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Ab wann ist es zu spät für Englischunterricht?

Von Melanie, veröffentlicht am 30/08/2017 Blog > Sprachen > Englisch > Ist man jemals zu alt, um Englisch zu Lernen?

Schlimmstenfalls sieht der Englischunterricht in der Schule wie folgt aus:

Überfüllte Klassenräume, fast ausschließlich schriftliche Englisch Aufgaben, kaum Konversationsübungen, ein schlecht gelaunter und wenig leidenschaftlicher Englischlehrer, Englischunterricht im Nebenfach einmal pro Woche, was viel zu wenig ist, um effizient zu sein…

Die begabtesten unter den Schülern schaffen es dennoch, sich unter diesen Umständen ihren „Englisch-Koffer“ voll mit Grammatik, wichtigen Verben und Vokabular zu packen.

Der andere Teil, aus welchen Gründen auch immer, wird häufig bis an sein Lebensende behaupten, sie seien doch sowieso schon immer schlecht in Englisch gewesen. Schade!

Auch wenn es vielleicht den ein oder anderen (besser) geeigneten Zeitpunkt fürs Englisch Lernen gibt, so gilt doch:

Es gibt keine Altersgrenze, um Englisch lernen zu können! Das heißt: Es ist niemals zu spät.

Wenn Ihr Euch also fragt, ob Ihr womöglich schon zu alt seid, um Englisch zu lernen, lautet die Antwort schon einmal vorab: NEIN, man ist niemals zu alt zum Englisch lernen!

Wenn Ihr selbst denn bereit seid, Englisch sprechen zu lernen, dann steht Euch nichts mehr im Weg!

Es gibt nicht DAS perfekte Alter, um Englisch zu lernen

Es wird sehr häufig zu Unrecht geglaubt, dass das Erlernen einer Fremdsprache in jungen Jahren erfolgen muss, damit man fließend und akzentfrei sprechen kann.

Das ist allerdings nicht ganz richtig. Nichts hindert Erwachsene daran, neue Fremdsprachen zu lernen – vorausgesetzt, sie wenden die richtigen Methoden an. Somit ist Englisch Lernen für Anfänger jeden Alters möglich.

Wissenschaftler haben bewiesen, dass das Gehirn erkennen muss, dass es sich in einem sprachlichen Lernprozess befindet, um die entsprechenden Gehirnregionen zu stimulieren, nämlich das Wernicke-Areal, das für das Verstehen zuständig ist, sowie das Broca-Areal für den sprachlichen Ausdruck.

Wenn man eine Fremdsprache wie Englisch von klein auf lernt, unterscheidet das Broca-Areal die Muttersprache und die Zweitsprache von Anfang an.

Allerdings ändert die Tatsache der Unterscheidung voneinander nichts daran, dass beide Sprachen jeweils fließend gesprochen werden können!

Das einfache Auswendiglernen von Vokabellisten oder Konjugationstabellen wird Euch jedenfalls leider keinen Schritt weiterbringen, wenn Ihr bereit sein wollt, endlich fließend Englisch zu sprechen.

Denn ja, es ist absolut unverzichtbar, eine Sprache anzuwenden, also zu sprechen, um sie zu lernen. Ohne Sprachpraxis geht gar nichts, so gut Ihr auch die unregelmäßigen Verben auswendig wisst.

Denn ansonsten dauert es auch deutlich länger, um wirklich Englisch sprechen zu können.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die man so gut wie es geht in die Praxis umsetzen kann:

  • Ein langer Auslandsaufenthalt, zum Beispiel in England, den USA oder Australien.
  • Ein Sommerprogramm an einer Universität im Ausland absolvieren, um in den Ferien Englisch zu üben.
  • Mit englischsprachigen Menschen sprechen, ob „live“, also von Angesicht zu Angesicht, per Chat oder am Telefon. Lasst Eurer Kreativität freien Lauf.
  • Und wenn Ihr Flugtickets umbuchen müsst, drückt nicht die „1“ für „Deutsch“, sondern die „2“ für Englisch. ? Alternativ gibt es besonders in Universitätsstädten unzählige Angebote für Sprachtandems.

Auf geht’s!

Schokolade oder Sprachen? Englisch lernen hat den gleichen Effekt auf das Gehirn wie Schokolade, nur, dass es nicht dick macht… | Quelle: visualhunt

Hättet Ihr’s gewusst? Sprachen lernen aktiviert die gleichen Gehirnregionen wie diese, die durch den Verzehr eines Stückes Schokolade aktiviert werden.

Die 2014 in der Zeitschrift Current Biology von einem deutschen Forschungsteam in Kooperation mit dem Institut für Biomedizinische Forschung in Barcelona veröffentlichte wissenschaftliche Hypothese lautet wie folgt:

Das Erlernen einer Fremdsprache im Kindesalter ist mit positiven Emotionen verbunden, die durch die Interaktion mit den Eltern entstehen, was wiederum zur Abspeicherung beiträgt.

So habe das Sprachen Lernen den gleichen positiven Effekt auf das Gehirn wie Schokolade oder Sex.

Erwachsene und Englisch lernen, passt das zusammen? Und wie!

Helft Eurem Gehirn dabei, jung zu bleiben!

Wenn Ihr Englisch lernen wollt, kann es aus purer Neugier sein, um eine Reise vorzubereiten oder weil Ihr es für Eure Arbeit benötigt.

Im Jahre 2014 hat die Zeitschrift Neurolinguistics eine von Forschern im US-Bundesstaat Pennsylvania durchgeführte Studie veröffentlicht.

Das Erlernen einer Fremdsprache, wie z.B. Englisch, helfe demnach dabei, gegen die Alterung des Gehirns bzw. kognitive Erkrankungen allgemein anzukämpfen.

Eine sechswöchige Studie mit Briten, die sich bereiterklärt hatten, Chinesisch zu lernen, zeigte, dass sich die Verbindungen in den Gehirnen der Studenten beim Sprachen lernen wesentlich verbessert haben.

Doktor Ping Li erklärt dazu Folgendes: „Im Gegensatz zu dem, was vergangene Studien gezeigt haben, ist unser Gehirn viel anpassungsfähiger als wir denken. Bei älteren Menschen konnten wir sogar anatomische Veränderungen im Gehirn feststellen, was sehr ermutigend ist. Das Erlernen einer neuen Sprache kann also dabei helfen, besser zu altern.“

Bis zu welchem Alter kann man noch eine Sprache lernen? Niemand ist zu alt, um Englisch zu lernen. Ganz im Gegenteil. | Quelle: visualhunt

Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass das Erlernen einer Fremdsprache zur Gesundheit des Gehirns beiträgt und dadurch gegen die Alterung des Gehirns, welche wiederum zu bestimmten altersbedingten Krankheiten führen kann, ankämpft.

Eine kanadische Studie aus dem Jahre 2007 zeigte außerdem, dass Menschen, die zwei Sprachen sprechen, die ersten Zeichen der Alterung und der geistigen Leistungsminderung um einige Jahre hinauszögern konnten.

Wenn mehrere unterschiedliche wissenschaftliche Studien also zum gleichen Ergebnis kommen, nämlich dem positiven Einfluss des Erlernens einer Fremdsprache auf das Gehirn, gibt es doch allen Grund endlich damit zu beginnen, Englisch zu lernen!

Wie lange brauche ich, um fließend Englisch zu sprechen?

Praktische Tipps, um Englisch im Erwachsenenalter zu lernen

Das Erlernen der englischen Sprache nach der Schulzeit, ohne eine Sprachschule oder einen Intensivkurs, ist möglich. Allerdings sollte man wissen, wie.

Wir zeigen Euch, wie Ihr Euch an die englische Sprache gewöhnt, Euer Ohr trainiert und die Sprache Schritt für Schritt assimiliert.

  • Wenn Ihr Filme schaut, dann schaut Sie auf Englisch! Sollte es notwendig sein, könnt Ihr ja die (englischen!) Untertitel dazuschalten.

Das hat zwei Vorteile: Zum einen trainiert Ihr Euer Gehirn auf die englische Sprache, die Aussprache, den Satzbau, Redewendungen und Phonetik. Zum anderen wisst Ihr dann nicht nur, wie Ihr die Worte aussprecht, sondern auch, wie sie korrekt geschrieben werden.

Holt das Popcorn raus und lernt Englisch!

Wie verbessere ich mein Hörverständnis auf Englisch? It’s show time! Wenn Ihr Filme schaut, gerne mit Popcorn, aber auch auf Englisch! | Quelle: visualhunt

  • Lest englische Presse oder, wenn es Euch schwerfällt, einfache Magazine. Danach könnt Ihr den nächsten Schritt ergreifen, und zwar mit einer zweisprachigen Edition einer Lektüre, und sollte das immer noch kein Problem für Euch sein, könnt Ihr dazu übergehen, einsprachige englische Bücher zu lesen.
  • Wenn Ihr die Zeilen Eures Lieblingsliedes endlich mal nachschaut bzw. übersetzt, verbessert Ihr nicht nur Euer Englisch, sondern müsst auch nicht weiterhin falsche Texte mitsingen!
  • Korrespondenz und Kommunikation mit anglofonen Personen ist das ideale Hilfsmittel, um den Satzbau zu verinnerlichen und Eure Ausdrucksfähigkeit durch die Wortschatzbereicherung zu verbessern. Schaut doch mal auf der Seite wordreference.com vorbei!
  • Englische Gespräche am PC oder live üben, etwa über Skype oder mit Hilfe eines Sprachtandems.
  • Leider müssen diese auch sein: Übungen zur Grammatik, Wortbildung, Syntax und Konjugation bilden das Grundgerüst, um rasch Euer Englisch zu verbessern. Allerdings gibt es auch dafür unzählige Seiten im Internet, die den oft trockenen Stoff ansprechend gestalten.
  • Ansonsten könnt Ihr auch Englisch Online Lernen und Euch so auf den TOEIC-Test vorbereiten.

So schafft Ihr es sicherlich bald auch, auf Englisch zu träumen!

In jedem Alter lernen: Fokus auf die LinguaStep Methode

Diese Methode ist eine Lerntechnik, die Schrift (ein Referenzbuch) und Audio kombiniert.

LinguaStep wurde von Loren Siebert im Jahre 2006 für das Erlernen der arabischen Sprache entworfen. Nachdem sich der amerikanische Software Designer mit dem Prozess des Spracherwerbs auseinandergesetzt hatte, konnte er eine intelligente Methode erarbeiten, die auf folgenden Prinzipien beruht:

  • Nicht andauernd bereits bekannte Termini wiederholen, um keine Zeit zu verlieren
  • Das Vokabular erst dann wiederholen, wenn das Gehirn sozusagen kurz davorsteht, es zu vergessen.

Das Programm ist auf die Merkfähigkeit von Englisch lernenden Person zugeschnitten um in kürzester Zeit die besten Resultate zu erreichen. Mehr Informationen zum Programm findet Ihr hier, auf Englisch versteht sich!

Bitte denkt daran: Um effizient und in jedem Alter Englisch zu lernen, müsst Ihr auf alle Seiten setzen – Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen.

Was brauche ich alles, um Englisch zu lernen? Englisch lernen ist in gewisser Weise wie einen Koffer zu packen. Man muss an alles denken: Grammatik, Vokabeln, Syntax, Redewendungen, Konnotationen, …. | Quelle: visualhunt

Um also abschließend auf die Frage

Bin ich zu alt, um Englischunterricht zu nehmen?

zu antworten: NEIN! Englisch kann man ohne Probleme lernen, wann man will, ob man nun 15, 32 oder 57 Jahre alt ist, man muss sich nur entsprechend bemühen.

Es muss nicht unbedingt immer trockene Grammatik sein. Auch durch Filme und Serien schauen und lustige Abende mit englischen Freunden kann man besser in Englisch werden.

Allerdings muss auch ab und zu ein wenig „Homework“ sein, um die entsprechenden Automatismen in der Grammatik und Konjugation zu festigen.

Schließlich solltet Ihr an Eurem deutschen Akzent arbeiten, damit auch der immer mehr verschwindet.

In jedem Fall hat es nichts mit Eurem Alter zu tun, ob Ihr erfolgreich Englisch sprechen werdet, sondern vielmehr mit Eurer Motivation und Eurem persönlichen Engagement.

Ein kleiner Tipp zum Ende des Artikels: Wenn Ihr noch nicht die Assimil-Methode kennt, solltet Ihr Euch diese dringend anschauen, und zwar hier.

Die Methode beruht auf dem Prinzip, eine Fremdsprache zu assimilieren wie seine eigene Muttersprache.

Viel Spaß dabei wünscht Euch Superprof!

P.S.: Wusstet Ihr übrigens, dass es auch bei Hörproblemen spezifische Methoden zum Englisch Lernen gibt?

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