Wow, Du hast es geschafft! Du bist fertig mit dem Jura Studium und hast das Erste Juristische Staatsexamen in der Tasche. Glückwunsch!!

Allerdings hast Du nur eine kurze Verschnaufpause, denn als nächstes steht schon das Referendariat an.

Du weißt noch gar nicht, wohin es gehen soll? Du würdest gerne wissen, was Du bei der Bewerbung alles beachten musst? Und was erwartet Dich überhaupt im Rechtsreferendariat?

In diesem Artikel haben wir mal die Anforderungen im Rechtsreferendariat für Dich zusammengefasst. Wir hoffen, die Informationen helfen Dir weiter und nehmen Dir ein wenig von Deiner Nervosität!

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Bewerbung und Einstellung

Nächster Schritt: Referendariat!

Tatsächlich geht das Referendariat nicht einfach automatisch nach der Uni los, Du musst Dich selbstständig dafür bewerben.

Dazu musst Du Dich zunächst einmal für ein Bundesland entscheiden, denn Du bist nicht gezwungen, das Referendariat auch in dem Bundesland zu machen, in dem Du studiert und Dein Erstes Staatsexamen abgelegt hast.

Das Referendariat ist von Bundesland zu Bundesland etwas unterschiedlich aufgebaut. Außerdem sind auch die Höhe der Unterhaltsbeihilfe sowie die Anforderungen im Zweiten Juristischen Staatsexamen verschieden.

  • In Bayern bekommst Du beispielsweise eine Unterhaltsbeihilfe von 1.452,08 Euro brutto im Monat und musst im Zweiten Juristischen Staatsexamen aktuell noch ingesamt 11 Klausuren (5 in Zivilrecht, 4 im Öffentlichen Recht und 2 im Strafrecht) schreiben. (Ab Juni 2022 soll die Anzahl der Klausuren zum Glück auf 9 reduziert werden.)
  • In Hessen bekommst Du dagegen monatlich sogar 1.523,13 Euro brutto Unterhaltsbeihilfe und musst in der Zweiten Staatsprüfung nur 8 Klausuren schreiben (3 in Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht und eine im Wirtschafts- oder Arbeitsrecht).

Es lohnt sich also, sich vorab erst einmal zu informieren, wie das Referendariat in den verschiedenen Bundesländern gestaltet ist, bevor Du Dich blind für ein Bundesland entscheidest.

Dein Gehalt hängt vom OLG-Bezirk ab, in dem Du Dein Ref machst.
Die Höhe der Unterhaltsbeihilfe fällt in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich aus. | Quelle: Unsplash

Die meisten angehenden Referendare und Referendarinnen entscheiden jedoch danach, in welche Stadt sie gerne gehen würden.

Folgende Städte stehen zur Auswahl:

  • Bayern: Bamberg, Bayreuth, Coburg, Hof, Schweinfurt, Würzburg, Augsburg, Deggendorf, Ingolstadt, Kempten, Landshut, Memmingen, München, Passau, Traunstein, Amberg, Ansbach, Nürnberg-Fürth, Regensburg und Weiden
  • Baden-Württemberg: Baden-Baden, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Mosbach, Offenburg, Waldshut-Tiengen, Ellwangen, Hechingen, Heilbronn, Ravensburg, Rottweil, Stuttgart, Tübingen und Ulm
  • Hessen: Darmstadt, Frankfurt am Main, Fulda, Gießen, Hanau, Kassel, Limburg, Marburg und Wiesbaden
  • Thüringen: Erfurt, Gera, Meiningen und Mühlhausen
  • Rheinland-Pfalz: Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz, Trier, Frankenthal, Kaiserslautern, Landau und Zweibrücken
  • Saarland: Saarbrücken
  • Nordrhein-Westfalen: Düsseldorf, Duisburg, Kleve, Krefeld, Gladbach, Wuppertal, Arnsberg, Bielefeld, Bochum, Detmold, Dortmund, Essen, Hagen, Münster, Paderborn, Siegen, Aachen, Bonn und Köln
  • Sachsen: Chemnitz, Dresden und Leipzig
  • Sachsen-Anhalt: Halle und Magdeburg (manchmal auch Dessau und Stendal)
  • Niedersachsen: Braunschweig, Göttingen, Bückeburg, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Stade, Verden, Aurich, Oldenburg und Osnabrück
  • Bremen
  • Brandenburg: Cottbus, Frankfurt (Oder), Neuruppin und Potsdam
  • Berlin
  • Schleswig-Holstein: Flensburg, Itzehoe, Kiel und Lübeck
  • Mecklenburg-Vorpommern: Neubrandenburg, Rostock, Schwerin und Stralsund
  • Hamburg

Die Ausbildung findet dann am jeweiligen OLG oder AG statt.

Leider ist es aber nicht garantiert, dass Du auch in Deiner Wunschstadt eingestellt wirst. Oft gibt es Städte wie beispielsweise Würzburg, in welchen sich mehr Referendare und Referendarinnen bewerben, als Plätze zur Verfügung stehen.

Achtung: Die Einstellungstermine und damit auch die Bewerbungsfristen sind ebenfalls vom jeweiligen Bundesland abhängig! Auch die Wartezeiten solltest Du unbedingt beachten.

Einstellungskriterium ist das bestandene Erste Juristische Staatsexamen.

Ablauf des Referendariats

Grundsätzlich durchlaufen alle Rechtsreferendare und Rechtsreferendarinnen im Referendariat verschiedene Stationen.

Im Großen und Ganzen handelt es sich in jedem Bundesland um die gleichen Stationen, lediglich die Reihenfolge und Dauer der einzelnen Stationen variiert.

Diese Stationen erwarten Dich im juristischen Vorbereitungsdienst:

  • Zivilrechtsstation
  • Verwaltungsstation
  • Strafrechtsstation
  • Anwaltsstation
  • Wahlstation

In den verschiedenen Stationen sammelst Du vor allem praktische Erfahrungen und kannst endlich mal in die Jobs der Juristen und Juristinnen schnuppern.

In welchem OLG-Bezirk willst Du Dein Ref machen?
Während des Referendariats kannst Du Dir einen Eindruck verschiedener Jobs machen. | Quelle: Unsplash

Zusätzlich hast Du im Referendariat auch noch einmal die Möglichkeit ins Ausland zu gehen, zum Beispiel während Deiner Wahlstation!

Deine Tätigkeit als Referendar

Während des Referendariats übernimmst Du schon erste richtige Aufgaben, die Dich auch in Deinem späteren Berufsalltag erwarten werden.

Je nach Station gehören dazu zum Beispiel:

  • Das Durcharbeiten von Akten
  • Das Erstellen von Urteilen
  • Das Erstellen von Sachberichten
  • Das Erstellen von Gutachten
  • Das Erstellen von Stellungnahmen
  • Das Erstellen von Beschlüssen
  • Das Halten von Aktenvorträgen
  • Die Sitzungsvertretung bei Strafverhandlungen (dazu gehört es die Anklageschrift zu Beginn der Verhandlung vorzutragen, alles Relevante der Verhandlung zu notieren und ein Schlussplädoyer zu halten)
  • Das Ausfertigen von Erstbescheiden
  • Die Bearbeitung von Widerspruchsbescheiden
  • Etc.

Die Arbeitsgemeinschaft

Parallel zu den verschiedenen Stationen besuchst Du außerdem noch sogenannte Arbeitsgemeinschaften (kurz AGs).

Die finden in der Regel ein bis zwei mal in der Woche statt. Sie setzten Deine theoretische Ausbildung fort und sollen Dich auf das Zweite Examen vorbereiten.

Hier lernen die Rechtsreferendare und Rechtsreferendarinnen den Urteilsstil kennen, lernen wie man einen Aktenvortrag hält oder eine Anwaltsklausur schreibt. Außerdem noch ganz viel theoretischen Stoff für die Vorbereitung auf die große Prüfung am Ende des Refs – vor allem eben Prozessrecht.

Zum Examensstoff gehört zum Beispiel:

  • Die Erstellung einer Klageschrift
  • Das Erstellen eines Sitzungsprotokolls
  • Das Zwangsvollstreckungsverfahren
  • Die verschiedenen Rechtsmittel
  • Der Ablauf des Ermittlungsverfahrens
  • Der Ablauf der Strafverfahrens
  • Das Erstellen eines Plädoyers
  • Die Behördenorganisation
  • Grundzüge des Immissionsschutzrechts und des Wasserrechts
  • Das Einkommenssteuerrecht, Bilanzrecht und Bilanzsteuerrecht (der Angstgegner vieler Referendarinnen und Referendare)
  • Besonderheiten des Bauprozessrechtes
  • Das Beamtenrecht
  • Grundzüge des Rechts der Kapitalgesellschaften, der unlauteren Wettbewerbs, des Kartellrechts, des Internetrechts ...
  • Internationales Zivilprozessrecht
  • Internationales Schuldrecht, Sachenrecht, Familienrecht, Erbrecht ...
  • Und noch vieles mehr!

Das sind natürlich nur ein paar wenige Beispiele des umfangreichen Stoffes, den Du im Ref über mehrere Monate hinweg lernen wirst!

In der Arbeitsgemeinschaft können die Referendare zusammen lernen.
Die Arbeitsgemeinschaft eignet sich auch toll als Lerngruppe für die Zweite Staatsprüfung. | Quelle: Unsplash

In den AGs werden auch regelmäßig Klausuren geschrieben, um Deinen aktuellen Wissensstand zu überprüfen und das neu Gelernte auch mal anwenden zu können. Jede Klausur dauert in der Regel ca. 5 Stunden.

Darüber hinaus musst Du vor den anderen Referendarinnen und Referendaren auch 10-minütige Aktenvorträge halten. Das ist eine wirklich gute Übung, denn das müssen Juristen und Juristinnen eben einfach können!

Das Zweite Juristische Staatsexamen

Wow, das waren jetzt schonmal ganz schön viele Informationen! Ganz am Ende sind wir allerdings noch nicht ...

Da war doch noch was ..

Achja, das Zweite Juristische Staatsexamen natürlich!

Das Zweite Examen findet in der Regel statt, bevor Du alle Stationen Deines Referendariats durchlaufen hast – die schriftliche Prüfung in der Regel am Ende der Anwaltsstation und vor der Wahlstation, die mündliche Prüfung nach der Wahlstation.

Die besondere Herausforderung im juristischen Vorbereitungsdienst ist es also, Dich von Beginn des Referendariats an auf die Zweite Staatsprüfung vorzubereiten, und zwar neben den Stationen und der Arbeitsgemeinschaft (mit all den Klausuren und Aktenvorträgen).

Darüber hinaus laufen die Klausuren im Zweiten Staatsexamen anders ab, als Du es noch aus Deiner Studienzeit und dem Ersten Examen kennst. Plötzlich musst Du Anwaltsklausuren schreiben, den Urteilsstil anwenden und die Rechtsprechung kennen.

Auch für die Zweite Staatsprüfung ist es deshalb sinnvoll, sich einen strukturierten und durchdachten Lernplan zu erstellen. Auch der Besuch eines Repetitoriums kann nicht schaden ...

Was die konkreten Inhalte und die Anzahl der Klausuren angeht, gibt es natürlich auch hier in den verschiedenen Bundesländern wieder zahlreiche Unterschiede.

Im Ref ist Ausdauer gefragt!
Wie auch das Jurastudium ist auch das Ref kein Sprint, sondern ein Marathon! | Quelle: Unsplash

Hier Mal die Anzahl der Klausuren in den verschiedenen Bundesländern im Vergleich:

  • Bayern: 11 Klausuren: 5 im Zivilrecht, 4 im Öffentlichen Recht (eine davon Steuerrecht),  2 im Strafrecht (ab Juni 2022 nur noch 9 Klausuren: 4 im Zivilrecht – eine davon aus dem Arbeitsrecht –, 3 im Öffentlichen Recht – eine davon Steuerrecht –, 2 im Strafrecht)
  • Baden-Württemberg: 8 Klausuren: 4 in Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht und 2 im Strafrecht
  • Hessen: 8 Klausuren: 3 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht und eine im Wirtschafts- oder Arbeitsrecht
  • Thüringen: 8 Klausuren: 3 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht und eine Klausur aus ebenfalls einem der drei Gebiete
  • Rheinland-Pfalz: 8 Klausuren: 4 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht
  • Saarland: 7 Klausuren: 3 im Zivilrecht (eine davon Zwangsvollstreckungsrecht), 2 im Öffentlichen Recht, eine im Strafrecht und eine nach Wahl im Zivil- oder Öffentlichen Recht
  • Nordrhein-Westfalen: 8 Klausuren: 4 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht
  • Sachsen: 8 Klausuren: 4 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht
  • Sachsen-Anhalt: 8 Klausuren: 2 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht und 2 aus anwaltlicher Sicht
  • Niedersachsen: 8 Klausuren: 4 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, eine im Strafrecht und eine nach Wahl im Öffentlichen Recht oder Strafrecht
  • Bremen: 8 Klausuren: 4 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht
  • Brandenburg: 7 Klausuren: 2 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht und eine nach Wahl in einem der drei Rechtsgebiete
  • Berlin: 7 Klausuren: 2 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht und eine nach Wahl in einem der drei Rechtsgebiete
  • Schleswig-Holstein: 8 Klausuren: 4 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht
  • Mecklenburg-Vorpommern: 8 Klausuren: 4 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht
  • Hamburg: 8 Klausuren: 4 im Zivilrecht, 2 im Öffentlichen Recht, 2 im Strafrecht

Wie bereits oben erwähnt, es lohnt sich also wirklich, vorab einen Blick in den Ablauf des Referendariats zu werfen, bevor Du Dich für einen OLG-Bezirk und eine Stadt entscheidest.

Wir hoffen, der Artikel hat Dir gefallen und dass Du nun eine ungefähre Vorstellung davon hast, was Dich im Rechtseferendariat erwartet und welche Anforderungen in diesen anstrengenden, aber aufregenden zwei Jahren auf Dich warten.

Wir wünschen Dir für Dein Referendariat viel Erfolg und vor allem auch viel Spaß!

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.