Als wir über dieses Thema nachdachten, stießen wir auf ein Problem: Wie sollten wir sie am besten auflisten?

Chronologisch – also beginnen mit den allerersten und uns dann zeitlich voranarbeiten? Oder umgekehrt beginnen mit den bekannten Physikern von heute und dann in der Zeit zurückgehen?

Und wie weit sollten wir zurückgehen ... das ist eine Frage, bei der man Gefahr läuft, die Liste ins Unendliche auszudehnen!

Vielleicht sollten wir einige Studienfelder aussuchen, etwa Quantenphysik, theoretische Physik und Astrophysik, und geeignete Kandidaten suchen, deren bedeutende Beiträge zu diesen Gebieten eine faszinierende Lektüre ergeben. Erstmal stellen wir uns da aber die Frage, was Physik überhaupt ist.

Physik ist definiert als die Kenntnis der Natur, eine wörtliche Übersetzung aus dem Griechischen.

Da der Gegenstand allumfassend ist, wie könnte man da ein paar Disziplinen besonders hervorheben? Das Nachdenken geht weiter ...

Sollten wir nur deutsche Physiker in Betracht ziehen – davon gibt es viele! Wie steht es dann aber um die aufregenden Entdeckungen, die anderswo gemacht wurden, von Naturwissenschaftlern und Kosmologen in anderen Ländern?

Davon abgesehen, kennt die wissenschaftliche Gemeinschaft keine Grenzen oder  patriotischen Stolz; sie nach ihren Ländern zu sortieren wäre eigentlich ein Schlag gegen ihr ureigenstes Ethos.

Das Problem bleibt also bestehen, aber wir haben uns schließlich geeinigt, wie wir diesen Artikel beginnen wollen, nämlich mit einer Liste der am stärksten unterrepräsentierten Gruppe in allen Naturwissenschaften und ganz besonders in der Physik.

Ich will hoffen, dass das Erste Newtonsche Grundgesetz der Bewegung auch auf meine Gedanken zutrifft, die dadurch in Bewegung bleiben, um eine vollständige Zusammenfassung der bedeutendsten Geister aller Zeiten zu geben, die unsere Welt beschrieben haben.

Weitere physikalische Grundbegriffe kannst du nachlesen.

Berühmte weibliche Physikerinnen

Physik ist traditionellerweise eine Männerdomäne.
Marie Curie ist eine der berühmtesten Physikerinnen. Quelle: Pixabay Credit: WikiImages

Marie Curie ist die einzige Frau in dieser Gruppe von Wissenschaftlern Quelle: Pixabay Credit: WikiImages

Die Liste von Frauen in der Physik ist außerordentlich kurz aus mehr als einem Grund. Dennoch gab es diese weiblichen Pioniere, die die Wege in allen Disziplinen bahnten, so wie Marie Curie, und die sich durch nichts in ihrer Suche nach Wissen aufhalten ließen.

Wir gestehen ihr die Ehre zu, die Liste der verstorbenen Physikerinnen anzuführen.

Weibliche Physikerinnen der Vergangenheit

Marie Curie ist die erste Frau, der jemals ein Nobelpreis verliehen wurde, und die einzige Frau, der diese begehrte Auszeichnung gleich zweimal verliehen wurde.

Obwohl sie am bekanntesten ist für ihre Beiträge auf dem Gebiet der Chemie und für die Entdeckung und Bezeichnung zweier Elemente, erhielt sie ihren ersten Nobelpreis, der ihr gemeinsam mit ihrem Ehemann und Henri Becquerel im Jahre 1903 verliehen wurde, für die Erforschung von Strahlungsphänomenen.

Sie war ursprünglich nicht für den Preis vorgesehen, aber der schwedische Mathematiker Magnus Mittag-Leffler wies Pierre Curie auf diese Unterlassung hin, der dann das Nobelpreiskomitee auf diesen Fehler hinwies.

Dennoch unternahmen Marie und Pierre Curie, die sich ganz und gar ihrer Arbeit widmeten, ihre Reise nach Schweden nicht vor 1905, und das auch nur, weil es damals Pflicht war, den Preis persönlich entgegenzunehmen und dabei eine Rede zu halten.

Selbst heute noch wird Marie Curie verehrt als einer der größten wissenschaftlichen Geister aller Zeiten.

Amalie Emmy Noether – März 1882 bis April 1935

In erster Linie als Mathematikerin bekannt, leistete Emmy, wie sie all ihre Dokumente unterschrieb, herausragende Beiträge auf dem Gebiet der theoretischen Physik.

Als Pionierin in abstrakter Algebra, weigerte sie sich zu akzeptieren, dass Frauen nicht nach Wissen streben sollten. Als ihr in Nazi-Deutschland die Lehrbefugnis entzogen wurde, ging sie in den Untergrund und fuhr damit fort, die Geister ihrer Studierenden und das Fach der Physik zu bereichern.

Das Noethersche Theorem erklärt den Zusammenhang von Symmetrie und Erhaltungssätzen.

Zahlreiche prominente Physiker ihrer Zeit nannten sie die bedeutendste Frau in der Geschichte der Mathematik; eine Auszeichnung, die noch heute Bestand hat.

Mathematik ist nur eines der Schlüsselkonzepte der Physik ...

Emmy Noether war eine der wichtigsten Frauen der Mathematik.
Emmy Noether war eine der wichtigsten Frauen der Mathematik. Quelle: Unsplash

Chien Shiung Wu – Mai 1912 bis Februar 1997

Als Grand Dame der Physik und Königin der Nuklearforschung, die auch die chinesische Marie Curie genannt wurde, umfassten Frau Wus Arbeiten die Abscheidung von Uran durch Gasdiffusion und das Manhattan-Projekt.

Sie ist jedoch am ehesten bekannt für das Wu-Experiment, das den Paritätserhaltungssätzen widersprach.

Der Nobelpreis für jene Entdeckung ging an ihre Kollegen, aber ihr wurde der erste Wolf-Preis in Physik überhaupt verliehen.

Sie ist auch die einzige Frau, die diesen Preis gewonnen hat!

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Maria Goeppert Mayer – Juni 1906 bis Februar 1972

Die zweite Frau, die einen Nobelpreis gewann, die theoretische Physikerin Maria Mayer ist berühmt für ihr nukleares Schalenmodell des Atomkerns.

Man erinnert sich auch an ihre Abschlussarbeit über die Zwei-Photonen-Absorption von Atomen – eine Theorie, die noch schwer zu beweisen war, als sie publiziert wurde, die aber mit dem Aufkommen der Lasertechnologie leicht bewiesen werden konnte.

Heutzutage ist Goeppert-Mayer (kurz GM) die physikalische Einheit für den Zwei-Photonen-Wirkungsquerschnitt eines Materials.

Lise Meitner – November 1878 bis Oktober 1968

Sie ist gleichermaßen berühmt für ihre Mitwirkung bei der Entdeckung der Kernspaltung wie für die Tatsache, dass sie vom Nobelpreiskomitee übergangen wurde, das den Preis für ihre gemeinsame Entdeckung nur an ihren langjährigen Mitarbeiter verlieh.

Geboren in Wien war sie die erste weibliche Professorin und Abteilungsleiterin am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin... verlor allerdings diese Position mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus wieder.

Sie floh schließlich nach Schweden und ließ sich dort dauerhaft nieder.

Diese brillanten Geister setzten Maßstäbe, an denen sich heute andere weibliche Physikerinnen ehrgeizig messen. Über sie und ihre Leistungen kannst du dich in der folgenden Tabelle informieren.

Weibliche Physikerinnen heute

Jocelyn Bell BurnellAstrophysikerinder erste Mensch, der Pulsare observierte
Sandra FaberAstrophysikerinbahnbrechende Studien über die Evolution von Galaxien
Fabiola GianottiTeilchenphysikerinGeneraldirektorin des CERN
Joan FeynmanAstrophysikerinStudien von Sonnenwindpartikeln und -feldern; Entdeckung des Ursprungs von Polarlichtern
Lene HauQuantenphysikerinVerlangsamung und schließlicher Halt eines Lichtstrahls

Die Männer der Physik

Da die Disziplin überwiegend männlich dominiert ist, ist es viel schwerer besondere Errungenschaften auszuwählen, um sie in diesem Artikel herauszustellen – denn jeder Beitrag ist bedeutsam.

Fürs Erste werden wir die großen Namen beiseite lassen – Isaac Newton, Albert Einstein und Stephen Hawking, um uns auf jene zu konzentrieren, die ihre Spuren anderweitig hinterließen, oft gestützt auf die Arbeiten der Großen des Fachs.

Niels Bohr (Oktober 1885 – November 1962) leistete grundlegende Beiträge zum Verständnis der Atomstruktur und Quantentheorie, aber es war das Komplementaritätsprinzip, das sein Erbe begründete.

Nicht zuletzt weil sein Vater und jüngerer Bruder ebenfalls Männer der Wissenschaft waren, gewann der junge Nils, noch auf der Universität, einen Preis für die Erfindung eines Verfahrens, die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten zu messen ... wobei er zunächst seine eigene Versuchsausrüstung selbst herstellte!

Heute fördert das Nils-Bohr-Institut in Kopenhagen Studien in Biophysik, Teilchenphysik, Quantenmechanik und Nanotechnologie neben weiteren Fächern.

Viele Physiker arbeiteten gemeinsam an einer Atombombe im Rahmen des Manhattan Projects.
Viele Physiker arbeiteten gemeinsam an einer Atombombe im Rahmen des Manhattan Projects. Quelle: Pixabay Credit: Wikimedia

Max Planck (April 1858 – Oktober 1947) erhielt 1918 den Nobelpreis für Physik für seine These der Quantenfeldtheorie.

Er stammte aus einer Intellektuellenfamilie, allerdings lagen deren Interessen mehr auf der Theologie als auf den Naturwissenschaften. Sein Gymnasiallehrer, Hermann Müller, weckte seine Neugier und lebenslange Liebe zur Wissenschaft, indem er ihn in Astronomie, Mechanik und Mathematik unterrichtete.

Heute steht sein Name für nicht weniger als 83 wissenschaftliche Einrichtungen, in denen an einer Vielzahl an Fachgebieten geforscht wird.

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Paul Dirac (August 1902 – Oktober 1984) geriet schnell in den Blick der etablierten Physikergemeinschaft durch seine Arbeiten über die Grundlagen der Quantenmechanik und Quantenelektrodynamik.

Es ist jedoch die Dirac-Gleichung, die ihn unsterblich gemacht hat. Dadurch konnte man das Verhalten von Fermionen verstehen und auch, obwohl diese noch nicht postuliert worden war, die Existenz von Antimaterie.

Er stammte aus einem einfachen Haushalt aus Bristol ohne jede wissenschaftliche Neigung, dennoch bewarb er sich und erhielt mehrere aufeinanderfolgende Stipendien, die es ihm ermöglichten, sich in Cambridge einzuschreiben, wo er Mathematik studierte und sich seiner Faszination für die Allgemeine Relativitätstheorie hingab.

Nach seinem Tod stiftete das britische Institute of Physics die Paul-Dirac-Medaille für herausragende Beiträge zur theoretischen Physik.

Die ersten drei Empfänger dieser Auszeichnung waren Stephen Hawking, John Stewart Bell und Roger Penrose – stell dir das vor!

Richard Feynman (Mai 1918 – Februar 1988) war ein Pionier auf dem Gebiet des Quantum Computing, und er führte das Konzept der Nanotechnologie ein.

Obwohl sein Vater nichts mit Wissenschaft zu tun hatte – er war ein Verkaufsleiter – ermunterte er seinen Sohn dazu, alles in Frage zu stellen. In seiner Kindheit führte diese geförderte Neugier zu seinem Heimlaboratorium, in dem er an Radios bastelte und auch eine Alarmanlage baute.

Seine Schwester, die neun Jahre jünger war als er, wurde von ihrer Mutter in ihrem wissenschaftlichen Eifer gebremst – weil das damals eben so war. Dennoch waren sich die Geschwister sehr nahe, und unter der Anleitung ihres älteren Bruders entwickelte sich Joan Feynman zu einer bekannten Astrophysikerin (siehe Tabelle oben).

Zusammen mit dem folgenden hochgeschätzten Physiker (und vielen anderen) arbeitete Richard auch mit am Manhattan-Projekt.

Enrico Fermi (September 1901 – November 1954)

Dies war ein Geist, der keine Schwierigkeiten hatte, auf beiden Spielfeldern zu spielen.

Er war gleichermaßen zuhause in der theoretischen Physik wie in der Experimentalphysik und hatte kein Problem damit, Gleichungen zu entwerfen, die eine Theorie stützen konnten, und dann in das Labor zu gehen, um sie zu beweisen.

Als jüngstes von drei Kindern in Rom geboren, stellte Enrico seinen Bruder ständig in den Schatten; beide schienen eine Leidenschaft dafür zu haben, Dinge zu bauen, Elektromotoren eingeschlossen.

Und dann, durch ein Buch, das er zufällig auf einem Markt gefunden hatte, entwickelte der junge Fermi eine starke Faszination für die Physik und führte zusammen mit seinem Freund Enrico Persico Experimente durch.

Jahre später, in einem Vorwort zu den Grundlagen der Einsteinschen Relativität, wies er auf die gewaltige Menge an potentieller nuklearer Energie innerhalb dieser Gleichung hin.

Fermi wird heute verehrt als der Architekt des Atomzeitalters und der Architekt der Atombombe.

Ferner identifizierte und benannte er das Neutrino und, nachdem er sich mit dem Ausschließungsprinzip des theoretischen Physikers Wolfgang Pauli befasst hatte, wurde er zusätzlich geehrt, indem bestimmte Teilchen – die Fermionen, nach ihm benannt wurden.

Selbstverständlich wurde solch ein Geist im Manhattan-Projekt gebraucht, und Fermi machte mit.

Sein Beitrag dazu war so wichtig für den Bau der Atombomben, die den 2. Weltkrieg beendeten, aber der Blutzoll lastete schwer auf seinem Gewissen.

Er führte später eine Kampagne gegen den Bau der Wasserstoffbombe, aber sein Protest wurde nicht beachtet.

Solch einen Intellekt ausgerüstet mit einem unerschütterlichen Sinn für Ethik braucht unsere wissenschaftliche Gemeinschaft heute mehr als alles andere.

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Sarah

Als Dolmetscherin und Übersetzerin sind fremde Länder und Kulturen mein täglich Brot. Wenn ich nicht gerade meine Leidenschaft für Sprachen und Reisen auslebe, bin ich auf Fußballplätzen zu finden, mit meinem Longboard unterwegs oder probiere mich wahrscheinlich gerade an einer anderen Sportart aus.