Das Jurastudium zählt in Deutschland zu den schwersten Studiengängen und ist dementsprechend mit viel Ansehen und Prestige verbunden, allerdings auch mit einer ganzen Reihe an Vorurteilen.

Das Studium ist viel zu schwer. Außerdem ist es total langweilig und trocken. Jurastudent*innen sitzen immer nur am Schreibtisch und lernen.

Stimmt das? Naja, das kommt ein stückweit auch auf Dich an.

Was den Schwierigkeitsgrad der Rechtswissenschaft angeht, lässt sich allerdings sagen, dass es nicht unbedingt schwieriger ist als andere Studiengänge auch. Was das Jurastudium tatsächlich so schwierig macht, ist das erste Staatsexamen, mit welchem Du Deine juristische Ausbildung an der Universität beendest.

Das erste juristische Staatsexamen ist die staatliche Pflichtfachprüfung und neben der Schwerpunkbereichsprüfung der zweite Teil Deines Studiums.

Erst nach erfolgreichem Bestehen sowohl der universitären als auch der staatlichen Prüfung bekommst Du die Zulassung für das Referendariat.

Damit Du Dich von der staatlichen Pflichtfachprüfung nicht einschüchtern lässt, haben wir von Superprof alle wichtigen Informationen für Dich zusammengetragen. Lies den Artikel sorgfältig durch, um zu erfahren, was auf Dich zukommt und die Prüfung möglichst erfolgreich zu bestehen.

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Anmeldung: Voraussetzungen für die Zulassung

Der Ablauf des Ersten Juristischen Staatsexamens hängt ganz davon ab, in welchem Bundesland Du Jura studiert und Dich für das Examen angemeldet hast. Dementsprechend können auch die Voraussetzungen für die Zulassung zur staatlichen Pflichtfachprüfung variieren.

Das gilt auch für das Referendariat und die Zweite Juristische Staatsprüfung.

In diesem Artikel konzentrieren wir uns vor allem auf den Ablauf und die Regelungen in Bayern. Studierst Du in einem anderen Bundesland, kannst Du den Ablauf und die Zulassungsvoraussetzungen auch auf der Webseite des jeweiligen Staatsministeriums der Justiz nachlesen.

In Bayern findest das juristische Examen zwei Mal im Jahr statt, einmal im März und einmal im September. Für den Termin im September musst Du Dich spätestens bis ca. Ende Juni angemeldet haben, für das März-Examen bis ca. Ende Dezember.

Willst Du beispielsweise den Termin vom 7.-14. September 2023 mitschreiben, ist am 28. Juni 2023 bereits Meldeschluss.

Den Antrag für die Anmeldung kannst Du online beim Landesjustizprüfungsamt finden.

In Bayern kannst Du Dich zwei mal im Jahr zum Ersten Juristischen Staatsexamen anmelden.
Vergiss nicht Dich rechtzeitig anzumelden und alle Leistungsnachweise einzuholen! | Quelle: Unsplash

Natürlich kannst Du Dich nicht einfach so für die staatliche Pflichtfachprüfung anmelden. Zunächst einmal musst Du gewisse Prüfungen während Deines Studiums bestanden haben und dies auch vorweisen können. Hier ist eine kleine Übersicht, der Nachweise, die Du für die Zulassung zur Prüfung vorzeigen können musst:

  • Leistungsnachweis für die große Übung im Zivilrecht
  • Leistungsnachweis für die große Übung im Öffentlichen Recht
  • Leistungsnachweise für die große Übung im Strafrecht
  • Ein Fremdsprachenschein (z.B. Rechtsenglisch oder Rechtsfranzösisch)
  • Praktische Studienzeiten mit einer Dauer von insgesamt drei Monaten (Wie Du bestimmt weißt, musst in Deiner vorlesungsfreien Zeit drei Praktika von je 4 Wochen in mindestes zwei der Bereiche Zivilrecht, Öffentliche Recht und Strafrecht absolvieren. Die Teilnahmebescheinigung ist bei der Anmeldung zur staatlichen Pflichtfachprüfung vorzulegen.)

Denke also unbedingt daran, alle universitären Prüfungen rechtzeitig abzulegen und auch die jeweiligen Nachweise rechtzeitig bei Deiner Universität einzuholen.

Die Schwerpunktbereichsprüfung ist keine Voraussetzung für die Zulassung zur Ersten Juristischen Staatsprüfung. Du benötigst sie zwar, um letztendlich Deinen Abschluss zu bekommen, ob die sie vor oder nach dem Staatsexamen ablegst, ist aber Dir überlassen.

Falls du Unterstützung brauchst, solltest du über Jura Nachhilfe nachdenken!

Ablauf: das erwartet Dich

Kurze Zeit nach der elektronischen Anmeldung bekommst Du einen Bescheid über die Zulassung per Post. Jetzt bist Du verbindlich zur Prüfung angemeldet.

Spätestens eine Woche vor Beginn der schriftlichen Prüfung bekommst Du dann noch eine Ladung. Darin stehen noch einmal die Termine für die einzelnen Klausuren sowie der jeweilige Prüfungsort.

Um Dein Examen erfolgreich ablegen zu können, solltest Du unbedingt wissen, was auf Dich zukommt. Deshalb findest Du im Folgenden ein paar Informationen zum Ablauf.

Grundsätzlich setzt sich die Erste Juristische Staatsprüfung aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen.

Informationen zum schriftlichen Teil

Die Anzahl der Klausuren im schriftlichen Teil des Examens variiert in den Bundesländern. In Bayern musst Du insgesamt sechs Klausuren in den Bereichen Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht schreiben: drei im Zivilrecht, zwei im Öffentlichen Recht und eine im Strafrecht (in dieser Reihenfolge).

Die Klausuren finden innerhalb von einer Woche statt, in der Regel mit einem Wochenende dazwischen. Für jede Klausur hast Du genau 5 Stunden Zeit. Vergiss also nicht reichlich Essen und Trinken mitzunehmen!

Die mündliche Prüfung

Hast Du den schriftlichen Teil bestanden (insgesamt 4 Punkte) oder mindestens insgesamt 3,8 Punkte erreicht und in höchstens drei der Klausuren weniger als 4 Punkte erreicht, bist Du zur mündlichen Prüfung zugelassen.

Die mündliche Prüfung deckt ebenfalls die Bereiche Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht ab. Für jeden Bereich wird ein Prüfer bzw. eine Prüferin anwesend sein. Die Prüfung dauert ca. 35 Minuten.

Das Erste Juristische Staatsexamen besteht grundsätzlich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.
Ein ordentliches Auftreten ist besonders bei der mündlichen Prüfung wichtig. | Quelle: Unsplash

Schreibst Du die Staatsprüfung im März, findet die mündliche Prüfung im Juli statt. Schreibst Du zum September-Termin, hast Du die mündliche Prüfung im Januar/Februar.

Die Vorbereitung beginnt schon im Studium

Im Vergleich zu einem Bachelor- oder Master-Studium gibt es im Jura-Studium relativ wenige Pflichtklausuren. Außerdem zählt die Bewertung der meisten Klausuren überhaupt nicht in Deine Endnote hinein. Lediglich die Bewertung für das Staatsexamen sowie die Schwerpunktbereichsprüfung sind relevant.

Das führt häufig dazu, dass Studierende während der juristischen Ausbildung an der Uni Kurse nicht besuchen oder nur halbherzig besuchen, ohne am Ende vom Semester die Klausur mitzuschreiben.

Viele stürzen sich erst kurz vor dem Examen in die Vorbereitung. Tatsächlich beginnt die Jura Examensvorbereitung jedoch schon während des Studiums, denn was Du schon im Studium lernst wirst Du später für das Examen nur noch einmal wiederholen müssen statt es von Grund auf neu lernen zu müssen.

Gehe regelmäßig zu Deinen Vorlesungen und versuche alle Klausuren mitzuschreiben.
Besuchst Du Deine Vorlesungen regelmäßig, erspart Dir das viel Arbeit bei der Vorbereitung auf das Examen. | Quelle: Unsplash

Unser Tipp für die Vorbereitung:

  • Besuche alle examensrelevanten Kurse unabhängig davon, ob Du eine Pflichtklausur schreiben musst oder nicht
  • Schreibe in jedem Kurs die Klausur mit (die Note ist letztendlich egal, aber es ist eine super Übung)
  • Nacharbeit nicht vernachlässigen: Dich nur in den Kurs zu setzen und berieseln zu lassen reicht natürlich nicht aus

Die Vorbereitung auf das Staatsexamen

Beachtest Du die oberen Tipps und bleibst schon während dem Studium fleißig am Ball, wird die eigentliche Vorbereitung auf das Examen deutlich stressfreier und dem Bestehen steht im Grunde nichts im Weg.

Die meisten Juristen beginnen mit der Examensvorbereitung nach dem 8. Semester und nehmen sich dafür ca. 1 Jahr Zeit. Wie Du Dich vorbereitest, ist ganz allein Deine Entscheidung.

Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Uni-Rep
  • Kommerzielles Repetitorium
  • Lerngruppen
  • Alleine lernen

Welche Methode für Dich passt und funktioniert musst Du selbst herausfinden, am besten indem Du es einfach mal ausprobierst.

Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile und was für den einen gut funktioniert muss für Dich nicht gleich gut funktionieren.

Natürlich kannst Du auch alle Methoden miteinander kombinieren. Viele Juristen bzw. Juristinnen besuchen beispielsweise kommerzielle Repetitorien, gehen aber dennoch ergänzend ins Uni-Rep oder treffen sich mit ihrer Lerngruppe in der Bib.

Das Repetitorium

Ob Uni-Rep oder kommerzielles Repetitorium, Repetitorien dienen dazu den Examensstoff noch einmal von A bis Z zu wiederholen. Ca. innerhalb eines Jahres arbeitest Du Dich nochmal durch die Bereiche Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht durch und wiederholst alles, was Du während Deiner juristischen Ausbildung gelernt hast.

An der Uni machen das Professor*innen und Dozent*innen, bei kommerziellen Repetitorien erfahrene Juristen und Juristinnen.

Natürlich bist Du nicht verpflichtet, ein solches Rep zu besuchen, allerdings hat sich gezeigt, dass die meisten Juristen und Juristinnen mit Prädikatsexamen im Repetitorium waren.

Wir haben auch einen Artikel rund ums Repetitorium geschrieben. Dort erfährst Du, welche Vorteile so ein Rep mit sich bringt, was es kostet und welche Anbieter es so gibt.

Der Freischuss

Ein weiterer wichtiger Hinweis für die Examensvorbereitung ist: Gibt es in Deinem Bundesland einen Freischuss, solltest Du diesen unbedingt wahrnehmen!

Der Freischuss ist, wie der Name schon sagt, ein freier Versuch, also ein Versuch, der nicht zu Deinen beiden "echten" Versuchen zählt.

Schreibe Deinen Freischuss und mache Dich mit der Examenssituation vertraut.
Die beste Übung ist die Teilnahme am Freischuss. | Quelle: Unsplash

In der Regel kannst Du den Freischuss nur direkt nach dem 8. Semester wahrnehmen. Bestehst Du den Freischuss nicht, dann zählt er nicht und Du kannst ganz normal Deine beiden "echten" Versuche wahrnehmen.

Bestehst Du den Freischuss, zählt er als erster richtiger Versuch. Danach hast Du noch einen Versuch zur Notenverbesserung, vorausgesetzt die Notenverbesserung ist in Deinem Bundesland zugelassen.

In Bayern kannst Du auch nach bestandenem Freischuss ganz normal Deinen zweiten Versuch wahrnehmen, um Deine Note noch einmal zu verbessern.

Aber selbst wenn Du den Freischuss nicht bestehst oder keine Zeit hattest, Dich auf den Versuch vorzubereiten lohnt es sich, denn der Freischuss ist eine prima Übung und Vorbereitung auf den ersten richtigen Versuch.

Dank des Freischusses hast Du die Möglichkeit, Dir die Examenssituation schon vor ab mal etwas genauer anzuschauen. Du hast das gesamte Prozedere also schon einmal durchgemacht und weißt wie das Examen abläuft.

Dann ist der erste richtige Versuch gleich viel weniger aufregend.

Noch mehr Tipps für das 1. Staatsexamen Jura findest Du in unserem separaten Artikel rund um die Examensvorbereitung.

Du bist in Jura durchgefallen oder hast panische Angst vor dem Durchfallen? Dann lies Dir auch unseren Artikel zu diesem Thema durch.

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.