Die juristische Ausbildung gilt in Deutschland als besonders schwierig und lang.

Nach dem ca. 8 Semester langen Jura-Studium steht als erste große Hürde an: das Erste Juristische Staatsexamen.

Die meisten Studierenden nehmen sich für die Vorbereitung auf das erste Examen ca. ein Jahr lang Zeit.

Ist das Examen endlich bestanden und das anstrengende Studium vorbei, haben die Studierenden allerdings nicht lange Zeit, sich auszuruhen und neue Kräfte zu tanken, denn die juristische Ausbildung ist noch nicht beendet.

Nach bestandener Staatsprüfung folgt nämlich das Rechtsreferendariat.

Das Referendariat dauert nochmal ca. 2 Jahre und endet mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen.

Erst wenn das bestanden ist, dürfen sich die Absolventen und Absolventinnen Volljuristen und Volljuristinnen nennen.

Während des Jurastudiums wird man sozusagen noch an die Hand genommen und alles läuft so ziemlich von selbst. Es gibt einen Studiengangplan und alles was Du tun musst, ist Deine Kurse entsprechend zu besuchen und die Klausuren zu schreiben.

Im Referendariat sieht das anders aus. Es ist zwar ein gewisser Ablauf vorgegeben, damit aber auch alles klappt, musst Du Dich selbst um die Bewerbung für das Referendariat sowie die verschiedenen Ausbildungsstellen während des Refs kümmern.

Damit Du nicht völlig ins kalte Wasser geschuppst wirst und ungefähr weißt, was Dich erwartet, haben wir in diesem Artikel einen kleinen Guide zum Referendariat für Dich geschrieben.

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Diese Anforderungen erwarten Dich im Ref

Was erwartet mich im Ref?

Als ersten Schritt musst Du Dich für das Referendariat bewerben, denn das geht nicht einfach automatisch nach dem Jurastudium los.

Einzige Voraussetzung ist das bestandene Erste Juristische Staatsexamen.

Im Referendariat lernst Du besonders viel Prozessrecht.
Im Referendariat wirst Du einiges an neuem Stoff für das Zweite Staatsexamen lernen. | Quelle: Pixabay

Dein Ref musst Du nicht im gleichen Bundesland machen, in dem Du auch studiert hast. Das heißt, Du solltest Dir zunächst einmal überlegen, in welchem Bundesland Du Deinen Vorbereitungsdienst ableisten möchtest.

Diese Entscheidung sollte auch wirklich wohl überlegt sein, denn das Referendariat läuft nicht in allen Bundesländern gleich ab. Es unterscheidet sich beispielsweise in der Höhe der Unterhaltsbeihilfe, aber auch in der Anzahl der Klausuren, die Du in der Zweiten Staatsprüfung schreiben musst.

Viele Studierende entscheiden aber einfach danach, in welcher Stadt sie das Referendariat absolvieren wollen.

Leider ist es aber nicht garantiert, dass Du auch an das OLG oder AG geschickt wirst, das Du als Ausbildungsort angegeben hast.

Auch die verschiedenen Stationen, die Du im Referendariat durchlaufen wirst, weichen leicht voneinander ab. So kannst Du zum Beispiel die Verwaltungsstation in Hessen bei der Polizei verbringen. In Bayern geht das leider nicht.

Folgende Stationen durchläuft aber jeder Rechtsreferendar und jede Rechtsreferendarin unabhängig vom Bundesland:

  • Zivilrechtsstation
  • Verwaltungsstation
  • Strafrechtsstation
  • Anwaltsstation
  • Wahlstation

Mehr zu den einzelnen Stationen erfährst Du im nächsten Abschnitt.

Die Stationen dienen dazu, praktische Erfahrungen und erste Eindrücke vom Anwaltsberuf zu sammeln. Du lernst beispielsweise, wie man Urteile erstellt, Aktenvorträge hält, Widerspruchsbescheide bearbeitet, die Sitzungsvertretung bei Strafverhandlungen führt und vieles mehr.

Aber auch die theoretische Ausbildung wird im Rechtsreferendariat fortgesetzt, und zwar in sogenannten Arbeitsgemeinschaften.

Hier wirst Du optimal auf den Stoff der Zweiten Staatsprüfung vorbereitet. Deshalb schreibt man in den AGs auch Klausuren und übt regelmäßig Aktenvorträge.

Gegen Ende des Referendariats steht dann die zweite große Hürde bevor: das Zweite Juristische Staatsexamen!

Die verschiedenen Stationen im Rechtsreferendariat

Das Referendariat variiert von Ablauf und Inhalt je nach Bundesland. Grundsätzlich müssen aber alle Referendare und Referendarinnen, wie oben bereits erwähnt, ingesamt fünf Stationen durchlaufen:

  • Zivilrechtsstation: Die erste Station findet an einem ordentlichen Gericht in Zivilsachen statt, Amts- oder Landgericht. An dem Gericht wirst Du dann einem Richter oder einer Richterin zugewiesen, der / die für die ersten fünf Monate des Referendariats Deine Ausbildung übernimmt. Zu Deinen Tätigkeiten gehört es in dieser Zeit Akten zu studieren und Urteile zu schreiben.
  • Strafrechtsstation: Die zweite Station bereitet vielen Referendaren und Referendarinnen zunächst Bauchschmerzen, denn in der Strafrechtsstation wirst Du Deine erste Sitzungsvertretung für die Staatsanwaltschaft übernehmen. Meist entpuppt sich dieses Erlebnis aber im Nachhinein als absolutes Highlight. Während der Strafrechtsstation wirst Du drei Monate lang von einem Staatsanwalt oder einer Staatsanwältin ausgebildet. Neben dem Sitzungsdienst, musst Du natürlich auch in dieser Station fleißig Akten studieren und bearbeiten.
  • Verwaltungsstation: Die Station in der Verwaltung geht vom 9. bis zum 12. Monat des Referendariats, also vier Monate, und gilt bei den meisten Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendaren als besonders unbeliebt. Ziel der Station ist es, Dir einen Einblick in die Arbeitsweise und den Aufbau einer Verwaltungsbehörde zu gewähren. Anders als bei der Zivilrechts- und Strafrechtsstation wirst Du hier keiner Ausbildungsstelle zugewiesen. Du musst Dich also selbst um eine Stelle kümmern. Du kannst die Ausbildung bei einer Kommunalverwaltung (Stadt oder Land) oder aber einer anderen Verwaltungsbehörde wie Ministerien, Industrie- und Handelskammern, Finanzämtern etc. absolvieren. In manchen Bundesländern kannst Du sogar zur Polizei oder ins Ausland gehen.
In Hessen kannst Du die Verwaltungsstation bei der Polizei absolvieren.
Wie wäre es mit einer Station bei der Polizei? | Quelle: Pixabay
  • Anwaltsstation: In der Anwaltsstation hast Du sogar noch ein wenig mehr Freiheit bei der Wahl. Die Station sollte bei einem Anwalt oder einer Anwältin stattfinden. Den Rest entscheidest Du selbst. Drei der neun Monate Anwaltsstation kannst Du auch in der Rechtsabteilung eines Unternehmens, bei einem Verband oder bei einem Notar verbringen. Hast Du bereits eine Kanzlei als zukünftigen Arbeitgeber ins Auge gefasst, empfiehlt es sich sehr, dort bereits die Anwaltsstation zu absolvieren.
  • Wahlstation: Die Wahlstation macht die letzten drei Monate des Referendariats vor der mündlichen Prüfung aus. Du kannst selbst entscheiden, wo Du Deine Wahlstation verbringen möchtest: Justiz, Verwaltung, Kanzlei, Unternehmen etc. Hat Dir eine der vorherigen Stationen wie beispielsweise die Anwaltsstation besonders gut gefallen, kannst Du auch versuchen, Deine Ausbildung dort zu verlängern. Auch die Wahlstation eignet sich gut dazu, schon einmal in Deinen Wunschberuf zu schnuppern, bevor der richtige Berufsalltag losgeht.

Parallel zur praktischen Arbeit in den verschiedenen Stationen im Referendariat besuchst Du sogenannte Arbeitsgemeinschaften

Gegen Ende des Referendariats, in der Regel zwischen der vierten und fünften Station, findet die schriftliche Prüfung des Zweiten Juristischen Staatsexamens statt. Die mündliche Prüfung folgt dann nach der letztem Station.

Anwaltsklausur und Urteilsstil: so geht's

Neben einigen organisatorischen Dingen, einem neuen Umfeld und neuen Inhalten, erwarten Dich im Referendariat auch neue Prüfungsformen. 

Plötzlich musst Du sogenannte Urteilsklausuren schreiben, was bedeutet, dass Du neben dem Gutachtenstil nun auch den sogenannten Urteilsstil beherrschen musst.

Außerdem musst in der Zweiten Staatsprüfung auch mindestens eine zivilrechtliche Anwaltsklausur schreiben, meist sogar mehrere. Hier wirst Du eine Kombination aus Gutachten- und Urteilsstil anwenden.

Was ist eine zivilrechtliche Anwaltsklausur?

Die zivilrechtliche Anwaltsklausur ist eine Klausur im Zivilrecht, die Du aus Sicht eines Anwalts bzw. einer Anwältin schreibst.

Denke wie ein Anwalt für eine erfolgreiche Anwaltsklausur.
In der Anwaltsklausur gehst Du wie ein echter Anwalt vor. | Quelle: Pixabay

Du musst also versuchen, Dich in den beruflichen Alltag von Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen zu versetzen und die Klausur entsprechend aufbauen:

  1. Als erstes findet immer das Gespräch mit einem oder mehreren Mandanten statt. Zu diesem Zwecke bekommst Du in der Anwaltsklausur einen Aktenvermerk, in dem die Kommunikation mit dem Mandanten protokolliert ist. Hieraus sollst Du nun das konkrete Begehren Deines Mandanten erfassen. Lies außerdem auch den Bearbeitervermerk aufmerksam.
  2. Hat ein Anwalt oder eine Anwältin das Begehren der Mandanten erfasst und wurde der Auftrag erteilt, muss zunächst einmal geprüft werden, ob das Begehren überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. In der Klausur verfasst Du hierzu ein Rechtsgutachten, wie Du es auch schon aus dem Jurastudium kennst. Du prüfst also, ob beispielsweise das Klagebegehren der Mandanten Aussicht auf Erfolg hat.
  3. Unabhängig von den Erfolgsaussichten einer Klage müssen Anwältinnen und Anwälte immer das Beste für ihre Mandanten im Blick haben. Deshalb folgt nun eine sogenannte Zweckmäßigkeitserwägung. In diesem Schritt musst Du prozesstaktisch denken und Dein anwaltliches Geschick unter Beweis stellen. Es geht darum, herauszufinden, wie Du das Begehren Deiner Mandanten am besten durchsetzen kannst.
  4. Bist Du zu einem Ergebnis gekommen, musst Du dementsprechend handeln. Das bedeutet, Du musst gegebenenfalls einen Antrag auf Klage an das  Gericht schreiben oder aber dem Mandanten mitteilen, wieso Du ihm von der weiteren Verfolgung seiner Ansprüche abraten würdest.

Wir hoffen, das wir Dir in diesem Artikel einen guten ersten Eindruck davon vermitteln konnten, was im Referendariat auf Dich zukommt.

Wir wünschen Dir viel Erfolg und vor allem auch viel Spaß im Ref!

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.