Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport
Teilen

Mathe mal anders: Wer ist der wichtigste Charakter bei GoT?

Superprof Blog DE > Nachhilfe > Mathe > Dank Mathematik die Hauptfigur in „Game of Thrones” errechnen

Nicht wenig Schülerinnen und Schüler haben die Mathestunden ihrer Schulzeit damit verbracht, sich zu fragen, wozu um alles in der Welt man Geometrie, Algebra, Vektorrechnung & Co. lernen muss…

Wie kann uns das im Alltag nützlich sein?

Hier in diesem Artikel haben wir die überraschende Antwort für Euch!

Denn zwei amerikanische Wissenschaftler haben uns gezeigt, dass Mathe durchaus sehr interessant sein kann, und Fragen beantwortet, mit denen wir uns alltäglich beschäftigen…

Der US-Amerikanische Mathematik Professor A. Beveridge und sein Student J. Shan haben es dank Mathematik doch tatsächlich geschafft, das Geheimnis von einer der wohl erfolgreichsten Fantasy-Serien aktuell zu lüften

Wir sprechen hier natürlich von… Game of Thrones!

Außer natürlich man hat die letzten fünf Jahre auf einer abgeschiedenen Insel gewohnt, hat wohl so ziemlich jeder schon einmal von dieser Serie gehört!

Bombastische Einschaltquoten und ein entsprechender Fan-Hype sprechen für sich: Die Serien-Adaption der Romane von George R. R. Martin ist ein wahnsinniger Erfolg!

Grund für die Beliebtheit ist sicherlich die Tatsache, dass man immer wieder neu überrascht und geschockt wird: Die Macher von Game of Thrones schrecken nicht davor zurück, Hauptrollen brutal sterben zu lassen und Fanlieblinge sang- und klanglos aus der Serie zu streichen…

Das gibt Raum für Spannung, „Spaß“ und – am wichtigsten – vieeel Spekulation!

Eine heiß diskutierte Frage ist (oder war) sicherlich die nach der Hauptrolle der Serie. Was bei anderen Shows ganz klar zu sein scheint, ist ein großes Rätsel bei Game of Thrones:

Wer ist hier eigentlich der wichtigste Charakter?

Bei so vielen unterschiedlichen Partien, Familien und Königshäusern, die mit Intrigen, Drachen, Sex und Magie um den Eisernen Thron kämpfen, ist dies nicht eindeutig zu sagen…

Ist es Jon Snow, Daenerys Targaryen, Tyrion Lannister oder doch Bran Stark?

Um genau diese Frage zu beantworten haben Beveridge und Shan Mathematik gebraucht.

Wir geben Entwarnung, es hat nicht zu tun mit…:

  • Trigonometrie,
  • Ableitung,
  • Arithmetik,
  • Sätzen des Pythagoras, Euklid oder Thales,
  • nicht einmal mehr mit Physik!

Die Lösung, auf die die beiden gestoßen sind, kann viel über die Serie aussagen und vielleicht sogar enthüllen, wer beim Finale des Fantasy-Epos eine große Rolle spielen wird!

Deshalb Achtung SPOILER: Wenn Ihr Euch lieber überraschen lassen möchtet, dann lest hier lieber nicht weiter…

Das Serien- Phänomen „Game of Thrones”

Bevor wir auf die Enthüllung der beiden Mathematiker zu sprechen kommen, hier ein paar wichtige Informationen zu der Serie selbst:

Game of Thrones ist eine Fantasy-Serie, die in den USA 2011 anlief und in einer mittelalterlich-ähnlichen Zeit spielt.

Wie lange kann Cersei Lannister den Thron noch halten? Das Objekt der Begierde: Der Eiserne Thron. | Quelle: GoT Official Facebookpage, Credits: HBO

Die Handlung findet auf dem imaginären Kontinent „Westeros“ statt. Sie setzt zu der Zeit an, in der Robert Baratheon über die sieben geeinigten Königslande in Westeros herrscht und auf dem begehrten Eisernen Thron sitzt (1. Staffel).

Doch Game of Thrones wäre nicht Game of Thrones, wenn dies so bleiben würde: Und so wechseln im Laufe der Serie der Thron und die zugehörige Krone ganz schön oft den Besitzer…

Denn die verschiedenen Häuser und Familien haben (fast) alle nur ein Ziel: Die Herrschaft über Westeros – oder zumindest einen Teil davon.

Doch abgesehen von tödlichen Allianzen, Intrigen und Kriegen droht noch eine ganz andere Gefahr aus dem hohen Norden!

Die weißen Wanderer – mythische Gestalten, die echt schwer zu töten sind – waren während der langen Sommerjahre in Westeros dank der berühmten Mauer im Norden und ihrer Nachtwache ausgesperrt…

Doch wie wir alle wissen: „Winter is coming!“. Und damit auch die Gefahr aus dem Norden…

Also ja, falls Ihr Euch jetzt wundert: Bei GoT gibt es neben Rache, Krieg und vieeel Blut auch Magie – und Drachen!

Um die mathematische Formel im nächsten Kapitel verstehen zu können, stellen wir Euch kurz die Häuser mit den wichtigsten Charakteren vor:

  • Das Haus Stark: Die Starks sind ein wenig die gebeutelten Sympathieträger der Serie. So setzt die Handlung der 1. Staffel auch bei den Stark sein: Ned Stark, Robb Stark, Sansa Stark, Arya Stark, Bran Stark und last aber auf keinen Fall least, der gefeierte Jon Snow.
  • Das Haus Lannister: Cersei, Jaime, Tyrion, Joffrey Lannister – gehasst und geliebt gleichermaßen!
  • Das Haus Targaryen: Daenerys Targaryen – die Mutter der Drachen und letzter (offizieller) Nachfahre des „Irren Königs“. Befindet sich zu Beginn der Serie im Exil.
  • Das Haus Baratheon: Robert, Stannis und Renly Baratheon
  • Das Haus Bolton: Roose und Ramsey Bolton
  • Das Haus Greyjoy mit Theon Greyjoy

Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Charaktere und nicht erwähnte Häuser…

Um Euch eine Vorstellung von der Größe und den Erfolg der Serie zu verschaffen, hier einige Zahlen:

  • GoT wurde in 173 verschiedenen Ländern ausgestrahlt – und wird so häufig wie keine andere Serie illegal gestreamt, gedownloadet, etc…
  • Wurde mit zahlreiche Nominierungen und Preisen ausgezeichnet
  • Für die 8. Staffel ist ein Budget von 15 Millionen Dollar pro Folge geplant
  • 30 verschiedene Drehorte in der ganzen Welt
  • 3000 verschiedene Kostüme
  • Eine eigene erfundene Sprache: Dothraki.

Eine unglaublich aufwendige und kostspielige Angelegenheit also… Was denkt Ihr, wie haben die beiden Mathematiker da bloß durchblicken können?

Dank der Methodik “Netzwerkanalyse” die Hauptrolle von GoT errechnen

Und jetzt nachdem der Kontext klar ist, können wir zu unserer Ursprungsfrage zurückkommen:

Wie kann man dank Mathe die Hauptrolle von Game of Thrones berechnen?

Diese Fragen haben sich zumindest der Mathe-Professor Beveridge und sein Student Shan (Macalaster College) gestellt.

Dank Mathematik Beziehungsnetzwerke zwischen Personen errechnen

Beveridge und Shan haben für Ihre Forschung jedoch kein Algebra oder Wahrscheinlichkeitsrechnung noch so mathematische Wunder wie die Kreiszahl Pi gebraucht.

 

Sie benutzten vielmehr eine sehr interdisziplinäre Forschungsmethodik, die auch in den Politikwissenschaften, Sozialwissenschaften, der Psychologie und Informatik verwendet wird:

Die Netzwerkforschung!

Diese beschäftigt sich mit komplexen Netzwerken von Beziehungen und beabsichtigt, sie zu analysieren sowie graphisch darzustellen.

Basierend auf den Romanen von George R. R. Martin haben unsere beiden Mathematiker also versucht, Ordnung in das Chaos der GoT- Universums zu bringen…

Dabei haben sie sich die Beziehungen der unterschiedlichen Charaktere der Romane angeschaut und diese graphisch dargestellt. Und wenn wir von Graphen sprechen geht es hier nicht um Koordinatensysteme, Funktionen oder Kurvendiskussionen.

Nein, sondern um die Darstellung der einzelnen Charaktere, ihrer engsten Beziehungen und die Häufigkeit mit der sie erwähnt werden…

Um die Verbindungen zwischen den Personen zu bewerten, haben die beiden Mathematiker sich den 3. Teil der Romanreihe vorgenommen („Storm of Swords“/ „Sturm der Schwerter“).

Jedes Mal, wenn zwei oder mehrere Charaktere in einem Abstand von maximal 15 Wörtern auftauchen, wurde dies als indirekte oder direkte Verbindung gewertet.

Diese Links wurden graphisch dann unterschiedlich dargestellt: Dicker oder dünner, je nach Stärke der Verbindung – also je nachdem wie häufig beide Namen innerhalb von 15 Wörtern aufgetaucht sind.

Mit Hilfe eines Algorithmus sind dann sieben verschiedene Netzwerke entstanden, in dem Graphen durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet.

Damit Ihr Euch das besser vorstellen könnt, wollen wir Euch den entsprechenden Graphen auch gar nicht länger vorenthalten:

Mit Mathe die Hauptrolle von Game of Thrones errechnen? Die Netzwerkanalyse zeigt die Beziehungen zwischen den einzelnen Charaktern! | Quelle: Network of Thrones, Credits: A. Beveridge & J. Shan

Wie Ihr sehen könnt, sind hier sehr viele Protagonisten des dritten Romans aufgelistet – 107 um mal genau zu sein. Diese werden in der Netzwerkanalyse dann „Knoten“ („Knots“) genannt.

Die Akteure sind durch 353 „Kanten“ („Ties“) verbunden. Doch damit nicht genug!

Beveridge und Shan haben sich nämlich nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Verbindungen angeschaut…

Und damit ist jetzt nicht gemeint, wie dick ein Charakter mit einem anderen befreundet ist – was bei Game of Thrones eher selten der Fall ist – sondern zum Beispiel wie mächtig die Person ist, zu der eine Verbindung besteht.

Denn natürlich ist ein Charakter nicht gleich der Hauptcharakter, nur weil er am häufigsten erwähnt wird

Um die zentrale Figur auszuwählen, haben sie verschiedenen Analyse-Kriterien gewählt:

  • Wie viele Beziehungen hat eine Person zu anderen Charakteren?
  • Wie viel interagiert eine Person mit anderen Charakteren?
  • Wie wichtig/mächtig sind die Personen, mit der ein Charakter interagiert? (Um dies zu berechnen nutzten sie den Algorithmus von Google „PageRank“)
  • Wie weit ist ein Charakter räumlich von anderen entfernt?
  • Wie oft wird eine Person als Vermittler zwischen anderen Charakteren eingesetzt?

Und wer ist nun mathematisch gesehen die Hauptrolle bei Game of Thrones?

*

AND THE WINNER IS…

*

Tyrion Lannister!

Hättet Ihr gedacht, dass Tyrion der wichtigste Charakter ist bei Game of Thrones? Tataaaa… Tyrion Lannister ist die Hauptrolle bei Game of Thrones! | Quelle: GoT Official Facebookpage, Credits: HBO

Der halbwüchsige und jüngste Sohn von Tywin Lannister ist – ganz gleich seiner Größe und Ablehnung seines Vaters – die wichtigste Figur des Fantasy-Epos!

Das ist jetzt keine große Überraschung, oder?

Auch der zweite Platz wird Euch nicht vom Hocker hauen: Jon Snow, Bastard-Sohn von Ned Stark (*zwinkerzwinker*), ist dank seiner Beziehungen zum Haus Stark und der Nachtwache ganz vorne beim Rennen um Platz 1 dabei.

Minuspunkte gab es übrigens wegen seines Aufenthaltsorts im dritten Teil: Da befand er sich nämlich ein wenig abgeschlagen im hohen Norden bei der Nachtwache.

Wegen dieses Kriteriums ist übrigens auch Drachenmutter Daenerys Targaryen nicht auf den vordersten Plätzen zu finden. Denn diese ist in „Sturm der Schwerter“ nach wie vor im Exil in Essos und somit nicht einmal mehr auf demselben Kontinent wie die anderen Charaktere.

Der dritte Platz wird Euch allerdings überraschen! Denn diesen belegt niemand anderes als Sansa Stark!

Sie ist nicht nur eine Nachkommen des Haus Starks, sondern befindet sie sich im dritten Teil der Saga auch noch im Zentrum der Macht, in „Königsmund“…

Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, kann die Webseite von Beveridge und Shan „Network of Thrones“ besuchen. Hier haben die beiden Ihre Netzwerkanalysen von weiteren GoT-Romanen und der TV-Serie veröffentlicht!

Dieses Beispiel zeigt, wie alltagsnah und interessant Mathematik sein kann! Das wäre doch eine tolle Idee für die nächste Mathestunde, oder?

Wofür wird die Netzwerkforschung verwendet?

Wofür braucht man die Netzwerkforschung eigentlich – außer natürlich um die Rätsel des Game of Thrones – Universums zu lösen?

Die Netzwerkforschung nimmt in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung und Beliebtheit zu.

Ob soziale Netzwerke, politische oder wirtschaftliche – den Überblick zu behalten ist wichtiger denn je! Und so wird auch die Analyse unserer Netzwerke immer gefragter.

Hier einige Beispiele, in welchen Bereichen diese Methodik angewandt wird:

  • Transportnetzwerke (Flugverkehr, Zugverkehr,…)
  • Infrastruktur (Wasserleitungen, Gas,…)
  • Netzwerke in der Natur (Hydraulik, Biologisch,…)
  • Soziale Netzwerke (Familien, Freundeskreise, …)

Eine neue Forschungsrichtung, die neue Perspektiven für die Disziplin der Mathematik auftut – und sich so den Lehren und Forschungen von Mathematiker Leonard Euler anschließt.

Was wäre, wenn die Netzwerkanalyse die Wissenschaft vereinen könnte?

Das wäre zumindest ganz im Sinne von Historiker M. Gribaudi und Physiker J.P. Nadal!

Durch den interdisziplinären Charakter der Netzwerkforschung könnte es die verschiedenen Disziplinen näher zusammenbringen und Wissenschaftler aus allen Fachrichtungen dazu anregen, gemeinsam an Fragestellungen zu arbeiten.

Durch die Zusammenarbeit hätte das Feld der Netzwerkforschung – so finden zumindest Gribaudi und Nadal – das Potential, große Entdeckungen zu machen und viel effektiver zu arbeiten.

Ihr seht schon: Mathematik ist ein wirklich weites Feld voller Möglichkeiten und Vielfalt! (…und voller ungelöster mathematischer Rätsel!)

„Mathematik reicht so weit wie der Ozean.“ (Victor Hugo)

Wer ist die zentrale Figur in Game of Thrones? Die Beziehungen unter den Charakteren und die Relevanz dieser Verbindung sind ausschlaggebend für die Analyse! | Quelle: GoT Official Facebookpage, Credits: HBO

In der Zwischenzeit könnt Ihr erst einmal Freunde und Kollegen mit Eurem Wissen darüber beeindrucken, wie man dank Mathematik die Hauptrolle von Game of Thrones berechnen kann!

Und wir hoffen, dass in den Schul-Lehrplan für Mathematik genau solche Themen eingebaut werden, um bei den Schülern Interesse an Mathe zu wecken!

Denn mit Spaß und Motivation lernt es sich einfacher:

  • Rechenaufgaben (Addition, Subtraktion, Division, Multiplikation),
  • Geometrische Figuren wie Würfel, Zylinder, Pyramiden, etc.,
  • Bruchrechnung,
  • Wahrscheinlichkeitsrechnung,
  • Quadratische Gleichungen,

Wie spannend und interessant Mathematik sein kann! Vor allem wenn man dank Formeln, Graphen & Co. die größten Rätsel löst!

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar