“Wenn ich es in Worten sagen könnte, gäbe es keinen Grund zu malen.” –  Edward Hopper

Malen ist vor allem eine kreative Tätigkeit, die es einem ermöglicht, seine Emotionen auszudrücken, Schönheit zu schaffen oder sich einfach die Zeit zu vertreiben und zu entspannen. Eines ist sicher: Die Malerei ist eine Kunst, die viel Arbeit und Disziplin erfordert, wenn man erfolgreich Werke kreieren möchte.

Die verschiedenen Mal- und Farbtechniken in der Theorie zu kennen, macht einen noch nicht zu einem großen Künstler, Man muss üben, üben, üben, um voranzukommen und seinen ganz eigenen Stil zu entwickeln.

Wir stellen euch hier verschiedene Vorgehensweisen bzw. Techniken der Malerei vor, die ihr in euren Übungen oder in einem Malkurs perfektionieren könnt.

Einen hilfreichen Guide für Anfänger rund ums Thema Malen Lernen, gibt es übrigens hier!

Maltechnik: Ölmalerei

Ölmalerei wirkt vielleicht manchmal etwas veraltet, doch das täuscht: Auch heute noch gilt die Technik der Ölfarben als die Königsdisziplin in der Malerei.

Diese Art zu malen entwickelte sich im Mittelalter in der westlichen Welt und wurde zunächst mit Tempera praktiziert. In der Folge entwickelte sie sich weiter und das Gleiche gilt natürlich auch für die Zusammensetzung der Farben.

Wer malt mit Ölfarben?
Die größten Maler Europas malten hauptsächlich mit Ölfarben. | Quelle: Pixabay

Die klassische Malerei mit den großen Namen der westlichen Kunstgeschichte bis ins 20. Jahrhundert basiert zu einem großen Teil auf Ölmalerei: Vermeer, Leonardo da Vinci, Van Gogh und viele weitere große Künstlerinnen und Künstler verwendeten diese Art von Farben für ihre weltberühmten Gemälde.

Was ist Ölmalerei?

Ölmalerei ist eine Maltechnik bzw. Malart in der künstlerischen Malerei: Malen mit Ölfarben. Öl ist das Hauptbindemittel in diesen Farben, daher der Name. Es wird mit Farbpigmenten gemischt und ergibt so eine recht dickflüssige Paste.

Wie kann man Ölfarben verdünnen?

Ölfarben haben logischerweise eine dickere und öligere Konsistenz als Wasserfarben. Das bedeutet, dass die verschiedenen Schichten auch deutlich länger zum Trocknen brauchen. Es ist ein wenig Vorbereitung bzw. Grundwissen nötig, damit die Grundierungsfarben sowie die weiteren Farbschichten glatt und leuchtend bleiben und die Zeit überdauern.

So muss man zunächst einmal eine Grundierung mit einer ersten Farbschicht schaffen, die aus stark verdünnter Farbe besteht. So können die folgenden Farbschichten besser aufgenommen werden.

Dabei gibt es zwei Optionen:

  • Die Ölfarbe mit Terpentinöl (umgangssprachlich einfach „Terpentin“ genannt) verdünnen, sodass sie sehr flüssig wird.
  • Die erste Schicht mit einer Acrylfarbe malen. Diese hat den Vorteil, schneller zu trocknen.

Auch diese verschiedenen Techniken kannst Du in einem Malkurs ausprobieren und vergleichen!

Wie malt man mit Ölfarben?

Wenn es eine wichtige Regel gibt, die es sich zu merken gilt, wenn man mit Ölfarben malt, dann ist es die Goldene Regel „fett auf mager“: Jede Farbschicht sollte ein bisschen fettiger (öliger) sein als die vorherige. Wenn man diese Regel missachtet, läuft man Gefahr, dass man am Ende ein Gemälde voller Risse in der Farbe hat.

Doch wie geht das konkret? 

  1. Für die erste Schicht: die Farbe mit einem geeigneten Öl mischen, z.B. einem Ölgemisch aus 60 % Leinöl und 40 % Terpentin.
  2. Das Verhältnis bei jeder folgenden Farbschicht zugunsten des Leinöls erhöhen.
  3. Die letzte Schicht sollte mit 100 % Leinöl gemischt sein.

Das Mischen mit den Ölen hat folgenden Zweck:

  • Die Gemälde (Porträts, Landschaften, abstrakte Malerei usw.) brauchen weniger Zeit, um zu trocknen.
  • Sie bringen zusätzliche Transparenz und Glanz.
  • Sie verändern die Textur der Farbe, sodass sie leichter aufzutragen ist.
  • Sie machen das Gemälde langlebiger.

Vorsicht: Man mischt die Farben nicht direkt mit dem Öl! Stattdessen gibt man etwas von der Farbe auf die Palette, daraufhin tunkt man den Pinsel in das Öl und dann mischt man erst auf der Palette die beiden Bestandteile mit einer kreisförmigen Bewegung.

Finde heraus, welches Material Du fürs Malen benötigst und was Deine Lieblingsmarken sind.

Weitere Techniken der Ölmalerei

Was ist besonders an Ölmalerei?
Mit Ölfarben kannst Du ganz bestimmte Strukturen und Effekte erzielen. | Quelle: Pixabay

Möchtest auch Du malen lernen Schritt für Schritt? Wie wäre es dann mit einem Malkurs? Dort kannst Du auch weitere Möglichkeiten lernen, wie man Ölfarben auftragen und seinen ganz eigenen Stil entwickeln kann.

  • Mit einer Lasur arbeiten: Eine Lasur (manchmal auch „Glasur“) ist eine durchsichtige, dünne Farbschicht, die über den Hauptfarben aufgetragen wird und die Farben glänzender und intensiver macht.
  • Die Alla-Prima-Technik: auch Primamalerei genannt. Bei dieser Technik arbeitet man nicht mit mehreren Schichten, sondern es wird direkt deckend auf die Leinwand gemalt. So ist das Gemälde schneller fertig. Aber Vorsicht: dafür braucht man einige Erfahrung, für Anfänger ist diese Technik nicht geeignet!
  • Die Technik des Verwischens: so kannst Du unscharf malen und künstlerische, verschwommene Effekte reinbringen.
  • Die Spachteltechnik: So kannst Du Struktur bzw. Relief in Dein Bild bringen und es noch greifbarer machen.
  • Die Farben kratzen: Du kannst Farben auch wegkratzen, um die unteren Schichten durchschimmern zu lassen oder auch um kleinere Korrekturen vorzunehmen.

Wenn Du wissen möchtest, wie Du online Malen lernen kannst und wie Du mithilfe des Internets Maler*in werden kannst, schau in unserem Artikel zu diesem Thema!

Malen mit Acrylfarben

Acrylfarben sind aufgrund ihrer einfachen Handhabung und kurzen Trocknungszeit vor allem bei Hobbykünstlern und Anfängern im Malen beliebt. Sie sind nahezu geruchlos und lassen sich mithilfe von Wasser verdünnen. So können die Pinsel einfacher gereinigt werden und die Trocknungszeit wird noch kürzer.

Acrylfarben wurden erst in den 1930er-Jahren entwickelt. Künstler wie Andy Warhol oder David Hockney sind sofort auf den Zug aufgesprungen und haben damit ihre Pop-Art-Bilder respektive realistischen optischen Täuschungen gemalt.

Was ist Acrylmalerei?

Acrylfarben sind Farbmittel, die auf Kunststoffdispersionen (Kunstharzen) basieren. Acrylmalerei bezeichnet die Malerei mit diesen Farben. Die Farben sind schön deckend und leuchtend und werden ähnlich wie Ölfarben angewandt. Sie werden oft deshalb bevorzugt, weil sie leichter anzuwenden sind als die Königsklasse unter den Farben, die Ölfarben.

Wie malt man mit Acrylfarben?

Acrylmalerei ist extrem wandelbar und anpassbar. Wenn man die Farbe stark verdünnt, kann man Aquarelle malen, wenn man sie kaum verdünnt, arbeitet man mit einer dickflüssigen Paste, die fast an Ölfarbe erinnert.

Hier einige Schritte, die es zu befolgen geht, wenn man ein Bild malen möchte:

  • Wähle Dein Motiv.
  • Befolge die Regeln der Bildkomposition: Wie bei der Fotografie kannst Du Dich nach einer Dreiteilung richten. Ziehe drei vertikale und drei horizontale Linien auf Deinem Bild und positioniere die wichtigen Elemente an der entsprechenden Stelle. Vorher musst Du Dir natürlich auch das Format Deines Gemäldes überlegen. Panorama? Quadrat? Hochkant? Querkant?
  • Malen und Zeichnen gehen Hand in Hand: Insbesondere am Anfang empfehlen wir Dir, die Umrisse der wichtigsten Elemente vorzuzeichnen (mit einem weichen Bleistift, einem Kohlestift oder gleich mit dünner Acrylfarbe).
  • Eine farbige Grundierung anlegen: Dieser Schritt ist keine Pflicht, aber eine Möglichkeit, um die Farben einander anzugleichen. Bei diesem Schritt malst Du eine erste Schicht, also Grundierung mit einer stark verdünnten Farbe. Sie kann weiß/elfenbeinfarben sein, aber auch in einer anderen Farbe gehalten sein. Das kommt ganz auf Dein Bild an. Wenn Du den Pinsel ohne bestimmte Richtung über das Bild fließen lässt, erhältst Du eine bewegte Grundierung.
  • Farben mischen: Logisch, wenn Du bestimmte Zwischentöne erhalten willst, kannst Du die Farben nach Lust und Laune mischen.
  • Hinzufügen von Details: Nachdem Du die Farben nach jeder Schicht gut hast trocknen lassen, kannst Du Details hinzufügen. Sei nicht zu ungeduldig, sonst mischen sich die Farben vielleicht auf dem Bild und es entstehen ungewünschte Effekte.
Was ist der Vorteil an Acrylfarben?
Acrylfarben sind extrem vielseitig einsetzbar. | Quelle: Pexels

Tipp: Wenn Du eine Farbe aufhellen willst, mische sie lieber mit Wasser und nicht mit weißer Farbe. Letzteres macht sie teilweise zu dickflüssig und deckend.

Na, hast Du nun auch Lust bekommen, Malen lernen? Dann wären ein Malkurs mit einem privaten Coach vielleicht genau das Richtige für Dich…

So gelingt Dir ein Gemälde auf Leinwand

Schluss mit Wasserfarbenbildern auf Papier, wie man sie in der Schule gemalt hat! Bist Du bereit für die nächste Challenge? Dann ran an die Leinwand und arbeiten wie eine echte Künstlerin! Bilder auf Leinwand sehen automatisch professioneller aus und man kann sie auch einfacher aufhängen. Das wäre doch auch ein tolles Geschenk für einen lieben Menschen, oder?

Was bedeutet es, auf Leinwand zu malen?

Wie der Name schon sagt, fertigt man in diesem Fall sein Werk auf einer ganz bestimmten Unterlage an: einer Leinwand. Diese kann aus dem klassischen Material Leinen bestehen, aber auch ein Baumwollgewebe, Hanfgewebe, Synthetikgewebe oder Mischgewebe sein. Während diese Textilarten eher im Westen bevorzugt werden, verwendet man in Fernost auch gerne Seide. In Europa benutzten große Malerinnen und Maler dieses Trägermaterial ungefähr ab der Zeitepoche der Renaissance (16. Jahrhundert), davor verwendete man oft Holz als Mal- und Zeichenuntergrund.

Wenn Du im Handel eine Leinwand kaufen willst, hast Du viele verschiedene Optionen: Naturfarben oder vorbehandelt (meist mit weißer Ölfarbe)? Am Stück, also auf einer Rolle oder bereits zugeschnitten? Oder schon fertig auf einen Keilrahmen gespannt? Hier findest Du alles rund ums Thema Leinwand (Optionen, Preise, Anbieter usw.).

Wie male ich auf Leinwand?

Zunächst einmal kann es sein, dass Du die Leinwand noch ein wenig vorbehandeln musst. So tragen die meisten Künstlerinnen und Künstler zunächst eine Grundierung auf. Diese schützt die Leinwand langfristig, macht sie also langlebiger und außerdem führt der Schritt dazu, dass die Leinwand ein bisschen weniger saugfähig ist, wodurch man die Farben effizienter auftragen kann. Das Mittel für diese erste Grundierung nennt sich Gesso. Es handelt sich dabei um ein Gemisch aus Kreide, weißem Farbpigment und einem Bindemittel.

Es ist zu beachten, dass eine Leinwand naturgemäß eine etwas raue Struktur hat. Das ist im Allgemeinen kein Problem oder sogar explizit gewünscht, weil man dann ein wenig die Struktur durchschimmern sieht und diesen „Leinwandeffekt“ hat. Für manche Arbeiten kann es jedoch nötig sein, auf einer ganz glatten Oberfläche zu arbeiten, z.B. wenn man besonders viele kleine Details malen will, bei denen die kleinsten Unebenheiten schon stören. Im Internet findest Du zahlreiche Tipps & Tricks rund ums Thema Leinwand. Eine Anleitung, wie man seine Leinwand so behandeln kann, dass die Oberfläche ganz glatt wird, findest Du hier.

Wie fange ich ein Bild auf Leinwand an?
Eine leere Leinwand kann manchmal ganz schön beunruhigend sein. | Quelle: Pixabay

Deine Leinwand ist jetzt bereit für die eigentliche Malarbeit? Dann kann es ja losgehen … Aber wie genau eigentlich? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber am Anfang steht man vielleicht erst mal wie der Ochs am Berg vor der leeren Leinwand und weiß nicht, wie und wo man beginnen soll.

Was sich immer empfiehlt, ist, erst einmal mit einem weichen Bleistift oder Kohlestift die wichtigsten Elemente vorzuzeichnen oder zumindest die grobe Bildaufteilung vorzunehmen. Dann ist es auch hilfreich, von oben nach unten vorzugehen und zuerst die hellen, dann die dunklen Farben aufzutragen. Aber am Ende hat jeder eine eigene Technik und Vorgehensweise und mit der Zeit bildest sicher auch Du Deinen ganz eigenen Stil heraus!

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Anna

Man lernt nie aus ...