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Diese berühmten Gemälde kannst Du in den Münchner Pinakotheken bestaunen

Von Anna, veröffentlicht am 19/08/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Malerei > Warum sich ein Besuch der Münchner Pinakotheken definitiv lohnt!

Warst Du schon mal in München oder hast vor, demnächst dorthin zu reisen? Vielleicht zum Oktoberfest oder Frühlingsfest? Während diese Ausprägungen der Popkultur durchaus valide sind, legen wir Dir auch die etwas klassischere Kultur ans Herz, die München zu bieten hat, nämlich die Pinakotheken München!

In der Alten Pinakothek, der Neuen Pinakothek und der Pinakothek der Moderne kannst Du allerlei Gemälde, Skulpturen, Installationen usw. bewundern. Wie wäre es beispielsweise mit modernen Objekten von Joseph Beuys oder der Adonis-Statue von Bertel Thorvaldsen? Du stehst eher auf klassische Gemälde, also vor allem Ölmalerei? Sehr gut, denn im Folgenden stellen wir Dir einige der bekanntesten Gemälde vor, die man in den Pinakotheken in München bewundern kann.

Vorher allerdings noch ein kleiner Hinweis: Aus baulichen Gründen und zur Vorbereitung umfangreicher Sanierungsmaßnahmen ist die Galerie der Neuen Pinakothek für die Öffentlichkeit voraussichtlich bis 2025 geschlossen. Eine Auswahl von Meisterwerken der Kunst des 19. Jahrhunderts wird ab Sommer 2019 im Erdgeschoss der Alten Pinakothek (Ostflügel) und in der Sammlung Schack ausgestellt.

Sonnenblumen von Vincent van Gogh

Wie könnte man mit einem anderen Künstler beginnen als Vincent van Gogh? Der Name ist weltweit bekannt und die Tragik, dass der Maler zu Lebzeiten arm und unbekannt war und sich selbst das Leben nahm, machen seine Werke noch wertvoller und faszinierender.

Du wolltest schon immer mal einen echten van Gogh sehen? In München kannst Du die berühmten Sonnenblumen van Goghs bewundern. | Quelle: Pixabay

Alle Museen dieser Welt (die traditionelle Gemälde ausstellen) reißen sich um die Werke des weltberühmten Malers. Nun, der Neuen Pinakothek wurde diese Ehre zuteil, denn sie bekam das Werk 1912 im Rahmen der Tschudi-Spende geschenkt.

Das bekannte und irgendwie fröhlich und traurig zugleich anmutende Gemälde wurde 1888 gemalt und zeigt zwölf Sonnenblumen in unterschiedlichen Gelbtönen in einer beigen Vase vor türkisfarbenem Hintergrund. Es handelt sich dabei um ein Ölgemälde auf Leinwand (wie praktisch alle Werke van Goghs), das 92,0 x 73,0 cm misst.

Madonna mit der Nelke von Leonardo da Vinci

Gehen wir gleich zum nächsten großen Namen über: Leonardo da Vinci. Der weltberühmte Maler der Renaissance brachte zahlreiche berühmte Werke zustande, das berühmteste davon ist natürlich die Mona Lisa, die in Paris im Louvre hängt.

Weitere Werke sind u.a.:

  • Tobias und der Engel (National Gallery, London)
  • Die Felsgrottenmadonna (Louvre, Paris)
  • Das letzte Abendmahl (Kloster Santa Maria delle Grazie, Mailand)
  • Johannes der Täufer (Louvre, Paris)
  • Die Taufe Christi (Uffizien, Florenz)
  • usw.

Eins seiner bekannteren Werke findet sich aber auch in München, in der Alten Pinakothek: die Madonna mit der Nelke. Als das Werk entstanden ist, war da Vinci kaum mehr als 20 Jahre alt! Zu dieser Zeit war er in der Werkstatt seines Lehrers Andrea del Verrocchio tätig, was sich am Typus der Madonna und der Detailfreude in der Abbildung ihres Gewandes erkennen lässt (typisch für die damals zeitgenössische Kunst in Florenz sowie die Werke seines Lehrmeister).

Kennst Du auch den Vitruvianischen Menschen von da Vinci und den Zusammenhang zwischen Zeichnen und Mathematik?

Sitzende Frau von Pablo Picasso

Und noch einer darf in einer wichtigen Gemäldesammlung natürlich nicht fehlen: Pablo Picasso. Sein Gemälde Sitzende Frau findest Du in München in der Pinakothek der Moderne. Dieses Bild ist nur eines aus einer langen Variationsreihe, in der Picasso das Motiv „Frau im Sessel“ immer wieder aufgriff. Diese Fassung also stammt aus dem Jahr 1941, mitten im Zweiten Weltkrieg.

Auf der Webseite der Pinakotheken wird das Gemälde wie folgt beschrieben und gedeutet:

„Die vorliegende Fassung […] bietet ein Bild der Angst und des Entsetzens: In einem engen Kastenraum, beschnitten auf Sitzhöhe vom unteren Bildrand, sitzt die Frau sperrig aufgerichtet, spitz und dissonant bewegt, gefangen von den knappen Bildgrenzen, der Raumecke und dem Stuhlgitter. Das Gleichgewicht, das in den zwanziger Jahren bestand, ist aus den Fugen geraten. Die Figur verändert sich abrupt, bricht in den Richtungen, treibt Auswüchse und wird zur deformierten Gestalt. Die Büste zergliedert sich in kantige Facetten […].“

Wahrlich ein Meisterwerk ganz im Stil des Kubismus, der von Picasso (mit-) begründet wurde. Worauf wartest Du noch? Ab nach München mit Dir!

Du interessierst Dich für Kubismus? Kubistische Bilder von Picasso reizen Dich? Dann ab in die Pinakothek der Moderne mit Dir! | Quelle: Visualhunt

Le Déjeuner von Édouard Manet

Der eigentliche Titel des Gemäldes von 1868 lautet Le déjeuner dans l’atelier (“Das Mittagessen im Studio”) und zeigt Léon Koëlla Leenhoff, den damals sechzehnjährigen unehelichen Sohn der holländischen Pianistin Suzanne Leenhoff, die Manet 1863 geheiratet hatte. Es wird vermutet, dass Manet selbst der Vater des Jungen war, unter anderem, weil er ihn mehrmals in seinen Bildern darstellte.

Das Besondere ist, dass Léon zugleich Haupt- und Nebenfigur ist. Alles scheint von ihm ablenken zu wollen und doch deutet alles auch irgendwie auf ihn hin. Er ist allerdings nicht voll zu sehen (nur bis kurz oberhalb der Knie) und schaut den Betrachter auch nicht direkt an. Vom Stil her gleicht es anderen bekannten Werken Manets, wie beispielsweise dem Frühstück im Grünen.

Das Ölbild auf Leinwand misst 118,3 x 154,0 cm, ist also ziemlich groß und wurde von der Neuen Pinakothek ebenfalls im Rahmen der Tschudi-Spende erworben.

Riesengebirgslandschaft mit aufsteigendem Nebel von Caspar David Friedrich

Wie alle bekannten Werke des von der Epoche der Romantik geprägten Künstlers Caspar David Friedrich zeigt das Gemälde Riesengebirgslandschaft mit aufsteigendem Nebel eine Naturszene (diesmal ganz ohne menschliche Gestalt, im Gegensatz zu beispielsweise Mönch am Meer).

Das Bild zeigt den Blick auf die „Sieben Gründe“ im Riesengebirge, über denen ein weiterer Bergzug, nämlich die „Schneegruben“, erscheint. Der Blick auf die Urweltlandschaft genauso wie die melancholischen Farben unterstreichen die Mystifikation der Naturerscheinung, die so typisch ist für diese Kunstepoche.

Die Ölmalerei misst 54,9 x 70,4 cm, hängt in der Neuen Pinakothek in München und wurde 1916 aus dem Kunsthandel erworben.

Seerosen von Claude Monet

Gehörst Du auch zu den Personen, die immer wieder mal Monet und Manet verwechseln? Das ist keine Schande, klingen die Namen doch einfach zum Verwechseln ähnlich und zählen beide Franzosen zur Kunstepoche des Impressionismus (auch wenn sich Manet nach und nach davon löste). Dazu kommt noch, dass Monet als Reaktion auf das bekannte Gemälde Manets ebenfalls ein Frühstück im Grünen malte. Wer soll da noch durchblicken?

Doch sei es, wie es wolle, in der Neuen Pinakothek in München hängt nicht nur Manets Werk Le Déjeuner, sondern auch das Bild Seerosen von Monet. In typisch impressionistischer Manier ist ein Gewässer mit Seerosen gemalt, wobei auf den Farbdreiklang Blau-Grün-Rosa gesetzt wurde.

Das Werk stammt aus der Zeit um 1915 (1914-1917), also ca. 10 Jahre vor Monets Tod (1926). Monet wurde schon während seiner Jugend in Le Havre durch Eugène Boudin an die Freilichtmalerei herangeführt. Er studierte ab 1859 an der Académie Suisse in Paris, ging allerdings im Jahr 1960 als Soldat nach Algerien. Monet gilt als Begründer der impressionistischen Malweise, prägte diese also wie kein anderer. Seinem Werk Impression, soleil levant verdankt die Kunstrichtung gar ihren Namen!

Du liebst Impressionismus? Seerosen – ein wunderschönes Motiv, vor allem, wenn es impressionistisch gemalt ist. | Quelle: Pixabay

Jugendliches Selbstbildnis von Rembrandt

Rembrandt, der mit vollem Namen eigentlich Rembrandt Harmenszoon van Rijn hieß, malte 1629 ein Selbstbildnis. Er war damals erst 23 Jahre alt, weswegen das Gemälde im Nachhinein wohl Jugendliches Selbstbildnis genannt wurde.

Das Porträt im Halbprofil wirkt recht spontan, als hätte Rembrandt mal eben kurz im Vorbeigehen sein Gesicht (und einen kleinen Teil des Oberkörpers) erfasst. Ein weiterer Grund, warum das Selbstbildnis noch näher beschrieben werden musste bzw. ein Attribut im Namen trägt? Kaum ein anderer Künstler hat sich so häufig selbst porträtiert!

Das Leben Rembrandts ist von Höhen und Tiefen geprägt. Geboren als einfacher Müllerssohn arbeitet sich Rembrandt in seiner Heimatstadt Leiden nach und nach zum selbständigen Maler hoch. Dort hat er eine Werkstattgemeinschaft mit Jan Lievens. 1631/32 übersiedelt er dann nach Amsterdam, wo er sein weiteres Leben verbringt.

Zunächst war er als Lieblingsporträtist des Amsterdamer Patriziats sehr erfolgreich, konnte dies aber nicht aufrechterhalten und geriet ab den 40er-Jahren zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten, die schließlich (1655/56) zum Konkurs führten. Er musste seine gesamte Kunst- und Raritätensammlung verkaufen und starb 1669 unbeachtet und in Armut. Wieder so eine Geschichte eines Künstlers, der erst nach seinem Tod richtig wertgeschätzt wurde … Traurig.

Stillleben mit Kommode von Paul Cézanne

Im Jahr 1839 geboren, war Paul Cézane Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts tätig. Auf Wunsch seines Vaters studierte er allerdings zunächst Jura, bevor er 1861 seinem Freund Émile Zola nach Paris folgte. Von der École des Beaux-Arts wurde er allerdings aufgrund mangelnden Talents abgelehnt, sodass er stattdessen an die École Suisse ging. Camille Pissarro und Armand Guillaumin brachten ihm die Kunst Gustave Courbets und Édouard Manets näher.

Eine Reise 1873 ebnete den Weg für den Übergang zur Freilichtmalerei und Cézannes Anschluss an die späteren Impressionisten. 1880 zog sich der Künstler in seine Geburtsstadt Aix-en-Provence zurück. Geschätzt wurde er weniger vom breiten Publikum als den fortschrittlich gesinnten Impressionisten.

Stillleben mit Kommode ist ein Ölgemälde auf Leinwand, das 73,3 x 92,2 cm misst. Es lässt sich in der Neuen Pinakothek bewundern.

Selbstbildnis im Pelzrock von Albrecht Dürer

Wer in Deutschland aufgewachsen ist, hat zumindest im Kunstunterricht sicher schon mal den Namen Albrecht Dürer gehört, denn wenn man ehrlich ist, gibt es nicht viele berühmte deutsche Künstler aus dem 15./16. Jahrhundert, also der Renaissance.

Albrecht Dürer war außer Maler auch Zeichner, Kupferstecher und Kunsttheoretiker. Er machte allerdings zunächst eine Lehre als Goldschmied bei seinem Vater, bevor er Schüler des Malers Michael Wolgemut wurde. Zwei Reisen nach Italien beeinflussten seinen Stil, was einen bedeutenden Beitrag zur deutschen Malerei und Graphik leistete.

Kennst Du Albrecht Dürer? Albrecht Dürer hat einen wichtigen Beitrag zur deutschen Kunst geleistet. | Quelle: Pixabay

Eines der bekanntesten Werke Albrecht Dürers ist neben seinen Betenden Händen sicherlich sein Selbstbildnis im Pelzrock, das man erfreulicherweise in München in der Alten Pinakothek im Original sehen kann.

Orangenesser IV von Georg Baselitz

Wir haben uns jetzt viel in der Alten und Neuen Pinakothek aufgehalten (zumindest imaginär), weil hier einfach viele der berühmtesten Künstler aus der Renaissance und den Jahrhunderten danach bis Anfang des 20. Jahrhunderts ausgestellt sind. Doch wenn man sich für moderne und zeitgenössische Kunst interessiert, gibt es natürlich auch viel in der Pinakothek der Moderne (Abteilung Kunst) zu sehen (und zwar nicht nur Picasso)!

So zum Beispiel das Werk Orangenesser IV von Georg Baselitz. Das Gemälde (Öl auf Leinwand) wurde 1981 gemalt und zeigt eine menschliche (vermutlich männliche) Gestalt die kopfüber eine Orange ist. Dabei muss man wissen, dass Georg Baselitz insbesondere für seine „Auf-dem-Kopf-Bilder“ bekannt ist. Er fordert seit den 1960er-Jahren durch provokative und moderne Ausdrucksweisen dazu auf, vermeintlich Bekanntes neu wahrzunehmen.

Na, haben wir Dich schon überzeugt, dass sich ein Besuch der Münchner Pinakotheken Deine Zeit und Dein Geld wert ist? Wenn nicht, lass Dir gesagt sein, dass es noch viele weitere bekannte Kunstwerke dort zu entdecken gibt, wir haben lediglich 10 davon herausgepickt. Wie wäre es z.B. mit einem Bild von Gustav Klimt? Oder dem Höllensturz der Verdammten von Rubens? Du bist ein Fan von Carl Spitzweg oder doch eher des moderneren Paul Klee? Auch kein Problem, denn in den Pinakotheken kannst Du auch den armen Poeten und Das Licht und Etliches bewundern …

Mach Dich jetzt auf in Bayerns Hauptstadt und entdecke eine Welt voller Kunst über die Jahrhunderte hinweg!

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