Die Archipele von Französisch-Polynesien sind die Gesellschaftsinseln ("Îles de la Société"), der Tuamotu-Archipel, die Gambier-Inseln, die Marquesas-Inseln und die Tubuai-Inseln.

Die Gesellschaftsinseln - Îles de la Société

Die Hauptstadt von von Französisch-Polynesien, Papeete, liegt auf Tahiti, der größten Insel Französisch-Polynesiens, die zu den Gesellschaftsinseln gehört. Die Gesellschaftsinseln bestehen aus zwei Gruppen, den "Îles du Vent" (Inseln über dem Winde) im Osten und den "Îles Sous le Vent" (Inseln unter dem Winde) im Westen. Tahiti und die Insel Moorea, die durch einen 14 km breiten Kanal von Tahiti getrennt ist, sind beides Hochinseln und von strahlend weißen Korallensandstränden umgeben. 

An Bord der "Beagle" kam auch Charles Darwin nach Tahiti, eine der 14 Etappen seiner Reise um die Welt von Dezember 1831 bis Oktober 1836. Die Beobachtungen, die er während dieser langen Reise machen wird, werden 20 Jahre später zur Veröffentlichung seiner berühmten Evolutionstheorie führen.

Ebenfalls zu den "Îles de la Société" gehören die etwa 120 km westlich von Tahiti liegenden "Îles Sous le Vent", bestehend aus fünf Vulkaninseln und vier Atollen. Raiatea, eine Doppelinsel, ist die größte und am dichtesten besiedelte der "Îles Sous le Vent". Raiatea und ihre Nachbarinsel Tahaa sind durch einen etwa 3 km breiten Kanal getrennt und liegen innerhalb desselben Barriereriffs. Der Haupthafen der Gruppe ist Uturoa auf Raiatea. Östlich von Raiatea liegt die malerische Insel Huahine.

Schließlich liegt westlich von Raiatea die wunderschöne kleine Insel Bora-Bora. Sie besteht aus zwei vulkanischen Gipfeln, die zur Lagune abfallen. Bora-Bora ist das Zentrum des Tourismus in Französisch-Polynesien.

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Das Tuamotu-Archipel

Das östlich der Gesellschaftsinseln liegende Tuamotu-Archipel besteht aus etwa 80 Inseln korallenen Ursprungs, die eine Lagune umgeben. Die Größen variieren, von 75 Quadratkilometern in Rangiroa bis zu wenigen Hektar Land, das kaum über die Meeresoberfläche hinausragen. Abgesehen von den allgegenwärtigen Kokospalmen, haben diese Inseln kein landwirtschaftliches Potenzial; ihre Lagunen sind jedoch eine reiche Quelle für Fische, Perlen und Perlmuttmuscheln. Rangiroa verfügt über einen Flughafen mit Flügen nach Tahiti. 

Die Gambier-Inseln

Die Gambier-Inseln umfassen vier große, hohe Vulkaninseln und einige kleine Inseln mit einer Gesamtfläche von 36 Quadratkilometern. Die Hauptinsel ist Mangareva.

Das Marquesas-Archipel

Die 14 Inseln des Marquesas-Archipels liegen 1.450 km nordöstlich von Tahiti. Sie haben eine Fläche von 1.049 Quadratkilometern. Einige von ihnen sind vulkanische Inseln, aber anders als die Gesellschaftsinseln sind sie nicht durch ein Barriereriff vom Meer geschützt. Die Annäherung an die Inseln vom Meer aus ist schwierig. Hier findet man nicht die typischen von Palmen gesäumten weißen Sandstrände, die bis in das ruhige türkisfarbene Wasser reichen. Die Einheimischen leben ausschließlich in den Tälern der Inseln, wo sie Landwirtschaft betreiben.

Die Tubuai-Inseln

Die Tubuai-Inseln liegen 720 km südlich von Tahiti und bilden den südlichsten Teil von Französisch-Polynesien. Diese Kette aus vier Inseln umfasst zusammen mit der isolierten Insel Rapa im Südosten und den unbewohnten Inseln Marotiri und Maria eine Fläche von 148 Quadratkilometern. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs, aber relativ niedrig. 

Im Sonnenuntergang liegen zwei Inseln im Meer.
Der vulkanische Ursprung vieler Inseln Französisch-Polynesiens ist offensichtlich. | Unsplash

Das Klima in Französisch-Polynesien

Das Klima ist überall in Französisch-Polynesien tropisch – warm und feucht. Die Regenzeit dauert von November bis April und die "kühlere" Trockenzeit von Mai bis Oktober. Es gibt natürlich einige regionale klimatische Schwankungen, je nach Lage. In der Hauptstadt Papeete auf Tahiti beträgt die durchschnittliche Jahrestemperatur 26 ° C, die weiter südlich gelegenen Tubuai-Inseln haben ein kühleres Klima und die Temperatur kann im September auf 18 °C sinken. Die relative Luftfeuchtigkeit ist immer hoch und die höher gelegenen Gebiete sind ständig in Wolken gehüllt.

Pflanzen und Tiere in Französisch-Polynesien

Aufgrund der Abgeschiedenheit der Inseln gibt es wenig Vielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt. Die meisten Pflanzen- und Tierarten wurden von den ersten Polynesiern eingeführt, andere von Europäern.

Auf den Kalksteinböden der Atolle findet man häufiger wüstenartige Pflanzen, auf den Hügeln  und Hochebenen der Vulkaninseln ist die Pflanzenwelt vielfältiger mit Farnen und Regenwäldern. In den Küstenebenen wachsen Kokosnusspalmen, Brotfrucht und verschiedene Obstbäume. Die meisten Tierarten wurden eingeführt, denn auf den Inseln gab es ursprünglich keine Säugetiere. Heute gibt es auf den Inseln Ziegen, Schweine, Pferde, Rinder und Ratten. In den Süßwasserbächen der Inseln leben Fische und Garnelen, in den Lagunen und den umliegenden Meeren sind Fische und Meeresfrüchte ebenfalls reichlich vorhanden.

In Französisch-Polynesien gibt es keine Giftschlangen und auch keine giftigen Insekten. Vielleicht triffst du auf ein paar Mücken oder Sandfliegen, aber keine dieser Kreaturen ist darauf aus, dich zu töten.

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Wie Französisch-Polynesien französisch wurde

Der europäische Kontakt mit den Inseln Französisch-Polynesiens erfolgte schrittweise. Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan sichtete 1521 das Pukapuka-Atoll im Tuamotu-Archipel.

Die südlichen Marquesas-Inseln wurden 1595 erreicht.

Der niederländische Entdecker Jacob Roggeveen entdeckte 1722 Makatea, Bora-Bora und Maupiti. Kapitän Samuel Wallis, nach dem die Insel Wallis benannt ist, erreichte 1767 Tahiti, Moorea und Maiao Iti.

Die Gesellschaftsinseln wurden nach der "Royal Society" benannt, die die Expedition unter Kapitän James Cook gesponsert hatte. Cook erreichte Tubuai auf seiner letzten Reise im Jahr 1777.

Tahiti wurde 1842 zum französischen Protektorat und 1880 zur Kolonie erklärt. Französische Missionare erreichten 1834 die Gambier-Inselgruppe, und 1844 wurde dort ein französisches Protektorat ausgerufen, gefolgt von der Annexion 1881. Die Tubuai-Inseln wurden ebenfalls von Tahiti aus evangelisiert, Rimatara und Rurutu wurden 1889 unter französisches Protektorat gestellt und 1900 annektiert. Die Inseln des Fakarava-Atoll wurden 1847 von Frankreich als abhängig von Tahiti innerhalb des Protektorats beansprucht und wurden 1880 Teil der Kolonie. Auf den Marquesas wurde Nuku Hiva 1813 an die Vereinigten Staaten angeschlossen, aber 1842 traten sie die Souveränität an Frankreich ab.

Meer, in der Ferne eine Vulkaninsel, rechts auf einem Fleckchen Erde eine Kirche.
Kirchen gibt es viele in Französisch-Polynesien - Missionare haben einen Grossteil der Einheimischen zum Christentum bekehrt. | Unsplash

1946 wurde Französisch-Polynesien zu einem Überseeischem Territorium erklärt. 

Eine Unabhängigkeitsbewegung brach 1958 zusammen. Frankreich gewährte ab 1977 mehr lokale Autonomie, aber die Pro-Unabhängigkeits- und Pro-Autonomie-Parteien forderten weiterhin die Wahl des Präsidenten durch das Volk und entweder mehr Autonomie oder völlige Unabhängigkeit. Das Gebiet wurde 1984 autonom. Im März 2003 änderte Frankreich die Klassifizierung von Französisch-Polynesien von Überseeterritorium zu Überseegebiet. Im Jahr 2004 erweiterte ein Gesetz die Selbstverwaltungsbefugnisse Französisch-Polynesiens. 

Der politische Status Französisch-Polynesiens

Französisch-Polynesien hat als Überseegebiet eine größere Autonomie als ein überseeisches Departement wie La Réunion. Staatsoberhaupt ist der französische Präsident, aber Regierungschef ist der Präsident von Französisch-Polynesien. Französisch-Polynesien ist im französischen Parlament mit zwei Abgeordneten und zwei Senatoren vertreten. 

Die Wirtschaft Französisch-Polynesiens

Französisch-Polynesien ist auf Importe angewiesen. Etwa ein Viertel kommt aus Frankreich, aber europäische Länder sind auch wichtige Exportländer. Zu den in Französisch-Polynesien hergestellten Produkten gehören Kopra (getrocknetes Kokosfleisch), Kokosöl und andere Öle, bedruckte Stoffe und Sandalen. 

Die traditionellen Exporte – einschließlich Vanille – sind stark zurückgegangen, aber dieser Einnahmeverlust wurde teilweise durch die Entwicklung der Fischerei kompensiert, darunter Garnelen- und Austern. Auch schwarze Zuchtperlen, hauptsächlich von den Inselgruppen Tuamotu und Gambier, werden exportiert.

Viele lokale Ressourcen werden auch lokal verwendet, darunter Früchte, Produkte aus Fischerei und der Landwirtschaft sowie Materialien für den Bau traditioneller Häuser und Kanus. Schweine, Rinder und Hühner werden zum Essen gezüchtet.

Bis Mitte der 1990er Jahre wurden die Staatseinnahmen durch die Anwesenheit von französischem Militärpersonal, das die Atomtesteinrichtungen in den Tuamotus unterstützte, erheblich gesteigert. 1963 hatte die französische Regierung begonnen, Atomwaffen auf Mururoa zu testen. Als Reaktion auf weltweiten Druck wurden die Tests 1975 auf Fangataufa in den Untergrund verlegt und 1992 nach erheblichen Unruhen zunächst ausgesetzt, dann aber unter President Jacques Chirac 1995 wieder aufgenommen. Der zunehmende antinukleare Druck zwang die Franzosen jedoch, im Jahr 1996 einen Vertrag über eine nuklearfreie Zone im Südpazifik zu unterzeichnen. Hunderte von französischen Soldaten verließen anschließend das Gebiet, was zum Verlust vieler lokaler Arbeitsstellen führte.

Der Tourismus ist heute der wichtigste wirtschaftliche Zweig des Landes wie in vielen anderen französischen Überseegebieten, darunter die Inseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin.

Spätestens seitdem sich der französische Maler Paul Gauguin zunächst auf Tahiti und später auf Hiva Oa niederliess, wo er auch starb, zieht die Schönheit der Inseln viele Besucher an. 

Auf dem klaren, hellblauen Wasser einer Lagune sitzt ein Mann mit Strohhut in einem weissen Kanu.
Die traditionellen Kanus werden auf vielen Inseln noch hergestellt. | Unsplash

Sprache und Kultur Französisch-Polynesiens

Die Bewohner der Inseln sind in erster Linie Polyneser, obwohl viele zumindest teilweise europäischer oder asiatischer Abstammung sind. Etwa 300 Chinesen kamen 1865 aus Hongkong, um auf den Baumwollfeldern und auf Kaffee- und Zuckerplantagen zu arbeiten. Menschen europäischer, insbesondere französischer Herkunft und Menschen chinesischer Herkunft machen jeweils etwa ein Achtel der Bevölkerung aus.

Auch französische Gebiete wie Mayotte und Martinique haben eine besondere Kreol-Kultur.

Die europäischen Missionare haben ganze Arbeit geleistet: Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist christlich. Es gibt viele Kirchen in ganz Polynesien.

Eine der ältesten katholischen Kirchen in Polynesien ist "Jean de la Croix" auf der Insel Fakarava. Das Kircheninnere ist komplett aus Korallen gefertigt.

Die offiziellen Sprachen sind Französisch und Tahitianisch, obwohl andere polynesische Sprachen (noch) weit verbreitet sind.

Viele Elemente der traditionellen polynesischen Kunst und Kultur, wie der traditionelle Tanz Tamure, die Musik, polynesische Tätowierungen und andere lokale Bräuche, verschwanden unter dem Einfluss der europäischen Missionare, die im 18. Jahrhundert auf den Inseln landeten und die lokale Kultur unterdrückten. Was davon übrig blieb, wurde durch eine gewisse Romantisierung vonseiten der Europäer verzerrt dargestellt und ist teilweise heute auf reine Folklore reduziert.

Das Wort "Tatoo" stammt übrigens vom tahitianischen Wort "tatau" ab. Tätowierungen waren ein wesentlicher Bestandteil der tahitianischen Gesellschaft und Symbole für Rang, Reichtum, Stamm oder Familiengruppe.

Der polynesischen Kultur ist zuletzt wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt worden: Die tahitianische Sprache erlebt einen Aufschwung, seit sie Ende des 20. Jahrhunderts den Status einer Amtssprache erlangte und ein ethnografisches Museum und eine Gesellschaft in Papeete tragen ebenfalls zu den Bemühungen bei, das kulturelle Erbe Französisch-Polynesiens zu bewahren. 

Wusstest du, dass zu den französischen Überseegebieten auch eines vor der Küste Kanadas, Saint-Pierre-et-Miqueldon, und eines in Südamerika, Französisch-Guayana, liegt?

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin sowie dreifache Jungs-Mama. Ich schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich... eigentlich für alles. Aber ganz besonders für Reisen, Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.