LRS steht für Lese-Rechtschreib-Schwäche, aber was ist das eigentlich? Die Weltgesundheitsorganisation hat LRS definiert. Demnach handelt es sich um "eine umschriebene Beeinträchtigung der Entwicklung der Lesefertigkeiten und in der Regel damit verbunden der Rechtschreibfähigkeiten [...]".

Allgemein versteht man darunter die Schwierigkeit im Lesen und/oder im Schreiben. LRS wird oft bei Kindern bemerkt, denen in der Schule das richtige Schreiben und das Vorlesen schwer fällt. Trotz Üben  und guten Noten in anderen Fächern wird das Lesen und Schreiben einfach nicht besser. LRS wird zwar meist schon im Kindesalter festgestellt, kann aber auch noch Erwachsene plagen, bei denen die Lese- und Rechtschreibschwäche im Kindesalter unentdeckt geblieben ist.

Wir von Superprof erklären Euch Schritt für Schritt, was das alles genau bedeutet, wie es zu einer LRS kommt und zeigen Euch an ein paar Beispielen, wie sich eine LRS auswirkt.

Für mehr Infos über LRS und Legasthenie geht es hier entlang!

LRS: Was steckt hinter der Definition?

Zunächst einmal ist die LRS als eine Entwicklungsstörung eingestuft. Nicht verantwortlich für eine LRS sind Intelligenzminderung, unzureichende Lernbedienungen, umkorrigierte Seh- oder Hörstörungen, ausgeprägte neurologische Defizite oder emotionale Störungen.

Flüssig Lesen mit LRS ist eine große Herausforderung.
LRS macht das Lesen schwierig und anstrengend. | Quelle: Pexels

Das heißt im Klartext: Wer eine LRS hat, ist nicht dumm. Und wer eine LRS hat, kann trotzdem gut hören und ist ein ganz normaler gesunder Mensch. Viel eher hat ein LRS Patient Schwierigkeiten bei der Entwicklung seiner Lese- und Rechtschreibfähigkeiten. Deshalb wird LRS auch Lese-Rechtschreib-Störung oder Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten genannt. Im Schulsystem wird die Abkürzung LRS für alle Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten verwendet, egal welche Ursache zugrunde liegt. Alles in allem werden damit also die Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens gekennzeichnet.

Inwiefern sich die LRS von der Legasthenie unterscheidet, erklären wir Euch in unserem Artikel zum Thema.

Warum es für Kinder so wichtig ist, gut Lesen und Rechtschreiben zu können, liegt daran, dass dies der Schlüssel zu schulischem und beruflichen Erfolg ist. Das beginnt mit Freude daran, zur Schule zu gehen, zu lernen und geht nach der Schule nahtlos ins Berufsleben über. Denn nur wer richtig schreiben kann - egal ob Mails oder Briefe - wird in seiner Kommunikation ernst genommen. Deshalb ist es besonders wichtig, LRS zu erkennen und zu therapieren. Dann ist diese Schwierigkeit auch kein Schicksal!

Welche Anzeichen für LRS gibt es?

Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten fallen schon in der Grundschule auf. Anzeichen für LRS werden meist zuerst beim Vorlesen bemerkt. Denn Kindern mit LRS fällt es schwer, Buchstaben als Wörter zu erkennen. Deshalb lesen sie stockend und langsam. Zum Beispiel werden Wörter nicht flüssig gesprochen, sondern die einzelnen Buchstaben hintereinander ausgesprochen. Ein Auto wird also A-U-T-O gesprochen.

Zudem lesen Kinder mit LRS Wörter, die nicht im Text stehen. Der Sinn passt zwar zum restlichen Text, das Wort steht aber nicht auf dem Papier.

Diese Schwierigkeiten sind natürlich unangenehm und können Kindern peinlich sein. Um nicht aufzufallen, tendieren sie dazu, Texte auswendig zu lernen und sie dann vorzulesen. Sie lesen dann aber nicht wirklich, sondern tragen viel mehr den auswendig gelernten Text vor.

Außerdem vermeiden sie das Vorlesen, wann es nur geht. Ist ja klar, schließlich macht niemand gerne etwas, das er oder sie nicht gut kann. Wenn Ihr also bemerkt, dass Euer Kind sich um's Lesen drückt und dann nur unter großer Anstrengung klare Sätze vorlesen kann, solltet Ihr hellhörig werden.

Kinder mit LRS sind oft sehr aktiv und aufgedreht.
Euer Kind drückt sich ums Lesen und Schreiben und ist stattdessen hyperaktiv? Hier solltet Ihr hellhörig werden. | Quelle: Pexels

Nicht nur das Vorlesen, sondern auch das Schreiben fällt Kindern mit LRS schwer. Über einen langen Zeitraum werden viele Fehler gemacht. Inzwischen ist der Ansatz überholt, dass Kinder mit LRS ganz bestimmte Fehler machen, also zum Beispiel das B und das D, das D und das T oder das G und das K verwechseln. Viel eher macht jedes Kind individuelle Fehler.

Auffallend ist jedoch, dass nicht immer die gleichen Fehler gemacht werden, sondern das gleiche Wort ganz unterschiedlich geschrieben wird. Mal ist es richtig, mal am Anfang falsch, mal am Ende. Auch ein ganzer Text kann am Anfang richtig geschrieben sein und anschließend voller Fehler sein.

Trotzdem ist es schwer, den Unterschied zwischen Kindern mit LRS und rechtschreibschwachen Kindern zu erkennen, da der Übergang fließend ist. Zudem brauchen Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche sehr viel Zeit, um sich einen umfangreichen Wortschatz anzueignen. Manche schaffen das auch gar nicht.

Die Schwierigkeiten beim Textverständnis und beim Schreiben können sich leider auch auf die Noten in anderen Fächern auswirken. Textaufgaben in Mathe müssen ja schließlich erst einmal verstanden werden, bevor Euer Kind sie lösen kann. Wenn dann eine Rechnung zwar mathematisch stimmt, aber nicht zur Lösung der Aufgabe beiträgt, sind schlechte Noten in Mathe die Konsequenz. Hier gilt es, aufmerksam zu sein und zu analysieren, warum eine Aufgabe falsch gelöst wurde. Wurde wirklich falsch gerechnet oder hat das Kind die Aufgabe sprachlich gar nicht verstanden?

Mehr Infos dazu, wie Ihr eine LRS erkennen könnt, geben wir Euch in unserem Artikel!

Die Konsequenzen von LRS

Nicht flüssig lesen zu können und Fehler beim Schreiben zu machen ist für Kinder alles andere als leicht. In der Folge treten Probleme auf, die wir Euch hier zeigen.

Zunächst fällt es Kindern mit LRS schwer, den Sinn eines Textes zu erfassen. Wenn sie einen fremden Text lesen, müssen sie sich sehr anstrengen, um den Text zu verstehen. All ihre Energie wird verwendet, um den Text richtig vorzulesen, sodass der Inhalt kaum aufgenommen werden kann. Das führt zu Ermüdung und ist in erster Linie demotivierend.

Vorsichtig solltet Ihr sein, wenn Euer Kind Schwierigkeiten beim Lesen und bei der Rechtschreibung hat, trotzdem aber gute Noten in Deutsch schreibt. Denn in die Deutschnote fließen nicht nur diese beiden Disziplinen ein, sondern auch die mündliche Beteiligung, die Kreativität beim Schreiben und das inhaltliche Niveau der geschriebenen Texte. Deshalb ist der Trugschluss "Mein Kind schreibt gute Noten in Deutsch, also kann es ja gar keine LRS haben" gefährlich.

Kinder mit LRS machen zwar Rechtschreibfehler, ihre Texte können aber inhaltlich toll sein!
Auch Kinder mit LRS können tolle Texte schreiben! | Quelle: Pexels

Bei Fremdsprachen hingegen kommt es bei LRS Kindern in besonderem Maße zu Schwierigkeiten. Verantwortlich dafür ist, dass Englisch für den Großteil der deutschen Kinder eine Fremdsprache ist. Die Regeln der fremden Sprache sind anders als die der Muttersprache, die Laute werden anders ausgesprochen und viele Vokabeln sind fremd. Daher kommt es selten vor, dass ein Kind sehr gut in Englisch ist, aber schlecht in Deutsch. Wenn Euer Kind also nicht nur Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten in Deutsch, sondern auch in Englisch hat, solltet Ihr ebenfalls hellhörig werden.

Viel schwerwiegender können die psychischen Konsequenzen von LRS sein. Denn tagtäglich ist ein Kind mit LRS mit seinen eigenen Defiziten konfrontiert - nicht gerade schön für das Selbstwertgefühl. Kinder mit LRS können über Bauchweh und Schlafstörungen klagen, aggressiv oder laut sein, gestresst und sehr aktiv wirken. Dies sind Anzeichen für Überforderung. Als Eltern könnt Ihr also auch rückwärts analysieren: Zeigt mein Kind eines dieser Symptome auf? Was kann hierfür die Ursache sein?

Bleibt eine LRS völlig unentdeckt, kann dies zu schwerwiegenden Folgen führen. Zunächst einmal bleiben Kinder mit LRS auch in anderen Fächern unter ihren Möglichkeiten. Sie schreiben schlechtere Noten, weil sie sprachliche Schwierigkeiten haben. Bleibt LRS also unentdeckt, fällt der Schulabschluss schlechter aus, als bei Kindern, die eine Therapie gemacht haben. Im Erwachsenenalter bleibt eine unbehandelte LRS bestehen. Wer nie gefördert wurde, plagt sich also ein Leben lang mit Problemen beim Lesen und Schreiben herum. Das wirkt sich dann natürlich auch auf das Berufsleben aus.

Tipps und Ratschläge zum Behandeln der LRS geben wir Euch in unserem Artikel zum Thema.

Was tun, um sich Klarheit zu verschaffen?

Ihr habt das Verhalten Eures Kindes analysiert, Euch über LRS informiert und seid Euch sicher: Mit den Lese Rechtschreib Fähigkeiten meines Kindes stimmt etwas nicht! Oder aber Ihr zweifelt noch, eine Stimme sagt Euch aber, dass Euer Kind nun langsam aber mal richtig lesen können sollte oder bestimmte Wörter richtig schreiben können sollte.

Dann solltet Ihr dieser Stimme folgen und Eurem Gefühl auf den Grund gehen. Das geht bei Eurem örtlichen LOS. LOS ist die Abkürzung für Lehrinstitut für Orthografie und Sprachkompetenz. Bei Verdacht auf LRS, Legasthenie, ADHS oder bei Konzentrationsschwierigkeiten bietet LOS Hilfe und Therapien an.

Dank Therapien und Förderung könnt Ihr LRS gezielt behandeln.
Ihr müsst nicht verzweifeln, denn für LRS gibt es Hilfe und Therapien! | Quelle: Pexels

Die LOS Förderung hilft Eurem Kind, seine Lese- und Rechschreibschwierigkeiten zu verbessern und wieder mehr Selbstbewusstsein zu schöpfen. Denn die Zeit, die im Schulunterricht für die Förderung vom Lesen und Schreiben eingeplant ist, reicht LRS Kindern nicht. Diese zusätzliche Zeit in der LOS Therapie hilft bei der Verbesserung. Das führt langfristig zu mehr Lebensfreude und mehr Lust auf Schule.

Auch bei Erwachsenen mit LRS hilft die Therapie. Erwachsene mit LRS sind nicht nur tagtäglich mit ihrem Defizit konfrontiert, sondern die LRS nagt auch am Selbstwertgefühl. Deshalb legen wir all denen, die an ihrer Lese- und Rechtschreibfähigkeiten zweifeln, nahe, sich zu einer Therapie zu ermutigen. Traut Euch!

Der erste Schritt im LOS ist ein kostenloses Beratungsgespräch mit LRS-Test, der anschließend analysiert wird. Auf Basis des aktuellen Leistungsstands Eures Kindes wird dann ein Förderplan erstellt. Mit LRS-Therapeuten verbessert Euer Kind dann schließlich in den einzelnen Sitzungen seine Rechtschreibung und Lesekompetenz.

LOS ist hier sogar effektiver als Nachhilfe, denn die gezielte pädagogische Förderung unterscheidet sich von Nachhilfe. Obwohl das Ziel das gleich ist, nämlich die Leistungen Eures Kindes nachhaltig zu verbessern, gibt's hier einen Unterschied: LRS-Therapeuten arbeiten gezielt daran, die Lese- und Rechtschreibfähigkeiten Eures Kindes zu verbessern. Der Inhalt eines Faches spielt hier also keine Rolle.

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LRS ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Viel eher handelt es sich um eine Schwierigkeit bzw. Störung, die Ihr gezielt behandeln könnt. Der erste Schritt ist, die Symptome zu erkennen und der Ursache auf den Grund zu gehen. In einem zweiten Schritt führt eine Therapie zur Förderung und zu Verbesserungen.

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Eva

Halb in Berlin, halb in Paris lebe ich meine Leidenschaften für guten Wein und schöne Fahrräder aus. Ich bin immer für spannende Aktivitäten zu haben und ständig auf der Suche nach interessanten Themen, die ich in meinen Artikeln mit Euch teile!