Werde ich versetzt? Die Angst, nach den Sommerferien nicht mehr mit seinen Freunden in einer Klasse zu sein, kann ganz schön beklemmend sein.

Im Rahmen einer Studie von LBS und dem Deutschen Kinderschutzbund wurden Kinder zu ihrer Angst vor dem Sitzenbleiben befragt. Knapp die Hälfte hat zwar nie Angst davor, aber insgesamt 35 Prozent gaben an, manchmal, oft oder sehr oft Angst davor zu haben, in der Schule sitzenzubleiben.

Ob das Wiederholen einer Klasse wirklich so viel bringt, regt immer wieder zur Debatte bei Lehrern, Eltern und Schülern an und spaltet sie gleichermaßen. Hier geht es zu unserem Überblick für nützliche Infos zum Sitzenbleiben. 

Obwohl natürlich schon im Voraus durch klassischen Nachhilfeunterricht oder Online Nachhilfe in Form von Video-Unterricht gegengesteuert werden kann, trifft es den einen oder anderen am Ende des Schuljahres ziemlich hart.

Wir von Superprof geben Euch einen Überblick über die wichtigsten Fakten rund um den blauen Brief.

Katinka
Katinka
Lehrkraft für Französisch - Leseverständnis
5.00 5.00 (23) 29€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Stergios
Stergios
Lehrkraft für Klavier
60€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Irina
Irina
Lehrkraft für Personal Training
5.00 5.00 (2) 35€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Matthias
Matthias
Lehrkraft für Programmierung
5.00 5.00 (30) 90€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Bami
Bami
Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache (DaF)
4.86 4.86 (5) 20€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Lucas
Lucas
Lehrkraft für Schwimmen
5.00 5.00 (25) 70€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Caro
Caro
Lehrkraft für Spanisch
4.93 4.93 (40) 25€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Viktor
Viktor
Lehrkraft für Algebra
4.94 4.94 (95) 80€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Julia
Julia
Lehrkraft für Professionelles Coaching
5.00 5.00 (16) 45€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Raphaël
Raphaël
Lehrkraft für Gitarre
5.00 5.00 (20) 45€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Olga
Olga
Lehrkraft für Gesang
5.00 5.00 (6) 80€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Moritz
Moritz
Lehrkraft für Fitness
60€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Eleonora
Eleonora
Lehrkraft für Solfeggio
5.00 5.00 (3) 30€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Peter
Peter
Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache (DaF)
4.88 4.88 (8) 34€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Alexandra
Alexandra
Lehrkraft für Spanisch - Hörverständnis
4.98 4.98 (45) 29€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Fernando
Fernando
Lehrkraft für Mathematik
4.97 4.97 (33) 17€/h
1. Unterrichtseinheit gratis!

Ein Jahr wiederholen – ein Trend im Wandel

Sitzenbleiben, verweilen, zurückgestellt werden, wiederholen, der blaue Brief – so vielfältig das Vokabular, so vielfältig auch Regeln, Gründe und Formen der Ehrenrunde.

Durchschnittlich wiederholen 2,3 Prozent der Schüler in Deutschland eine Klasse. Das ergab eine Studie des Statistischen Bundesamtes. Die meisten Schüler wiederholen in Bayern (3,9 Prozent) und die wenigsten in Berlin (1,1 Prozent).

Die Tendenz zum Wiederholen sinkt – und das auch, weil in manchen Bundesländern kaum noch wiederholt wird (zum Beispiel in Hamburg und Rheinland-Pfalz). Im Jahr 2012 sollen laut der Süddeutschen Zeitung noch 250.000 Kinder durchgefallen sein, im Schuljahr 2013/2014 waren es dann nur noch 150.000.

"Alles, nur nicht die Klasse wiederholen", denken viele Schüler.
Vor dem Sitzenbleiben haben viele Angst. | Quelle: Unsplash

Obwohl die Anzahl der Schüler abnimmt, die ein Jahr wiederholen, gewinnt die Ehrenrunde bei manchen Schülern an Beliebtheit. Aber nicht der Zwang dazu, sondern das freiwillige Wiederholen. Ein Jahr länger zur Schule zu gehen hat nämlich längst kein so schlechtes Image mehr wie früher. Obwohl zwar nach wie vor mehr Schüler durchfallen, also nicht versetzt werden, als freiwillig ein Jahr wiederholen, gewinnt dieser Trend an Beliebtheit.

Während Schüler früher eigentlich nur zum Sitzenbleiben gezwungen wurden, ist es heute auch normal, eine Klasse freiwillig zu wiederholen. Inzwischen entscheiden sich viele Schüler dazu, ein Jahr nochmal zu probieren – aus den unterschiedlichsten Gründen.

In einem Fach ständig schlechte Noten schreiben demotiviert. Viele Schüler möchten sich davon befreien und den Stoff ganz in Ruhe während eines Extrajahres noch einmal durchgehen. Ein Jahr mehr ist vor allem beim achtjährigen Gymnasium für viele kein Problem.

Auch der Wunsch, einen bestimmten Schnitt im Abitur erreichen, motiviert Schülerinnern und Schüler dazu, ein Jahr länger zur Schule zu gehen. Denn wer sich schon während der Schulzeit sicher ist, sich für einen Studiengang mit einem bestimmten Numerus Clausus zu bewerben, braucht mitunter sehr gute Noten. Da kann es helfen, ein Jahr länger Zeit zum Lernen zu haben.

Aber nicht nur schulische, sondern auch private Rückschläge führen bei manchen Kindern dazu, dass sie sich in der Schule nicht mehr konzentrieren können und die Noten leiden. Wer längere Zeit erkrankt ist oder zu Hause Probleme hat, kann durch ein Jahr mehr Schulzeit etwas Ruhe in einer turbulenten Phase finden.

Obwohl es zu den sogenannten freiwilligen Wiederholern kaum Zahlen gibt, steht fest, dass der Trend steigt. Besonders viele Schüler wiederholen auf dem Gymnasium in dem Jahr des Übergangs in die Oberstufe.

Denn dann zählen Noten bereits ins Abitur, der Übergang von der Mittelstufe in die Oberstufe ist aber unter Umständen nicht so sanft wie gewünscht verlaufen. Um diese schlechten Noten wieder loszuwerden und den Weg zum erfolgreichen Abitur zu ebnen, hilft eine Ehrenrunde. Das geht übrigens nicht nur zu Jahresende, sondern auch während des Schuljahres, zum Beispiel nach dem Halbjahreszeugnis.

Jetzt gibt's übrigens auch Nachhilfe Online auf Superprof.

Um sich zu verbessern ist die freiwillige Wiederholung eine gute Option.
Den Stoff noch einmal freiwillig durchgehen - für einige eine Option. | Quelle: Unsplash

Auf Real- und Hauptschulen bzw. den anderen Schulformen, die auf eine Berufsausbildung vorbereiten, lässt sich ebenfalls ein solcher Trend erkennen. Dort sei die Wiederholung häufig ein Spiel mit der Zeit. Die Schülerinnen und Schüler wissen nicht, was sie nach der Schulzeit machen sollen, welche Berufsrichtung ihnen gefallen könnte. Ein Jahr mehr die Schulbank drücken bringt vielleicht Rat – das ist jedenfalls die Hoffnung vieler freiwilliger Wiederholer.

Generell gilt beim Wiederholen: Die Bundesländer entscheiden, es gibt 16 Schulgesetze. Du fragst dich auch: Ab wie vielen fehltagen muss man die Klasse wiederholen? Wie oft darf man eine Klasse wiederholen? Wie oft kann man eine Klasse wiederholen? Bei den Fehltagen sollte ein vertretbares Maß nicht überschritten werden und du solltest grundsätzlich für Dein Fehlen entschuldigt sein. Weitere Regelungen sind bundeslandabhängig. Du kannst zwei Mal innerhalb einer Schulform wiederholen – Einzelfallregelungen sind aber auch möglich. Im Schnitt brauchst Du zum Bestehen einer Klassenstufe eine Vier, Fünfen müssen mit Dreien ausgeglichen werden und Sechsen mit Zweien. Hier gilt aber auch: Wie es genau läuft, hängt von Schulform und Bundesland ab. Wir zeigen euch, wer das letzte Wort bei der Entscheidung über Sitzenbleiben hat. 

Sitzenbleiben: Fluch oder Segen?

Ob ein Jahr mehr oder weniger aber schließlich zum Erfolg führt, hängt vom Einzelnen und den Rahmenbedingungen ab. Trotzdem streiten Wissenschaftler, Lehrer, Eltern und Schüler über die Vor- und Nachteile der Wiederholung. Auch die Bundesländer vertreten unterschiedliche Meinungen. So ist in Bayern Sitzenbleiben ein wichtiges bildungspolitisches Instrument – in Hamburg dagegen wurde es abgeschafft.

Die Einen sind der Meinung, die Wiederholung schade dem Selbstbewusstsein. Die Anderen sehen ein Jahr mehr Schule als Chance. Wir zeigen Euch, welche Argumente hinter diesen gegensätzlichen Haltungen stecken.

Sitzenbleiben macht zunächst einmal Angst: Vor einer neuen Klasse und der Integration in einen fremden Klassenverband, während gleichzeitig die alten Freunde weiterziehen. Und tatsächlich ist vor allem die Anfangsphase oft schwer.

Wer sitzen geblieben ist, hat meist schon seit längerer Zeit schlechte Noten. Der Zwang, die Klasse zu wiederholen, setzt dem Frust die Krone auf. Manche Schüler denken dann von vorne herein, dass sie pauschal zu den Schlechten gehören. Dann verbessern sich die Noten für kurze Zeit, bis sie wieder schlechter werden. Das ist alles andere als motivierend und viele Gegner des Sitzenbleibens warnen genau vor diesem Phänomen.

Außerdem müssen alle Fächer wiederholt werden, obwohl die schlechten Noten oft nur in ein paar Fächern auftreten. Deshalb gibt es mancherorts Gegenmaßnahmen. In Hamburg kann nur noch wiederholt werden, wenn Schüler und Eltern das freiwillig entscheiden. Für Schüler, deren Versetzung in einem anderen Bundesland gefährdet wäre, gibt es verpflichtenden Nachhilfeunterricht, damit Defizite abgebaut werden.

Ob Nachhilfe oder Sitzenbleiben besser ist? Da sind sich weder Wissenschaft noch Praxis einig.
Individuelle Förderung durch Nachhilfe vs. Wiederholen - eine hitzige Diskussion. | Quelle: Unsplash

Dem gegenüber gibt es aber auch Befürworter der Ehrenrunde. Für sie steht nicht die Scham im Vordergrund, sondern die Chance auf gute Noten. Denn zunächst werden die Leistungen besser, das ist motivierend und diese Schüler können sich ein neues Image aufbauen. Weg vom schlechte-Noten-Schreiber, hin zum sich-Auskenner. Zudem sind Wiederholer meist etwas älter und haben es leichter, in der neuen Klasse akzeptiert zu werden. Wir haben Euch viele Gründe heraus gesucht, die für eine Wiederholung sprechen. 

In der Grundschule in Berlin haben Kinder die Möglichkeit, ein Jahr länger in einer Klasse zu „verweilen“. Das ist also kein klassisches Sitzenbleiben und wird gerade von jüngeren Kindern leichter akzeptiert. Wenn Eltern, Kinder und Lehrer dann an einem Strang ziehen, kann eine negative Assoziation mit dem zusätzlichen Jahr vermieden werden.

Ob die Wiederholung als Versagen oder Chance betrachtet wird, hängt letztendlich aber von der einzelnen Situation ab. Zunächst muss der Grund für die Schwierigkeiten in der Schule identifiziert werden, damit anschließend gezielt gegengesteuert werden kann. Liegt es an einzelnen Fächern, einer Lernblockade, langem Fehlen, Problemen zu Hause, Lustlosigkeit oder fehlender Motivation?

Grundsätzlich ist es immer hilfreicher, die pädagogischen Methoden an die Situation und Person anzupassen. Wenn klar ist, dass ein Jahr länger eine hilfreiche und zielführende Option ist, kann sie wirklich zum Erfolg führen. Andernfalls kann über Förderunterricht auch schon viel erreicht werden.

Außerdem ist Privatunterricht und Nachhilfe zu Hause auch eine Möglichkeit, schon früh etwas gegen schlechte Noten zu tun. Hier auf Superprof könnt Ihr Euch zum Beispiel nach einem für Euch geeigneten Lehrer umschauen, zum Beispiel auch in Berlin mit Nachhilfe Berlin.

Die Ehrenrunde bei unseren Nachbarn

Wie wird mit dem Sitzenbleiben eigentlich um uns herum in Europa umgegangen? In unseren Nachbarländern und anderen europäischen Ländern wird den schlechten Noten nämlich auch der Kampf angesagt.

In Italien gibt es Sommerschulen, die Schüler mit Lernschwierigkeiten während der Ferien unterstützten. Ob die Versetzung klappt, hängt dann vom Bestehen einer Prüfung am Ende dieser Sommerschule ab. Dieses Konzept sei besonders für Grundschüler geeignet.

In Norwegen und Island wurde das Sitzenbleiben abgeschafft – Schüler werden stattdessen über das Schuljahr hinweg betreut, sodass es gar nicht erst zur Versetzungsgefahr kommt. Ein Drittel der europäischen Länder verhindern ebenfalls das Durchfallen in den ersten Schuljahren. Stattdessen werden Kinder gefördert.

Ohne sitzen zu bleiben mit den Klassenkameraden durch die Schulzeit ist in Norwegen und Island ganz normal.
Nicht mehr Sitzenbleiben können und stattdessen gemeinsam mit allen den Abschluss bestehen? Island und Norwegen haben das umgesetzt! | Quelle: Unsplash

Auch in Finnland ist das ähnlich. Dort werden Schüler individuell gefördert, sodass es gar nicht erst zum Sitzenbleiben kommt. In Griechenland können Kinder nur in den ersten beiden Schuljahren nicht sitzenbleiben. Wusstest Du, dass Sitzenbleiben auch eine Menge Geld kostet?

In Frankreich kann man nach wie vor durchfallen, aber auch dort wird heftig über die Vor- und Nachteile des Sitzenbleibens debattiert. Die Gegner haben sogar Angst vor dem Schulabbruch und wollen keinesfalls, dass Schüler ihr schulisches Selbstwertgefühl verlieren. Trotzdem wiederholen 18 Prozent der Schüler eine Klasse.

Besonders oft wird in Portugal wiederholt. Denn dort wiederholt fast ein Viertel der Grundschüler eine Klassenstufe. Die großen Unterschiede hängen auch mit dem Alter zusammen, in dem Kinder eingeschult werden. Dort, wo Kinder früh eingeschult werden (in Frankreich mit 3 Jahren), treten Schullaufbahnen mit einem Wiederholungsjahr häufiger auf. In manchen Ländern zählt auch das Schwänzen und das Verhalten in der Schule mit.

*

Die unterschiedlichen Versetzungsordnungen und Versetzungsregelungen innerhalb und außerhalb Deutschlands zeigen: Sitzenbleiben ist nicht gleich Sitzenbleiben und die eine perfekte Lösung gibt es nicht. Wie wir uns bildungspolitisch entwickeln und ob wir noch lang sitzenbleiben, ist fraglich.

Auf der Suche nach einer Lehrkraft für ?

Dir gefällt unser Artikel?

5,00/5 - 1 vote(s)
Loading...

Eva

Halb in Berlin, halb in Paris lebe ich meine Leidenschaften für guten Wein und schöne Fahrräder aus. Ich bin immer für spannende Aktivitäten zu haben und ständig auf der Suche nach interessanten Themen, die ich in meinen Artikeln mit Euch teile!