In Deutschland blieben im Schuljahr 2017/2018 an allgemeinbildenden Schulen 2,4% der Schüler sitzen. Die meisten Schüler blieben in Bayern sitzen (4%), die wenigsten in Berlin (1,2%).

In Ländern wie Südkorea wurde das Sitzenbleiben buchstäblich aus der Erziehungspolitik gestrichen. Bleibt die Frage, ob sich dies positiv oder negativ auf den schulischen Werdegang eines Schülers auswirkt.

Auf der einen Seite stehen die Verfechter der Ehrenrunde, die ihren guten, „rettenden“ Aspekt hervorheben, auf der anderen Seite die Kritiker.

Wenn man Dir vorschlägt, das Schuljahr zu wiederholen, ist es ganz normal, dass in Dir Zweifel und Fragen entstehen.

Also hat Superprof beschlossen, über das Sitzenbleiben in Deutschland Nachforschungen anzustellen und Dich über die Zahlen, die Kosten sowie eventuelle Vorteile zu informieren.

Sitzenbleiben in Deutschland und in Zahlen

In den letzten Jahren sind die Wiederholerquoten um knapp die Hälfte zurückgegangen. Während im Schuljahr 2001/2002 in der Sekundarstufe I 4,5% der Schüler sitzengeblieben sind, waren es 2015/2016 nur noch 2,3%. Die Sitzenbleiberrate hat sich also in der Zeit fast halbiert, wobei mehr als die Hälfte der Schüler, die sitzenbleiben, Jungs sind.

Deutschland liegt laut der letzten OECD-Bildungsstudie im internationalen Vergleich im Mittelfeld.

Wie schneidet Deutschland international ab?
Deutschland liegt nicht nur geografisch in der Mitte. | Quelle: Unsplash

Deutschland ist zwar ein Land, in dem Nachhilfe im weltweiten Vergleich wenig verbreitet ist (2014/2015 nahmen 14% der Schüler Nachhilfe, während es in Korea und Japan fast 70% sind), doch die Tendenz ist steigend.

Nachhilfe hilft einem Schüler, seine schulischen Probleme zu überwinden und wieder zum Lernen motiviert zu werden, kann also eine Versetzung begünstigen!

Das Sitzenbleiben hat schon immer für rege Diskussionen gesorgt.
Während einige denken, dass es dem Schüler viel bringt, halten andere es für sinnlos.

Mehrere Studien, darunter die PISA-Studie, betonen eher die unfruchtbare Seite der Klassenwiederholung. Länder mit einer niedrigen Wiederholerquote verzeichnen nämlich bessere Zahlen in Sachen Schulerfolg.

Auch zeigen verschiedene Studien, dass die soziale Herkunft eng mit dem schulischen Erfolg verknüpft ist. Schüler aus bildungsfernen oder Migrationsfamilien stehen in schulischem Nachteil, wohingegen Schüler aus gebildeten und bemittelten Familien eher gute Noten schreiben.

Soziale Ungleichheiten stehen also in engem Zusammenhang mit schulischem Erfolg.

Es gibt jedoch Lösungen gegen schulischen Misserfolg, und das überall in der Welt:

  • In Deutschland, Italien und Spanien werden den Schülern Sommerkurse angeboten, in denen sie ihren Wissensstand aufholen und ihre Lücken füllen können.
  • In Japan gibt es Tutorien und nach Lernniveaus eingeteilte Gruppen, in denen die Schüler, zum Teil auch mit ihren Eltern, ihr Wissen vertiefen können.
  • Nachhilfe mit einem Privatlehrer und einer maßgeschneiderten Lehrmethode ergänzt den Schulunterricht auf effektive Weise.
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Versetzung gefährdet – Welche Gründe gibt es dafür?

Nachhilfe nehmen und nicht die Klasse wiederholen oder auf die Versetzung verzichten?

Auch wenn die Meinung verbreitet ist, dass das Sitzenbleiben nutzlos ist, kann es in manchen Fällen zu besseren Noten verhelfen.

Möchtest Du wieder gute Noten schreiben?
Wieder Selbstvertrauen dank Sitzenbleiben! | Quelle: Unsplash

Wenn Dir nach der Notenkonferenz Dein Lehrer mitteilt, dass Deine Versetzung gefährdet ist und Du die Klasse wiederholen solltest, dann weil er der Ansicht ist, dass Du daraus Nutzen ziehen könntest.

Dies bedeutet, dass er an Dich glaubt und überzeugt ist, dass Du in der Schule wieder neu durchstarten und gute Noten schreiben kannst.

Sitzenbleiben muss nicht als Scheitern angesehen werden, im Gegenteil.
Du erhältst damit eher eine zweite Chance, gehst einen Schritt zurück, um im Anschluss zwei Schritte weiterzugehen.

Ob Du nun die Klasse wiederholen wirst oder nicht, muss mit Deinen Eltern und Lehrern reiflich überlegt werden.
Damit das Sitzenbleiben von Erfolg begleitet wird, muss der Schüler zudem Motivation mitbringen, und das vom ersten Tag des neuen Schuljahres an.

Die Klasse wiederholen kann in dem Fall großen Nutzen bringen. Der Schüler kann dabei...

  • …sein Wissen verfestigen und die notwendigen Grundkenntnisse für seinen folgenden Werdegang erwerben.
  • ...in einer neuen Umgebung einen Neustart machen.
  • ...schulischen Misserfolg verhindern.
  • …lernen, seine Schwierigkeiten zu akzeptieren, um sie besser in den Griff zu bekommen (zum Beispiel mit Nachhilfe).

Das Sitzenbleiben sollte dabei nicht Dein Selbstvertrauen beeinträchtigen. Vielmehr solltest Du Dir bewusst sein, dass Du Deinen Klassenkameraden eine Länge voraus bist, da Du das Schulprogramm bereits kennst und weißt, was von Dir erwartet wird.

Die Klasse wiederholen bietet Dir zudem die Möglichkeit, eventuell den Leistungskurs zu ändern oder sogar die Schule zu wechseln. Hauptsache, Du beginnst das neue Schuljahr ausgelassen und in guten Rahmenbedingungen.

Wie viel kostet das Klasse wiederholen?

Während das Sitzenbleiben 2009 in Deutschland rund 1 Milliarde Euro kostete, wurden 2015 dafür 5,1 Milliarden Euro ausgegeben.

Natürlich musst nicht Du als Sitzenbleiber dabei tief in die Tasche greifen, sondern der Staat. Keine erfreuliche Nachricht für den Steuerzahler.

Kann man die Kosten fürs Sitzenbleiben nicht woanders investieren?
Das Sitzenbleiben kostet den deutschen Staat Unsummen. | Quelle: Unsplash

Laut der „Studie zu den Ausgaben für Klassenwiederholungen in Deutschland“ der Bertelsmann Stiftung lag im Jahre 2003 die Wiederholerquote in den Grundschulen bei 1,3% und war somit am geringsten. In der Sekundarstufe I wiederholten am Gymnasium 2%, in den Gesamtschulen 2,4%, in den Hauptschulen 3,9% und in den Realschulen 5%. In der Sekundarstufe II lagen die Wiederholerquoten am Gymnasium bei 2,8% und in den Gesamtschulen bei 2,9%.

Dabei ist zu erwähnen, dass deutschlandweit mit der Versetzung anders umgegangen wird. In Hamburg wurde das Sitzenbleiben nämlich ganz und in Berlin teilweise abgeschafft, wohingegen es in Bayern noch einen wichtigen Teil der Bildungspädagogik darstellt.

PISA bewertet seit 2000 die Bildungssysteme der OECD-Mitgliedsländer. Laut der Studie von 2016 befindet sich in den OECD-Ländern ein Schüler von vieren unter dem geforderten Kompetenzniveau.

Am besten schneidet dabei Südkorea ab, ein Land, in dem es keine Klassenwiederholungen gibt.

Besteht hierbei ein kausaler Zusammenhang?

Wie auch immer, Deutschland könnte auf jeden Fall beachtliche Summen sparen, wenn es das Sitzenbleiben aus seiner Bildungspolitik entfernen würde.

Die 5,1 Milliarden Euro könnten dann in anderen Bildungsbereichen investiert werden, zum Beispiel für Springer-Lehrer, welche Kinder in kleinen Gruppen bei Bedarf Nachhilfe geben, so Ludger Wößmann, Bildungsökonom des Ifo-Instituts.

Wo das Sitzenbleiben Sinn machen würde, wäre in der Grundschule, in der die Grundkenntnisse wie Lesen, Schreiben und Rechnen vermitteln werden, welche für den weiteren schulischen Verlauf Grundvoraussetzung sind.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa ist jedoch die Mehrheit der Schüler für das Sitzenbleiben. 85% der Schüler der Mittel- und Oberstufe und Studenten halten das Abschaffen des Sitzenbleibens für falsch, und von den Deutschen insgesamt wollen 73% die Ehrenrunde beibehalten.

Diese Leute halten das Klasse wiederholen für sinnvoll und notwendig, doch man sollte auch die negativen Aspekte des Sitzenbleibens nicht vernachlässigen. Es sorgt bei vielen betroffenen Schülern zunächst für Angst, und einige haben auch schlechte Erfahrungen damit gemacht, sich zum Beispiel schlecht in der neuen Klasse integriert.

Andererseits kann es dem Schüler wirklich helfen, wieder schulischen Erfolg zu erleben.

Das Sitzenbleiben sorgt also noch immer für Zwiespalt und rege Diskussionen!

Sitzenbleiben: Wer hat das letzte Wort?

Die Schulgesetze sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. So gibt es deutschlandweit kein einheitliches Gesetz, das besagt, in welchen Fällen Schüler eine Klasse wiederholen müssen oder nicht.

In Berlin beispielsweise rücken laut Schulgesetz „grundsätzlich die Schüler jeweils mit Beginn des neuen Schuljahres in die nächsthöhere Jahrgangsstufe auf“. Vom Sitzenbleiben sind fast nur Gymnasiasten oder Schüler der Oberstufe weiterführender Schulen betroffen.

Für die Klassen 7 bis 10 darf ein Schüler laut Schulgesetz höchstens sechs Jahre brauchen, also zwei Mal sitzenbleiben.

Musst Du die Klasse wiederholen?
Sitzenbleiben oder in die nächste Klassenstufe? | Quelle: Unsplash

Doch wer hat beim Sitzenbleiben das letzte Wort? Diese Frage ist durchaus begründet.

Laut Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist es an den Eltern zu bestimmen, welche Bildung ihre Kinder bekommen.

So dürfen in den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Brandenburg laut Schulgesetz die Elternvertreter an den Notenkonferenzen teilnehmen. Zwar verfügen sie über kein Stimmrecht, haben jedoch Mitspracherecht, wodurch den Eltern ermöglicht werden soll, in schulischen Entscheidungen mehr mitzuwirken.

In den restlichen Bundesländern schließen die Schulgesetze dagegen die Teilnahme der Elternvertreter an Zeugnis- und Versetzungskonferenzen aus.

Und wer nun das letzte Wort beim Sitzenbleiben hat, die Schule oder die Eltern, und welche die Richtlinien fürs Sitzenbleiben sind, das hängt von der Schulart und vom jeweiligen Bundesland ab.

In manchen Bundesländern wie Baden-Württemberg hat der Schüler die Alternative, auf Probe versetzt zu werden. Wenn er innerhalb von vier Wochen die gewünschten Leistungen erbringt, darf er versetzt werden.

In anderen Bundesländern können bis zu drei mangelhafte Noten durch gute Noten ausgeglichen werden, um ein Sitzenbleiben zu verhindern.

Das wichtigste Kriterium beim Sitzenbleiben jedoch sollte das Wohlsein des Schülers bleiben. Wenn ein Schüler aus seinem Klassenverband gerissen wird und sich unter seinen neuen Mitschülern gar nicht wohl fühlt, wird er seine schulischen Leistungen nur schwerlich verbessern können.

Andererseits hat das Sitzenbleiben natürlich auch seine positiven Seiten: Der Schüler kennt den Schulstoff und das Lernen fällt ihm demnach leichter, wodurch sich die Noten schnell verbessern können.

Über das Sitzenbleiben sollte mit Lehrern und Eltern ausführlich diskutiert werden, damit sich alle Beteiligten, in erster Linie die Schüler, dabei wohlfühlen.

Lehrer, Eltern und Schüler sollten gemeinsam über den weiteren schulischen Werdegang nachdenken, damit das Sitzenbleiben auch wirklich auf fruchtbaren Boden fällt und die gewünschten Resultate bringt.

Und um beim Sitzenbleiben die Chancen auf schulischen Erfolg zu erhöhen, muss der Schüler selbst große Anstrengungen aufbringen und natürlich Motivation an den Tag legen!

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Christiane

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