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In wie vielen Tagen oder Monaten kann man die Englische Sprache lernen?

Von Melanie, veröffentlicht am 21/08/2017 Blog > Sprachen > Englisch > Wie lange dauert es, um Englisch zu Lernen?

Wie lange brauche ich, um einigermaßen gut Englisch sprechen zu können?

Das ist wohl die interessanteste und wichtigste Frage für jemanden, der Englisch sprechen lernen will.

Jemand, der Englisch lernen will, ist vor allem eins: ungeduldig, und er/sie will so schnell wie möglich sprechen.

Doch wie erreicht man dieses „goldene Ziel“ so effizient wie möglich und wie lange dauert es, bis man Englisch fließend sprechen kann?

Da es immer von den jeweiligen Vorkenntnissen, Lerntypen und Persönlichkeiten des Lernenden abhängt, wie schnell man eine Fremdsprache fließend sprechen kann, ist es schwer, eine eindeutige Auskunft zu geben.

Man kann allerdings ein Gefühl dafür bekommen, um einschätzen zu können, wie lange man braucht und wann der richtige Zeitpunkt ist, um mit dem Englisch Lernen anzufangen!

Englisch Lernen: Vorsicht vor zu vielversprechenden Angeboten

Es kommt durchaus vor, dass eine Person aus beruflichen oder privaten Gründen plötzlich, ganz überraschend, von heute auf morgen Englisch sprechen soll.

Berufliche Gründe sind oft Entsendungen ins Ausland, neue Projekte, eine Beförderung oder ein neuer Kunde aus dem Ausland, den man plötzlich betreuen soll (Huch!).

Private Gründe sind… vielfältig, wobei nicht selten die Liebe ihre Finger im Spiel hat ?

Genau diese kurzfristige Nachfrage haben einige Anbieter aufgegriffen und werben mit zwielichtigen Angeboten à la „Englisch lernen in nur 4 Wochen“ oder Ähnlichem.

Das wäre ja durchaus möglich, etwa bei einem Intensiv Englisch Sprachkurs (z.B. während der Sommerferien) und im englischsprachigen Ausland, wo es kein Wenn und Aber gibt und einfach nur pures Englisch gesprochen werden darf, kann und soll.

Der Clou bei einigen Anbietern im Inland: Sie behaupten, man könne mit nur wenigen Stunden wöchentlich in einem Monat fließend Englisch sprechen lernen. Und das auch noch zu einem unschlagbaren Preis von nur XX,99 €! Zu schön, um wahr zu sein…

Warum derartige Anbieter ihr Versprechen niemals einhalten können und werden?

Ganz einfach: Jeder Schüler ist ein eigenes Individuum mit seiner Persönlichkeit, seinen Erfahrungen, Kenntnissen und vor allem seiner ganz eigenen Lern- und Denkstruktur.

Wie kann man es wagen, zu behaupten, dass jeder Schüler in einer Gruppe X innerhalb von 4 Wochen das Niveau Y erreicht hat?

Damit werden unzählige Faktoren fahrlässig außer Acht gelassen.

Kann man in weniger als einem Monat Englisch lernen? Englisch lernen ist wie eine Reise. Um eine bestimmte Strecke zurückzulegen, braucht man eine gewisse Zeit. Schneller geht es nur durch Zauberei. | Quelle: visualhunt

Seid also vorsichtig, wenn der Sprachkurs zu schön klingt, um wahr zu sein, und dann auch noch extrem günstig ist.

„Wer billig kauft, kauft zweimal.“

Eine Binsenweisheit, die auch auf Englischunterricht zutrifft.

Qualität macht sich bekanntlich bezahlt und das gilt auch für Privaten Englischunterricht oder Gruppenunterricht für Englisch in einer Sprachschule.

Besser ist es, wenn Ihr zwar weniger, aber qualitativ hochwertigere teurere Stunden in einem renommierten Institut oder mit einem erfahrenen Privatlehrer (wie Ihr sie beispielsweise auf Superprof findet) bucht, und Ihr so zwar langsam aber sicher voranschreitet.

Dadurch vermeidet Ihr, den gleichen Geldbetrag in ein zwielichtiges Angebot zu investieren, bei dem Ihr am Ende wahrscheinlich auch noch weit vom erwarteten Fortschritt entfernt seid.

Klar, wir können es absolut nachvollziehen, dass Ihr ungeduldig seid. Ihr wollt natürlich so schnell wie möglich loslegen und mit Einheimischen quasseln als wäre es nichts, und dabei auch noch ganz cool und souverän wirken.

Daher greifen wir jetzt noch einmal zu Großmutters Binsenweisheiten:

„Gut Ding will Weile haben“

Und das gilt auch für das Lernen. Klar, Ihr könnt vielleicht von heute auf morgen jede Menge Stoff auswendig lernen – doch nach der Klausur habt Ihr in aller Regel schnell alles wieder vergessen (Stichwort: „Bulimie-Lernen“).

Das funktioniert aber nicht beim Spracherwerb: Ihr habt ja Eure Muttersprache auch nicht von heute auf morgen gesprochen, sondern es war ein jahrelanger, konstanter Prozess und Ihr habt euch stetig verbessert.

Beim Erlernen einer Fremdsprache kann man diesen jahrelangen Prozess meistens deutlich verkürzen, da grundlegende Grammatikstrukturen bereits bekannt sind und man nicht erst lernen muss, was ein Nomen und ein Adjektiv sind.

Erhaltet hier außerdem Tipps fürs Englisch Lernen bei Hörproblemen.

Wie finde ich den richtigen Preis für meinen Unterricht? Guter Englischunterricht hat zwar seinen Preis, aber zahlt sich durch nachhaltigere Erfolge aus. | Quelle: visualhunt

Kann man in der Schule fließendes Englisch lernen?

Es kommt darauf an.

…auf Euch, auf Euer Engagement aber auch auf den Lehrer, sein Engagement sowie die Klassengröße.

Denn je mehr Schüler in der Klasse sind, umso geringer ist die effektive und potentielle Sprechzeit eines jeden Einzelnen. Und je weniger man Englisch spricht, desto langsamer ist der Lernprozess.

Allerdings könnt Ihr Euch durch außerschulisches Engagement weiterhelfen, wie etwa mit einem Englisch-Konversationskurs am Abend, mit einem Englisch Tandempartner oder mit Privatunterricht, um an Eurer Aussprache zu feilen.

Auf Superprof findet Ihr Tausende Englisch Privatlehrer (davon der Großteil Muttersprachler) in Eurer Nähe, die nur darauf warten, mit Euch Englisch zu üben!

Der Englischunterricht in der Schule ist also meistens mehr oder weniger intensiv und behandelt vor allem folgende Punkte:

  • Konjugieren der Verben
  • Grammatik
  • Vokabeln
  • Hörverständnis
  • Schriftlicher und mündlicher Ausdruck
  • Kleinere und leichte Konversationsübungen mit dem Sitznachbarn

Nach der zehnten Klasse können Schüler, die sich für die Oberstufe entscheiden, auch darüber entscheiden, welche Leistungskurse sie belegen möchten. Je nach Lust und Laune kann man so einen sprachlichen Schwerpunkt setzen, etwa mit Leistungskursen in Englisch und/oder Französisch.

Gehen wir mal davon aus, dass Ihr so weise seid und Englisch in der Oberstufe NICHT abwählt… Dann geht es in der Ausbildung oder im Studium weiter mit fachspezifischen Englischkursen („Business English“ oder „Technical English“).

Wenn man mal darüber nachdenkt, lernt Ihr also beinahe zehn oder mehr Jahre Englisch.

Soviel dazu, um Eure Frage nach der Dauer zu beantworten. Allerdings ist es natürlich auch nicht die effizienteste Art, Englisch in der Schule zu lernen.

Der Beweis: Viele Abiturienten oder Studenten sind trotz jahrelangem Englischunterricht nicht zweisprachig.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Klassengröße, welche die Sprechzeit der Schüler verringert, das einheitliche Lerntempo was nicht auf jeden abgestimmt werden kann, und oft nicht muttersprachliche Lehrer.

Allerdings gilt auch: Man ist niemals zu alt, um Englisch zu lernen!

Im Englischunterricht in der Schule solltet Ihr sprechen, sprechen, sprechen! Die traurige Realität im Englischunterricht ist oft ein permanent sprechender Lehrer und zuhörende Schüler. Dabei müssen Schüler soviel wie möglich sprechen, um effizient zu lernen. | Quelle: visualhunt

In die Sprache eintauchen

Aber es ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn durch solch eine lange Zeit, in der Ihr Englisch gelernt habt, wurden Eure Grundbausteine gefestigt.

Nachdem Ihr also in der Schule zumindest solide Grundsteine für fließendes Englisch gelegt habt, ist nichts leichter, als ins Ausland zu reisen und Euch selber mit Einheimischen zu konfrontieren.

Ja, das erfordert, dass Ihr Euch selbst ins kalte Wasser schubst und außerhalb der Touristengegenden fremde Leute ansprecht.

Dafür bieten sich verschiedene Möglichkeiten an:

Einige Monate oder Jahre in Großbritannien verbringen

Wenn Ihr Inhaber eines deutschen oder europäischen Passes seid, könnt Ihr Euch glücklich schätzen. Warum?

Uns ist es vielleicht nicht so bewusst, aber wir haben das große (!) Glück, dass wir visafrei und so lange wie wir möchten innerhalb der EU und nach Großbritannien reisen können.

Nicht jeder hat diese Chance und diejenigen, die es können, sollten dies auch ausnutzen! (Vor allem, solange der „Brexit“ noch keine Wirklichkeit geworden ist!) 

Allerdings reicht es nicht aus, einfach nur nach England zu reisen und dann in Touristenbussen Erklärungen auf Deutsch anzuhören…

Was Ihr beachtet müsst:

  • Eine WG oder ein Airbnb-Zimmer mit englischen Mitbewohnern finden;
  • Wenn Ihr vor Ort seid: Vieeeel unternehmen, die Gegend erkunden, lokale Restaurants ausprobieren und so viel wie möglich sprechen;
  • Wenn Ihr im Ausland arbeitet, kann das Euren Fortschritt enorm vorantreiben, weil Ihr den ganzen Tag mit den Kollegen kommuniziert;
  • Und last but not least, allerdings nicht etwas für jeden Geschmack: Einen Freund/oder eine Freundin im Ausland suchen

Außerdem kann man zum Beispiel über Webcam-Unterricht mit Muttersprachlern reden und so Englisch Online Lernen.

Von ERASMUS und anderen Austauschprogrammen profitieren

Wenn Ihr studiert, könnt Ihr am berühmten Erasmus-Programm teilnehmen und einen Teil Eures Studiums irgendwo in Europa absolvieren.

Am besten ergreift Ihr dann die Gelegenheit am Schopf und geht ins Vereinigte Königreich, nach Irland oder in ein anderes englischsprachiges EU-Land.

Oder Ihr wagt den Sprung über den großen Teich und macht Euren Master in den USA oder in Kanada – Erasmus+ macht’s möglich! (…und ist sogar kombinierbar mit BAföG und Deutschlandstudium!)

Beachten solltet Ihr dabei, dass Ihr vor Ort möglichst vermeidet, zu sehr mit anderen Deutschen in Kontakt zu kommen. Es ist zwar verlockend, aber dafür macht Ihr ja kein Auslandssemester, oder?

Auslandspraktikum

Wenn es eine Methode gibt, mit der Ihr Englisch mit Hochgeschwindigkeit lernen könnt, dann ist es, im Ausland zu arbeiten – zum Beispiel im Rahmen eines Praktikums.

Indem Ihr ins Ausland geht, ob in die USA, Kanada oder andere englischsprachige Länder, eins ist sicher: Euch steht eine Herausforderung bevor, der Ihr Euch stellen müsst.

Und auch hier gibt es jede Menge Hilfsprogramme, die Euch bei der Suche nach dem geeigneten Auslandspraktikum oder finanziell unterstützen!

Je nach Euren Vorkenntnissen werdet Ihr auch mit Englisch für Anfänger Kursen nach einigen Monaten ein gutes Englischniveau haben.

Aber was unterscheidet eigentlich ein gutes Englischniveau von einem niedrigeren?

Es gibt viele Punkte, aber eins ist sicher: Jemand mit einem Englischniveau von C1 bis gar C2 kann souverän durch die verschiedenen Sprachebenen navigieren.

Was wir damit meinen? Die Unterscheidung zwischen Umgangssprache und Hochsprache.

Wie redet man mit seinem Chef und wie mit seinen Kumpels?

Welche Wörter sollte ich in Anwesenheit bestimmter Personen vermeiden? Welche Wörter können negative Assoziationen erwecken?

All das sind kleine Unterschiede, die das Englischniveau ausmachen.

Das Arbeitsumfeld bietet Euch eine gewisse soziale Struktur.

Ihr seht Eure Kollegen tagsüber, geht vielleicht am Abend noch etwas trinken und versteht Euch sogar mit dem ein oder anderen so gut, dass man sich auch außerhalb der Arbeitszeiten trifft.

Ein guter Anfang also, um in der Gesellschaft eines fremden Landes Fuß zu fassen.

Egal ob es nun zwei Monate, sechs Monate oder ein Jahr dauert: Im Ausland zu arbeiten ist der ultimative Boost für Eure Englischkenntnisse!

Working Holiday Visum in Australien oder Kanada

Das Working-Holiday-Visum in Australien ist relativ leicht erhältlich (aktuell werden 90 Prozent der Anträge innerhalb von 25 Tagen entschieden).

Um dahingegen das Work-and-Travel-Visum für Kanada zu erhalten, ist der Prozess der Antragstellung etwas schwieriger und dauert in aller Regel einige Wochen; es ist aber dennoch vergleichsweise einfach zu erhalten.

Aber was Ihr vor allen Dingen wissen solltet, ist, dass das Programm schon sehr erfolgreich seit vielen Jahren tausenden jungen Leuten ermöglicht, einige Monate bis hin zu einem Jahr dort zu verbringen und so nicht nur den interkulturellen Austausch zu fördern, sondern auch die Englischkenntnisse erheblich zu verbessern!

Ich will nach Australien gehen, was muss ich tun? Ein Work-and-Travel in Kanada oder Working-Holiday in Australien ist die optimale Lösung, um effizient Englisch zu lernen. | Quelle: visualhunt

Es bietet genug Zeit, um zu arbeiten, Englisch zu lernen, neue Kontakte zu knüpfen, Freunde zu finden und so beinahe als neuernannter „Einheimischer“ das Land zu erkunden!

Es ist niemals zu spät, Englisch oder eine andere Sprache zu lernen!

Englisch lernen – was sagt die Wissenschaft?

Ist es möglich, einen Zeitraum zu benennen, in dem man Englisch lernen kann?

Aus den oben genannten Gründen erscheint das relativ schwierig. Allerdings liefert das Foreign Service Institute einige Antworten auf die offenen Fragen.

Die Rolle des FSI ist es, jedes Jahr unzähligen Staatsbeamten in den USA eine von 60 Fremdsprachen beizubringen. Die Programme beinhalten meistens vier Stunden Englischunterricht pro Tag plus drei Stunden individuelle Arbeit.

Hier ist also von seriösem Lernen die Rede.

Laut des FSI sind 23 bis 24 Wochen (ungefähr sechs Monate) in diesem Rhythmus – das heißt 575 bis 600 Stunden – notwendig, um eine verwandte Sprache zu lernen.

Da Englisch eine germanische Sprache ist, kann man also davon ausgehen, dass Deutsche Muttersprachler ebenfalls rund ein halbes Jahr brauchen, um bei regelmäßigem intensivem Unterricht sehr gut Englisch sprechen zu lernen.

Klar, das hier ist nur eine Schätzung. Aber so habt Ihr zumindest eine Grundvorstellung davon, was Euch erwartet, wenn Ihr Englisch lernen wollt.

Regelmäßigkeit… is your best friend!

Toll, jetzt habt Ihr nach 600 Stunden Englisch im Ausland ein tolles Niveau erreicht, kommt zurück nach Deutschland und… Euer Englisch verstaubt wie ein Ferrari in der Garage.

Lasst es nicht so weit kommen!

Sobald Ihr zurück in Deutschland seid, geht es weiter.

Und zwar mit Englisch Privatunterricht mit einem erfahrenen und gut bewerteten Lehrer bei Superprof, oder durch:

  • Englisch Konversationskurse
  • International Meet-Ups
  • Erasmus-Veranstaltungen
  • Sprachtandems
  • Englischsprachige Veranstaltungen (Networking, Drinks, etc.)
  • Englische Filme schauen
  • Englische Bücher lesen

Um es zusammenzufassen:  Es reicht nicht aus, ein paar Monate ins Ausland zu gehen, um dann zurück in Deutschland alles wieder zu vergessen.

Das Erfolgsrezept beim Erlernen einer Fremdsprache ist: Am Ball bleiben!

Ihr solltet Euch also am Besten schon vor Eurem Aufenthalt überlegen, wie Ihr Euch nach der Rückkehr organisiert, um kontinuierlich Englisch zu sprechen.

Und vielleicht werdet Ihr dann ja auch irgendwann auf Englisch träumen?!

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Jen
Gast
Endlich einmal realistische Zahlen! Danke für diesen sehr guten Artikel. Ich lerne zwar kein Englisch, aber Französisch, was ich schon in der Schule hatte. 4 Jahre lang – und danach war das einzige, was ich zu einer Französin sagen konnte: „Oui, il neige.“ … Jetzt lerne ich (mit einer längeren Unterbrechung) seit ungefähr 3 Monaten täglich 3 – 10 Stunden, je nachdem, wie es sich mit meiner Arbeitszeit ausgeht. Und tja – jetzt kann ich es nicht nur sprechen, sondern auch flüssig schreiben. Natürlich noch mit jeder Menge Fehlern und oft fehlt mir ein Wort oder ich weiß nicht, was… Read more »