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Die Geschichte des Schlagzeugs: Ein Überblick

Von Yeliz, veröffentlicht am 21/03/2019 Blog > Musik > Schlagzeug > Die Geschichte des Schlagzeugs: Ein Überblick

Es ist offiziell – Musik reduziert eindeutig Stress!

Psychologen an der Universität Marburg zeigen, dass das Hören von Musik im Alltag stressreduzierend sein kann. Und dabei kommt es nicht darauf an, welche Musik Du hörst, sondern aus welchen Gründen Du es tust.

Das heißt: Musik hilft uns dabei, zu entspannen und dem Alltag ein wenig zu entfliehen.

Und was wäre die Musik ohne die kräftigen Töne eines Schlaginstruments, ohne die klangvollen Becken, ohne die Snare Drums, Basstrommeln und Hi-Hats?

Als Schlagzeuger bestimmst Du das Tempo und den Rhythmus Deiner Band und die anderen Musiker orientieren sich daran – Du führst sie also und übernimmst eine wichtige Rolle.

Aber woher kommt das akustische Schlagzeug überhaupt? Was ist die Geschichte dieses wahnsinnigen Instruments? Superprof klärt Dich ein wenig auf!

Die Geschichte des Schlagzeugs entspringt aus multikulturellen Wurzeln

Das allererste Instrument der Menschheitsgeschichte? Das ist ganz einfach! Das waren natürlich die Stimme und Stimmbänder. Was wir aber auch wissen: Die Schlag- bzw. Perkussion-Instrumente fanden ihren Weg kurz nach der Entstehung der Musik – und das bis heute.

Hier ist eine Chronologie der Geschichte des Schlagzeugs von der Urzeit bis hin zum 19. Jahrhundert:

Die ersten Spuren von Perkussion und Trommeln

Perkussion Instrumente, aus denen das Schlagzeug entstanden ist, haben eine uralte und multikulturelle Geschichte.

Die ersten Spuren von Becken und Trommeln gehen bis zum 7. Jahrhundert v. Chr. zurück. Dort finden wir Skulpturen und Gemälde von Trommeln und Becken in alten Gräbern – erschaffen sowohl von den Römern als auch von den Ägyptern.

Das Wort Tamburin entstammt dem französischen Wort tambour, welches selbst einen multikulturellen Ursprung aufweist. Das Wort leitet sich nämlich wiederum von dem persischen Wort tabῑr und dem arabischen Wort ṭubūl ab – in marokkanischen Tamburinen finden wir das gleiche Holz, welches auch für Snare Drums verwendet wird.

Trommeln können überall auf der Welt und in jeder Kultur gefunden werden – die Geschichte dieser Instrumente kann also nur wirklich alt sein!

Becken wurden aus Gräbern der alten Griechen ausgegraben, die glaubten, sie könnten damit böse Geister fernhalten. Bei ihnen finden wir auch Gemälde von Becken, die bei Festen als Instrument verwendet wurden.

Weißt Du, wie weit die Geschichte des Schlagzeugs zurück reicht? Die alten Griechen hinterließen Spuren vom Einsatz der Becken zum Vertreiben böser Geister. | Quelle: Pexels

Verwendung von Perkussion-Instrumenten beim Militär

Später wurden Trommeln und Becken, genau wie Hörner, Nebelhörner, Trompeten und Dudelsack, von der Armee für militärische Übungen, Aufführungen und sogar zu Kriegszwecken eingesetzt.

So konnten die Soldaten an den jeweiligen Enden der Schlachtfelder kommunizieren, Befehle senden, sich gegenseitig warnen oder den Feind erschrecken.

Die osmanische Militärkapelle galt als Vorreiter zum Einsatz der Becken als Abschreckung der Feinde – man nannte es Janitscharenmusik.

Diese Methode der Verwendung von solchen Schlaginstrumenten wurde erstmals im Goldenen Zeitalter und zu Zeiten Napoleons etabliert – doch auch heute finden wir Trommeln beim Militär.

Wusstest Du, dass sogar das Militär damals Trommeln einsetzte? Im Militär wurden Trommeln zur Kommunikation eingesetzt, um z.B. Feinde abzuschrecken. | Quelle: Pexels

Die Ankunft des New Orleans Jazz

Eine lange Zeit später, und zwar zu Beginn des 19. Jahrhunderts, entstand eine Bewegung im französischen Louisiana aus Afroamerikanern und Kreolen, die gemeinsam musizierten.

Die sozio-kulturellen Unterschiede verschwanden, Musik entstand und verband: Straßenbands und Kapellen sorgten dafür, dass sich der Jazz von New Orleans verbreitete. Und genau daraus entstand der Jazz, den wir heute kennen und lieben!

Besonders wichtig war damals beim Spielen die Improvisation – vor allem die Afroamerikaner spielten nach ihrem Gehör improvisierend und trafen mit den Kreolen auf Kollegen, die nach Noten spielen – später übernahm die Improvisation eine stilprägende Rolle und gilt als eines der Hauptmerkmale im Jazz.

Erfindung der modernen Trommel im 20. Jahrhundert

Am Anfang des 20. Jahrhunderts entsprachen nicht alle den modernen Trommeln wie wir sie heute kennen.

Die Erfindung des Basstrommel Pedals

Musikgruppen und Bands bestanden damals aus mehreren Trommlern – einer für die Basstrommel, einer für die Snare Drum und ein anderer für die Becken.

1909 erfand William F. Ludwig das Basstrommel Pedal – das erleichterte das Spielen von Schlaginstrumenten mit einer reduzierten Anzahl von Schlagzeugern. Das neue Basstrommel Pedal war ein sofortiger Erfolg, der in den folgenden Jahren immer kommerzieller wurde.

Zu dieser Zeit wurden die Trommelfelle auch immer noch aus Tierhäuten hergestellt, die nur einen Ton erzeugten.

Prohibition und Entwicklung des Jazz

In den 1920-er Jahren führte die Prohibition dazu, dass sich reiche Gangster (die zum größten Teil weiße Europäer waren) für Big Bands interessierten. Jazz Clubs begannen, immer beliebter zu werden: Dort wurde Alkohol konsumiert (der zu dieser Zeit verboten war) und zum Rhythmus von improvisierter Jazzmusik getanzt.

Schlagzeuger stehen selten im Rampenlicht und sind nicht so sehr für ihre Leistungen bekannt, wie beispielsweise Saxophonisten – doch dadurch, dass sie das Tempo der Band halten müssen, spielen sie eine sehr wichtige Rolle.

In diesem Zeitalter wurde das erste Charleston-Pedal erfunden, die ersten stimmbaren Trommeln erblickten das Tageslicht und schalldämmende Wände begrenzten den Lärm in geschlossenen Räumen. Der Rest war von da an Geschichte – im wahrsten Sinne des Wortes!

Die Zeit des Swing

1930 verbreiteten sich die Jazz Clubs enorm und auch die Nachfrage für Jazz Outlets steigerte sich. So fanden schwarze Amerikaner und ganz besonders Schlagzeuger ihren Platz in der damaligen Musikszene.

Das war der Anfang des Swing, der seinen Höhepunkt in den Swinging Sixties erreichte, die uns auch heute noch bekannt sind.

Der Swing galt als rhythmisch-dynamische Bewegungsform des Jazz, die durch kleinste rhythmische Abweichungen der Einsätze der Instrumente zustande kommt.

Auch die stimmbaren Trommeln nahmen an Bedeutung zu und die auf dem Boden platzierten Basstrommeln wurden immer mehr Teil der amerikanischen Musik.

Das moderne Schlagzeug-Set, wie wir es heute kennen, wurde immer populärer als sich das Splash Becken etablierte.

Die weißen Amerikaner begannen nun, die Musik der schwarzen Amerikaner zu imitieren und wandten sich ebenfalls dem Jazz und Swing zu, indem sie in renommierten Konzertsälen der USA spielten.

Zur gleichen Zeit entwickelte sich der Gypsy-Jazz in Paris.

Möchtest Du vielleicht Deinen Schlagzeugunterricht auf den Jazz auslegen? Der Jazz spielte auch für Schlagzeuger eine wichtige Rolle, wie wir an Kenny Clarke sehen können! | Quelle: Pexels

Die Evolution der Schlagzeug-Musik seit 1940

In den 1940-er Jahren fand in der Musik ein Umschwung statt: Sie wurde von nun an mit der Absicht produziert, sie eigenständig zu hören und nicht nur, um zu ihr zu tanzen.

Der Schlagzeuger als Solo-Künstler mit der Ankunft des Be-bop

Der Schlagzeuger gewann immer mehr Solo-Rollen in Musikgruppen und Bands – dank der musikalischen Ära des Be-bop.

Der Be-bop zeichnet sich durch ein schnelles Tempo und komplexe Harmonien aus. Kenny Clarke war einer der wichtigsten Wegbereiter dieses Musikstils.

So gewann die Rolle des Schlagzeugers durch den Be-bop immer mehr an Bedeutung. Es galt nicht nur noch als Metronom, sondern trat mit den anderen Instrumenten in den Dialog.

Dem Schlagzeuger war es möglich, seine eigenen kreativen Ansätze zu spielen, mit denen er sich in der Band auf gleicher Ebene mit seinen Mitspielern stellte.

Mit dieser neuen Ära begannen die Hersteller von Musikinstrumenten damit, komplette Schlagzeug-Sets herzustellen, die den heutigen Schlagzeug-Sets sehr ähnelten.

Entwicklung von Rock ’n‘ Roll und synthetischen Trommelfellen

In den 50-er Jahren ersetzten synthetische Trommelfelle Tierhäute, was es ermöglichte, die Trommeln an die Ansprüche des entsprechenden Trommlers anzupassen. Vor 1957 wurden alle Trommelfelle der Standard Konfigurationen ursprünglich aus Hirschleder hergestellt.

Das Problem an den Trommeln mit Hirschleder-Trommelfell war, dass sie eigentlich häufig hätten gestimmt werden müssen (was nicht möglich war) und Umweltfaktoren (wie das Wetter) sie leicht beschädigen konnten.

War es heiß und feucht, waren die Töne der Trommeln viel niedriger. War es kalt und trocken, mussten die Trommelfelle angefeuchtet werden, um den richtig Klang zu erzielen.

Die 50-er und 60-er Jahre sorgten für den Beginn des Rock ’n‘ Rolls, wodurch Schlaginstrumente und insbesondere das Schlagzeug vor allem bei den jüngeren Generationen großen Anklang fanden – Bands wie die Beatles, Led Zeppelin und The Who waren damals sehr beliebt.

Auch das Spiel der Schlagzeuger wurde immer kraftvoller und heftiger. Hersteller dieser Instrumente mussten also solidere und zuverlässigere Instrumente herstellen. Auch die Becken wurden dicker und härter, so wie die Schlagzeuger es für den Rock ’n‘ Roll brauchten.

Auch wenn sich einige Trommel-Techniken überschneiden (z.B. lasssen sich auch einige Jazz-Techniken im Rock ’n‘ Roll von Elvis erkennen), fand jeder Musikstil langsam seinen Weg für unterschiedliche und einzigartige Stile und Techniken im Bereich Schlagzeug.

Das Doppelpedal im Hard Rock und Heavy Metal

Langsam, aber sicher, gewann mit Bands wie AC/DC, Deep Purpple oder Guns ’n‘ Roses auch der Hard Rock an Popularität.

Vor allem Guns ’n‘ Roses brachten diese Art von Musik an die Front der Pop-Szene. Daraus entwickelten sich dann Musikstile von Punk (Sex Pistols The Clash…) über Progressive Rock (David Bowie, Genesis…) bis hin zu Heavy Metal und Death Metal.

Das Doppelpedal erschien in den 1980-er Jahren und wird fast immer von Metal und Death Metal Bands benutzt.

Bevorzugst Du beim Schlagzeug Spielen lieber Pop oder echten Hard Rock? Am Ende der Geschichte des Schlagzeugs kommt der Hard Rock ins Spiel! | Quelle: Pexels

Mittlerweile kann fast jedes Schlagzeug komplett an die Bedürfnisse und Ansprüche des Schlagzeugers und seinem gewünschten Musikstil angepasst werden.

Man kann sich zwar mit der gewöhnlichen Konfiguration aus einfachen Hi-Hats, einer Basstrommel und einer Snare Drum zufrieden geben, allerdings ist es auch möglich, die Hi-Hats gegen einen anderen Becken-Typ auszutauschen, weitere Trommeln oder Becken hinzuzufügen oder die physische Anordnung der Instrumente zu verändern. Das ist gerade für Linkshänder ein großer Vorteil.

Kennst Du auch die Vorteile eines elektronischen Schlagzeug-Sets? Wenn Du nicht allzu viel Platz in Deiner Wohnung hast oder gerade erst dabei bist, Schlagzeugunterricht für Anfänger zu nehmen und die Grundlagen zu lernen, könnte das eine gute Alternative sein!

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