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Wie ich im klassischen Gesang meinen Tonumfang vergrößere

Von Christiane, veröffentlicht am 11/12/2018 Blog > Musik > Gesang > Wie kann ich meine Stimmlage erweitern?

Das Vokabular der Musikwissenschaftler und Musikliebhaber erscheint einem manchmal unergründlich…

Wer als Kenner über die italienische oder deutsche Oper spricht, macht sich bei den Fans der modernen Musik nicht unbedingt verständlich, wie auch umgekehrt.

Beim Stimme trainieren, zum Beispiel im Gesangsunterricht, lernst Du jedoch schnell die wichtigsten Begriffe des Gesangs.

Kraft, Volumen, Wärme, Koloratur, Klarheit… All diese Begriffe sind allen Sängern und Chorsängern vertraut.

Beschäftigen wir uns nun mit dem Begriff der Stimmlage, oder auch Tonumfang, und stellen wir uns zwei Fragen, die sich jede zukünftige Diva stellt: Kann man seine Stimmlage vergrößern, und wenn ja, wie?

Beides Fragen, die sowohl im klassischen Gesang als auch in der modernen Musik ihre Geltung haben.

Was bedeutet Stimmlage?

Die von den menschlichen Stimmbändern erzeugten Töne werden je nach ihrer Frequenz in Kategorien eingeordnet.

Jede menschliche Stimme hat ihre Grenzen und besitzt angeborene Kriterien, d.h. keine Chirurgie der Welt kann die Stimmlage eines Menschen verändern oder jemandem die Stimme eines Luciano Pavarotti in den Rachen hineinoperieren.

Die Stimmlage gibt die Bandbreite der Oktaven an, also den Notenumfang, den wir singen können.

Bevor Du nun Virtuosität oder stimmliche Gewandtheit erlangst, solltest Du die Grundlagen der Musiklehre kennen, wie wenn Du Cello, Oboe, Horn, Kontrabass, Akkordeon, Klarinette, Trompete, E-Gitarre, Posaune oder Saxophon lernen wolltest.

Instrumentenunterricht ergänzt den Gesangsunterricht. Beim Erlernen eines Instruments wie Oboe trainierst Du nicht nur Deine Atmung sondern erlernst auch das Notenlesen. | Quelle: visualhunt

Denn das Notenlesen gehört zum Singen dazu, damit Du weißt, wie Du dieses oder jene Stück zu singen hast.

Bevor Du es also mit großen Rollen wie Kaufmann in Hoffmanns Erzählungen aufnimmst, solltest Du Partituren lesen können.

Eine Stimme entwickelt bzw. verändert sich übrigens im Laufe des Lebens, zum Beispiel bei Jungen in der Pubertät, wenn sie in den Stimmbruch kommen und die Stimme tiefer wird, oder bei Frauen in der Menopause, wenn die Stimme ihre Höhen verliert und das Vibrato ausufert.

Auf dem Gipfel einer Karriere (oft zwischen 25 und 45 Jahren) trainieren Opernsänger ihre Stimme weiter und weiter und vergrößern somit ihren Tonumfang, so dass virtuose Sopranistinnen Rollen wie die Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte oder Tenöre Verdis Troubadour zu spielen vermögen.

Alles wichtige Grundbegriffe, denen Du auch im Online-Gesangsunterricht begegnest!

Die Stimmlagen

Da die Menschheit aus Männern und Frauen besteht, unterscheidet auch die Musikwissenschaft zwischen Männerstimmen und Frauenstimmen.

Jede dieser Stimmen ist in mehrere Kategorien unterteilt.

Die männlichen Stimmen unterscheiden sich durch ihr Timbre und ihre (tiefen bis hohen) Stimmlagen (wobei der Stimmumfang je nach Person unzählige Ausnahmen zulässt):

  • Der Bass, ungefähr vom C1 bis zum E3, siehe Gaetano Donizettis Don Pasquale.
  • Der Bariton, ungefähr vom A1 bis zum A3, wie Marcello in Puccinis La Bohème.
  • Der Tenor, ungefähr vom C2 bis zum D4, der in der Oper viele Hauptrollen verzeichnet (so zum Beispiel Almaviva in Rossinis Der Barbier von Sevilla).
  • Der Kontratenor, die höchste Stimmlage, die in Händels Oratorien und in Purcells Barockmusik verbreitet ist (ähnelt den Stimmen der Kastraten).

Jede dieser Gruppen unterteilt sich zudem in bestimmte Untergruppen (Bassbariton, Haute-Contre usw.), während Roberto Alagna und andere fähig sind, über eine Stimmlage hinauszugehen, ohne auch nur eine falsche Note zu singen.

Nur wenige Menschen decken mehrere Stimmlagen. Das Gesangsgenie Roberto Alagna in Faust. | Quelle: visualhunt

Bei den Frauen (sowie Kastraten und Kindern) unterscheidet man zwischen folgenden Stimmlagen:

  • Der Alt oder Contralt, der ungefähr vom F2 bis zum F4 geht, wie die Erda in Wagners Rheingold.
  • Der Mezzosopran, ungefähr vom G2 bis zum H4, siehe Bizets Carmen.
  • Der Sopran, ungefähr vom C3 bis zum C5, wie die Brünnhilde aus Wagners Ring des Nibelungen.

Vorbedingungen fürs Singen

Um musikalischen Erfolg zu haben, sollte man, auch im modernen Gesang, eine schöne Stimme haben – was natürlich gegeben ist und sich nicht erlernen lässt.

Zudem empfehlen wir Dir, ein Instrument zu erlernen, um Dir die Grundlagen der Musiklehre anzueignen, bevor Du im Chor singst und/oder Gesangsunterricht/Gesangsunterricht für Kinder nimmst.

Dein musikalisches Gehör wird unablässig trainiert, während Du Dir Gesangsstücke großer Komponisten wie Beethoven, Britten, Gluck, Gounod, Rameau und Vivaldi anhörst oder erarbeitest, so zum Beispiel auf Klassik Radio oder in Kirchenchören, wenn Du Kirchenmusik gern magst!

Beim Singen die richtigen Töne zu treffen ist eine unerlässliche Voraussetzung.

Dazu gehört eine makellose Aussprache, die richtige, zu Schwingungen fähige Sprechtechnik und eine gut beherrschte Bauchatmung, welche eine einwandfreie Bruststimme entstehen lässt.

Die richtige Artikulation, ohne unnatürlich zu klingen, ist für die Tragédie lyrique genauso wichtig wie die perfekte Atmung für die Platzierung der Stimme.

Auch die Bauchmuskeln und die Nasenhöhlen müssen beim Singen auf jeden Fall zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus ist es wichtig, neben seiner Gesangskunst auch seine Bühnenpräsenz zu üben.

Erst dann kannst Du Dich hinauswagen und das Publikum mit Deinem Gesang beeindrucken, vielleicht sogar unter der Leitung eines Dirigenten in der Deutschen Oper von Berlin oder der Bayerischen Staatsoper von München!

Möchtest auch Du in den großen Opernhäusern der Welt singen? Der Traum eines jeden Opernsängers: Einmal in der Bayerischen Staatsoper zu singen! | Quelle: visualhunt

Zwischen dem Gesang in einer Operette, in der der Sprechgesang einen wichtigen Stellenwert innehat, und Mozarts Requiem oder Wagners Lohengrin besteht eine Kluft. Zwischen befindet sich die Opéra bouffe à la Orpheus in der Unterwelt.

Tiefer singen lernen

Wie in jeder Kunst muss man auch im Gesang in einer gewissen Reihenfolge vorgehen.

Bevor Du die hohen Töne erreichen möchtest, müssen die Grundlagen sitzen, d.h. die tiefen und mittleren Töne. Es heißt also geduldig sein. Verwechsle nicht Fortschritt mit Hast!

Denn wenn Du überstürzt handelst, klingen Deine hohen Töne unschön und schwach, und Deine Stimme entwickelt sich nicht weiter, höchstens im negativen Sinne.

Wir müssen also von unserer natürlichen Stimmlage aus unseren stimmlichen Tonumfang nach unten und oben hin erweitern. So erlangst Du die richtigen Grundlagen, um vielleicht eines Tages in der berühmten Tetralogie mitwirken zu können.

Mit den richtigen Gesangsübungen erzielst Du progressiv stimmliche Erfolge. Gesangsunterricht oder ein Gesangsworkshop können Dir dabei helfen.

Die Vorbedingung vor jeder gesanglichen Aktivität ist natürlich das Aufwärmen der Stimme, um Unannehmlichkeiten wie Halsschmerzen oder gar Stimmverlust zu verhindern.

Trinke also viel Wasser und vermeide Milchprodukte, um den Bereich Deiner Stimmlippen nicht zu gefährden.

Übungen für die hohen Töne

Metronom, Gesangsunterricht, Kenntnisse des Violinschlüssels und des Bassschlüssels… Dies sind nur einige der Voraussetzungen, um seine schlechten Gewohnheiten zu korrigieren und den nächsten Gesangswettbewerb zu gewinnen.

Wer hoch singen lernen will, muss zuerst in die Tiefe gehen. Du brauchst keine Gläser zum Zerspringen zu bringen, um hoch zu singen. | Quelle: visualhunt

Der stimmliche Umfang wird vom Kehlkopf bestimmt, der unten bleiben muss. Das erreichst Du mit ein wenig Entspannung.

Schiebe dabei auf keinen Fall Deinen Kiefer nach vorn, da Du damit nur das Gegenteil erreichst. Singen muss man ganz entspannt!

Zudem garantieren eine zwischen den Rippen liegende und tiefe Atmung sowie ein aufrechter Körper einen gelungenen Klang in der Höhe.

Singe Dich mit den Vokalen a, e, i, o und u ein. Beginne in den tiefen Tönen und singe zunächst eine Vokalise auf a, die Du dann Halbton um Halbton höher singst. Dann auf e, dann auf i usw. Nehme dabei eventuell ein Klavier zur Hilfe.

Es wichtig, dass Du ein Gefühl für Deine Stimmbänder bekommst und nicht Gefahr läufst, durch falschen Gebrauch der Stimme Knötchen auf den Stimmlippen zu bekommen, welche letztere daran hindern, frei zu vibrieren.

Eine Variante stellt die Fahrstuhlübung von Inga Cvetinskaya dar: Singe auf einem rollenden r zuerst die Tonleiter hinauf, dann wieder hinunter, als ob alle Noten miteinander verbunden wären.

Diese Gesangsübung trägt zur Entlastung Deiner Stimme und ihrer Umgebung bei und platziert die Stimme, ohne einen Logopäden aufsuchen zu müssen.

Merke: Gesangsunterricht mit einem Experten ist in jedem Fall die beste Ausbildung für Deine Stimme. Dieser zeigt Dir, wie Du Deine stimmliche Resonanz findest (welche in den Stimmbändern und im Kopfbereich liegt), damit Du schnell das hohe C erreichst!

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