Viel Sand, Kamele und vereinzelte Oasen: Daran denken die meisten beim Wort Wüste. Doch nicht jede Wüste entspricht diesem Bild. Auf der Erde gibt es riesige, faszinierende Landschaften, die durch extreme Trockenheit, Hitze oder Kälte geprägt sind.
Neben den bekannten Sandwüsten zählen auch Eis- und Kältewüsten dazu. Doch welche Wüsten sind eigentlich die größten der Welt? In diesem Artikel erfährst du, wo sie liegen, wie groß sie sind und was sie so besonders macht.
| Rang | Wüste | ungefähre Fläche | Typ | Lage |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Antarktische Wüste | 14.200.000 km² | Eiswüste | Antarktis |
| 2 | Arktische Wüste | 13.900.000 km² | Eiswüste | Arktis |
| 3 | Sahara | 9.200.000 km² | Subtropische Wüste | Afrika |
| 4 | Große Arabische Wüste | 2.330.000 km² | Sand-/ Steinwüste | Asien/ Arabische Halbinsel |
| 5 | Australische Wüsten | 1.370.000 km² | Subtropische Wüste | Australien |
| 6 | Wüste Gobi | 1.040.000 km² | Binnen-/ Kältewüste | Zentralasien |
| 7 | Kalahari | 900.000 km² | Trockensavanne/ Wüste | Afrika |
| 8 | Patagonische Wüste | 673.000 km² | Kühle Halbwüste/ Wüste | Südamerika |
| 9 | Syrische Wüste | 500.000 km² | Steppenwüste | Vorderasien |
| 10 | Great Basin (Großes Becken) | 492.000 km² | Kalte Wüste | USA |
Rang 1: Antarktische Wüste
Größte Wüste weltweit
Eiswüste
Kontinent Antarktika
Extrem Trocken
Kälteste Region der Erde
Katabatische Winde
Riesige Wasserspeicher
Dickes Eisschild
Forschungsstationen

Die Antarktis ist mit rund 14 Millionen Quadratkilometern die größte Wüste der Welt. Sie erstreckt sich rund um den Südpol und ist eine sogenannte Kaltwüste. Obwohl hier riesige Mengen Eis liegen, fällt im Landesinneren nur sehr wenig Niederschlag. Im Winter wurden Rekord Temperaturen von unter -80 °C gemessen.
Gleichzeitig sorgen starke Fallwinde mit Geschwindigkeiten von über 300 km/h, für extreme Bedingungen. Fast 70 Prozent des Süßwassers der Erde sind hier als Eis gespeichert. Trotzdem gibt es nur wenig Leben an Land. Moose und Flechten wachsen an einigen Stellen, während Pinguine, Robben und Wale vor allem an den Küsten leben. Dauerhaft wohnt hier niemand, doch Forschende arbeiten im Sommer in zahlreichen Forschungsstationen.
Rang 2: Polarwüsten der Arktis
Die Arktis ist keine einzelne, klar abgegrenzte Wüste. Große Teile der hocharktischen Landgebiete weisen jedoch aufgrund der geringen Niederschläge Polarwüstenklima auf. Dazu gehören unter anderem Gebiete in Grönland, im kanadisch-arktischen Archipel, auf Spitzbergen und in Nordsibirien.
Polare Eiswüste
Nördlichste Zone der Erde
Extrem Kalt
Geringer Niederschlag
Polarnacht
Polartag
Permafrostboden
Extrem spärliche Vegetation
Lebensraum Meer

Die arktische Wüste liegt rund um den Nordpol und umfasst unter anderem Teile Grönlands, Spitzbergens und Nordsibiriens. Sie zählt zu den Kältewüsten. Im Winter können die Temperaturen unter -30 °C bis -50 °C fallen.
Durch den geringen Niederschlag von weniger als 200 Millimetern pro Jahr fällt meist nur wenig Schnee. Der Boden ist dauerhaft gefroren, und Pflanzen wie Moose, Flechten und wachsen nur spärlich. Trotzdem findest du hier Tiere wie Eisbären, Polarfüchse, Robben und Walrosse. Im Sommer brüten zahlreiche Seevögel an den Küsten. Die Arktis ist jedoch stark vom Klimawandel betroffen: Das Packeis schmilzt und der Permafrost taut zunehmend auf.
Rang 3: Sahara
Trockenwüste
Nordafrika
Erstreckt sich über 11 Länder
Niederschlag extrem selten
Sehr hohe Verdunstung
Extrem hohe Temperaturen
Oasen
Dünn besiedelt
Bodenschätze

Die Sahara ist mit rund 9 Millionen Quadratkilometern die größte Trockenwüste der Erde. Sie erstreckt sich quer durch Nordafrika vom Atlantik bis zum Roten Meer und umfasst Teile von elf Ländern. Entgegen der Vorstellung besteht nur etwa ein Fünftel aus Sandwüste. Große Gebiete sind von Stein, Kies und Gebirgen geprägt. Tagsüber können die Temperaturen über 50 °C steigen, während es nachts stark abkühlt und sogar Frost möglich ist. Niederschlag fällt sehr selten.
Für Menschen und Tiere sind Oasen mit Grundwasser daher besonders wichtig. Dromedare, Fenneks und Skorpione haben sich an die extremen Bedingungen angepasst. Auch Nomadenvölker wie die Tuareg leben in der Sahara. Interessant ist, dass die Sahara nicht immer trocken war: Vor Tausenden Jahren war sie eine grüne Savannenlandschaft mit Flüssen, Seen und einer vielfältigen Tierwelt.
Rang 4: Arabische Wüste
Arabische Halbinsel
Besteht aus mehreren Teilwüsten
Größte Wüste Asiens
Extrem trockenes Wüstenklima
Temperaturen über 50°C
Sehr geringer Niederschlag
Spärliche Vegetation
Beduinen
Bodenschätze

Die Arabische Wüste ist mit rund 2,3 Millionen Quadratkilometern die größte Wüste Asiens und erstreckt sich über fast die gesamte Arabische Halbinsel. Sie umfasst mehrere Teilwüsten, darunter die Rub al-Chali, die größte zusammenhängende Sandwüste der Welt. Im Sommer können die Temperaturen über 50 °C steigen, während es im Winter nachts sogar Frost geben kann. Regen fällt nur sehr selten und unregelmäßig. Trotzdem haben sich Tiere und Pflanzen an die extremen Bedingungen angepasst. Dazu gehören Arabische Oryxantilopen, Gazellen, Sandkatzen, Skorpione und Dromedare.
Auch Beduinen leben seit Jahrhunderten in dieser Region. Unter der Wüste befinden sich außerdem bedeutende Erdöl- und Erdgasvorkommen. Überraschend ist, dass die Arabische Wüste früher viel grüner war: Vor etwa 6000 Jahren gab es dort Flüsse, Seen und Graslandschaften.
Rang 5: Australische Wüsten
Subtropische Wüste
Rote Sanddünen
Salzseen
Große Sandwüste
Tanamiwüste
Buschfeuer
Aborigines
Bergbau
Outbacks

Die australischen Wüsten bedecken rund 18 Prozent der Landfläche des Kontinents und liegen vor allem im Westen Australiens, dem sogenannten Outback. Zu den größten gehören die Große Victoria-Wüste, die Große Sandwüste, die Tanamiwüste und die Simpsonwüste.
Besonders auffällig sind die roten Sanddünen, deren Farbe durch Eisenoxide im Boden entsteht. Im Sommer steigen die Temperaturen oft über 40 °C, während es in Winternächten sogar Frost geben kann. Trotz der Trockenheit findest du hier viele angepasste Tiere wie Riesenkängurus, Dingos und Dornteufel. Auch Spinifex-Gräser und Akazien können unter diesen Bedingungen überleben. Für die australischen Ureinwohner sind die Wüsten seit Zehntausenden von Jahren wichtige Lebensräume. Berühmte Sehenswürdigkeiten wie der Uluru machen die Landschaft besonders bekannt. Außerdem werden in den Wüsten Gold, Eisen und Opale abgebaut.
Rang 6: Wüste Gobi
Im Norden Chinas
Regenschattenwüste
Stein-/ Geröll- und Felswüste
Extreme Wetterbedingungen
Reich an Bodenschätzen
Wassermangel

Die Gobi erstreckt sich über den Süden der Mongolei und den Norden Chinas. Anders als viele Wüsten besteht sie hauptsächlich aus Fels, Geröll und Stein. Das Klima ist extrem: Im Winter können die Temperaturen unter -40 °C fallen, während es im Sommer über 40 °C heiß werden kann.
Trotzdem leben hier seltene Tiere wie Wildesel, Kropfgazellen und Schneeleoparden. Besonders bekannt ist die Gobi für den bedrohten Gobi-Bären, den Mazaalai. Außerdem birgt die Gobi enorme Rohstoffvorkommen. Zu den bedeutendsten zählen Kupfer, Gold und Kohle. Historische Handelswege der Seidenstraße führten am Rand der Gobi entlang. Heute bedrohen Klimawandel, Überweidung und zunehmende Wüstenbildung die Lebensräume und das Weideland der Nomaden.
Rang 7: Kalahari
Trockensavanne
Roter Sand
Stabile Dünen
Starke Temperaturschwankungen
Artenreiche Tierwelt
Schutzgebiete
Die San (Buschleute)
Wasserarmut
Okavango-Delta

Die Kalahari liegt im südlichen Afrika und erstreckt sich vor allem über Botswana, Namibia und Südafrika.
Mit ihrer roten Sandfläche von rund 900.000 Quadratkilometern gehört sie zu den größten Sandgebieten der Erde.
Streng genommen ist die Kalahari jedoch keine echte Wüste, sondern eine Halbwüste, da hier mehr Regen fällt als in vielen anderen Wüsten. Deshalb wachsen Gräser, Akazien und Dornensträucher zwischen den stabilen Dünen. Besonders bekannt sind das Okavango-Delta und die großen Salzpfannen. In der Kalahari leben zahlreiche Tiere wie Löwen, Geparden, Erdmännchen, Giraffen und große Antilopenherden. Auch die San, eines der ältesten Völker der Welt, leben seit Jahrtausenden in dieser Landschaft und besitzen ein beeindruckendes Wissen über Wasserquellen und Wüstenpflanzen.
Rang 8: Patagonische Wüste
Größte Wüste Argentiniens
Kühle Halbwüste
Extrem starke Westwinde
Sehr karge Vegetation
Flache Steppen
Hochplateaus
Schafzucht
Dünn besiedelt
Fossilien

Die Patagonische Wüste liegt fast vollständig im Süden Argentiniens und reicht bis nach Chile. Mit mehr als 600.000 Quadratkilometern erstreckt sie sich von den Anden bis zum Atlantischen Ozean. Die Anden halten feuchte Winde ab und sorgen dafür, dass die Region trocken bleibt. Deshalb zählt die Patagonische Wüste zu den Regenschattenwüsten. Im Sommer können die Temperaturen bis auf 30 °C steigen, während im Winter Schnee fällt und es weit unter 0 °C werden kann. Starke Winde sind hier keine Seltenheit. Die Landschaft besteht aus kargen Steppen, Hochplateaus und tiefen Canyons.
Trotzdem leben hier Wüstentiere wie Guanakos, Nandus, Gürteltiere und Pumas. Auf großen Estancias wird vor allem Schafzucht betrieben.
Rang 9: Syrische Wüste
Steppe oder Steinwüste
Trockene Flussbetten
Im Sommer über 40°C
Sehr wenig Regen
Beduinen
Palmyra
Rohstoffe
Dünn besiedelt
Damaskus

Die Syrische Wüste liegt im Norden der Arabischen Halbinsel und erstreckt sich über Teile von Syrien, Jordanien, dem Irak und Saudi-Arabien. Mit rund 500.000 Quadratkilometern gehört sie zu den größten Wüsten des Nahen Ostens. Anders als viele Sandwüsten besteht sie hauptsächlich aus Stein, Geröll und trockenen Steppen.
Durch die Landschaft ziehen sich zahlreiche trockene Flussbetten, sogenannte Wadis. Im Sommer können die Temperaturen über 40 °C steigen, während es im Winter nachts sogar Frost geben kann. Regen fällt nur selten und hauptsächlich im Winter und Frühling. Seit Jahrtausenden leben Beduinen in der Wüste und halten Schafe, Ziegen und Kamele. Berühmte Oasenstädte wie Damaskus und Palmyra waren einst bedeutende Handelszentren. Palmyra ist heute ein berühmtes Weltkulturerbe. Außerdem gibt es Vorkommen von Erdöl und Erdgas. Heute bedrohen Dürre und menschliche Nutzung die empfindliche Landschaft.
Rang 10: Great Basin Desert
Größte Wüste der USA
Großer Salzsee
Extrem trocken
Heißer Sommer
Wüsten- Beifuß
Death Valley
Abflussloses Becken
Schneereicher Winter
Dünn besiedelt

Die Große-Becken-Wüste liegt im Westen der USA zwischen der Sierra Nevada und den Rocky Mountains. Sie ist die größte Wüste der USA und zugleich die einzige kalte Wüste des Landes. Weil die hohen Berge feuchte Luft vom Pazifik abhalten, fällt nur wenig Niederschlag. Im Winter kommt dieser meist als Schnee.
Besonders ungewöhnlich ist, dass das Große Becken keinen Abfluss zum Meer besitzt. Flüsse und Bäche enden stattdessen in Salzseen oder versickern und verdunsten. Der berühmte Große Salzsee ist ein Überbleibsel des eiszeitlichen Lake Bonneville. Die Landschaft wird von Wüsten-Beifuß und Salzbüschen geprägt. Außerdem leben hier Kojoten, Dickhornschafe, Gabelböcke und Maultierhirsche. Seit Jahrtausenden leben auch indigene Völker wie die Paiute, Shoshone und Ute in dieser Region.
Quellen
- Umweltbundesamt (2022):Die Antarktis – Extreme am südlichen Ende der Welt. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/antarktis/die-antarktis [Zugriff: 16.10.2026].
- National Snow and Ice Data Center – NSIDC (o. J.):The Science of Arctic Weather and Climate. University of Colorado Boulder. Verfügbar unter: https://nsidc.org/learn/parts-cryosphere/arctic-weather-and-climate/science-arctic-weather-and-climate [Zugriff: 16.10.2026].
- Westermann / Diercke (o. J.):Sahara und Sahel – Wüstenarten und Wüstenausbreitung. Verfügbar unter: https://diercke.de/content/sahara-und-sahel-wstenarten-und-wstenausbreitung-desertifikation-978-3-14-100371-0-125-2-1 [Zugriff: 16.10.2026].
- Geoscience Australia (2022):Areas of Australian and territory deserts. Australian Government. Verfügbar unter: https://www.ga.gov.au/scientific-topics/national-location-information/landforms/deserts [Zugriff: 16.10.2026].
- U.S. National Park Service (2021):Deserts – Great Basin National Park. Verfügbar unter: https://www.nps.gov/grba/learn/nature/deserts.htm [Zugriff: 16.10.2026].
Mit KI zusammenfassen:









