minütige mündliche Prüfung, in der Du nach einer Vorbereitungszeit von 30 Minuten einen Text von etwa 50 Wörtern übersetzen und Fragen zur Grammatik und der römischen Geschichte beantworten musst.

Um das Latinum zu bestehen, muss mindestens die Note ausreichend erreicht werden. Du hast nur zwei Versuche; nur in Ausnahmefällen kann die Prüfung ein drittes Mal abgelegt werden. Alternativ zum Latinum bieten einige Universitäten auch eine universitätsinterne Prüfung an, deren Anforderungen sich aber von Universität zu Universität unterscheiden.

Das klingt jetzt alles sehr einschüchternd, aber keine Panik! Viele, viele andere Studenten haben das vor Dir geschafft und über tausend Jahre lang haben Menschen auf der ganzen Welt Latein gelernt. Du kannst es also auch schaffen, Du wirst sehen, so schwer ist Latein gar nicht! Außerdem gleich das lateinische Alphabet dem unseren, ein neues Schriftsystem muss also nicht erlernt werden. Hol Dir die richtigen Bücher und den richtigen Lehrer, dann kann nicht viel schiefgehen, versprochen!

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.