Ob als Schüler, Auszubildender oder Student: Praktika sind eine hervorragende Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren, erste Kontakte zu knüpfen und einen Einblick in das Berufsleben zu erhalten.  Doch inwiefern sind Unternehmen verpflichtet ein Praktikum zu vergüten? Gibt es da einen Unterschied zwischen freiwilligem Praktikum und Pflichtpraktikum? Und wie lange darf ein Schüler im Praktikum arbeiten?  

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Vergütung von Praktika 

Seit der Einführung des Mindestlohns am 1. Januar 2015 haben auch Praktikanten einen Anspruch auf Mindestlohn. Damit verdienen sie mit dem aktuellen Satz von 9,19 Euro brutto pro Stunde theoretisch etwa 1.470 Euro brutto im MonatDieser ist seit dem 1. Januar 2019 rechtskräftig und stellt somit eine Erhöhung von 69 Cent dar. 

Die Bezahlung vom Praktikum hängt von der Art des Praktikums ab.
Ist an dem Begriff "Generation Praktikum" noch etwas dran? Welchen Anspruch haben Praktikanten auf Entlohnung? Diese Fragen klären wir auf, damit das Sparschwein hoffentlich nicht leer bleibt. | Quelle: Unsplash

Doch welche Anforderungen müssen erfüllt sein, damit ein Praktikum bezahlt wird? 

  • Der Mindestlohn greift nur bei freiwilligen Praktika über drei Monate, nicht aber bei einem Pflichtpraktikum 
  • Definition Pflichtpraktikum: Ein in der Prüfungsordnung/ Lehrplan festgelegtes Praktikum der Schule oder Hochschule 

Arbeitgeber sind bei einem freiwilligen Praktikum, das länger als drei Monate dauert, verpflichtet ab dem ersten Monat den Mindestlohn zu bezahlen – auch rückwirkend. Gerade kleine Unternehmen sind dazu häufig nicht in der Lage und bieten daher nur noch Praktika unter drei Monaten anDiese sind dann entweder unbezahlt oder geringfügiger entlohnt, wobei viele deine Mitgestaltung des Gehalts zulassen.  

Hier einige Fakten:  

Das durchschnittliche freiwillige Praktikum wird mit 1.239,75 Euro entlohnt. 

Das durchschnittliche Pflichtpraktikum wird mit 940 Euro vergütet. Denn Arbeitgeber können selbst entscheiden, ob sie auch ein Pflichtpraktikum vergüten möchten.

Ein Faktor, der das Praktikantengehalt beeinflusst, ist der Berufszweig, für den du dich entscheidest. In einer Studie der CLEVIS Group wurden 4.500 Praktikanten nach ihren monatlichen Durchschnittsgehältern befragt. Die Ergebnisse der Umfrage, die im PRAKTIKANTENSPIEGEL 2018 veröffentlicht wurden, sind eindeutig: Besonders die Bereiche Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung stechen heraus mit einem durchschnittlichem Praktikumsgehalt von 1.420,31 Euro. 

Du suchst noch ein Praktikum? Wir haben Tipps für Dich, wie Du Dich von der Masse abheben kannst.

 Versicherung im Praktikum 

Einkünfte auf Pflichtpraktika sind versicherungsfrei, sofern Du nicht über 25 Jahre alt bist und eine bestimmte Vergütungshöhe (monatlich, netto) nicht überschreitest:  

  • <325 EUR: versicherungsfrei 
  • <400 EUR: So viel kann man als Praktikant verdienen, ohne sich auf eigene Kosten in einer Krankenversicherung anzumelden 
  • 400 - 800 EUR:  Arbeitgeber und –nehmer teilen sich die Krankenversicherungsbeiträge im Sinne der Gleitzonenregelung 
  • > 800 EUR: Du wirst in der Sozialversicherung als normaler Arbeitnehmer betrachtet und musst Dich dementsprechend auch selbst krankenversichern. 
Persönliche Beratung kann bei Versicherungsfragen helfen.
Versicherungsfragen sind oft kompliziert. Lass Dich doch am Besten mal beraten um den Durchblick zu behalten. | Quelle: Unsplash

Auch freiwillige Praktikanten, die ihr Studium abgeschlossen haben, müssen die Beträge für die Sozialversicherung zahlen. 

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Schulpraktika 

Das Sammeln von praktischer Erfahrung wird für Schüler, Azubis und Studenten immer wichtiger. Berufliche Orientierung und das Knüpfen von Kontakten spielen dabei meist eine größere Rolle als das gezahlte Gehalt selbst. Trotzdem stellt es natürlich auch eine Art der Wertschätzung der Arbeit dar.

Bist Du noch unsicher mit den Anforderungen rund um das Thema Bewerbung? Wir helfen Dir gerne weiter.

In der Regel beträgt die Dauer eines obligatorischen Schülerpraktikums zwischen ein bis drei WochenDie Entscheidungsmacht, ein obligatorisches Schülerpraktikum zwischen Klasse 5 und 10 einzuführen, obliegt dabei den BundesländernEntsprechend gibt es zwischen den Bundesländern große Unterschiede. Das Land Schleswig-Holstein etwa überlässt seinen Schulen einen hohen Gestaltungsspielraum, andere Länder legen vom Fächerverbund bis hin zum organisatorischen Rahmen die Details landesweit fest. Es kann daher auch vorkommen, dass zwei Praktika in unterschiedlichen Klassenstufen absolviert werden müssen, wie z.B. ein soziales Praktikum und ein berufsorientiertes Praktikum 

Soziale Praktika sind nicht in allen Bundesländern vorgeschrieben, fördern aber Werte wie Hilfsbereitschaft, Empathie und Perspektivwechsel.
Ein soziales Praktikum fördert Dich nicht nur bei der Berufswahl, sondern auch charakterlich. Einfühlungsvermögen, Perspektivwechsel und Hilfsbereitschaft sind die Werte, die vermittelt werden. | Quelle: Unsplash

Freiwillige Schülerpraktika, z.B. während der Schulferien, werden ab einer Dauer von drei Monaten mit Mindestlohn vergütet. Liegt ein Praktikum mit einer Dauer von weniger als drei Monaten vor, ist das Unternehmen nicht verpflichtet zu vergüten bzw. kann es unter Mindestlohn vergüten. In jedem Falle müssen die Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes eingehalten werden.  

Wie lange darf ein Schüler im Praktikum arbeiten? 

Grundsätzlich gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) im Betriebspraktikum. Danach darf die Dauer der täglichen Arbeitszeit 8 Stunden, in der Woche 40 Stunden nicht überschreiten (§ 8 JArbSchG). Schüler unter 15 dürfen höchstens 7 Std. täglich und insgesamt nur 35 Std. pro Woche beschäftigt werden. 

Du fragst Dich, wie man ein Motivationsschreiben verfasst? Wir haben hilfreiche Tipps und Tricks für Dich.

Praktika während des Studiums 

In vielen Studiengängen sind Pflichtpraktika in der Studienordnung vorgesehen.– vor allem Bachelor- und Masterstudiengänge. Bei Prüfungsordnungen, die keine Pflichtpraktika vorsehen, ist es dennoch sinnvoll, studienbegleitend oder nach dem Abschluss freiwillig ein Praktikum zu absolvieren. 

Es überrascht nicht, dass mit circa 47 Prozent fast die Hälfte aller absolvierten Praktika universitäre Pflichtpraktika sind. Die Differenz in der Vergütung zwischen Bachelor- und Masterabsolventen  liegt dabei bei ungefähr 100 Euro im Monat. Der durchschnittliche Praktikant ist 24 Jahre alt, wobei das Geschlechterverhältnis hier ausgeglichen ist. 

Meist nehmen Unternehmen mehrere Praktikanten an.
Praktika mit netten Kollegen machen einen Heidenspaß. Und wenn das Unternehmen von Dir überzeugt ist, gibt es die Möglichkeit der Übernahme. | Quelle: Unsplash

 Handelt es sich um ein Pflichtpraktikum, so besteht laut Gesetzgebung kein Anspruch auf Gehalt im Praktikum. Als Pflichtpraktika gelten Praktika, die im Rahmen des Lehr- bzw. Studienplans vorgeschrieben sind und zum Erhalt des Abschlusses absolviert werden müssen. Dazu gehören beispielsweise Vorpraktika oder Praxissemester. 

Doch auch wenn Pflichtpraktikanten keinen gesetzlichen Vergütungsanspruch auf ihr Praktikum haben, so kann ein Praktikumsgeber den Einsatz eines jungen Menschen wertschätzen, indem er ihm freiwillig für die Arbeit im Praktikum Geld zahlt. Ansonsten gibt es auch vom Staat einige Unterstützungsmöglichkeiten, die Dir helfen können, Dich im Praktikum zu finanzieren. 

Du möchtest mehr über Deinen Bafög-Anspruch im Praktikum erfahren? Hier findest du die Antworten auf all Deine Fragen.

Aber was motiviert deine Kommilitonen und Freunde eigentlich, ein Praktikum zu absolvieren? Die meisten geben an, dass der Lernfaktor für sie entscheidend sei. Erst an zweiter Stelle stehe das Ziel, eine bestimmte Branche besser kennenzulernen. Gerade bei theoretischen Studiengängen ein nachvollziehbarer Wunsch. An dritter Stelle wird die praktische Umsetzung der im Studium gelernten Inhalte genannt. Fest steht, dass man zukünftig mehr Job-Angebote hat, wenn man arbeiten war und möglichst viel Praxiserfahrung gesammelt hat – ob bezahlt oder unbezahlt. 

Nach dem Praktikum wird oft ein Praktikumsbericht inklusive Verteidigung verlangt. Doch welche Anforderungen muss ein Praktikumsbericht eigentlich erfüllen? Wir verraten es Dir.

Verschiedene Arten von Praktika 

Praktikum ist nicht gleich Praktikum. Wie und ob ihr vergütet werdet, hängt davon ab, ob es sich um ein freiwilliges Praktikum oder ein Pflichtpraktikum handelt. Wir geben euch einen Überblick über weitere Arten von Praktika und ihre Eigenschaften: 

  • Jahrespraktikum (ähnlich wie eine Ausbildung):
    Wer sich nach dem Schulabschluss  noch gar nicht sicher ist, welches Studium oder welche Ausbildung er beginnen soll, kann ein Jahrespraktikum zur Orientierung nutzen. Ein Langzeitpraktikum ist eine gute Alternative, wenn es mit der Ausbildung oder dem Studienplatz nicht geklappt hat. Die Wartezeit bis zur nächsten Bewerbung kann so sinnvoll genutzt und wertvolle Praxiserfahrung gesammelt werden.  Der Unterschied zwischen einem Freiwilligen- oder Pflichtpraktikum und einem Jahrespraktikum liegt darin, dass du neben den Arbeitsstunden im Betrieb auch die Berufsschule besuchst. Außerdem steht dir während deines Praktikums eine monatliche Vergütung zu. 
  • Vorpraktikum (Pflicht):
    Insbesondere in den Ingenieurswissenschaften werden bereits zu Beginn sechs- bis zwölfwöchige Berufspraktika gefordert. Welche Praktika dafür zugelassen sind, findest Du in der Studienordnung. Wichtig ist dabei, dass der Studienanfänger in dem Praktikum die geforderten Aufgabenbereiche der Studienordnung kennengelernt hat.  Das sogenannte Vorpraktikum zählt zu den Pflichtpraktika und muss somit nicht vom Arbeitgeber vergütet werden.
  • Praxissemester (Pflicht):
    Meist handelt es sich um ein sechsmonatiges Praktikum. Da es Teil der Prüfungsordnung ist, wirst du dein Praktikum bei deiner Hochschule anmelden und auch genehmigen lassen müssen. Des Weiteren musst du am Ende des Praxissemesters einen Bericht oder eine Präsentation erstellen, da das Praktikum eine Leistung im Rahmen deines Studiums ist und häufig mit ECTS entlohnt wird. Viele Hochschulen ermöglichen es Dir sogar, das Praxissemester in Form eines Auslandspraktikums zu absolvieren.
  • Fachpraktikum (Pflicht):
    Bei einem Fachpraktikum handelt es sich um ein Praktikum im Rahmen des Studiums oder einer dualen Ausbildung. Diese Art von Praktikum gibt es vor allem in wirtschaftlichen, technischen oder sozialen Programmen. Es handelt sich meistens um ein Pflichtpraktikum, das in deiner Studien- bzw. Ausbildungsordnung vorgeschrieben ist. Einige Unternehmen werden Dich trotz allem mit einer Aufwandsentschädigung vergüten. Dies ist jedoch die freie Entscheidung eines jeden Unternehmens.
  • Anerkennungspraktikum:
    Für Studenten der Sozialpädagogik oder der Sozialen Arbeit ist dies im Rahmen des Studiums oft verpflichtend, dies hängt jedoch auch stark vom Bundesland ab. Das Anerkennungspraktikum dient zur staatlichen Anerkennung des Studiums und dient als Brücke zwischen Studium und Berufsleben. Obwohl das Anerkennungspraktikum eng mit Deiner Hochschule verbunden ist, bist Du mit Beginn des Anerkennungspraktikums kein Student mehr.  Das Gute am Berufspraktikum: Du bekommst ein Gehalt, welches höher liegt als ein übliches Praktikantengehalt.
  • Praktikum nach dem Studium (freiwillig):
    Diese Art des Praktikums wird ganz klar vergütet, da Du das Praktikum freiwillig ausführst.

Nun kann es ja losgehen mit Deinem Praktikum! Viel Spaß!

 

 

 

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Lily

Als BWL-Studentin eines deutsch-französischen Studiengangs interessiere ich mich sehr für internationales Management, Sprachen und Kulturen. Ich hoffe, euch hat der Artikel gefallen!