Jura gilt in Deutschland als einer der schwierigsten Studiengänge überhaupt. Das Studium ist anstrengend und schwierig, der Leistungsdruck und Konkurrenzkampf sind hoch.

Hast Du das Studium endlich hinter Dir und das Erste Juristische Staatsexamen in der Tasche, kannst Du stolz auf Dich sein. Du hast es geschafft! Du hast eine der schwierigsten Prüfungen bestanden.

Leider war das aber erst die erste Hürde, denn Deine juristische Ausbildung ist noch nicht vorbei.

Jetzt geht es erstmal ins Referendariat. Nach dem Ref erwartet Dich dann die nächste große Staatsprüfung: das Zweite Juristische Staatsexamen!

Damit Du optimal darauf vorbereitet bist, findest Du in diesem Artikel alle wichtigen Informationen rund um Referendariat und 2. Staatsexamen.

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Und los geht's

Das Referendariat

Das Rechtsreferendariat folgt direkt nach bestandenem 1. Staatsexamen in Jura. In Aufbau und Ablauf variiert es wie auch das 1. und 2. Examen selbst von Bundesland zu Bundesland.

Grundsätzlich ist das Referendariat aber der praktische Teil Deiner juristischen Ausbildung. Endlich kannst Du Dir einen ersten Eindruck vom juristischen Alltag machen, erste Berufserfahrungen sammeln und Dein Können unter Beweis stellen.

Im Folgenden werden wir uns das Ref in Bayern etwas genauer anschauen. Falls Du in einem anderen Bundesland Jura studierst, findest Du die entsprechenden Informationen für Dein Bundesland auch ganz einfach bei juristenkoffer.de.

Grundsätzliches zum Referendariat in Bayern

Hast Du die erste juristische Staatsprüfung bestanden, kannst Du Dich für einen Referendariats-Platz bewerben.

Dafür musst Du Dich zunächst einmal für einen OLG-Bezirk (Oberlandesgericht) und innerhalb dessen für 3 Land- oder Amtsgerichte entscheiden, die Du dann bei Deiner Anmeldung als Wünsche angibst.

Wo Du für das Referendariat hin musst, entscheidet der Staat.
Nicht jeder kommt an sein Wunschgericht. | Quelle: Unsplash

Zur Auswahl stehen:

  • OLG-Bezirk Bamberg mit den Landgerichten Bamberg, Bayreuth, Coburg, Hof, Schweinfurt und Würzburg
  • OLG-Bezirk München mit den Landgerichten Augsburg, Deggendorf, Ingolstadt, Kempten, Landshut, Memmingen, München, Passau und Traunstein
  • OLG-Bezirk Nürnberg mit den Landgerichten Amberg, Ansbach, Nürnberg-Fürth, Regensburg und Weiden in der Oberpfalz

Eingestellt wird jedes Jahr im April und Oktober. Bewerben musst Du Dich also bis spätestens Mitte Januar bzw. Mitte Juli.

Ausschlaggebend für die Einstellung sind vor allem soziale Kriterien wie Heirat, Kinder und pflegebedürftige Angehörige. Deine Note im Ersten Juristischen Staatsexamen spielt dabei also keine Rolle.

Den Bescheid, wo Du gelandet bist, bekommst Du dann ca. 3 Wochen bevor das Referendariat startet.

Anders als im universitären Abschnitt Deiner juristischen Ausbildung bekommst Du im Referendariat eine kleine Unterhaltsbeihilfe. Das Referendariat ist sehr zeitaufwendig, weshalb Du nebenbei nur schwierig einer Nebentätigkeit nachgehen kannst. Dennoch ist dies möglich.

In Bayern beträgt die Unterhaltsbeihilfe aktuell 1.452,08€ brutto im Monat.

Ablauf und Inhalte

Das Referendariat dauert insgesamt 26. Monate und ist in verschiedene Stationen unterteilt. Du wirst Dein Ref also nicht die gesamten 26. Monate an der selben Arbeitsstelle verbringen müssen.

Ziel ist es, in dieser Zeit soviel praktische Erfahrung wie möglich zu sammeln und in verschiedene Bereiches des juristischen Alltags schnuppern zu können.

In Bayern ist das Referendariat so aufgebaut:

  • 1. - 5. Monat: Zivilrechtsstation
  • 6. - 8. Monat: Strafrechtsstation
  • 9. - 12. Monat: Verwaltungsstation
  • 13. - 21. Monat: Anwaltsstation
  • im 20. und 21. Monat findet dann der schriftliche Teil des 2. Staatsexamens statt
  • 22. - 24. Monat: Pflichtwahlpraktikum
  • im 25. oder 26. Monat findet dann noch der mündliche Teil der zweiten Staatsprüfung statt

Jede Station beginnt in der Regel mit einem Einführungslehrgang von 2-4 Wochen, um die Juristinnen und Juristen auf die Arbeit in der jeweiligen Station vorzubereiten.

Begleitend zu den oben genannten Stationen besuchst Du noch sogenannte Arbeitsgemeinschaften, in welchen Du das theoretische Handwerk für die Ausübung Deiner praktischen Tätigkeiten erlernst, den theoretischen Stoff noch einmal vertiefst und sogar noch neuen dazu lernst.

Im Referendariat durchläufst Du verschiedene Stationen.
Während dem Referendariat kommst Du ganz schön rum. | Quelle: Unsplash

Für die Zivilrechts-, Strafrechts- und Verwaltungsstation wirst Du jeweils einer Stelle zugewiesen. Die Anwaltsstation sowie das Pflichtwahlpraktikum kann man sich dann selbst aussuchen.

Hier hast Du die Möglichkeit, Dich zum Beispiel schon einmal bei Deinem Traum-Arbeitgeber zu bewerben und einen ersten positiven Eindruck von Dir zu hinterlassen. Damit steigen auch Deine Chancen auf eine spätere Einstellung.

Die zweite Staatsprüfung: das erwartet Dich

Nach dem Ref bzw. eigentlich ja noch während dem Ref steht dann das Zweite Juristische Staatsexamen an. Es wird auch Assessorexamen genannt.

Auch hier gibt es wieder Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Du musst also die jeweiligen Hinweise beachten.

Wie bleiben jetzt mal in Bayern und schauen uns an, wie das 2. Staatsexamen aufgebaut ist und welche Prüfungsinhalte Dich erwarten.

Ablauf

Im schriftlichen Teil wirst Du je nach Bundesland zwischen 7 und 11 Klausuren schreiben müssen. In Bayern besteht das 2. Staatsexamens aus 11 Klausuren:

  • 5 Klausuren in Zivilrecht
  • 4 Klausuren im Öffentlichen Recht (mindestens eine davon aus dem Steuerrecht)
  • 2 Klausuren in Strafrecht

Achtung: Ab Juni 2022 wird die Anzahl der Klausuren in Bayern auf 9 reduziert (4x Zivilrecht, 3x Öffentliches Recht und 2x Strafrecht).

Nach der schriftlichen folgt dann ein paar Monate später wie auch beim ersten Staatsexamen noch die mündliche Prüfung. Die findet in München oder Nürnberg statt.

In der mündlichen Prüfung musst Du einen sogenannten 12-minütigen Aktenvortrag halten und Dich danach noch im Prüfungsgespräch in den Bereichen Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht beweisen. Das Prüfungsgespräch verläuft so ähnlich, wie Du es bereits aus dem ersten Staatsexamen kennst.

Zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung empfehlen wir Dir, die Protokolle vergangener Examen heranzuziehen.

Wie beim ersten Examen hast Du auch hier zwei Versuche. Außerdem hast Du in Bayern die Möglichkeit der Notenverbesserung. Das bedeutet, hast Du beim ersten Versuch bereits bestanden, kannst Du den zweiten Versuch dennoch mitschreiben, um Deine Note eventuell noch zu verbessern. Es zählt dann der bessere Versuch.

Prüfungsinhalte

Grundsätzlich musst Du in den Klausuren Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen schreiben, Sachverhalte begutachten und Mandanten beraten.

Hier eine Übersicht der Prüfungsinhalte, mit denen Du rechnen kannst:

  • Materielles Recht: zwar nicht mehr so vertieft wie im ersten Staatsexamen, aber dennoch relevant
  • Das Verfassen von Urteile: mindestens ein zivilgerichtliches und ein verwaltungsgerichtliches Urteil
  • Rechtsanwaltsschriftsätze mit Mandantenschreiben
  • Revision: zum Beispiel eine Revisionsbegründung aus Verteidigersicht
  • Eine Staatsanwaltsklausur: ein Plädoyer oder eine Abschlussverfügung
  • Ein Verteidigerplädoyer
  • Urteile ohne Tatbestand
  • Gutachten
  • Etc.
Im Referendariat musst Du Urteile schreiben und Akten wälzen.
Im Referendariat bekommst Du keine 1-2 Seiten lange Sachverhalte. Stattdessen darfst Du ganze Akten wälzen. | Quelle: Unsplash

Anders als im ersten Staatsexamen spielt hier also neben dem Materielle Recht auch das Prozessrecht eine große Rolle. Darüber hinaus sind die Klausuren jetzt nicht mehr im Gutachtenstil, sondern im Urteilsstil zu verfassen. Diese Umstellung kann dem ein oder anderen Schwierigkeiten bereiten.

1. oder 2. Staatsexamen: welches ist schwieriger?

Es ist schwer zu sagen, welches Examen schwieriger ist: das erste oder das zweite.

Grundsätzlich ist das zweite Staatsexamen vom Umfang und Arbeitsaufwand her nicht unbedingt schwieriger als das erste. Es ist eben einfach ein wenig anders.

2019 sind in Bayern insgesamt 24,01% der Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Ersten Juristischen Staatsexamen durchgefallen, im Zweiten Staatsexamen waren es lediglich 11,35%.

Die Noten sind wie folgt ausgefallen:

  • sehr gut: 0,36% im ersten und 0,12% im zweiten Examen
  • gut: 2,76% im ersten und 3,06% im zweiten Examen
  • vollbefriedigend (Prädikat): 13,29% im ersten und 14,29% im zweiten Examen
  • befriedigend: 30,88% im ersten und 36,56% im zweiten Examen
  • ausreichend: 28,70% im ersten und 34,60% im zweiten Examen

Wie Du siehst haben im zweiten Examen zwar weniger Juristen mit "sehr gut" abgeschnitten, ingesamt waren die Ergebnisse aber besser und es sind auch weniger deutlich durchgefallen.

Was die zweite Staatsprüfung auf jeden Fall erheblich erschwert ist die Tatsache, dass Du Dich nicht wie beim ersten Examen ein halbes Jahr oder Jahr hinsetzen und voll und ganz auf die Examensvorbereitung konzentrieren kannst.

Im Gegenteil: Du hast ein echtes Zeitproblem, denn Du bist im Referendariat, Du musst also arbeiten gehen und hast außerdem noch AG (Arbeitsgemeinschaft). Drüber hinaus werden auch während des Referendariats Klausuren geschrieben.

Die Schwierigkeit beim zweiten Staatsexamen ist das Zeitmanagement.
Fange unbedingt rechtzeitig mit dem Lernen an, denn viel Zeit hast Du neben dem Ref nicht. | Quelle: Unsplash

Zusätzlich sind die Inhalte der zweiten Staatsprüfung nicht die gleichen wie in der ersten. Zwar solltest Du auch den Stoff vom ersten Examen noch können, es ist aber noch einiges an Stoff dazugekommen. Zusätzlich ist der Klausurenstil ein anderer – eine Klausur wird jetzt im Urteilsstil bearbeitet. Prozessrecht, Urteilsstil, spezielle Formalitäten, Zeitmanagement usw. machen also die Herausforderung aus.

Wie bereite ich mich auf das 2. Staatsexamen vor?

Wie gesagt, wirst Du bei der Vorbereitung auf die zweite große juristische Prüfung ein Zeitproblem haben. Deshalb ist es besonders wichtig frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen.

Hier ein paar Hinweise:

  • Fange bereits ein Jahr vor dem Examen an, Deine Vorbereitung zu planen: Wann möchtest Du mit der intensiven Vorbereitung beginnen? Welche Hilfsmittel möchtest Du nutzen? Wie auch im ersten Staatsexamen hast Du zum Beispiel die Möglichkeit, ein kommerzielles Repetitorium für die Vorbereitung auf die Prüfungen zu besuchen.
  • Lege fest, wie Du an die Vorbereitung rangehen und welches Lehrmaterial Du nutzen möchtest: Willst in einer Gruppe oder alleine lernen? Suche Dir passende Bücher und Skripte aus, Schreibe kontinuierlich Karteikarten und buch eventuell Dein Repetitorium.
  • Bilde gegebenenfalls Lerngruppen: Sprich rechtzeitig mit den anderen Teilnehmer*innen Deiner AGs oder mit befreundeten Jurist*innen, die zum gleichen Termin das zweite Examen schreiben, um gegebenenfalls Lerngruppen zu bilden.
  • Erstelle einen Lernplan: Lies die Prüfungsordnung und informiere Dich gründlich über die Prüfungsinhalte. Erstelle zunächst einen Stoffkatalog und entwickle daraus einen strukturierten und realisierbaren Lernplan.
  • Klausuren schreiben: Auch für das zweite Staatsexamen empfehlen wir Dir dringendst regelmäßig Übungsklausuren zu schreiben. Am besten jede Woche!

Hast Du auch das Zweite Juristische Staatsexamen geschafft, bist Du Volljurist bzw. Volljuristin! Herzlichen Glückwunsch!

Wir hoffen, dass wir einige Deiner Fragen beantworten konnten :)

Steht bei Dir noch das erste Staatsexamen an, dann lies auch unsere Artikel mit Tipps für ein gutes Jura Examen sowie den Artikel für den schlimmsten Fall: Was tun, wenn Du im Jura Studium durchgefallen bist?

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.