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Welche Ausbildung brauche ich, um Italienischlehrer werden zu können?

Von Anna, veröffentlicht am 11/10/2018 Blog > Sprachen > Italienisch > Italienischkurse geben: Diese Zertifikate brauchst Du als Italienischlehrer

Muss man seinen zukünftigen Italienischschülern ein ganz bestimmtes Profil präsentieren können? Braucht man bestimmte Diplome, Zertifikate o. ä.?

Oder kann man sich im Gegenteil einfach so ans Italienisch Unterrichten machen, ohne spezielle Ausbildung in den Bereichen der Didaktik, Sprachen allgemein oder Italienisch insbesondere?

Diese Frage hast Du Dir sicher schon gestellt, wenn Du neu in die spannende Welt des Privatunterrichts einsteigen willst.

Superprof beantwortet hier Deine Fragen, sodass Du Deinen Bedürfnissen entsprechend hochwertige Italienischkurse geben kannst!

Der unglaubliche Erfolg von Italienisch Privatunterricht

Du willst also Privatlehrer(in) werden, genauer gesagt: Privatlehrer(in) für Italienisch – als kleines Nebeneinkommen, Teilzeitjob oder sogar auf Vollzeit.

Eine nachvollziehbare Entscheidung, denn die kleine Welt des Privatunterrichts und der Nachhilfe (die eigentlich gar nicht mehr so klein ist) ist voll im Kommen!

Immer mehr Plattformen wie Superprof, die Schüler und Lehrer zusammenbringen, sprießen überall in Deutschland aus dem Boden. Und es gibt auch immer mehr Personen, die sich in dieses Abenteuer stürzen und ihre Dienste als Privat-/Nachhilfelehrer anbieten wollen.

Allein auf Superprof finden sich mehr und mehr Lehrer für die unterschiedlichsten Bereiche. Von Englisch über Yoga bis hin zu Klavierunterricht und Personal Coaches ist alles dabei!

Man muss sich nur mal die Übersicht an angebotenen Bereichen anschauen, um zu verstehen, dass dieser Sektor boomt!

Was ist ein zukunftsfähiger Sektor? Der Bereich „Nachhilfe & Privatunterricht“ boomt – eine gute Nachricht auch für Italienischlehrer. | Quelle: Pexels

Unter diesen Umständen ist es also ganz natürlich, Sprachunterricht geben zu wollen, wenn man eine Sprache entsprechend gut beherrscht – z. B. Italienisch.

Doch welche verschiedenen Profile haben private Italienischlehrer auf dem heutigen Markt?

Welche Zertifikate und Diplome oder eben nicht?

Und welchen beruflichen Hintergrund oder welche Ausbildungen haben sie durchlaufen?

Typ I: Der Italienisch Sprachstudent

Das soll jetzt überhaupt nicht abwertend klingen, aber wenn wir versuchen wollen, die verschiedenen Typen von unten nach oben zu ordnen, beginnend mit den jüngsten Vertretern mit der wenigsten Erfahrung, müssen wir bei der Gruppe der Studierenden beginnen.

Oft sind die studentischen Lehrer schon etwas weiter fortgeschritten in ihren Studien, wenn sie beginnen, Italienisch zu unterrichten. Sie finanzieren sich damit ihr Studium oder wollen sich einfach ein kleines Zubrot verdienen.

Natürlich kann nicht jeder x-beliebige Student einfach so Italienisch unterrichten. Oder warum sollte ausgerechnet eine Studentin der Ingenieurwissenschaften geeignet sein, die Sprache Dantes zu vermitteln?

Das Profil der geeigneten Studierenden ist relativ offensichtlich und oft geben diese in verschiedenen Sprachen Nachhilfe oder unterrichten Anfänger.

Man findet sie in folgenden Bachelor- oder Masterstudiengängen:

  • Romanistik (mit Italienisch)
  • Angewandte Sprachwissenschaften (mit Italienisch)
  • Übersetzen/Dolmetschen (mit Italienisch)

In diesen Studiengängen lernt man die gewählten Sprachen sehr gut und bekommt insbesondere auch die linguistischen Kenntnisse (z. B. Verständnis von Grammatik) vermittelt, um diese effizient unterrichten zu können.

Man kennt sich aus in der italienischen Grammatik (Adverbien, Adjektive, Pronomen, Begleiter, Singular/Plural…), zu der natürlich auch die Verbkonjugation und die Zeiten zählen.

Doch auch ein umfangreiches Vokabular, die Aussprache, der mündliche und schriftliche Ausdruck sowie das Hörverstehen werden gefördert (v. a. in den angewandten Studienfächern).

All das lässt sich als Student super vermitteln, denn es ist ja noch gar nicht so lange her, dass man diese Dinge selbst lernen musste…

Wenn man Italienisch studiert, interessiert man sich meistens auch für die italienische Kultur und Geschichte, die italienische Küche, die italienische Kunst oder auch den italienischen Film.

Sehr wahrscheinlich musste man im Rahmen des Studiums auch für einige Zeit ins italienischsprachige Ausland. All das sind Erfahrungen, von denen potentielle Schüler profitieren und die den Unterricht bereichern können!

Typ II: Der autodidaktische Lehrer mit Italienisch als Zweit- oder Fremdsprache

Kommen wir zur zweiten Kategorie der Italienischlehrer …

Die Personen in dieser Gruppe sind keine Studenten (mehr) und auch nicht mehr unbedingt die jüngsten. Sie sind vielleicht als Italienischlehrer in einem Unternehmen angestellt, im fortgeschrittenen Alter oder sogar schon Rentner, die noch ein wenig aktiv bleiben wollen.

Das Profil: Mit Deutsch als Muttersprache und Italienisch als Zweitsprache aufgewachsen (oder Italienisch zu einem späteren Zeitpunkt sehr gut gelernt, z. B., weil man einige Jahre in Italien gelebt hat).

Das Ziel: Seine Italienischkenntnisse nutzen, indem man als Autodidakt nebenbei Privatunterricht gibt. Warum nicht mit dem, was man sowieso liebt und gut kann, etwas dazu verdienen?

Wer ist als Italienischlehrer geeignet? Deutsche, die längere Zeit in Italien gelebt haben, geben oft guten Italienischunterricht. | Quelle: Pexels

Dieser Lehrertyp unterscheidet sich insofern von anderen, als er kein offizielles Diplom oder Zertifikat als Lehrer oder in der italienischen Sprache hat.

Wobei es durchaus Mischformen gibt: Sprachstudenten, die nach Erhalt ihres Abschlusses weiter nebenbei Privatunterricht geben und somit zwar kein Lehrer-, aber doch ein Sprachdiplom haben.

Doch selbst ohne offiziellen Abschluss hat dieser Typ Lehrer ein großes Plus, das er seinen Schülern bieten kann: Er oder sie war von klein auf mit Italienisch in Kontakt oder hat es während eines Auslandsaufenthalts (z. B. in Pisa, Venedig, Rom, in der Toskana, auf Sardinien, Sizilien usw.) nahezu perfekt gelernt.

Das Italienische ist vielleicht nicht die Muttersprache (Deutsch wird in der Regel die Erstsprache sein), aber er/sie beherrscht es so gut, dass sie/er es Interessierten ohne Weiteres über Sprachunterricht auf einem hohen Niveau beibringen kann.

Als Intensivkurs mehrmals die Woche oder in einer langsameren Form (z. B. 1 x die Woche) oder sogar über Skype.

Die Person hat zwar keinen offiziellen didaktischen Hintergrund, hat aber höchstwahrscheinlich in der Praxis und durch eigene Erfahrungen gelernt, wie man Italienisch gut vermitteln kann.

Könntest Du diese Person sein?

Typ III: Der Italienisch Muttersprachler

Dieser Typ ähnelt der eben erwähnten Gruppe enorm, hat allerdings Italienisch als Muttersprache.

Mit diesem Profil ist man absolut gefragt auf dem Markt und braucht nicht wirklich ein Diplom oder Zertifikat, um seine Eignung zu beweisen!

Die meisten Schüler werden schon damit zufrieden sein, dass man die Sprache perfekt beherrscht und dabei natürlich eine authentische Aussprache hat.

Auch die sichere Differenzierung der verschiedenen Register (Standardsprache, Umgangssprache, gehobene Sprache, Business-Italienisch, Dialekte usw.) ist natürlich ein großes Plus!

Aber natürlich ist es für diese Art von Lehrer wichtig, auch gut Deutsch zu sprechen, wenn sie oder er in Deutschland Unterricht anbieten möchte.

Denn auch, wenn man (wie in vielen Sprachschulen und Sprachinstituten üblich) mit der immersiven Methode arbeitet, also den Unterricht ausschließlich auf Italienisch abhält, ist es doch essentiell, die Fragen der Schüler auf Deutsch zu verstehen – und darauf auch logisch (und wenn nötig auf Deutsch) antworten zu können.

Finde ich als Italiener leicht Sprachschüler? Italienisch-Muttersprachler sind als Italienischlehrer natürlich besonders beliebt. | Quelle: Pexels

Übrigens: Auch, wenn es oft schon ausreicht, Italienisch Muttersprachler zu sein, um Kunden zu finden, kann es trotzdem sehr hilfreich sein, noch ein zusätzliches Zertifikat als Italienischlehrer (so ähnlich wie „Deutsch als Fremdsprache“) zu machen (weiter unten gehen wir noch näher auf die verschiedenen Zertifikate ein).

Denn nicht vergessen: Oft ist es für Muttersprachler besonders schwierig, die Regeln der eigenen Sprache zu erklären, da man sie selbst nie systematisch lernen musste!

Die Kombi aus Muttersprachler und Italienischzertifikat – das die didaktischen Fähigkeiten belegt – ist dann wirklich unschlagbar und lässt sich auch problemlos in einen höheren Stundenpreis umwandeln!

Typ IV: Der staatliche (ausgebildete) Italienischlehrer/-dozent

Kommen wir zur nächsthöheren Kategorie: den ausgebildeten Italienischlehrern bzw. -dozenten.

Sie haben ein Lehramtsstudium mit Italienisch in der Fächerkombi absolviert oder eine universitäre Laufbahn in diesem Bereich hinter sich (eventuell sogar mit Doktor- oder Professorentitel) und unterrichten nun an einem Gymnasium oder an einer Hochschule Italienisch.

Doch auch diese Personen wollen sich vielleicht privat ein kleines Zubrot verdienen oder entscheiden sich nach einigen Jahren ganz in den privaten Bereich zu wechseln, weil z. B. die Arbeitszeiten flexibler sind.

Auch auf Superprof findet man einige solche „Berufslehrer“, die ihre Kenntnisse auch privat nutzen. Das gilt nicht nur für Fremdsprachen, sondern auch für Nachhilfe in Mathematik, Hausaufgabenhilfe, Prüfungsvorbereitungskurse usw.

Und das ist ihr gutes Recht!

Doch welche Ausbildung haben solche Lehrer eigentlich durchlaufen?

Nehmen wir zunächst das Beispiel von Gymnasiallehrern, denn diese sind es, die in der Praxis am ehesten Italienisch als Schulfach unterrichten.

Um Gymnasiallehrer zu werden, muss man auf jeden Fall an einer Universität studieren.

Das Lehramtsstudium ist eine Mischung aus fachlichen Vorlesungen (in diesem Fall Romanistik, Sprachwissenschaften, Kulturwissenschaften etc.) und didaktischen Vorlesungen (um zu lernen, wie man am besten Inhalte vermittelt).

Je nach Bundesland erhält man als Abschluss entweder das 1. und dann 2. Staatsexamen (z. B. in Bayern) oder einen Bachelor und dann Master (z. B. in Rheinland-Pfalz).

Auch vom Bundesland abhängig ist, ob Latein als Zulassungsvoraussetzung gilt.

In beiden Fällen spielen aber Referendariate, Praktika und Lehrproben eine wichtige Rolle, denn es nützt nichts, wenn man in der Theorie alles weiß, aber nichts rüberkommt, wenn man dann vor einer Klasse steht.

Aufgrund dieser intensiven fachlichen und didaktischen Ausbildung und im Idealfall ergänzt durch einige Jahre Berufspraxis sind solche ausgebildeten Lehrer natürlich extrem gut qualifiziert für privaten Italienischunterricht (es ist ja schließlich ihr Beruf!), vor allem auch, wenn es um Schülernachhilfe in Italienisch geht (denn sie kennen den Lehrplan und damit die schulischen Anforderungen genau).

Was macht Italienisch so besonders? Die italienische Geschichte macht die Sprache Dantes besonders reich und interessant. | Quelle: Pexels

Die zweite Unterkategorie sind Personen, die eine rein akademische Laufbahn mit Italienisch durchlaufen haben.

Sie haben einen Bachelor und Master in (angewandten) Sprachwissenschaften, Romanistik oder Übersetzen/Dolmetschen und meistens auch noch einen Dr. phil. oder Professor. Sie geben an der Uni Italienischvorlesungen und -seminare.

Auch diese Personengruppe hat vielleicht Lust, noch zusätzlich (oder ab jetzt nur noch) privat Italienisch zu unterrichten, warum auch nicht?

Typ V: Der zertifizierte Italienischlehrer

So wie es fürs Deutsche gewisse Zertifikate für Deutsch als Fremdsprache (DaF, DaZ usw.) gibt, kann man auch fürs Italienische Prüfungen für eine Zertifizierung ablegen:

  • CEDILS – Certificazione in didattica dell’italiano a stranieri – Zertifikat zum Unterrichten der italienischen Sprache an Ausländer
  • CEFILS – Certificazione per Facilitatori dell’Italiano Lingua Seconda – Zertifikat zum Unterrichten der italienischen Sprache als Zweitsprache
  • CILS – Certificazione di Italiano come lingua straniera, – Zertifikat zum Unterrichten der italienischen Sprache als Fremdsprache – Qualifizierung ausgestellt durch die Ausländer-Universität Siena
  • DITALS – Diplom zum Unterrichten der italienischen Sprache für Ausländer – eine postgraduierte Fortbildung für Italienischlehrer
  • FILIM – Formazione degli Insegnanti di Lingua Italiana nel Mondo – Weiterbildung für Italienischlehrer in der ganzen Welt
  • ITALS – Italiano a Stranieri – Italienisch für Ausländer

Um solche Zertifikate zu erhalten, muss man in der Regel nach Italien.

Manche Kursaufenthalte in Italien werden teilweise aber auch von deutschen Anbietern organisiert und für bestimmte Zertifikate gibt es auch Kooperationen mit Instituten in Deutschland, die dann beispielsweise in Frankfurt die Prüfung zur Zertifizierung anbieten.

Am besten recherchierst Du im Internet, welches Angebot am besten für Dich passt.

Diese Formen von „Diplomen“ sind oft auf Italienisch Muttersprachler ausgelegt, aber wenn Dein Italienischniveau hoch genug ist, spricht nichts dagegen, es auch als Nicht-Muttersprachler zu versuchen.

Da sie meist aber recht teuer sind, ist es wichtig, sich vorher über alle Kosten und die Anforderungen zu informieren und vielleicht mal eine alte Prüfung zur Einschätzung durchzumachen …

Eines ist jedenfalls sicher: Mit einem Zertifikat belegst Du Deine Fähigkeiten offiziell, lieferst ein gutes Argument für höhere Preise und hast auch bessere Chancen, an Sprachschulen eingestellt zu werden.

Viel Erfolg!

 

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