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Die berühmtesten Gemälde der Berliner Museumsinsel

Von Anna, veröffentlicht am 19/08/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Malerei > Welche Bilder können in den fünf Museen der Berliner Museumsinsel bewundert werden?

Wenn Du Urlaub in der Hauptstadt Deutschlands machst, brauchst Du mindestens ein paar Tage, denn es gibt viel zu sehen. Wie wäre es mit einem Abstecher zum Ku’damm für ein bisschen Shopping? Oder einem Ausflug auf den Fernsehturm mit einer super Sicht über die Stadt? Und mit der dunklen Geschichte Deutschlands kannst Du Dich am Denkmal für die ermordeten Juden Europas auseinandersetzen – ein emotionaler Platz, an dem der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird, aber auch ein Ort der Begegnung und des Friedens.

Wenn Dir auch der Sinn nach ein bisschen Kultur und Kunst steht, findest Du nicht nur zahlreiche Theater und die Deutsche Oper Berlin, sondern auch viele Museen! Anlaufstelle Nummer 1 ist die Museumsinsel, auf der Du von Statuen über Töpfereien, Artefakten aus Asien und dem Alten Ägypten bis hin zu großen Gemälden der europäischen Kunstgeschichte alles mögliche bewundern kannst.

Superprof nimmt Dich mit auf eine imaginäre Reise in die Alte Nationalgalerie und die Gemäldegalerie, die zusammen Hundertausende Besucher pro Jahr verzeichnen. Diese (und viele weitere) berühmte Gemälde kannst Du dort bewundern …

In the Conservatory (Im Wintergarten) von Édouard Manet

Unsere Reise beginnt in der Nationalgalerie mit dem Gemälde In the Conservatory von Édouard Manet. Der französische Künstler, der vor allem für sein Werk Das Frühstück im Grünen bekannt ist, malte Im Wintergarten 1878-79 in eben diesem Gebäudeteil des Malers Otto Rosen in der Rue d’Amsterdam in Paris. Es zeigt das Ehepaar Guillemet.

Welches Werk von Manet kann ich in Berlin sehen? “Das Frühstück im Grünen” kannst Du zwar nicht in Berlin bewundern, dafür aber ein anderes Werk Manets: “Im Wintergarten”. | Quelle: Pixabay

Das Bild (das im Original Dans la Serre heißt) wurde 1879 vom Pariser Salon angenommen. Indem die Nationalgalerie Berlin das Gemälde 1896 erwarb, nahm sie eine Vorreiterrolle ein, denn sie war damit – noch vor den Einrichtungen in Frankreich – das erste Museum, das ein Bild des allgemein als provokant eingestuften Malers ankaufte.

Mönch am Meer von Caspar David Friedrich

Wir bleiben noch in der Alten Nationalgalerie und widmen uns einem der Maler der (Früh-) Romantik schlechthin: Caspar David Friedrich.


„Nichts ist Nebensache in einem Bilde, alles gehöret unumgänglich zu einem Ganzen, darf also nicht vernachlässigt werden.“ – Caspar David Friedrich


Dieses Zitat des großen Künstlers gilt natürlich auch für sein Werk Mönch am Meer, das man in Berlin im Original bewundern kann. Das Gemälde in Öl auf Leinwand wurde zwischen 1808 und 1810 gemalt und ist 110 x 171,5 cm groß. Es zeigt – wie der Name schon verrät – einen einsamen Mönch am Meer. Es besticht vor allem durch seine Schlichtheit und die überwältigende Darstellung des Himmels und des Meeres. Das ist wohl das, was man „raue Schönheit“ nennt.

Weitere bekannte Gemälde von Caspar David Friedrich sind:

  • Der Sommer (1807)
  • Hünengrab im Schnee (1807)
  • Abtei im Eichwald (1808-1810)
  • Böhmische Landschat mit dem Milleschauer (um 1810)

Amor als Sieger von Michelangelo Merisi da Caravaggio

Michelangelo Merisi da Caravaggio, meist einfach nur „Caravaggio“ genannt, wurde 1571 in Mailand geboren und zählt zur Strömung des Frühbarocks.

Sein Werk Amor als Sieger entstand 1602 und zeigt einen frech grinsenden nackten Knaben mit Flügeln und Pfeilen in der Hand: Amor, den römischen Gott der Liebe. Das Gemälde in Öl auf Leinwand misst 156 x 113 cm und kann in der Gemäldegalerie bewundert werden.

Dazu muss kurz etwas angemerkt werden. Die Gemäldegalerie gehört eigentlich nicht zu den fünf Museen der Museumsinsel in Berlin, die da sind:

  • Altes Museum
  • Neues Museum
  • Pergamonmuseum
  • Alte Nationalgalerie
  • Bode-Museum

Da es sich dabei aber auch um ein Museum der Staatlichen Museen zu Berlin (aus dem Preußischen Kulturbesitz) handelt und es dort besonders viele bedeutende Gemälde zu bestaunen gibt (wie der Name schon erahnen lässt), werden in diesem Artikel auch viele Werke aus dieser Sammlung vorgestellt. Außerdem war die Gemäldegalerie nicht nur früher einmal im Alten Museum angesiedelt, sondern auch heute wird ein Teil der Gemälde aus der Gemäldegalerie im Bode-Museum präsentiert, was wiederum eine Verbindung zur Museumsinsel herstellt. Ein bisschen geschummelt also, aber aus gutem Grund 😉 (Hinzu kommt, dass es in den fünf Museen der Museumsinsel – außer in der Alten Nationalgalerie – nicht viele Gemälde zu sehen gibt. Welche Kunstwerke stattdessen dort im Fokus stehen, erfährst Du am Ende des Artikels.)

Kennst Du Caravaggio? Caravaggio ist bekannt für seine religiösen Werke. | Quelle: Visualhunt

Selbstbildnis von Sabine Lepsius

Wie Du bemerkt hast, gehen wir in unserer Auflistung nicht chronologisch vor und so springen wir ein paar Jahrhunderte ins Jahr 1885, in dem das Selbstbildnis von Sabine Lepsius entstand. Das Werk, das in der Alten Nationalgalerie ausgestellt wird, zeigt – wie der Name schon verrät – die Künstlerin selbst, mit einer Farbmischpalette und Pinseln in der Hand. Ihr Blick ist dabei verträumt nach unten gerichtet.

Die 1864 in Berlin als Sabine Graef geborene Künstlerin war eine vom Impressionismus beeinflusste Porträtmalerin und Salonnière. Dass sie diese Karriere einschlug, ist kein Wunder, denn sowohl Vater (Gustav Graef) als auch Mutter (Franziska Graef geb. Liebreich) waren in der (Porträt-) Malerei (und im Fall der Mutter auch Lithografie) tätig. Sabine wuchs also in einem bürgerlich-künstlerischen Milieu auf. Im Jahr 1892 heiratete sie Reinhold Lepsius, der seinerseits Maler war.

Die Malerin war übrigens ein großer Fan und eine Freundin Stefan Georges und benannte sogar ihren Sohn Stefan nach ihm. Ihr Porträt des bekannten deutschen Lyrikers ist im Städel Museum in Frankfurt zu bewundern.

Moses zerschmettert die Gesetzestafeln von Rembrandt Harmensz van Rijn

Das epochale Gemälde Rembrandts entstand im Jahr 1659 und zeigt genau das, was der Titel verrät. Es ist in Öl auf Leinwand gemalt und hat eine Größe von 168,5 x 136,5 cm.

Es wird davon ausgegangen, dass der Kurfürst von Brandenburg das Gemälde direkt aus der Werkstatt des Malers erwarb und es in seinen Privaträumen aufhängte. Ab 1830 wurde es in der im Alten Museum eröffneten Gemäldegalerie gezeigt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bild zusammen mit weiteren Werken Rembrandts aus der Gemäldegalerie in das thüringische Salzbergwerk Kaiserroda in Sicherheit gebracht. An diesem Ort wurde es kurz nach Kriegsende von amerikanischen Soldaten entdeckt und anschließend in die Vereinigten Staaten gebracht. Dort tourte es mit einer Ausstellung durch verschiedene Städte der USA, bis es schließlich in den Collecting Point in Wiesbaden zurückgebracht wurde. Im Jahr 1955 wurde es von dort nach Berlin-Dahlem zurückgegeben. Erst seit 1998 wird das Werk in der neuen Gemäldegalerie am Kulturforum ausgestellt.

Junge Dame mit Perlenhalsband von Jan Vermeer van Delft

Dieses Gemälde entstand 1662-1665 aus der Hand von Jan Vermeer. Es wird ebenfalls in der Gemäldegalerie in Berlin ausgestellt. Wie bei den meisten bedeutenden Gemälden handelt es sich auch dabei um Ölmalerei. Die Maße betragen 56,1 cm in der Höhe und 47,4 cm in der Breite.

Zu sehen ist eine junge Frau, die sich in einem kleinen Spiegel betrachtet. Sie trägt eine gelbe Jacke aus Seide mit Hermelinsaum, einen weiten Faltenrock sowie eine Perlenkette, die deswegen ins Auge sticht, weil sie diese in den Händen hält und besonders konzentriert im Spiegel zu betrachten scheint.

Gedeutet wird das Gemälde so, dass der Konflikt zwischen Tugend und Laster dargestellt werden soll. Der Spiegel, die prunkvolle Kleidung und das strahlende Sonnenlicht sollen die Eitelkeit der Frau darstellen, zu einer Zeit, in der insbesondere Bescheidenheit als Tugend angesehen wurde. Da es jedoch recht dezent ist, wird das Motiv nur angedeutet und dem Betrachter nicht aufgedrängt.

Welches Werk von Vermeer hängt in Berlin? Selbstverliebtheit vs. Tugend. | Quelle: Wikipedia.org

Hieronymus Holzschuher von Albrecht Dürer

Hieronymus Holzschuher wurde 1469 in Nürnberg geboren und verstarb auch dort (1529). Er war ein Nürnberger Patrizier und ist insbesondere deswegen noch heute bekannt, weil sein Freund Albrecht Dürer ihn eben 1526 porträtierte.

Das Porträt ist ebenfalls in der Gemäldegalerie in Berlin zu bewundern und der Stil Dürers sofort zu erkennen. Du fragst Dich, woher Du Albrecht Dürer eher kennst? Nun, besonders bekannt ist der Künstler, der Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts lebte und wirkte, für seine Betenden Hände (um 1508) und sein Selbstbildnis, das man auf den ersten Blick fast für ein Porträt Jesu Christi halten könnte. Dieses ist übrigens in der Alten Pinakothek in München zu bestaunen.

Thronende Maria mit dem Kind und den beiden Johannes von Sandro Botticelli

Welcher Künstler kommt einem außer Leonardo da Vinci sofort in den Sinn, wenn man „Renaissance“ hört? Genau: Botticelli! Doch kennst Du auch den vollständigen Namen des Künstlers? Da hast Du einige Wörter auswendig zu lernen, denn er lautet: Alessandro (Sandro) di Mariano di Vanni Filipepi!

Sein Werk Thronende Maria mit dem Kind und den beiden Johannes entstand schätzungsweise zwischen 1445 und 1510 und zeigt eine prunkvolle Darstellung der Personen, die im Titel erwähnt werden. Maria bzw. „die Madonna“ ist eine der Lieblingsfiguren Botticellis in seinen Werken. Allgemein malte er hauptsächlich religiöse Motive, was natürlich ganz zu der Zeit passt, in der er lebte und wirkte.

Zwei angekettete Affen von Pieter Bruegel (dem Älteren)

Sicherlich hast Du schon mal von den beiden Malern Pieter Bruegel (dem Älteren und Jüngeren; Vater und Sohn) gehört. Während der Vater zur Strömung der Niederländischen Renaissance gezählt wird, wirkte der Jüngere in der Zeit des Übergangs zwischen Spätrenaissance und Frühbarock.

Die Zwei angeketteten Affen sind in Berlin in der Gemäldegalerie zu bewundern. Das Gemälde ist abermals mit Öl gemalt, doch der Malgrund unterscheidet sich von der üblichen Leinwand: Es handelt sich um Eichenholz. Das Bild misst nur 20 cm x 23 cm.

Weitere bekannte Gemälde von Pieter Bruegel (der Ältere) sind u.a.:

  • Der Kampf zwischen Karneval und Fasten, 1559
  • Die Kinderspiele, um 1560
  • Der Triumph des Todes, 1562
  • Die Kreuztragung Christi, 1564
  • Das Schlaraffenland, 1567
  • Die Bauernhochzeit, um 1568

Die Marsham-Kinder von Thomas Gainsborough

Ebenfalls in der Gemäldegalerie finden sich Die Marsham-Kinder von Thomas Gainsborough.

Der Künstler wurde 1787 von Charles Marsham, dem 1. Earl of Romney, damit auftragt, dessen Kinder Amelia Charlotte, Frances, Harriot und Charles zu malen. Es handelt sich dabei um ein lebensgroßes Gruppenbild.

Wie entstehen Gruppenbilder? Früher musste man Gruppenbilder aufwendig malen, heute macht man einfach ein Foto. | Quelle: Pexels

Das beeindruckende Bild hat nur einen kleinen Haken: Wenn man genau hinschaut, fällt einem auf, dass sich die Blicke der Kinder nicht wirklich treffen, keine echte Verbindung herrscht. Daraus lässt sich schließen, dass das Bild nicht in dem Moment von den spielenden bzw. posierenden Kindern gemalt wurde, sondern die Gesichtszüge später als Porträts im Atelier hinzugefügt wurden. Wie eine Art Vorgänger-Technik von Photoshop 🙂

Na, haben wir Dich überzeugt, dass sich ein Besuch in den Berliner Museen der Museumsinsel (sowie der Gemäldegalerie im Kulturforum) lohnt? Wenn nicht, musst Du bedenken, dass es dort nicht nur Gemälde zu sehen gibt, sondern auch Skulpturen, Fotografien und viele weitere Kunstwerke. Wie wäre es z.B. mit dem Pergamonmuseum? Dort findest Du eine beeindruckende Antikensammlung! Oder wie wäre es mit der Büste der Nofrete und einer faszinierenden Papyrussammlung? All das findest Du auf der Museumsinsel im Neuen Museum.

Wenn Du Dich allgemein für Kunst interessierst, könnte Dir vielleicht auch unser Artikel zu den größten Gemälden aller Zeiten gefallen. Oder wie wäre es, wenn Du selbst Hand anlegst und mit einem Privatlehrer/einer Privatlehrerin malen lernst? Worauf wartest Du noch? Los geht’s!

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