Die italienische Sprache ist heute weit mehr als nur die Sprache Italiens. Schon die Geschichte der Region zeigt, welchen großen Einfluss Italien auf andere Gebiete Europas und der Welt hatte – besonders zur Zeit des Römischen Reiches.

Gleichzeitig ist die Welt heute so vernetzt wie nie zuvor: Innerhalb weniger Stunden kann man andere Kontinente erreichen und mit Menschen aus aller Welt in Kontakt kommen. Doch lohnt es sich, Italienisch zu lernen? Kann man die Sprache auch außerhalb Italiens anwenden oder beschränkt sich ihre Bedeutung tatsächlich nur auf das italienische Staatsgebiet?

Dieser Artikel zeigt, wo auf der Welt Italienisch gesprochen wird, wie viele Menschen die Sprache nutzen und welche Bedeutung sie heute international hat.

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Länder mit Italienisch als Amtssprache

Heute sprechen rund 66 Mio. Menschen auf der Welt Italienisch – und davon wohnen nur 60 Mio. in Italien. Dies erklärt sich vor allem durch die Tatsache, dass im Laufe der Zeit ganze Scharen an Italiener in andere Länder und Kontinente wie Süd- und Nordamerika ausgewandert sind.

Das hat dazu geführt, dass Italienisch heute in folgenden Ländern zur Amtssprache geworden ist:

  • Italien
  • Schweiz
  • San Marino
  • Vatikanstadt

Generell gibt es nur wenige Länder, in denen hauptsächlich Italienisch gesprochen wird. Erfahre mehr über den Ursprung der italienischen Sprache.

Italien

Italienisch ist die Amtssprache Italiens und wird dort von rund 60 Millionen Menschen gesprochen. Für die große Mehrheit der Bevölkerung ist es die Muttersprache, daneben existieren zahlreiche regionale Dialekte und Minderheitensprachen.

Das heutige Italienisch entwickelte sich aus dem Vulgärlatein und basiert vor allem auf dem toskanischen Dialekt, der durch Schriftsteller wie Dante Alighieri, Petrarca und Boccaccio große Bedeutung erlangte. Nach der Einigung Italiens im 19. Jahrhundert setzte sich Italienisch allmählich als gemeinsame Nationalsprache durch.

Heute prägt es das öffentliche Leben, das Bildungswesen, die Medien sowie die weltbekannte italienische Kultur, Literatur, Musik und Küche.

San Marino

San Marino Flagge
In San Marino wird auch Italienisch gesprochen (Credtis: aboodi vesakaran – San Marino – 2022)

San Marino, der drittkleinste Staat Europas, hat rund 34.000 Einwohner. Italienisch ist die alleinige Amtssprache und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung als Mutter- oder Alltagssprache gesprochen.

Aufgrund der engen historischen, kulturellen und geografischen Verbindung zu Italien unterscheidet sich das dort gesprochene Italienisch kaum vom Standarditalienischen, auch wenn in einigen Familien regionale Dialektformen gepflegt werden. Insgesamt sprechen in San Marino etwa 30.000 Menschen Italienisch.

Vatikanstadt

Der Vatikanstaat, der kleinste Staat Europas und Sitz der katholischen Kirche, zählt rund 1.000 Einwohner. Zwar ist Latein die erste offizielle Amtssprache des Heiligen Stuhls und wird weiterhin für kirchliche Dokumente sowie liturgische Zwecke verwendet, im Alltag dominiert jedoch Italienisch.

Es dient als wichtigste Verwaltungs- und Verkehrssprache und wird von nahezu allen Einwohnern und Beschäftigten gesprochen. Insgesamt sprechen im Vatikan etwa 1.000 Menschen Italienisch, während Latein vor allem eine symbolische und religiöse Bedeutung besitzt.

Schweiz

In der Schweiz ist Italienisch eine von vier Landessprachen und wird von rund 471.000 Menschen als Muttersprache gesprochen. Neben Italienisch sind auch Deutsch, Französisch und Rätoromanisch offizielle Sprachen des Landes.

Besonders verbreitet ist Italienisch im Kanton Tessin, wo etwa 83 % der Bevölkerung (rund 255.000 Menschen) Italienisch als Muttersprache haben. Auch im Kanton Graubünden ist Italienisch Amtssprache; dort sprechen rund 10 % der Bevölkerung, etwa 33.000 Menschen, Italienisch. Darüber hinaus leben italienischsprachige Gemeinschaften in vielen anderen Regionen der Schweiz.

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Wo in der Schweiz wird Italienisch gesprochen?

Italienisch wird in der Schweiz vor allem im Kanton Tessin und in Teilen des Kantons Graubünden gesprochen. Im Tessin ist Italienisch die dominierende Sprache und wird von der großen Mehrheit der Bevölkerung als Muttersprache verwendet, während es in Graubünden nur in einigen Regionen (z. B. im Bergell und Misox) verbreitet ist..

Regionen mit anerkannten italienischsprachigen Minderheiten

Außerhalb Italiens ist Italienisch nur in wenigen Regionen als Minderheiten- oder Amtssprache anerkannt. Anders als Spanisch, Französisch oder Englisch verbreitete sich Italienisch durch die Kolonialzeit nur in geringem Umfang, weshalb sich die meisten italienischsprachigen Gemeinschaften bis heute in Europa befinden.

Historisch spielte Italienisch zwar auch in Eritrea und auf Malta eine wichtige Rolle – in Malta war es sogar bis in die 1930er Jahre Amtssprache –, heute ist seine Bedeutung dort jedoch stark zurückgegangen. Eine offizielle Anerkennung als Minderheitensprache besitzt Italienisch heute vor allem in Teilen Sloweniens und Kroatiens.

Slowenien

In Slowenien gehört Italienisch in einigen Gemeinden an der Adriaküste zu den offiziell anerkannten Minderheitensprachen. Dort ist es neben Slowenisch Amtssprache und wird unter anderem in Behörden, Schulen und auf zweisprachigen Ortsschildern verwendet. Landesweit macht die italienischsprachige Minderheit jedoch nur rund 0,2 bis 0,3 % der Bevölkerung aus und umfasst etwa 3.000 bis 5.000 Menschen.

Kroatien (Istrien)

In Kroatien ist Italienisch vor allem auf der Halbinsel Istrien verbreitet. Dort genießt die Sprache in mehreren Städten und Gemeinden einen offiziellen Minderheitenstatus und wird im öffentlichen Leben sowie im Schulwesen verwendet.

Die italienische Minderheit umfasst rund 17.000 Menschen, wobei deutlich mehr Einwohner Italienisch als Zweitsprache beherrschen – insbesondere in den touristisch geprägten Küstenregionen. Landesweit ist Italienisch damit eine anerkannte Minderheitensprache, spielt im Vergleich zum Kroatischen jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

textsms
Wo wird in Kroatien Italienisch gesprochen?

Italienisch wird in Kroatien vor allem auf der Halbinsel Istrien im Nordwesten des Landes gesprochen. Dort ist die Sprache in mehreren Städten und Gemeinden als Minderheitensprache offiziell anerkannt und wird unter anderem in Schulen, Behörden und auf zweisprachigen Ortsschildern verwendet.

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Italienischsprachige Gemeinschaften weltweit

Auch wenn die Italiener keine großflächige Kolonialisierung betrieben haben (außer zu Zeiten der Römer), gibt es heute doch eine Vielzahl an italienischen Gemeinden auf der ganzen Welt. Dafür schauen wir uns im Folgenden mal die einzelnen Kontinente genauer an.

Italienisch in Europa

Eine Studie aus dem Jahr 2007 zeigte, dass sich mehr als die Hälfte (rund 57%) der Auswanderer aus Italien in Europa niedergelassen haben. 2014 verfügten schätzungsweise rund 13 % der europäischen Bevölkerung über Italienischkenntnisse (als Mutter- oder Fremdsprache).

Die Länder mit der höchsten Zahl an italienischen Migranten sind:

Deutschland und die Schweiz mit rund 500.000

Niederlande, Luxemburg und Österreich mit weniger als 100.000

Rumänien und Griechenland: etwa 290.000 Menschen mit italienischen Wurzeln

Belgien: 200.000

Frankreich und Korsika: 350.000

Großbritannien: rund 100.000

Damit kommen wir auf mehr als eine Million Menschen, die sich aus Italien im restlichen Europa niedergelassen haben.

Einige Städte weisen dabei eine besonders hohe Dichte an italienischstämmigen Einwohnern auf.

So z.B. auch Barcelona – eine Stadt, die immer mehr italienische Einwanderer anzieht. Seit 2000 hat sich die Zahl von 15.400 auf 52.000 im Jahre 2009 erhöht.

Italienisch in Nordamerika

In Nordamerika gibt es viele italienische Gemeinden, besonders in den USA. Italo-Amerikaner repräsentieren in den USA rund 5 % der Bevölkerung, was immerhin 16-17 Millionen Menschen sind!

Italo-Amerikaner nach Bundesstaat:

  • Rhode Island (19,6%)
  • New York (19,4%)
  • Connecticut (18,6%)
  • New Jersey (16,8%)
  • Der Rest in Massachusetts sowie Florida (ohne exakte Angaben)

In Kanada zählt die italienische Gemeinde etwa 1,4 Millionen Mitglieder.

Das sind die wichtigsten italienischen Vokabeln.

Italienisch in Südamerika

Auch in Südamerika leben große italienischstämmige Gemeinschaften, die vor allem durch die Einwanderungswellen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entstanden:

  • Brasilien: Rund 30 Millionen Menschen mit italienischen Wurzeln
  • Argentinien: Hier sind es etwa 18 Millionen
  • Uruguay: Ca. 1 Million
  • Venezuela und Chile: Auch hier gibt es größere italienische Gemeinschaften.

Auch in Costa Rica und Mexiko gibt es viele Menschen mit italienischem Migrationshintergrund. Hier sind die Zahlen jedoch nicht exakt festzustellen. Obwohl Italienisch in Südamerika heute nur selten Alltagssprache ist, hat die italienische Einwanderung Kultur, Küche und regionale Sprachformen vieler Länder nachhaltig geprägt.

Andere Länder, in denen es eine große italienische Gemeinschaft gibt

Neben den großen italienischsprachigen Gemeinschaften in Europa und Amerika gibt es auch in anderen Regionen der Welt Menschen italienischer Herkunft oder historische italienische Minderheiten. In Ländern wie Albanien, Montenegro und Kroatien (besonders in Dalmatien und Istrien) geht diese Präsenz vor allem auf jahrhundertelange venezianische und italienische Einflüsse zurück.

Auch Tunesien besitzt eine lange Geschichte italienischer Migration; obwohl die italienische Gemeinschaft heute deutlich kleiner ist, bleibt die Sprache durch Handel, Medien und die Nähe zu Italien präsent.

Als ehemalige Kolonialmacht hinterließ Italien auch in Afrika sprachliche Spuren. Besonders in Somalia, Äthiopien und Libyen war Italienisch zeitweise eine wichtige Verwaltungs- und Bildungssprache. Heute wird Italienisch dort nur noch von kleineren Gruppen gesprochen und spielt im Alltag eine deutlich geringere Rolle als früher.

Wie wäre es mit einem Italienischkurs München vor dem nächsten Italienurlaub?

Historische Verbreitung der italienischen Sprache

Die italienische Sprache war historisch weiter verbreitet als heute und spielte in einigen Regionen Europas über Jahrhunderte eine wichtige Rolle. Durch den Einfluss der Seerepubliken wie Venedig und Genua, durch Handel, Kultur und politische Herrschaft verbreitete sich Italienisch besonders im Mittelmeerraum.

In einigen Gebieten war Italienisch oder eine italienische Sprachform sogar lange Zeit Verwaltungs- oder Bildungssprache, bevor sich andere Nationalsprachen durchsetzten. Besonders interessant sind Malta und Korsika: Beide Regionen waren über lange Zeit eng mit der italienischen Sprache und Kultur verbunden, verloren ihre offizielle Stellung jedoch im 19. bzw. 20. Jahrhundert.

Malta

Auf Malta hatte Italienisch über mehrere Jahrhunderte eine herausragende Stellung. Seit dem Mittelalter war es die Sprache der Verwaltung, des Rechts, der Bildung und der Kultur und blieb bis 1934 eine offizielle Amtssprache der Insel. Besonders der Einfluss Siziliens und der italienischen Literatur prägte die maltesische Gesellschaft.

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Ist Malta eine italienische Insel?

Nein, Malta ist keine italienische Insel, sondern ein unabhängiger Inselstaat im Mittelmeer mit eigener Geschichte und Kultur. Italienisch war dort jedoch jahrhundertelang eine wichtige Verwaltungs- und Kultursprache und ist bis heute weit verbreitet: Viele Malteser verstehen oder sprechen Italienisch, vor allem durch Medien, Tourismus und die geografische Nähe zu Italien.

Mit der britischen Herrschaft gewann jedoch Englisch zunehmend an Bedeutung, während Maltesisch als Alltagssprache der Bevölkerung bestehen blieb. Heute ist Italienisch keine Amtssprache mehr, wird aber weiterhin von vielen Maltesern verstanden und genutzt. Rund 60 % der Bevölkerung verfügen über Italienischkenntnisse, vor allem durch Fernsehen, Tourismus und kulturelle Nähe zu Italien.

Korsika (Frankreich)

Auch auf Korsika spielte Italienisch über Jahrhunderte eine wichtige Rolle. Die Insel gehörte lange zum Einflussbereich italienischer Mächte, insbesondere der Republik Genua, und die Verwaltungssprache war bis 1859 Italienisch.

Erst im Zuge der stärkeren Eingliederung in Frankreich setzte sich Französisch als dominante Sprache durch. Das Korsische, eine romanische Sprache mit enger Verwandtschaft zum Italienischen, zeigt bis heute diesen historischen Einfluss.

Heute sprechen nur noch wenige Menschen auf Korsika Standarditalienisch als Alltagssprache, während Italienisch vor allem durch Medien, Tourismus und die Nähe zu Italien präsent bleibt. Das Korsische wird jedoch weiterhin von einem bedeutenden Teil der Bevölkerung gesprochen und bewahrt viele italienische sprachliche Elemente.

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Quellen

  1. Vgl. "Italienisch weitweit", in: irredentismo, 2026, https://www.lgr.ch/fileadmin/user_upload/_migrated/content_uploads/Italienisch_weltweit.pdf
  2. Vgl. "Länder, in denen Italienisch gesprochen wird", in: laenderdaten.info, 2026, https://www.laenderdaten.info/sprachen/italienisch.php

Mit KI zusammenfassen:

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Tobias Bily

Ich bin ein mehrsprachiger Technik-Enthusiast, der gerne dazulernt. Ich freue mich, meine Leidenschaft für Innovationen, das Lernen und Entdecken mit euch zu teilen.