Viel Sand, Kamele und vereinzelte Oasen: Daran denken die meisten beim Wort Wüste. Doch nicht jede Wüste entspricht diesem Bild. Auf der Erde gibt es riesige, faszinierende Landschaften, die durch extreme Trockenheit, Hitze oder Kälte geprägt sind.

Neben den bekannten Sandwüsten zählen auch Eis- und Kältewüsten dazu. Doch welche Wüsten sind eigentlich die größten der Welt? In diesem Artikel erfährst du, wo sie liegen, wie groß sie sind und was sie so besonders macht.

RangWüsteungefähre FlächeTypLage
1Antarktische Wüste14.200.000 km²EiswüsteAntarktis
2Arktische Wüste13.900.000 km²EiswüsteArktis
3Sahara 9.200.000 km²Subtropische WüsteAfrika
4Große Arabische Wüste 2.330.000 km²Sand-/ SteinwüsteAsien/ Arabische Halbinsel
5Australische Wüsten 1.370.000 km²Subtropische WüsteAustralien
6Wüste Gobi 1.040.000 km²Binnen-/ KältewüsteZentralasien
7Kalahari 900.000 km²Trockensavanne/ WüsteAfrika
8Patagonische Wüste 673.000 km²Kühle Halbwüste/ WüsteSüdamerika
9Syrische Wüste 500.000 km²SteppenwüsteVorderasien
10Great Basin (Großes Becken) 492.000 km²Kalte WüsteUSA
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Rang 1: Antarktische Wüste

Größte Wüste weltweit

Eiswüste

Kontinent Antarktika

Extrem Trocken

Kälteste Region der Erde

Katabatische Winde

Riesige Wasserspeicher

Dickes Eisschild

Forschungsstationen

Drei Pinguine im Schnee
Antarktis- Pinguine (Credits: Derek Oyen - Antarktis - 2019)

Die Antarktis ist mit rund 14 Millionen Quadratkilometern die größte Wüste der Welt. Sie erstreckt sich rund um den Südpol und ist eine sogenannte Kaltwüste. Obwohl hier riesige Mengen Eis liegen, fällt im Landesinneren nur sehr wenig Niederschlag. Im Winter wurden Rekord Temperaturen von unter -80 °C gemessen.

Gleichzeitig sorgen starke Fallwinde mit Geschwindigkeiten von über 300 km/h, für extreme Bedingungen. Fast 70 Prozent des Süßwassers der Erde sind hier als Eis gespeichert. Trotzdem gibt es nur wenig Leben an Land. Moose und Flechten wachsen an einigen Stellen, während Pinguine, Robben und Wale vor allem an den Küsten leben. Dauerhaft wohnt hier niemand, doch Forschende arbeiten im Sommer in zahlreichen Forschungsstationen.

Rang 2: Polarwüsten der Arktis

Die Arktis ist keine einzelne, klar abgegrenzte Wüste. Große Teile der hocharktischen Landgebiete weisen jedoch aufgrund der geringen Niederschläge Polarwüstenklima auf. Dazu gehören unter anderem Gebiete in Grönland, im kanadisch-arktischen Archipel, auf Spitzbergen und in Nordsibirien.

Polare Eiswüste

Nördlichste Zone der Erde

Extrem Kalt

Geringer Niederschlag

Polarnacht

Polartag

Permafrostboden

Extrem spärliche Vegetation

Lebensraum Meer

Schneeflächen und daraus herausragende Gebirge
Arktis (Credits: tthielemann - Arktis - 2022)

Die arktische Wüste liegt rund um den Nordpol und umfasst unter anderem Teile Grönlands, Spitzbergens und Nordsibiriens. Sie zählt zu den Kältewüsten. Im Winter können die Temperaturen unter -30 °C bis -50 °C fallen.

Durch den geringen Niederschlag von weniger als 200 Millimetern pro Jahr fällt meist nur wenig Schnee. Der Boden ist dauerhaft gefroren, und Pflanzen wie Moose, Flechten und wachsen nur spärlich. Trotzdem findest du hier Tiere wie Eisbären, Polarfüchse, Robben und Walrosse. Im Sommer brüten zahlreiche Seevögel an den Küsten. Die Arktis ist jedoch stark vom Klimawandel betroffen: Das Packeis schmilzt und der Permafrost taut zunehmend auf.

Rang 3: Sahara

Trockenwüste

Nordafrika

Erstreckt sich über 11 Länder

Niederschlag extrem selten

Sehr hohe Verdunstung

Extrem hohe Temperaturen

Oasen

Dünn besiedelt

Bodenschätze

Felsformationen auf sandigem Boden
Sahara Wüste (Credits: alexman89 - Sahara - 2023)

Die Sahara ist mit rund 9 Millionen Quadratkilometern die größte Trockenwüste der Erde. Sie erstreckt sich quer durch Nordafrika vom Atlantik bis zum Roten Meer und umfasst Teile von elf Ländern. Entgegen der Vorstellung besteht nur etwa ein Fünftel aus Sandwüste. Große Gebiete sind von Stein, Kies und Gebirgen geprägt. Tagsüber können die Temperaturen über 50 °C steigen, während es nachts stark abkühlt und sogar Frost möglich ist. Niederschlag fällt sehr selten.

Für Menschen und Tiere sind Oasen mit Grundwasser daher besonders wichtig. Dromedare, Fenneks und Skorpione haben sich an die extremen Bedingungen angepasst. Auch Nomadenvölker wie die Tuareg leben in der Sahara. Interessant ist, dass die Sahara nicht immer trocken war: Vor Tausenden Jahren war sie eine grüne Savannenlandschaft mit Flüssen, Seen und einer vielfältigen Tierwelt.

Rang 4: Arabische Wüste

Arabische Halbinsel

Besteht aus mehreren Teilwüsten

Größte Wüste Asiens

Extrem trockenes Wüstenklima

Temperaturen über 50°C

Sehr geringer Niederschlag

Spärliche Vegetation

Beduinen

Bodenschätze

Große Sandfläche vor blauem Himmel
Arabische Wüste (Credits: hariskhan488 - pixabay - 2021)

Die Arabische Wüste ist mit rund 2,3 Millionen Quadratkilometern die größte Wüste Asiens und erstreckt sich über fast die gesamte Arabische Halbinsel. Sie umfasst mehrere Teilwüsten, darunter die Rub al-Chali, die größte zusammenhängende Sandwüste der Welt. Im Sommer können die Temperaturen über 50 °C steigen, während es im Winter nachts sogar Frost geben kann. Regen fällt nur sehr selten und unregelmäßig. Trotzdem haben sich Tiere und Pflanzen an die extremen Bedingungen angepasst. Dazu gehören Arabische Oryxantilopen, Gazellen, Sandkatzen, Skorpione und Dromedare.

Auch Beduinen leben seit Jahrhunderten in dieser Region. Unter der Wüste befinden sich außerdem bedeutende Erdöl- und Erdgasvorkommen. Überraschend ist, dass die Arabische Wüste früher viel grüner war: Vor etwa 6000 Jahren gab es dort Flüsse, Seen und Graslandschaften.

Rang 5: Australische Wüsten

Subtropische Wüste

Rote Sanddünen

Salzseen

Große Sandwüste

Tanamiwüste

Buschfeuer

Aborigines

Bergbau

Outbacks

Der Uluru erhebt sich hinter flachem Boden mit Pflanzen
Uluru in der australischen Wüste (Credits: Will McAllister - Australien - 2025)

Die australischen Wüsten bedecken rund 18 Prozent der Landfläche des Kontinents und liegen vor allem im Westen Australiens, dem sogenannten Outback. Zu den größten gehören die Große Victoria-Wüste, die Große Sandwüste, die Tanamiwüste und die Simpsonwüste.

Besonders auffällig sind die roten Sanddünen, deren Farbe durch Eisenoxide im Boden entsteht. Im Sommer steigen die Temperaturen oft über 40 °C, während es in Winternächten sogar Frost geben kann. Trotz der Trockenheit findest du hier viele angepasste Tiere wie Riesenkängurus, Dingos und Dornteufel. Auch Spinifex-Gräser und Akazien können unter diesen Bedingungen überleben. Für die australischen Ureinwohner sind die Wüsten seit Zehntausenden von Jahren wichtige Lebensräume. Berühmte Sehenswürdigkeiten wie der Uluru machen die Landschaft besonders bekannt. Außerdem werden in den Wüsten Gold, Eisen und Opale abgebaut.

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Rang 6: Wüste Gobi

Im Norden Chinas

Regenschattenwüste

Stein-/ Geröll- und Felswüste

Extreme Wetterbedingungen

Reich an Bodenschätzen

Wassermangel

Heimat seltener Tierarten

Dinosaurier Fundstelle

Desertifikation

Große steinige Fläche mit Erhebungen
Wüste Gobi (Credits: Ursus612 - Gobi - 2018)

Die Gobi erstreckt sich über den Süden der Mongolei und den Norden Chinas. Anders als viele Wüsten besteht sie hauptsächlich aus Fels, Geröll und Stein. Das Klima ist extrem: Im Winter können die Temperaturen unter -40 °C fallen, während es im Sommer über 40 °C heiß werden kann.

Trotzdem leben hier seltene Tiere wie Wildesel, Kropfgazellen und Schneeleoparden. Besonders bekannt ist die Gobi für den bedrohten Gobi-Bären, den Mazaalai. Außerdem birgt die Gobi enorme Rohstoffvorkommen. Zu den bedeutendsten zählen Kupfer, Gold und Kohle. Historische Handelswege der Seidenstraße führten am Rand der Gobi entlang. Heute bedrohen Klimawandel, Überweidung und zunehmende Wüstenbildung die Lebensräume und das Weideland der Nomaden.

Rang 7: Kalahari

Trockensavanne

Roter Sand

Stabile Dünen

Starke Temperaturschwankungen

Artenreiche Tierwelt

Schutzgebiete

Die San (Buschleute)

Wasserarmut

Okavango-Delta

Elefanten gehen durch Wasser
Okavango-Delta-Elefanten (Credits: Katja - Okavango Delta - 2012)

Die Kalahari liegt im südlichen Afrika und erstreckt sich vor allem über Botswana, Namibia und Südafrika.

Mit ihrer roten Sandfläche von rund 900.000 Quadratkilometern gehört sie zu den größten Sandgebieten der Erde.

Streng genommen ist die Kalahari jedoch keine echte Wüste, sondern eine Halbwüste, da hier mehr Regen fällt als in vielen anderen Wüsten. Deshalb wachsen Gräser, Akazien und Dornensträucher zwischen den stabilen Dünen. Besonders bekannt sind das Okavango-Delta und die großen Salzpfannen. In der Kalahari leben zahlreiche Tiere wie Löwen, Geparden, Erdmännchen, Giraffen und große Antilopenherden. Auch die San, eines der ältesten Völker der Welt, leben seit Jahrtausenden in dieser Landschaft und besitzen ein beeindruckendes Wissen über Wasserquellen und Wüstenpflanzen.

Rang 8: Patagonische Wüste

Größte Wüste Argentiniens

Kühle Halbwüste

Extrem starke Westwinde

Sehr karge Vegetation

Flache Steppen

Hochplateaus

Schafzucht

Dünn besiedelt

Fossilien

Lamas auf trockenem Gras vor einem verschneiten Berg
Patagonische Landschaft (Credits: alisha jean - pexels - 2024)

Die Patagonische Wüste liegt fast vollständig im Süden Argentiniens und reicht bis nach Chile. Mit mehr als 600.000 Quadratkilometern erstreckt sie sich von den Anden bis zum Atlantischen Ozean. Die Anden halten feuchte Winde ab und sorgen dafür, dass die Region trocken bleibt. Deshalb zählt die Patagonische Wüste zu den Regenschattenwüsten. Im Sommer können die Temperaturen bis auf 30 °C steigen, während im Winter Schnee fällt und es weit unter 0 °C werden kann. Starke Winde sind hier keine Seltenheit. Die Landschaft besteht aus kargen Steppen, Hochplateaus und tiefen Canyons.

Trotzdem leben hier Wüstentiere wie Guanakos, Nandus, Gürteltiere und Pumas. Auf großen Estancias wird vor allem Schafzucht betrieben.

Rang 9: Syrische Wüste

Steppe oder Steinwüste

Trockene Flussbetten

Im Sommer über 40°C

Sehr wenig Regen

Beduinen

Palmyra

Rohstoffe

Dünn besiedelt

Damaskus

Ruinen mit hohen Säulen
Palmyra in der syrischen Wüste

Die Syrische Wüste liegt im Norden der Arabischen Halbinsel und erstreckt sich über Teile von Syrien, Jordanien, dem Irak und Saudi-Arabien. Mit rund 500.000 Quadratkilometern gehört sie zu den größten Wüsten des Nahen Ostens. Anders als viele Sandwüsten besteht sie hauptsächlich aus Stein, Geröll und trockenen Steppen.

Durch die Landschaft ziehen sich zahlreiche trockene Flussbetten, sogenannte Wadis. Im Sommer können die Temperaturen über 40 °C steigen, während es im Winter nachts sogar Frost geben kann. Regen fällt nur selten und hauptsächlich im Winter und Frühling. Seit Jahrtausenden leben Beduinen in der Wüste und halten Schafe, Ziegen und Kamele. Berühmte Oasenstädte wie Damaskus und Palmyra waren einst bedeutende Handelszentren. Palmyra ist heute ein berühmtes Weltkulturerbe. Außerdem gibt es Vorkommen von Erdöl und Erdgas. Heute bedrohen Dürre und menschliche Nutzung die empfindliche Landschaft.

Rang 10: Great Basin Desert

Größte Wüste der USA

Großer Salzsee

Extrem trocken

Heißer Sommer

Wüsten- Beifuß

Death Valley

Abflussloses Becken

Schneereicher Winter

Dünn besiedelt

Landschaft zum den Großen Salzsee
Großer Salzsee im Great Basin Desert (Credits: Brigitte Werner - Utah - 2012)

Die Große-Becken-Wüste liegt im Westen der USA zwischen der Sierra Nevada und den Rocky Mountains. Sie ist die größte Wüste der USA und zugleich die einzige kalte Wüste des Landes. Weil die hohen Berge feuchte Luft vom Pazifik abhalten, fällt nur wenig Niederschlag. Im Winter kommt dieser meist als Schnee.

Besonders ungewöhnlich ist, dass das Große Becken keinen Abfluss zum Meer besitzt. Flüsse und Bäche enden stattdessen in Salzseen oder versickern und verdunsten. Der berühmte Große Salzsee ist ein Überbleibsel des eiszeitlichen Lake Bonneville. Die Landschaft wird von Wüsten-Beifuß und Salzbüschen geprägt. Außerdem leben hier Kojoten, Dickhornschafe, Gabelböcke und Maultierhirsche. Seit Jahrtausenden leben auch indigene Völker wie die Paiute, Shoshone und Ute in dieser Region.

Quellen

  1. Umweltbundesamt (2022):Die Antarktis – Extreme am südlichen Ende der Welt. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/antarktis/die-antarktis [Zugriff: 16.10.2026].
  2. National Snow and Ice Data Center – NSIDC (o. J.):The Science of Arctic Weather and Climate. University of Colorado Boulder. Verfügbar unter: https://nsidc.org/learn/parts-cryosphere/arctic-weather-and-climate/science-arctic-weather-and-climate [Zugriff: 16.10.2026].
  3. Westermann / Diercke (o. J.):Sahara und Sahel – Wüstenarten und Wüstenausbreitung. Verfügbar unter: https://diercke.de/content/sahara-und-sahel-wstenarten-und-wstenausbreitung-desertifikation-978-3-14-100371-0-125-2-1 [Zugriff: 16.10.2026].
  4. Geoscience Australia (2022):Areas of Australian and territory deserts. Australian Government. Verfügbar unter: https://www.ga.gov.au/scientific-topics/national-location-information/landforms/deserts [Zugriff: 16.10.2026].
  5. U.S. National Park Service (2021):Deserts – Great Basin National Park. Verfügbar unter: https://www.nps.gov/grba/learn/nature/deserts.htm [Zugriff: 16.10.2026].

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Marion

Ob Tierwelt, Instrumente oder Ernährung - ich lerne gerne Neues und teile diese Begeisterung in meinen Texten.