Du möchtest Jura studieren oder steckst vielleicht schon mittendrin?

Jura ist einer der schwierigsten Studiengänge an deutschen Universitäten. Besondere Hürden sind vor allem die lange Dauer der juristischen Ausbildung, das Referendariat sowie die erste und zweite juristische Staatsprüfung.

Das kann ganz schön beängstigend sein und man verliert auch schnell mal den Überblick, was da alles auf einen zukommt und worauf man besonders achten sollte.

Deshalb dachten wir uns von Superprof, dass es toll wäre, wenn es einen Guide gäbe, in dem man einfach alles noch einmal nachlesen kann, ohne stundenlang komplizierte Studiengangs- und Prüfungsordnungen lesen zu müssen. Und genau das haben wir gemacht.

Willkommen in unserem ultimativen Jura Rundum-Guide von Studienbeginn bis zum zweiten Staatsexamen!

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Examensvorbereitung: so geht's

Bevor Du Dich für das Erste Juristische Staatsexamen anmelden kannst, solltest Du bestimmte Leistungen während Deines Studiums erfolgreich absolviert haben.

Folgende Leistungsnachweise musst Du bei der Anmeldung zum 1. Staatsexamen Jura einreichen:

  • Leistungsnachweis für die große Übung im Zivilrecht
  • Leistungsnachweis für die große Übung im Öffentlichen Recht
  • Leistungsnachweise für die große Übung im Strafrecht
  • Ein Fremdsprachenschein (z.B. Rechtsenglisch oder Rechtsfranzösisch)
  • Praktische Studienzeiten mit einer Dauer von insgesamt drei Monaten

Das Zeugnis über die Schwerpunktbereichsprüfung musst Du nicht vorlegen, da Du diese auch einfach erst nach der staatlichen Pflichtfachprüfung ablegen kannst. Das bleibt Dir überlassen.

Die Anmeldung findet in der Regel online über das jeweilige Landesjustizprüfungsamt des Bundeslandes statt.

Erstes Juristische Staatsexamen: Aufbau und Ablauf

Zur Vorbereitung auf das Staatsexamen gehört es auch, Dich vor ab über Aufbau und Ablauf der Prüfung zu informieren.

Hast Du Dich für das Staatsexamen angemeldet, bekommst Du zunächst einmal einen Bescheid über die Zulassung. Kurz vor den Prüfungen wird Dich dann per Post die Ladung erreichen, in welcher Du den Prüfungsort erfährst.

Wie die staatliche Pflichtfachprüfung genau aufgebaut ist, variiert von Bundesland zu Bundesland. Grundsätzlich besteht sie aber aus zwei Teilen: einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

In Bayern musst Du im schriftlichen Teil sechs Klausuren schreiben. Die Klausuren finden hintereinander innerhalb von einer Woche statt und dauern jeweils 5 Stunden. Die ersten drei Klausuren behandeln das Zivilrecht, die vierte und fünfte das Öffentliche Recht und die sechste Klausur das Strafrecht.

Die Examensvorbereitung beginnt bereits im 1. Semester.
Fange rechtzeitig mit der Examensvorbereitung an. Das Jurastudium ist ein Marathon, kein Sprint. | Quelle: Unsplash

Die mündliche Prüfung findet statt, nachdem Du die Ergebnisse für die schriftliche Prüfung erhalten und ausreichend Punkte erreicht hast.

Auch hier werden die drei Bereiche Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht abgeprüft. In Bayern dauert die Prüfung ca. 35 Minuten.

Wie bereite ich mich am besten vor?

Das Wichtigste, das Du über die Vorbereitung auf das erste Staatsexamen wissen musst ist, die Vorbereitung beginnt nicht erst kurz vor dem Examen und auch nicht erst nach dem 8. Semester. Tatsächlich beginnt sie bereits an Tag eins im 1. Semester.

  • Besuche alle examensrelevanten Kurse unabhängig davon, ob Du eine Pflichtklausur schreiben musst oder nicht
  • Schreibe in jedem Kurs die Klausur mit (die Note ist letztendlich egal, aber es ist eine super Übung)
  • Nacharbeit nicht vernachlässigen: Dich nur in den Kurs zu setzen und berieseln zu lassen reicht natürlich nicht aus

Bleibst Du schon ab Tag eins am Ball, sparst Du Dir am Ende sehr viel Arbeit und der Examensstoff sitzt auch deutlich sicherer.

Nach dem 8. Semester musst Du den Examensstoff im Grunde dann nur noch einmal wiederholen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Uni-Rep
  • Kommerzielles Repetitorium
  • Lerngruppen
  • Alleine lernen

Welche Variante Du wählst, ist Dir überlassen. Probiere einfach aus, mit welcher Du am besten Lernen kannst. Du kannst die Methoden natürlich auch problemlos miteinander kombinieren.

Unser Tipp: Nutze unbedingt Deinen Freischuss, wenn es diesen in Deinem Bundesland gibt!

9 Tipps für ein gutes erstes Staatsexamen

Jura gilt als einer der schwierigsten Studiengänge an deutschen Universitäten, mit der richtigen Vorbereitung kannst Du es aber schaffen – sogar mit Spitzennoten!

Aus eigener Erfahrung haben wir 9 wertvolle Tipps für die Jura Examen Vorbereitung für Dich vorbereitet. Befolgst Du diese Ratschläge, hast Du das Erste Juristische Staatsexamen im Handumdrehen in der Tasche.

  1. Keine Panik und ruhig bleiben: Lass Dich auf keinen Fall vom Leistungsdruck und Konkurrenzkampf der anderen Studierenden anstecken. Bleib ruhig und konzentriere Dich einfach auf Dich und Dein Ziel!
  2. Examensvorbereitung ab dem 1. Semester: Besuche ab dem ersten Semester konsequent alle Vorlesungen, lerne mit und schreibe auch Klausuren, die keine Pflicht sind. Alles was Du in den acht Semestern bereits verinnerlichst, sparst Du Dir später an Zeit und Arbeit.
  3. Der Lernplan ist das A und O: Ordnung und Struktur sind bei der Examensvorbereitung enorm wichtig. Außerdem ist der Lernstoff sehr umfangreich. Deshalb solltest Du unbedingt einen Lernplan für die Examensvorbereitung erstellen, der sämtlichen examensrelevanten Stoff enthält.
  4. Regelmäßig Pause machen: Plane in Deinem Lernplan freie Tage ein, gönne Dir Weihnachts- und Osterferien und mache jeden Tag ein wenig Pause an der frischen Luft. Ist Dein Akku irgendwann leer, wird es nichts mit dem Staatsexamen.
  5. Welche Lernmethode zu Dir passt: Uni-Rep, kommerzielles Repetitorium, in einer Gruppe oder alleine lernen? Du musst für Dich selbst herausfinden, welche Methode sich am besten eignet. Probiere es einfach aus!
  6. Das Lehrmaterial: Lernst Du lieber mit Lehrbüchern oder Skripten? Mit welchen Lehrbüchern und/oder Skripten kommst Du am besten zurecht? Hast Du schon Karteikarten geschrieben? Die kannst Du ganz einfach überall hin mitnehmen.
  7. Klausuren schreiben: Besuche einen Klausurenkurs – entweder an der Uni oder in einem kommerziellen Repetitorium – und schreibe regelmäßig (am besten wöchentlich) Klausuren unter Examensbedingungen. Dabei lernst Du nicht nur den Stoff, sondern trainierst auch noch Dein Zeitmanagement.
  8. Den Freischuss nutzen: Der Freischuss ist quasi ein dritter Versuch und die beste Übung, die man sich vorstellen kann. Fällst Du durch, hast Du immer noch Deine beiden "richtigen" Versuche.
  9. Die mündliche Prüfung: Gönne Dir nach dem schriftlichen Teil des Examens eine ausgiebige Pause von 3-4 Wochen. Danach solltest Du Dich aber direkt wieder hinsetzen und für die mündliche Prüfung lernen, denn soviel Zeit hast Du dafür nicht.
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Repetitorium: top oder flop

Wie Du bereits im oberen Abschnitt erfahren hast, gibt es verschiedene Möglichkeiten sich auf das Ersten Juristische Staatsexamen vorzubereiten.

Die allermeisten Studierenden entscheiden sich tatsächlich dafür ergänzend zum Uni-Rep oder zum selbstständigen Lernen ein kommerzielles Repetitorium zu besuchen. Aber lohnt es sich denn wirklich in ein solches Rep zu gehen? Was sind die Vor- und Nachteile? Wo kann ich ins Repetitorium und wie lange dauert der Spaß eigentlich?

Vorteile: deshalb lohnt sich das Repetitorium

Obwohl auch das Repetitorium Dein Bestehen nicht garantieren kann, kann es die Chancen auf gute Ergebnisse in den Prüfungen doch deutlich steigern.

Die professionellen Repetitoren sind meist Juristen und Juristinnen mit langjähriger Praxiserfahrung. Anders als die Professor*innen an der Uni, wissen sie deshalb vorauf es beim Examen wirklich ankommt und können Dich optimal auf sämtliche Eventualitäten vorbereiten.

Repetitoren sind erfahrene Juristen und Juristinnen.
Im Repetitorium steht Dir professionelle Hilfe zur Seite. | Quelle: Unsplash

Dementsprechend hoch ist auch die Erfolgsquote solcher Repetitorien. Die Durchfallquote ist vergleichsweise gering und die Ergebnisse der ehemaligen Teilnehmer und Teilnehmerin eines Reps können sich wirklich sehen lassen.

Ablauf: das erwartet Dich

In der Regel buchst Du im Repetitorium einen sogenannten Hauptkurs. Der Kurs ist bei den meisten Anbietern auf eine Dauer von 12 Monaten angelegt und findet ca. drei mal die Woche statt. Er deckt alle examensrelevanten Bereiche aus dem Zivilrecht, Strafrecht und Öffentlichen Recht ab.

Zusätzlich kannst Du noch einen sogenannten Klausurenkurs dazubuchen. Dann hast Du die Möglichkeit einmal die Woche eine Klausur unter Examensbedingungen zu schreiben, was wir Dir auch dringendst empfehlen. Das ist nicht nur eine super Übung, sondern trainiert auch noch Dein Zeitmanagement und macht Dich mit den Prüfungs-Abläufen vertraut. Bei manchen Anbietern, wie z.B. Hemmer, ist dieser schon im Hauptkurs mit inbegriffen.

Neben dem Gruppenunterricht bieten vielen Repetitorien auch Einzelunterricht und Crash Kurse an.

Anbieter und Kosten

In jeder Stadt, in der man Jura studieren kann, gibt es auch mehrere Anbieter für Repetitorien. Da kann es manchmal schwierig sein, sich zu entscheiden. Je nachdem, wo Du Rechtswissenschaften studierst, gehören folgende Anbieter zu den Größten und Bekanntesten: 

  • Hemmer
  • Alpmann-Schmidt
  • JuraIntensiv
  • Akademie Kraatz

Welcher Anbieter die für Dich beste Wahl ist, musst Du selbst rausfinden. Wir empfehlen Dir, die Schnupperangebote der einzelnen Anbieter zu nutzen und Dir so ein Bild vom Unterricht und den Repetitoren zu machen.

Die Preise schwanken je nach Anbieter sehr stark. Du solltest aber mit einem Preis irgendwo zwischen 120-230€ im Monat rechnen. Natürlich hängen die Kosten ganz davon ab, ob Du Gruppen- oder Einzelunterricht buchst. Letzterer ist deutlich teurer.

Wissenswertes zum Prädikatsexamen

Leider reicht es im Jurastudium nicht, das Examen einfach nur zu bestehen. Auf die Note kommt es an.

Das Ziel der meisten Studierenden lautet deshalb: Prädikatsexamen!

Was ist ein Prädikatsexamen?

Ein Jura Prädikat schaffen bedeutet, dass Du mindestens 9 von 18 möglichen Punkten im Staatsexamen erreichst.

Das klingt auf den ersten Blick nicht viel, ist aber tatsächlich gar nicht mal so einfach, denn hast Du die Hälfte in Deinen Klausuren richtig gemacht, bekommst Du noch lange keine 9 Punkte dafür. Du bekommst 4 Punkte und hast das Examen gerade so bestanden.

Mit einem Jura Prädikat gehörst Du zu den Besten.
Hast Du ein Prädikatsexamen, stehen Dir alle beruflichen Möglichkeiten offen. | Quelle: Unsplash

Was also bringt mir ein Prädikatsexamen?

Mit dem Prädikatsexamen hebst Du Dich von der breiten Masse der Jura-Absolvent/innen ab und Dir stehen nahezu alle Türen und beruflichen Möglichkeiten offen.

Du kannst Richter/in oder Staatsanwalt/-anwältin werden oder in einer prestigeträchtigen Wirtschaftskanzlei arbeiten.

Ohne Prädikat bleiben Dir diese Karrieremöglichkeiten in der Regel versperrt.

Jura Prädikat schaffen: was muss ich tun?

Im Grunde musst Du genau das tun, was Du sowieso schon tust, um das Examen überhaupt erst einmal zu bestehen. Du musst Dich ausreichend und vor allem richtig auf die staatliche Prüfung vorbereiten. Tipps dazu hast Du ja bereits weiter oben bekommen.

Ist Dein Ziel das Prädikatsexamen, solltest Du die Examensvorbereitung aber wirklich ernst nehmen und auch konsequent am Ball bleiben. Du kannst es Dir nicht erlauben, auf Lücke zu lernen oder die Examensvorbereitung schleifen zu lassen.

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Mach Dich nicht selbst verrückt und versuche Dich von Konkurrenzkampf und Leistungsdruck nicht erdrücken zu lassen.

Bleib optimistisch und motiviert, denn Du kannst es schaffen!!

Was mache ich, wenn ich es nicht geschafft habe?

Auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken, denn noch ist nichts verloren!

Zunächst einmal ist der Anwaltsberuf mit oder ohne Prädikat ein spitzen Job. Anwälte und Anwältinnen werden immer gebraucht und auch die Gehaltsaussichten sind rosig.

Willst Du aber dennoch groß raus, kannst Du das mit viele Mühe und Arbeit immer noch schaffen. Es gibt ein paar Tipps und Trick mit welchen Du Deinen Wert auf dem Arbeitsmarkt auch ohne Prädikat noch steigern kannst:

  • Mache weitere Qualifikationen wie einen Bachelor of Laws (LLM.) oder einen Doktortitel. Du könntest Dich auch in einem bestimmten Gebiet spezialisieren und weiterbilden.
  • Arbeite Dich nach oben, indem Du Deinem Wunsch-Arbeitgeber zeigst, was Du kannst und ihm beweist, dass Du auch ohne Prädikat zu den top Kandidat*innen gehörst.
  • Versuche Dir schon im Referendariat einen Namen zu machen und Deine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Dann drückt Dein Traum-Arbeitgeber vielleicht mal ein Auge zu...

Durchgefallen: was nun?

Bist Du im Ersten Juristischen Staatsexamen durchgefallen, sind Hopfen und Malz noch lange nicht verloren. Dir stehen immer noch zahlreiche Türen und Optionen offen!

Der 2. Versuch

Bist Du lediglich im Freischuss oder ersten Versuch durchgefallen, kannst Du das Examen ganz einfach noch einmal wiederholen.

Du solltest Dir allerdings noch einmal ausreichend Zeit für die Vorbereitung nehmen und Dir gründlich überlegen, warum es beim ersten Versuch nicht geklappt hat, um eventuelle Fehler zu vermeiden.

  • Warst Du vielleicht einfach nur zu nervös?
  • Hattest Du ein Themengebiet nicht oder zu wenig gelernt?
  • Wie bist Du bei der Examensvorbereitung vorgegangen? Solltest Du vielleicht Deine Lernmethode ändern?

Am Wichtigsten ist es aber, nicht zu verzweifeln und trotz allem selbstbewusst, optimistisch und motiviert zu bleiben!

Ganz knapp verfehlt

Bist Du endgültig durchgefallen, hast die Punkte fürs Bestehen aber nur ganz knapp nicht geschafft, könntest Du möglicherweise eine Chance auf Prüfungsanfechtung haben.

Bist Du durchgefallen, raffst Du Dich auf und versuchst es noch einmal.
Lass Dich nicht unterkriegen! | Quelle: Unsplash

Grundvoraussetzung dafür ist, dass Dir nicht viel bis zu 3,8 Punkten fehlt (damit wirst Du zur mündlichen Prüfung zugelassen) und dass Du mindestens drei der sechs Klausuren mit mindestens 4 Punkten bestanden hast.

Ist das der Fall, lohnt es sich zur Einsichtnahme zu gehen, Deine Klausuren genau anzuschauen und im besten Fall auch Fotos oder Kopien zu machen.

Mit den Kopien kannst Du dann einen Anwalt für Prüfungsanfechtungen aufsuchen und prüfen lassen, ob Deine Anfechtung eine reale Chance hätte.

Ist das der Fall, kannst Du die Anfechtung innerhalb einer bestimmten Frist erklären. Ist die Anfechtung erfolgreich, wirst Du zur mündlichen Prüfung zugelassen und kannst das Examen doch noch bestehen.

Endgültig nicht bestanden

Aber auch wenn Du keinen Versuch mehr übrig hast und die Anfechtung erfolglos war, hast Du immer noch Möglichkeiten, doch noch einen Jura-Abschluss zu machen oder alternative Karrierewege einzuschlagen.

  • Bachelor of Law: An vielen deutschen Universitäten gibt es mittlerweile die Möglichkeit einen Bachelor in Rechtswissenschaften zu machen. Hast Du Dein Staatsexamen nicht bestanden, könnte das eine Option sein. Möglicherweise kannst Du sogar einige Leistungen aus dem Jurastudium anrechnen lassen.
  • Jura im Ausland studieren: Außerdem hast Du auch die Möglichkeit, im Ausland Jura zu studieren. Studierst Du beispielsweise auf Diplom in Österreich, hast Du sogar die Möglichkeit einer sogenannten Gleichwertigkeitsprüfung. Ist die erfolgreich kannst Du zum Referendariat in Deutschland zugelassen werden.
  • Einen anderen Karriereweg einschlagen: Du kannst aber auch eine Ausbildung zum/zur Rechtsanwaltfachangestellten oder Rechtspfleger/in machen. Außerdem hast Du immer die Option, eine völlig neue Richtung einzuschlagen. Auch in anderen Studiengängen kannst Du eventuell Leistungen anrechnen.

Next: zweites Staatsexamen

Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen folgen das Referendariat und zum Abschluss die zweite Staatsprüfung. Danach darfst Du Dich endlich Volljuristin bzw. Volljurist nennen.

Das Referendariat

Zunächst einmal musst Du ins Referendariat, denn ohne Ref gibt es auch kein zweites Staatsexamen.

Hast Du Dich für eine Bundesland entschieden, musst Du Dir noch einen OLG-Bezirk aussuchen und Dich innerhalb des Bezirks für mindestens drei Landgerichte bewerben.

Im Rechtsreferendariat sammelst Du praktische Erfahrung.
Im Referendariat bekommst Du endlich Einblick in den Arbeitsalltag eines Anwalts. | Quelle: Unsplashhttps://www.juristenkoffer.de

Ablauf und Aufbau des Refs unterscheidet sich dann von Bundesland zu Bundesland. Folgender Ablauf ist ein Beispielablauf aus Bayern:

  • 1. - 5. Monat: Zivilrechtsstation
  • 6. - 8. Monat: Strafrechtsstation
  • 9. - 12. Monat: Verwaltungsstation
  • 13. - 21. Monat: Anwaltsstation
  • im 20. und 21. Monat findet dann der schriftliche Teil des 2. Staatsexamens statt
  • 22. - 24. Monat: Pflichtwahlpraktikum
  • im 25. oder 26. Monat findet dann noch der mündliche Teil der zweiten Staatsprüfung statt

Du durchläufst während des Referendariats also verschiedene Stationen, um möglichst viel praktische Erfahrung zu sammeln und Dir ein Bild vom juristischen Alltag zu machen.

Neben den Arbeitstagen an den jeweiligen Stationen (2-3 Tage in der Woche) hast Du noch sogenannte Arbeitsgemeinschaften (AGs), in welchen der theoretische Stoff noch vertieft und erweitert wird.

Das zweite Staatsexamen

Noch während des Referendariats findet dann das zweite Staatsexamen statt. Auch dieses ist wieder in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil aufgegliedert.

Im schriftlichen Teil musst Du je nach Bundesland zwischen 7 und 11 Klausuren schreiben. Diese sind wiederum in die Bereiche Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht aufgeteilt.

Anders als im ersten Staatsexamen spielt hier neben dem materiellen Recht auch das Prozessrecht eine große Rolle. Darüber hinaus schreibst Du die Klausuren nun nicht mehr im Gutachtenstil, sondern im Urteilsstil.

Im zweiten Staatsexamen musst Du neben Gutachten auch gerichtliche Urteile, Beschlüsse, Rechtsanwaltsschriftsätze, Revisionen und eine Staatsanwaltsklausur schreiben.

Inhalte und Klausurentyp unterscheiden sich also stark vom ersten Staatsexamen.

Die mündliche Prüfung setzt sich aus einem 12-minütigen Aktenvortrag und einem Prüfungsgespräch ähnlich dem aus dem ersten Staatsexamen zusammen.

Auch wenn das 2. Staatsexamen grundsätzlich nicht schwieriger ist als das erste, kommt hier noch eine weitere Hürde dazu: die Zeit. Diesmal musst Du Deine Vorbereitung auf die Prüfungen nämlich neben Referendariat und Arbeitsgemeinschaften erledigen. Fang also unbedingt rechtzeitig an!

So jetzt bist Du ausreichend informiert und Dir steht nichts mehr im Weg! Leg los!

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.