Max Planck gehört zu den bedeutendsten Physikern des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Forschungen zur Wärmestrahlung legte er um 1900 einen entscheidenden Grundstein für die Quantentheorie und veränderte damit unser Verständnis der Physik grundlegend.

Dabei sah es zu Beginn gar nicht danach aus, als würde Planck einmal ein völlig neues Forschungsfeld mitbegründen. Als er sich für ein Physikstudium interessierte, soll ihm der Münchner Physiker Philipp von Jolly erklärt haben, dass in der Physik bereits fast alles entdeckt sei. Zum Glück ließ sich Planck davon nicht abschrecken.

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Frühes Leben und Ausbildung

Max Planck wurde in eine akademisch geprägte Familie geboren und zeigte schon früh vielseitige Talente. Neben seiner Begeisterung für Naturwissenschaften war er auch musikalisch hochbegabt. Trotzdem entschied er sich schließlich für die Physik, obwohl ihm davon zunächst sogar abgeraten wurde.

1858

Geburt in Kiel

Max Planck wird am 23. April 1858 in Kiel als Sohn des Juraprofessors Wilhelm Planck geboren.

1867

Umzug nach München

Nach dem Umzug seiner Familie nach München besucht Planck das Maximiliansgymnasium, wo sein Mathematiklehrer Hermann Müller seine Begeisterung für Physik, Mechanik und Astronomie weckt.

1874

Entscheidung für die Physik

Obwohl Planck hervorragend Klavier, Orgel und Cello spielt und auch singt, entscheidet er sich gegen eine musikalische Laufbahn und beginnt ein Physikstudium in München.

1877

Studium in Berlin

Für zwei Semester wechselt Planck nach Berlin und besucht unter anderem Vorlesungen der bekannten Physiker Hermann von Helmholtz und Gustav Kirchhoff.

1879

Promotion über Wärmelehre

Mit nur 21 Jahren promoviert Planck mit einer Arbeit über den zweiten Hauptsatz der Wärmelehre und beschäftigt sich dabei intensiv mit der Thermodynamik.

1880

Habilitation mit 22 Jahren

Nur ein Jahr später habilitiert sich Planck und beginnt seine akademische Laufbahn als Privatdozent an der Universität München.

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Wissenschaftliche Karriere und Beiträge zur Physik

Max Plancks wissenschaftliche Laufbahn begann zunächst eher unspektakulär. Seine frühen Arbeiten fanden in der Fachwelt nur wenig Beachtung. Das änderte sich mit seiner Forschung zur Wärmestrahlung grundlegend.

Professuren und akademische Laufbahn

Ein Schwarz weiß Portrait von Max Planck.
Scientific Identity, Portrait of Max Planck

Nach seiner Habilitation arbeitete Planck zunächst als Privatdozent in München. 1885 wurde er als außerordentlicher Professor für theoretische Physik an die Universität Kiel berufen. Vier Jahre später wechselte er nach Berlin, wo er 1892 den Lehrstuhl für theoretische Physik übernahm.

Planck machte sich zunehmend einen Namen in der Wissenschaft. 1894 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und im Studienjahr 1913/14 sogar Rektor der Berliner Universität. Als Professor galt er als klarer und sachlicher Lehrer, der komplexe physikalische Zusammenhänge verständlich erklären konnte.

Von der Thermodynamik zur Wärmestrahlung

Schon früh beschäftigte sich Planck intensiv mit der Thermodynamik und insbesondere mit der Entropie. Ab den 1890er-Jahren wandte er sich zunehmend der Wärmestrahlung zu. Dabei interessierte ihn eine Frage, an der sich damals viele Physiker die Zähne ausbissen: Nach welchen Gesetzen geben erhitzte Körper Strahlung ab?

Die Wissenschaft kann das letzte Geheimnis der Natur nicht lösen. Und das liegt daran, dass wir selbst letztlich Teil des Geheimnisses sind, das wir zu lösen versuchen.

Max Planck

Eine wichtige Rolle spielte dabei der sogenannte Schwarze Körper. Dabei handelt es sich um ein theoretisches Modell, das die gesamte auftreffende elektromagnetische Strahlung absorbiert.

Wird ein solcher Körper erwärmt, gibt er selbst Strahlung ab. Physiker wollten herausfinden, wie sich diese Strahlung abhängig von Temperatur und Wellenlänge verteilt.

Die damals bekannten Formeln konnten die experimentellen Messwerte allerdings nicht für alle Wellenlängen korrekt beschreiben. Genau an diesem Problem setzte Planck an.

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Entwicklung der Quantentheorie

Im Jahr 1900 entwickelte Planck schließlich das nach ihm benannte Plancksche Strahlungsgesetz, das die gemessene Wärmestrahlung eines Schwarzen Körpers korrekt beschreiben konnte.

Um seine Formel theoretisch herzuleiten, musste Planck eine ungewöhnliche Annahme machen: Energie konnte in seiner Berechnung nicht beliebig kontinuierlich ausgetauscht werden, sondern nur in bestimmten Portionen, sogenannten Energieelementen oder Quanten.

Am 14. Dezember 1900 stellte Planck seine Ergebnisse der Deutschen Physikalischen Gesellschaft vor. Dieses Datum gilt heute häufig als die Geburtsstunde der Quantentheorie.

Dabei erkannte Planck selbst zunächst noch nicht die gesamte Tragweite seiner Annahme. Welche revolutionären Folgen die Idee der Energiequanten für die Physik haben sollte, zeigte sich erst in den folgenden Jahren.

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Die Planck-Konstante und die Formel E = h · f

Im Zusammenhang mit seinen Forschungen führte Planck eine fundamentale Naturkonstante ein: das Plancksche Wirkungsquantum, heute meist Planck-Konstante genannt.

E = h · f

E = Energie eines Lichtquants beziehungsweise Photons
h = Planck-Konstante
f = Frequenz der Strahlung

Vereinfacht gesagt bedeutet die Formel: Je höher die Frequenz elektromagnetischer Strahlung ist, desto größer ist die Energie eines einzelnen Photons.

Der exakte Wert der Planck-Konstante beträgt:

h = 6,62607015 × 10⁻³⁴ J·s

Seit der Neudefinition des Internationalen Einheitensystems im Jahr 2019 ist dieser Zahlenwert exakt festgelegt. Die Planck-Konstante gehört heute zu den fundamentalen Konstanten der Physik.

Einstein, Bohr und die Weiterentwicklung der Quantenphysik

Ein Portrait von Albert Einstein.

Albert Einstein griff Plancks Idee der Energiequanten 1905 auf und entwickelte daraus seine Lichtquantenhypothese. Damit konnte er den photoelektrischen Effekt erklären: Trifft Licht mit ausreichend hoher Frequenz auf bestimmte Materialien, können Elektronen herausgelöst werden.

Für seine Erklärung dieses Effekts erhielt Einstein später den Nobelpreis für Physik.

Planck erkannte früh Einsteins wissenschaftliches Potenzial und setzte sich für seine Arbeit ein. Einsteins Vorstellung, dass auch Licht selbst aus einzelnen Energiequanten bestehen könne, betrachtete er zunächst allerdings skeptisch.

1913 übertrug Niels Bohr Quantenvorstellungen auf sein berühmtes Atommodell. In den 1920er-Jahren entwickelten Wissenschaftler wie Werner Heisenberg, Erwin Schrödinger und Max Born schließlich die moderne Quantenmechanik weiter.

Anerkennung und Nobelpreis

Für die Begründung der Quantentheorie wurde Max Planck der Nobelpreis für Physik des Jahres 1918 zugesprochen, der ihm 1919 verliehen wurde. Seine Arbeit hatte die Grundlagen der klassischen Physik entscheidend erweitert und ihm internationale Anerkennung eingebracht.

1929 stiftete die Deutsche Physikalische Gesellschaft außerdem die Max-Planck-Medaille, eine bedeutende Auszeichnung für theoretische Physik. Die ersten beiden Preisträger waren ausgerechnet jene beiden Wissenschaftler, deren Arbeiten die moderne Physik besonders stark geprägt hatten: Max Planck und Albert Einstein.

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Max Planck: Persönliches Leben und Herausforderungen

Neben seinen wissenschaftlichen Erfolgen musste Max Planck im Laufe seines Lebens zahlreiche persönliche Schicksalsschläge verkraften. Auch die politischen Umbrüche in Deutschland stellten ihn und seine Familie vor große Herausforderungen.

Familie und persönliche Tragödien

1887 heiratete Planck Marie Merck, mit der er vier Kinder bekam. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1909 heiratete er 1911 Margarete von Hoeßlin, mit der er einen weiteren Sohn bekam.

Ein Schwarz Weiß Foto von Soldaten in einem Graben.
Max Plancks ältester Sohn fiel im Ersten Weltkrieg. | Credits: Provincial Archives of Alberta

In den folgenden Jahrzehnten erlitt Planck schwere Verluste: Sein ältester Sohn Karl fiel 1916 im Ersten Weltkrieg. Auch seine Zwillingstöchter Grete und Emma starben jung.

Besonders schwer traf ihn schließlich das Schicksal seines Sohnes Erwin. Dieser stand in Verbindung mit dem Widerstand rund um den 20. Juli 1944, wurde verhaftet und im Januar 1945 von den Nationalsozialisten hingerichtet.

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Haltung während des Nationalsozialismus

Plancks Verhältnis zum nationalsozialistischen Regime lässt sich nicht einfach als offener Widerstand beschreiben. Als bedeutender Wissenschaftler und Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft versuchte er lange, die deutsche Wissenschaft und ihre Institutionen unter den schwierigen politischen Bedingungen weiterzuführen.

Gleichzeitig setzte er sich in einzelnen Fällen für verfolgte jüdische Kollegen ein.

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Max Planck in der Zeit des Nationalsozialismus

🕰️ Max Planck in der Zeit des Nationalsozialismus
🏛️ 1930–1937: Planck ist Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften.
🤝 1933: Er versucht, sich für seinen jüdischen Kollegen Fritz Haber einzusetzen, kann dessen Vertreibung aus Deutschland jedoch nicht verhindern.
🕯️ 1935: Trotz des politischen Klimas organisiert Planck eine Gedenkfeier für den im Exil verstorbenen Fritz Haber.
⚠️ Ab Mitte der 1930er-Jahre: Der Druck auf Planck und andere Vertreter der theoretischen Physik nimmt weiter zu.
💔 1945: Sein Sohn Erwin wird wegen seiner Verbindung zum Widerstand gegen Hitler hingerichtet.

Plancks Verhalten in dieser Zeit wird bis heute differenziert betrachtet: Er lehnte zentrale Entwicklungen des NS-Regimes ab und half einzelnen Kollegen, trat dem Regime jedoch nicht als aktiver Widerstandskämpfer entgegen.

Seine Strategie bestand lange darin, wissenschaftliche Institutionen möglichst zu bewahren und innerhalb des bestehenden Systems Einfluss zu nehmen.

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Von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Max-Planck-Gesellschaft

Du hast bestimmt schonmal von der Max-Planck-Gesellschaft gehört, oder? Von 1930 bis 1937 war Max Planck Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm er noch einmal kommissarisch die Leitung der Organisation.

1946 entstand in der britischen Besatzungszone eine Nachfolgeorganisation, die bereits den Namen Max-Planck-Gesellschaft trug. Die heutige Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften wurde 1948 gegründet und nach dem inzwischen verstorbenen Physiker benannt.

Damit wurde Planck eine besondere Ehre zuteil: Bis heute steht sein Name für wissenschaftliche Grundlagenforschung und neue Erkenntnisse in den unterschiedlichsten Forschungsgebieten.

Planck selbst konnte zu Beginn seiner Arbeit kaum ahnen, welche Folgen seine Forschung einmal haben würde. Seine Suche nach einer Erklärung für die Wärmestrahlung führte letztlich zu einem völlig neuen Verständnis der Natur. Genau deshalb gilt Max Planck heute als einer der wichtigsten Wegbereiter der modernen Physik.

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Referenzen

  1. Deutschland, S. D. H. M. S. H. D. G. D. B. (n.d.). Gerade auf LeMO gesehen: LeMO Das lebendige Museum Online. https://www.dhm.de/lemo/biografie/max-planck
  2. Was entdeckte Max Planck? (n.d.). Max-Planck-Gesellschaft. https://www.mpg.de/19247229/was-entdeckte-max-planck
  3. ndr.de. (2022, October 25). Max Planck: Mit Quantentheorie zum Nobelpreis. https://www.ndr.de/geschichte/koepfe/Max-Planck-Mit-Quantentheorie-zum-Nobelpreis,maxplanck2.html
  4. Max Planck. (n.d.). Deutscher Bildungsserver. https://www.bildungsserver.de/schule/max-planck-12742-de.html

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Sarah Glöckner

Als Dolmetscherin und Übersetzerin sind fremde Länder und Kulturen mein täglich Brot. Daneben liebe ich Sport, reisen und Vieles mehr.