Was tun, wenn fest steht, dass die Versetzung nicht erreicht wurde? Nicht versetzt zu werden oder auch der blaue Brief versetzen Schülern und Schülerinnen einen Schlag ins Gesicht.

Den Eltern Bescheid geben, die Freunde nicht mehr täglich sehen, sich in eine neue Klasse einfinden – all das sind große Herausforderungen, jedoch kann Wiederholen kann auch sehr sinnvoll sein.

Weil es sich dabei aber um eine sehr wichtige Entscheidung handelt, solltet Ihr unbedingt wissen, was administrativ dahinter steckt. Wann muss wiederholt werden und wer hat überhaupt das letzte Wort?

Schließlich kommen bei wichtigen schulischen Entscheidungen meist Lehrer, eventuell die Schulleitung, Schüler und ihre Eltern zusammen und beraten gemeinsam. Wer hat nun aber was zu sagen?

Wir von Superprof bringen Licht ins Dunkel und verschaffen Dir und Deinen Eltern einen Überblick über diese Fragen. 

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Wann muss wiederholt werden?

In Deutschland muss auf Deinem Zeugnis vermerkt sein, dass Du versetzt wirst, um nach den Ferien in die nächsthöhere Klassenstufe zu kommen. Wenn die Noten nicht gut genug sind, bleibt dieser Vermerk aus.

Zum Glück musst Du nicht in allen Fächern gut sein – schlechte Noten können durch gute ausgeglichen werden. Wenn Du also riskierst, eine Fünf oder Sechs in einem Fach zu bekommen, müssen Dreien und Zweien her.

Allerdings gilt hier nicht, dass durchschnittliche eine Vier erreicht werden muss, sondern es gibt ganz konkrete Regeln, wie welche Note ausgeglichen werden darf.

Vielleicht lassen sich die Noten noch retten, obwohl Du eigentlich viel lieber mit Freunden chillst.
Du hast lieber Zeit mit Deinen Freunden verbracht als mit der Schule? Vielleicht sind die Noten noch zu retten. | Quelle: Unsplash

Zunächst einmal müssen Noten in Hauptfächern, die schlechter als eine Vier sind, durch bessere Noten in anderen Hauptfächern ausgeglichen werden. Ihr dürft also leider nicht eine Hauptfach-Fünf mit einer Nebenfach-Zwei ausgleichen.

Hinzu kommen Regelungen in Euren Bundesländern. Für ganz konkrete Infos zu Eurem Bundesland hilft Euch Euer Klassenlehrer oder auch jemand anderes, der sich mit den Gegebenheiten pro Land, pro Schulart, aber auch pro Stufe auskennt – zum Beispiel Euer Nachhilfelehrer oder Privatlehrer.

Das gilt natürlich nicht für das freiwillige Wiederholen. Ihr wollt wissen, was es damit auf sich hat? In unserem Artikel zu Zahlen und Fakten zum Wiederholen werdet Ihr schlauer.

Obwohl die Regel ist, dass Fünfen durch Dreien und Zweien ausgeglichen werden können, besteht nicht überall ein genereller Anspruch auf Notenausgleich. Hört sich kompliziert an, ist aber ganz einfach: In Bayern zum Beispiel könnt Ihr leider nicht davon ausgehen, dass Ihr dann automatisch versetzt werdet. Es kann aber passieren.

In Baden-Württemberg auf dem Gymnasium müssen Fünfen in Hauptfächern durch ­Dreien oder auch Zweien (bei mehr Fünfen) in anderen Hauptfächern ausgeglichen werden. Wenn Ihr also theoretisch in allen Nebenfächern eine Eins habt, aber Fünfen in Hauptfächern nicht durch Einsen oder Zweien in anderen Hauptfächern ausgleichen könnt, werdet Ihr trotzdem nicht versetzt. Eine Sechs in einem Hauptfach kann überhaupt nicht ausgeglichen werden. Anders sieht es bei den Nebenfächern aus. Da könnt Ihr Sechsen durch Einsen und Zweien in anderen Nebenfächern ausgleichen.

In Nordrhein-Westfalen ist es sogar möglich, zwei Fünfen durch mindestens eine Drei sowie eine Nachprüfung auszugleichen. Auch in Berlin können Fünfen mit Dreien ausgeglichen werden, wer aber mehr drei Fünfen oder mehr hat, fällt durch.

Ob und wie eine Sechs ausgeglichen werden kann, müsst Ihr aber der jeweiligen Versetzungsordnung entnehmen. Übrigens: In Sport, Musik und Kunst gelten wieder andere Regeln.

Sitzenbleiben wegen schlechten Noten: Gibt es einen Ausweg?

Ihr könnt aufatmen! Es gibt tatsächlich Sonderregelungen für Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihrer Noten eigentlich durchfallen würden. Das geht aber nur in besonderen Fallkonstellationen.

Wiederholen muss nicht immer sein. Manchmal kannst Du Fächer auch durch gute Noten zum Beispiel in Sport ausgleichen.
Du bist eine Sportskanone und kein Held in den anderen Fächern? Vielleicht musst Du nicht zwingend wiederholen. | Quelle: Unsplash

Der Seite des Regierungspräsidiums Baden-Württemberg ist zum Beispiel zu entnehmen, dass grundsätzlich die Klassenkonferenz über die Versetzung in einem solchen schwierigen Fall entscheidet. Das sind die Lehrer, die in der Klasse unterrichten. Die Klassenkonferenz muss dann mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit entscheiden.

Das passiert beispielsweise, wenn die Leistungen nur vorübergehend nicht für eine Versetzung ausreichen – also nicht, wenn mangelhafte und ungenügende Noten die Regel sind. Oder wenn der Schüler länger als acht Wochen krank war, er die Schule wechseln musste oder weil er beim Lernen beeinträchtigt war.

Wenn sich die Klassenkonferenz also sicher ist, dass es bald wieder bergauf geht, wird der entsprechende Schüler zunächst auf Probe versetzt. Am Ende der vierwöchigen Probezeit findet eine Prüfung statt. Da wird der Stoff des letzten Schuljahres und der Probezeit abgefragt und basierend darauf entschieden, ob der Schüler weiterhin in die nächsthöhere Klassenstufe darf oder ob er doch sitzenbleibt.

Es gibt bei der Entscheidung durch die Klassenkonferenz grundsätzlich Ermessensspielräume. In Sachsen-Anhalt wird die Gesamtleistung des Schülers betrachtet. Dazu gehört das Lern- und Arbeitsverhalten, aber auch das individuelle Leistungsvermögen. Bringt das Wiederholungsjahr wirklich den gewünschten Erfolg? Erst wenn diese Frage beantwortet wurde und auch andere Fördermaßnahmen in Erwägung gezogen wurden, wird die Entscheidung getroffen.

Dadurch sollte ermöglicht werden, dass nicht die letzte Kommastelle über das Versetzen entscheidet, sondern auch soziale Faktoren berücksichtigt werden. Vielleicht kann sich ein Schüler, der auf der Kippe steht, auch durch Nachhilfe verbessern?

Es kam kein blauer Brief... werde ich also sicher versetzt?

Der blaue Brief ist die Ankündigung, dass ein Schüler oder eine Schülerin nicht versetzt wird. Er wird nach Hause zu den Eltern geschickt und versetzt so manchen Schüler in Angst und Schrecken. Umso besser also, wenn die Frist dafür verstrichen ist!

Aber kann man nicht trotzdem noch durchfallen? Oder muss der blaue Brief dafür unbedingt zugestellt worden sein?

Es steht fest: Der blaue Brief muss zugestellt werden, wenn die Versetzung gefährdet ist. Aber wenn die Schule die Eltern nicht benachrichtigt hat, kann daraus kein Anspruch auf Versetzung hergeleitet werden. Das heißt: Gab es keinen Brief, kannst Du trotzdem durchfallen.

Zwischen Freizeit und Lernen kann schnell mal die Schule und damit die Versetzung leiden.
Freizeit, Handy, Computer und Lernen - schwer unter einen Hut zu bringen und dann auch noch gute Noten zu schreiben. | Quelle: Unsplash

Aber auch hier gilt wieder: Befasse Dich unbedingt mit den Regelungen in Deinem Bundesland. Das ist das Schulgesetz und das findest Du auch online. Hab außerdem auch keine Angst, Deine Lehrer anzusprechen. Es gibt sicherlich jemanden, den Du gerne magst. Außerdem weckst Du damit keine schlafenden Hunde – denn schlussendlich entscheidet ja nicht ein einziger Lehrer, sondern die ganze Klassenkonferenz.

Außerdem haben Schulen kein Interesse daran, Schüler nicht zu versetzen. Wusstest Du, wie viel ein Wiederholungsjahr kostet? Geschenkt wird Dir die Versetzung zumindest nicht. Deshalb ist es das Beste, mit Lehrern in den Dialog zu treten.

Konkret heißt das, die Probleme zu identifizieren, die vorliegen. Sind es nur ein oder zwei Fächer, die Dir Probleme bereiten? Oder ist es generell ein Motivationsproblem? Oder ist die Schulform vielleicht einfach nicht die richtige?

Für jemanden, der mit dem Notendruck auf dem Gymnasium nicht fertig wird, wäre auch ein Wechsel auf die Realschule oder eine alternative Schule sinnvoll. Auch eine Ausbildung ist nach der zehnten Klasse möglich. Also: Nicht verzagen, sitzenbleiben ist nicht das Ende der Welt.

Auch bei der Versetzung gilt also: die Welt ist nicht schwarz-weiß und wenn sich Eltern, Lehrer und Schüler zusammensetzen, findet Ihr eine gute Lösung. Denn, stell Dir mal vor, Du wirst trotz schlechter Noten versetzt und musst die Wissenslücken dann nächstes Jahr ausbaden. Damit wäre Dir ja nicht geholfen, sondern das Probleme hättest Du nur verlagert.

Besser ist es hingegen, gezielt gegen die Probleme vorzugehen und zum Beispiel während den Sommerferien die vorhandenen Wissenslücken zu füllen. Das kannst Du zum Beispiel mithilfe von klassischem Nachhilfeunterricht oder durch Online Nachhilfe in Form von Video-Unterricht erreichen. 

Die Entscheidung: Lehrer vs. Eltern

Nun wisst Ihr also, dass die Klassenkonferenz in allen Schulformen darüber entscheidet, ob Ihr wiederholen müsst oder nicht. Zudem werden in Ausnahmefällen Ausnahmen gemacht beziehungsweise der erlaubte Ermessensspielraum genutzt.

Grundsätzlich sind Eltern und Schüler aber machtlos, wenn die Noten nicht stimmen. Das Schulgesetz und somit die Schule in Form der Klassenkonferenz hat dann die Entscheidungshoheit. Dieses Konzept klingt hart, ermöglicht der Schule aber, dass Schülerinnen und Schüler einer Klasse das gleiche Niveau haben.

Anders sieht es in der Grundschule aus. Denn dort sind Kinder kleiner und nicht alle lernen im gleichen Tempo. Ein Fünfjähriger ist in manchen Fällen schon sehr motiviert und lernbereit, ein anderer kann sich noch nicht so gut konzentrieren. Außerdem wird der Grundstein für die spätere Motivation gelegt.

Lehrer haben bei der Versetzung das letzte Wort.
Tatsächlich entscheiden in erster Linie die Lehrer, wenn es um die Versetzung geht. | Quelle: Unsplash

Deshalb gelten für Grundschüler andere Regelungen. In Nordrhein-Westfalen gibt es zum Beispiel die Schuleingangsphase. Das heißt, die ersten Schuljahre werden so erarbeitet, dass in mehreren Jahren Stoff gelernt wird, anstatt in einem einzigen. Daher kann auch nicht durchgefallen werden. Höchstens eine Rückstufung in Absprache mit den Eltern ist möglich.

Aber auch hier gilt wieder, dass die Regelungen je Bundesland unterschiedlich sind. Ein paar allgemeine Infos haben wir Euch in unserem Artikel zum Wiederholen zusammengestellt. Wenn Ihr jedoch in einer brenzligen Situation seid, solltet Ihr in jedem Fall mit Euren Bezugspersonen in der jeweiligen Schule sprechen. Denn nur sie kennen Euch und die Regelungen genau.

Denkt immer daran: Sitzenbleiben fühlt sich in dem Moment zwar schrecklich an, letztendlich eröffnet sich aber eine neue Chance für Euch. Wenn Ihr sie nutzt, könnt Ihr im Rückblick stolz auf Euch sein!

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Eva