Anwaltsserien wie Suits oder White Collar sind nicht nur im englischsprachigen Raum, sondern auch bei uns in Deutschland mittlerweile sehr beliebt.

Der Alltag von Rechtsanwalt Harvey Specter ist aber auch einfach spannend ...

Natürlich neigen Filme und Serien dazu, Sachverhalte und Informationen entweder etwas schwammig oder sehr beschleunigt darzustellen: Selbstverständlich dauert ein Verfahren wegen Mordes vor Gericht nicht nur 45 Minuten und auch die Entscheidungsfindung bei einem Rechtsstreit ist deutlich schwieriger, als es unsere geliebten Serien oft vermitteln.

Tatsächlich achten die Produzenten und Produzentinnen aber sehr penibel darauf, dass die legal terms – also die Jura Fachbegriffe – richtig verwendet werden. Um die Richtigkeit dieser legal terms zu gewährleisten werden hierfür sogar Juristen und Juristinnen engagiert, welche die Fachsprache bestens beherrschen.

Dank dieses Service sind heutzutage sogar juristische Laien mit einigen dieser legal terms vertraut.

Leider werden diese Jura Begriffe in den Filmen und Serien meistens aber nicht weiter erklärt, weshalb die Fans oft nur eine allgemeine Vorstellung von ihrer Bedeutung haben.

Strebst Du eine Karriere als Jurist oder Juristin an, befindest Dich sogar schon mitten im Studium oder liebst einfach Anwaltsserien, solltest Du zumindest einige legal terms kennen. Wir von Superprof haben uns deshalb die Arbeit gemacht ein kleines Rechtslexikon zu erstellen.

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Und los geht's

Jura Begriffe im deutschen Recht

Die meisten Anwaltsserien wie Suits und White Collar sind natürlich keine deutschen Serien. Das heißt, in den Serien geht es auch nicht um das deutsche Recht – sondern das amerikanische oder britische Recht.

Die Rechtssysteme in Amerika und England unterscheiden sich sehr stark vom Rechtssystem in Deutschland. So sind auch die Jura Fachbegriffe teilweise unterschiedlich.

Für Teile der englischen Fachsprache gibt es auch keine Übersetzung auf Deutsch, manchen legal terms wirst Du als deutscher Rechtsanwalt bzw. Rechtsanwältin auch nicht begegnen.

Das fängt schon bei den Rechtsgebieten an: Während man in Deutschland die drei großen Rechtsgebiete Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht unterscheidet, findest Du in der englischen Sprache Begriffe wie tort, contract oder business law. Contract Law z.B. entspricht etwa dem deutschen Vertragsrecht, das aber wiederum nur ein Teil des Zivilrechts ausmacht.

Ob Vertragsrecht oder Gesellschaftsrecht, manche Jura Begriffe solltest Du einfach kennen.
Du hast bei Suits bestimmt schon einige juristische Fachbegriffe registriert. | Quelle: Unsplash

Außerdem unterscheiden wir auch nicht zwischen dem sogenannten solicitor und dem barrister. Als deutscher Volljurist bzw. Volljuristin übernimmst Du sowohl die Aufgaben eines solicitors als auch die eines barrister – je nachdem was und wo Du eben arbeitest.

Juristische Berufsbezeichnungen

Hast Du das erste und zweite Staatsexamen erfolgreich absolviert, darfst Du Dich Volljurist bzw. Volljuristin nennen. Das bedeutet, Du bist dazu befähigt Deinen juristischen Service anzubieten.

Die klassischen juristischen Berufe in Deutschland sind Folgende:

  • Rechtsanwalt / Rechtsanwältin: Als Rechtsanwalt bzw. Rechtsanwältin vertrittst Du natürliche oder juristische Personen in Rechtsangelegenheiten an ordentlichen Gerichten und Strafgerichten.
  • Staatsanwalt / Staatsanwältin: In diesem Beruf vertrittst Du den Staat. Du bist für die Ermittlung in einem strafrechtlichen Verfahren, für die Erhebung der Anklage in der Hauptverhandlung und die Vollstreckung der Strafe zuständig.
  • Richter / in: Das Richteramt ist ein öffentliches Amt, das an einem Gericht ausgeübt wird. Richter und Richterinnen sind für die Rechtsprechung zuständig. Sie treffen in einem Rechtsstreit vor Gericht die Entscheidung.
  • Notar / Notarin: Möchtest Du Notar / in werden ist noch eine weitere Ausbildung nach dem Studium erforderlich, denn Notar / innen sind wahre Spezialist / innen, wenn es um Gesetze geht. Sie sind für die Beglaubigung und Beurkundung von Rechtsgeschäften, Beweisen, Tatsachen und Unterschriften zuständig  – zum Beispiel beim Kauf von Immobilien oder bei der Erstellung eines Testaments. Sie stellen also sicher, dass alles mit rechten Dingen vor sich geht und keine Fehler vorliegen.

Jura Begriffe im Gerichtsverfahren

Auf den ersten Blick wirkt die Sprache der Juristen und Juristinnen gar nicht mal so kompliziert. Eigentlich bedient sich die juristische Fachsprache der Alltagssprache und viele juristische Fachbegriffe lassen sich dementsprechend logisch herleiten.

Allerdings ist gerade im Bereich des Rechts Genauigkeit von größter Bedeutung.

Vielleicht ist Dir beim Tatort schauen schon einmal aufgefallen, dass es durchaus einen großen Unterschied macht, ob Du noch Beschuldigter oder bereits Angeschuldigter bist, oder ob Du ein Verbrechen, ein Vergehen oder lediglich eine Ordnungswidrigkeit begangen hast.

Ob bei der Polizei, vor Gericht oder beim sonntäglichen Tatort, manche Jura Begriffe solltest Du kennen.
Beim Tatort lernst Du einiges über das deutsche Gesetzt und die juristischen Fachbegriffe. | Quelle: Unsplash

Im Folgenden findest Du ein paar der wichtigsten juristischen Begriffe, die Dir nicht nur im Tatort, sondern auch vor Gericht begegnen werden:

  • Beklagte / r: Eine Person gegen die im  Zivilprozess vom Kläger Klage erhoben wurde.
  • Beschuldigte / r: Eine Person, gegen die ermittelt wird, weil sie einer Straftat verdächtigt wird.
  • Angeschuldigte / r: Eine beschuldigte Person, gegen die bereits Anklage vor Gericht erhoben wurde.
  • Angeklagte / r: Eine beschuldigte Person, gegen die eine Anklage vom Gericht bereits zugelassen ist. Damit ist das Hauptverfahren eröffnet.
  • Schöffen: Das sind sogenannte Laienrichter, also ehrenamtliche Richter / innen, die keine juristische Ausbildung haben. Sie wirken im Hauptverfahren von Strafprozessen mit und unterstützen den Richter bzw. die Richterin bei der Entscheidung.
  • Freiheitsstrafe: Wird im Gerichtsverfahren eine Freiheitsstrafe (ohne Bewährung) verhängt, muss der bzw. die Verurteilte ins Gefängnis.
  • Geldstrafe: Es kann auch lediglich eine Geldstrafe verhängt werden. Die Höhe der Tagessätze richtet sich dabei nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des / der Verurteilten.
  • Bewährung: Setzt das Gericht eine Freiheitsstrafe zur Bewährung aus, muss der oder die Verurteilte nicht ins Gefängnis. Die Person darf sich dann während der Bewährungszeit nichts "zu schulde kommen lassen" und kann durch gute Führung sogar einen Straferlass bewirken.
  • Vergehen: Eine rechtswidrige Tat, die mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe unter einem Jahr bedroht ist.
  • Verbrechen: Eine rechtswidrige Tat, die mindestens mit einer Freiheitsstraße von einem Jahr bedroht ist.
  • Ordnungswidrigkeit: Rechtsverstöße, die nicht kriminell sind, sondern lediglich gegen Ordnungsregeln verstoßen – z.B. zu schnelles Fahren. In der Regel wird dann ein Bußgeld verhängt.
  • Schadensersatz: Ist Dir durch das Verhalten einer anderen Person ein Schaden entstanden, hast Du einen Anspruch auf Schadensersatz. Ein Schaden ist jeder Nachteil am Vermögen oder einem sonstigen geschützten Gut.
  • Revision: Ein Rechtsmittel gegen Urteile. Legst Du Revision ein, wird der Sachverhalt von der nächsten Rechtsinstanz auf mögliche Rechtsfehler überprüft. Die Überprüfung erfolgt in rechtlicher, aber nicht in tatsächlicher Hinsicht.
  • Berufung: Ebenfalls ein Rechtsmittel. Es kann gegen Urteile erhoben werden und erwirkt die wiederholte rechtliche und tatsächliche Überprüfung des Sachverhalts vor einem anderen Gericht.
  • Beschwerde: Ein Rechtsmittel, das gegen Beschlüsse erhoben werden kann.
  • Vergleich: In einem Rechtsstreit können sich die Parteien auch selbst einigen. Dazu schließen sie einen schuldrechtlichen Vertrag ab.

Auch wenn sich das deutsche Rechtssystem stark vom amerikanischen oder britischen Rechtssystem unterscheidet, kommt es vor, dass Du in Deinem Juristen-Alltag auch mit Begriffen in englischer Sprache konfrontiert wirst. Manche dieser Begriffe haben keine deutsche Übersetzung, sind aber dennoch für Dich relevant. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Du an einer der größten Anwaltskanzleien in Deutschland arbeitest. Im nächsten Abschnitt findest Du ein paar solcher Begriffe.

Liste englischer juristischer Fachbegriffe

Viele englische Jura Begriffe können ganz einfach ins Deutsche übersetzt werden: termination = Kündigung, law = Gesetz, juristdiction = Rechtsprechung, contract law = Vertragsrecht, lawsuit = Rechtsstreit usw.

Was bedeutet ein Anspruch oder Rechtsprechung auf Englisch?
Gerade in großen internationalen Kanzleien wirst Du einigen Fachbegriffen in englischer Sprache begegnen. | Quelle: Unsplash

Andere kommen so in unserem deutschen Rechtssystem überhaupt nicht vor. Allerdings gibt es auch ein paar wenige Begriffe, die zwar nicht ins Deutsche übersetzt werden, mittlerweile aber dennoch Teil des deutschen Rechts sind:

  • Limited Liability Partnership (LLP): Die LLP ist eine Personengesellschaft nach britischem oder amerikanischem Recht. Auch wenn sie im deutschen Gesellschaftsrecht nicht vorkommt, findet man mittlerweile viele Kanzleien dieser Rechtsform in Deutschland – vor allem im Bereich der internationalen Wirtschaftskanzleien. In einer solchen Kanzlei trägt jeder Partner ein begrenztes Haftungsrisiko. Begeht also ein anderer Partner (oder einer seiner / ihrer Angestellten) einen Fehler, haftet nur dieser Partner und nicht alle Partner der Kanzlei für diesen Fehler.
  • Due Dilligence: Für den Begriff der due dilligence gibt es keine deutsche Entsprechung. Er bezieht sich auf die im Rechtsverkehr erforderliche Sorgfalt und bezeichnet ein Vorgehen, bei welchem eine eingehende juristische Prüfung stattfinden. Möchte ein Käufer beispielsweise ein Unternehmen kaufen, lässt er zunächst einmal eine allgemeine due dilligence durchführen, um sicherzugehen, dass ihn keine rechtlichen Fallen oder Mängel erwarten.
  • Pro Bono: Dieser Begriff, der eigentlich aus dem Lateinischen kommt, besonders aber im britischen und amerikanischen Raum verwendet wird, bezeichnet eine juristische Tätigkeit, für die keine oder nur eine sehr geringe Bezahlung verlangt wird. Es handelt sich also sozusagen um eine freiwillige juristische Leistung, die im Sinne des Gemeinwohls vollbracht wird.

Willst Du noch mehr über Pro Bono erfahren, dann lies auch unseren Artikel zu dem Thema!

Juristische Begriffe aus dem Lateinischen

Früher musste man im Jura-Studium an der Universität auch Latein lernen. Das ist heutzutage zum Glück nicht mehr die Regel. Dennoch werden Dir an der Hochschule noch einige lateinische Begriffe und Ausdrücke begegnen:

  • In dubio pro reo: Im Zweifel für den Angeklagten.
  • Aberratio ictus: Diesen Begriff solltest Du aus dem Strafrecht kennen. Er beschreibt das "Fehlgehen der Tat", z.B. indem der Täter / die Täterin nicht das vorgesehene Tatobjekt sondern aus Versehen ein anderes trifft.
  • Conditio sine qua non: Die lateinische Bezeichnung der Kausalität oder auch Ursächlichkeit, die Dir ebenfalls aus dem Strafrecht nur allzu vertraut sein sollte: Ein Ereignis ist nur dann ursächlich für ein bestimmtes Ergebnis, wenn das Ergebnis ohne dieses Ereignis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre.
ius, lex, art ... Latein kann bei Jura nützlich sein.
Wenn Du die Jura-Bücher in der Universitätsbibliothek wälzt, wirst Du dort einige lateinische Begriffe registrieren.| Quelle: Unsplash
  • Error in persona vel objecto: Ebenfalls auf dem Strafrecht beschreibt der Begriff einen Irrtum bei der Tat und zwar entweder bezüglich der Person (in persona) oder des Objektes (in objecto). Der Täter / die Täterin hat also das Tatobjekt verwechselt und beispielsweise aus Versehen die "falsche" Person getötet.
  • Culpa in contrahendo: Du kennst den Begriff wahrscheinlich eher als c.i.c. Er beschreibt das Verschulden bei Vertragsverhältnissen im Zivilrecht.
  • Essentialia negotii: Solltest Du aus dem Vertragsrecht kennen. Das sind die wesentlichen Bestandteile eines zivilrechtlichen Vertrages, nämlich die Vertragsparteien, die Leistung (bspw. Kaufobjekt) sowie die Gegenleistung (bspw. Kaufpreis).
  • Falsa demonstration non nocet: Ebenfalls aus dem Vertragsrecht – schließen zwei Parteien einen zivilrechtlichen Vertrag, bezeichnen den Vertragsgegenstand unterschiedlich, meinen dabei aber das gleiche, dann schadet die Falschbezeichnung nicht. der Vertrag kommt dennoch wirksam zustande.
  • Invitatio ad offerendum: Die sogenannte "Einladung zum Angebot" lernst Du bereits in einer Deiner ersten Vorlesungen zum Zivilrecht.

Lies auch unseren Jura Rundum-Guide!

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.