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Die Italienische Sprache: Eine Zeitreise durch ihre Entwicklung

Von Tobias, veröffentlicht am 04/10/2018 Blog > Sprachen > Italienisch > Die Geschichte der Italienischen Sprache

Italienisch gilt als eine der romantischsten und melodischsten Sprachen überhaupt.

Es gibt viele Menschen, die davon träumen, diese zauberhafte Sprache sprechen und verstehen zu können.

Die Geschichte der italienischen Sprache ist gleichzeitig auch die Geschichte Italiens selbst, die ihren Höhepunkt in der Gründung des italienischen Staats fand.

Italienisch ist die am 19. meistgesprochene Sprache der Welt. Man spricht sie unter anderem in Italien, Vatikan, in San Marino, der Schweiz, in Slowenien sowie Kroatien und auf Malta.

Italienisch ist außerdem eine der offiziellen Sprachen der EU.

Die Vorgeschichte der italienischen Sprache

Wie alle anderen Sprachen wurde italienisch nicht von heute auf morgen erfunden. In der bewegten Geschichte Italiens und Europas hat auch die Sprache viele Veränderungen durchlebt.

Ihr interessiert Euch für Geschichte?

Dann wird Euch dieser Artikel begeistern! Lasst uns gleich loslegen mit unserer Reise durch die Geschichte der italienischen Sprache!

Die ersten Bewohner auf italienischem Gebiet

Unsere Reise beginnt im Jahre 800 vor Christus. Damals wurde die italienische Halbinsel noch von vielen verschiedenen Stämmen bevölkert.

Da gab es:

  • Die Etrusker (in der Toskana)
  • Die Griechen (Im Süden und Sizilien)
  • Die Kelten (im Norden)
  • Die Phönizier mit wechselnden Ansiedlungen
  • Viele weitere, kleinere Volksstämme

Damals gab es in Italien noch keine einheitliche Sprache. Trotzdem waren sich die Sprachen dieser Völker relativ ähnlich. Insgesamt gab es damals rund 40 Sprachen in Italien.

Latein wurde nur vereinzelt gesprochen. Außerdem wurde unterschieden zwischen dem klassischen Latein und dem „primitiven“.

Die Gründung Roms

Alles wurde in Italien auf den Kopf gestellt, als im Jahre 753 vor Christus Rom von den Etruskern und Sabinern gegründet wurde.

Die Folge waren schnelle Eroberungskriege, was schließlich zur Einigung Italiens unter Kaiser Augustus führe (zwischen 27 und 13 vor Christus).

Außerdem eroberten die Römer noch viele weitere Gebiete außerhalb Italiens.

Im Jahre 200 umfasste Rom das heutige Westeuropa sowie den Norden Afrikas, Großbritannien, Armenien und Teile Arabiens.

Die Römer hatten in Europa lange Zeit die Vorherrschaft inne Die alten Römer haben das heutige Italien entscheidend mitgeprägt | Quelle: Pixabay

Das führte dazu, dass sich die lateinische Sprache auf diese Länder ausdehnte, mit Ausnahme der entlegensten Gebiete.

Zudem brachten die Römer ihre Kultur sowie ihren Glauben mit: Den Katholizismus.

Der Siegeszug des Lateins löst die griechische Sprache in Europa ab

Im Jahre 200 waren die beiden großen Sprachen Europas Latein und Griechisch. Alle anderen wurden größtenteils ignoriert.

Schnell wurde den Völkern Europas die lateinische Sprache aufoktroyiert, Griechisch wurde hingegen unterdrückt.

Des Weiteren unterschied man nun zwischen dem „litterarischen Latein“ (für die Adeligen) und dem „vulgären Latein“ (für das einfache Volk).

Mit der Zeit setzte sich letztere Variante durch und wurde zum Gerüst der heutigen Sprachen Italienisch, Spanisch, Französisch und Rumänisch.

Die verschiedenen Einflüsse auf die italienische Sprache

Nach und nach fiel das riesige römische Imperium in sich zusammen. Für die Nachbarstaaten war Italien damals leichte Beute.

4. bis 6. Jahrhundert: Germanische Invasionen

Die Hunnen überfielen Europa ab 375. Ursprünglich waren sie in Asien angesiedelt, sorgten in Europa aber gehörig für Aufruhr.

Von Osten kommend trieben die Hunnen die in Osteuropa ansässigen Völker vor sich her, in Richtung Römisches Reich.

Einzig die Mauern Konstantinopels hielten den Horden Attilas stand.

Unter den vertriebenen Völkern waren auch die Westgoten. Diese fielen wiederum in Rom ein, was zum endgültigen Sturz der Stadt im Jahre 410 führte.

Auch andere Völker Europas profitierten vom Fall Roms:

  • Die Franken
  • Die Burgunder
  • Die Ostgoten
  • Die Vandalen
  • Die Allemanen

Am Ende des 5. Jahrhunderts nahmen germanische Stämme den Platz Roms ein, das inzwischen komplett verschwunden war.

Italien war schon immer von verschiedenen Stämmen bevölkert Italien ist reich an Geschichte und Kultur! | Quelle: Pixabay

6. bis 8. Jahrhundert: Die Lombarden

Im Jahre 568 fielen die Lombarden aus Skandinavien in Mailand, der Toskana und Venezien ein. Nach und nach rissen sie ganz Norditalien sowie einen Teil Süditaliens an sich (was damals zum byzantinischen Reich, dem Nachfolger Ostroms, gehörte).

Die Teilung Italiens zwischen Lombarden und Byzantinern dauerte an bis zum 8. Jahrhundert.

8. bis 9. Jahrhundert: Invasion der Franken und der Muslime

Karl der Große, zu dieser Zeit König der Franken nutzte die Uneinigkeit der Lombarden aus und überfiel Italien. Er wurde dadurch zum König der Franken und Lombarden und schließlich zum Heiligen Römischen Kaiser.

Italien war nun aufgeteilt in einen romanischen und einen germanischen Teil. Hinzu kamen die Muslime, die sich auf Sizilien niederließen.

Nachdem sie die Insel erobert hatten, rückten sie weiter vor und standen sogar vor Genua!

Am Ende des 9. Jahrhunderts war Italien zerstückelt in verschiedene politische Entitäten:

  • Das Königreich Italien
  • Der Kirchenstaat
  • Das Oströmische Reich
  • Venezien
  • Und die Moslems

Ende des 10. Jahrhunderts: Ankunft der Normannen

Im Jahre 999 landeten die Normannen, die ursprünglich aus Skandinavien stammten, mit ihren Schiffen im Süden Italiens. Schnell wurden Byzantiner und Araber besiegt, so dass den Normannen bald ganz Süditalien gehörte.

1154 gründeten die Normannen das Königreich Sizilien. Dieses Recih umfasste die sizilianische Insel sowie Teile Süditaliens.

Verschiedene Eroberungen führten zum Wandel der italienischen Sprache

Nach all diesen Eroberungen war Italien zum Schmelztiegel der Sprachen geworden (mehr als 1000!). Alle stammten vom Latein ab, die allermeisten konnten sich aber nicht durchsetzen.

Das Latein der Kirche war immer noch die Sprache mit dem größten kulturellen Einfluss in der Region.

Allerdings brachten all diese Völker in Italien auch ihre Sprachen mit, die sich wiederum auf das Italienisch, das wir heute kennen, maßgeblich ausgewirkt haben.

So findet man heute sowohl lombardische, als auch fränkische, arabische und sogar normannische und sizilianische Einflüsse.

Im Mittelalter kamen dann noch weitere Wörter aus allen Teilen Europas hinzu.

Die Gründung des Königreichs Italien

Sprachliche Wiedervereinigung durch die Literatur

Am Ende des Mittelalters war Italien in zwei geteilt: Die Gebiete des Nordens (darunter die Republik Sienna und die Republik Florenz) sowie das Königreich Neapel im Süden.

Während der Renaissance (im 16. Jahrhundert) durchlebte Italien ein „goldenes Zeitalter“, vor allem in den Bereichen Kultur und Wissenschaft.

Dante und Co. waren Mitbegründer des heutigen Hochitalienisch Die Schriftsteller Italiens trugen maßgeblich zur Vereinheitlichung der Sprache bei | Quelle: Unsplash

Zudem wurde die italienische Sprache dank der Schriftsteller genormt.

Die großen Autoren dieser Zeit schrieben sämtlich auf florentinisch (eine Form des Toskanischen).

Einer dieser Schriftsteller war der berühmte Dante Alighieri, aber auch Francesco Petrarca und Giovanni Boccaccio prägten diese Epoche.

Hauptsächlich war es jedoch die „Göttliche Komödie“ von Dante, die für die Verbreitung des Florentinischen in Italien sorgte.

Dennoch hielt sich auch das kirchliche Latein noch eine Zeit lang in Italien. Mit der Erfindung des Buchdrucks und der Erlaubnis Papst Benedikts XIV., die Bibel in die gemeine Sprache zu übersetzen, setzte sich die florentinische Sprache immer mehr durch.

Im 16. Jahrhundert übte Spanien in Gestalt Karls V. erheblichen Einfluss auf Italien aus. Er war zu dieser Zeit sowohl Kaiser des Heiligen Römischen Reichs sowie König von Neapel, Sizilien und Jerusalem.

So wurde die italienische Sprache durch spanische und portugiesische Elemente erweitert.

Die Französische Revolution und der Einfluss Frankreichs auf Italien

Nach der französischen Revolution gelangte Napoleon in Frankreich an die macht. Im Jahre 1796 fiel er in Italien ein.

Das verleitete die Italiener zu dem Wunsch nach einem vereinigten Land. Viele Historiker betrachten deshalb die Französische Revolution als den Ursprung des italienischen Staats.

Zwischen 1796 und 1861 durchlebte Italien mehrere einschneidende Ereignisse:

  • Die Neuverteilung des Staatsgebiets durch den Wiener Kongress
  • Eine umfassende Machtposition der Österreicher auf der italienischen Halbinsel
  • Der Krieg Frankreichs und Piemonts gegen Österreich, was zu einer nationalen Einheitsbewegung in Italien führte

Nach und nach wurde das italienische Königreich immer größer indem es zuvor annektierte Gebiete wieder eingliederte.

Die Gründung des Königreichs 1861 erfolgte im Zuge der Risorgimento-Bewegungen, in deren Endphase mit der Proklamation des sardischen Königs Viktor Emanuel II. zum König von Italien am 17. März 1861 in Turin der erste moderne italienische Nationalstaat unter der Herrschaft des Hauses Savoyen entstanden war.

Italien wurde ähnlich wie Deutschland sehr spät zum Nationalstaat Italien wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts vereinigt! | Quelle: Pixabay

Im Jahre 1861 wurden so eine Vielzahl von Dialekten in Italien gesprochen, darunter:

  • Franko-provenzalisch
  • Lateinische Dialekte
  • Gallo-italienische Dialekte
  • Sardische Dialekte
  • Dialekte des Zentrums
  • Mittelmeer-Dialekte
  • Venezianisch
  • Korsisch
  • Toskanische Dialekte

Dennoch wurde Toskanisch (immer noch in seiner florentinischen Form) als die Nationalsprache Italiens angesehen.

Die heutige Sprache Italiens

Zwischen 1922 und 1945 zwangen Mussolini und seine faschistischen Schergen ganz Italien eine einheitliche Sprache auf.

Italienisch (und nur Italienisch) zu erlernen, hatte in der Schule oberste Priorität.

Sämtliche sprachlichen Minderheiten wurden von Kommandotrupps verfolgt. Ziel war es, alle Nicht-Italiener auszuradieren.

Die Lehrer waren beauftragt, lediglich Ihre Kenntnisse in Italienisch an die Schüler weiterzugeben. Auch der Staatsapparat wurde komplett „italienisiert“.

Minderheiten verloren ihre sprachlichen Rechte, um Italienisch als offizielle Sprache zu verfestigen.

Außerdem wurden alle „fremdartigen“ Wörter aus dem italienischen Wortschatz gestrichen. So wurden hunderte Ausdrücke, Adjektive, Verben, Adverbien etc., die von der französischen, englischen, arabischen oder deutschen Sprache beeinflusst waren, entweder „italienisiert“ oder komplett untersagt.

Erst im Jahre 1948, nach dem zweiten Weltkrieg, wurden Minderheiten in Italien wieder mehr Rechte zugestanden.

Das heutige Italienisch hat nur noch wenig mit der florentinischen Sprache Dantes und seiner Kollegen zu tun. Genau wie die meisten anderen europäischen Sprachen hat Italienisch im Laufe der Geschichte einiges an Veränderungen mitgemacht.

Nach einer Umfrage des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) ging der Anteil der Personen, die Zuhause ausschließlich in ihrem regionalen Dialekt kommunizieren, zwischen 1987 und 2000 von 32 % auf 19,1 % zurück.

Gesprochenes und geschriebenes (Hoch-)Italienisch übernimmt nach und nach die komplette sprachliche Landschaft Italiens.

Einige Dialekte sind sogar schon komplett von der Landkarte verschwunden!

In jedem Fall hat das Italienisch, das wir heute kennen, eine ungemein reiche Geschichte. Das habt Ihr in diesem Artikel sehen können.

Wenn Ihr Euch näher für die italienische Geschichte interessiert, dann versucht doch einmal, eine Doku auf YouTube auf Italienisch zu schauen! Andernfalls könnt Ihr auch mit Eurem Italienischlehrer über das Thema sprechen.

So werdet Ihr außerdem einen tieferen Einblick in die berühmte italienische Kultur bekommen und Eure sprachlichen Fähigkeiten verbessern können!

Natürlich könnt Ihr auch Online-Tutorials zum Thema Italienisch Lernen schauen oder Euch mit Muttersprachlern austauschen.

Italienisch ist wirklich nicht so schwer und Ihr werdet schnell Gefallen an der Sprache finden!

Und wenn Ihr wirklich motiviert seid, dann könnt Ihr sogar einen Sprachaufenthalt in Italien, zum Beispiel in Rom oder Florenz anpeilen! Das bringt Euch ungemein weiter, denn Ihr könnt mit den Menschen vor Ort reden und ins tägliche Leben der Italiener eintauchen!

Wir wünschen Euch viel Erfolg beim Italienisch Lernen!

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