Hast Du erst einmal mit dem Studium der Rechtswissenschaften begonnen, wirst Du schnell den Begriff des Prädikatsexamens kennenlernen. Wahrscheinlich schon am ersten Tag an der Universität.

Obwohl das Jurastudium so schon als sehr anstrengend und schwierig gilt und die juristische Ausbildung noch dazu sehr lange dauert, reicht das Bestehen im Examen alleine leider noch lange nicht. Auf die konkrete Leistung kommt es an.

Für die wirklich guten Chancen in der Karriere und die breite Auswahl an Jobs, müssen die Studentinnen und Studenten das Staatsexamen erst einmal wirklich gut bzw. sehr gut bestehen. Wer nur knapp besteht, dem bleiben auf der Karriereleiter nämlich viele Türen und Jobs verschlossen.

Das ist auch einer der Gründe, weshalb der Leistungsdruck und der Konkurrenzkampf unter den Studierenden so enorm groß ist. Jeder möchte einen besonders guten Abschluss in Jura erreichen und die Konkurrenz ausstechen, um den bestmöglichen Job zu ergattern wie Staatsanwalt, Richter oder Anwalt in einer großen internationalen Kanzlei.

In den top Kanzleien arbeiten eben doch auch nur die Kandidatinnen und Kandidaten mit den top Noten.

In diesem Artikel erfährst Du deshalb alles, was Du über das berühmt berüchtigte Prädikatsexamen wissen musst. Was ist ein Prädikatsexamen überhaupt? Wie kann ich es schaffen? Und was mache ich, wenn ich kein Jura Prädikat erreicht habe?

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Was ist ein Prädikatsexamen?

Trotz der hohen Durchfallquote im Studium der Rechtswissenschaften, betreten jedes Jahr wieder tausende frisch gebackene Juristen und Juristinnen den Arbeitsmarkt.

Der Konkurrenzkamp und Leistungsdruck besteht also nicht nur während des Studiums, sondern auch nach erfolgreichem Bestehen auf dem Arbeitsmarkt.

Um so wichtiger ist es, sich durch einen besonders guten Abschluss von der breiten Masse abzuheben. Das kannst Du mit dem Jura Prädikat schaffen.

Aber was bedeutet Prädikatsexamen überhaupt? Ab wann ist mein Examen ein Prädikatsexamen?

Allgemein gilt, hast Du mindestens 9 von 18 Punkten erreicht, wird Dein Examen als sogenanntes Prädikatsexamen gewertet.

Was bringt mir das Prädikatsexamen?

Hast Du ein Prädikat im Examen erreicht,  stehen Dir beruflich nahezu alle Türen offen. Du kannst Dir Deinen Job also frei aussuchen.

Hast Du ein Jura Prädikat, hast Du die freie Job-Wahl.
Mit einem Prädikatsexamen liegt Dir die berufliche Welt zu Füßen. | Quelle: Unsplash

Willst Du zum Beispiel Richter/in oder Staatsanwalt/-anwältin werden ist dafür in den meisten Bundesländern eine Prädikats-Leistung erforderlich. Auch viele Arbeitgeber, insbesondere die großen Unternehmen und internationalen Kanzleien, wollen von ihren Bewerberinnen und Bewerbern ein Prädikat sehen.

Kannst Du diese Leistung nicht vorweisen, wirst Du in der Regel nicht einmal zum Vorstellungsgespräch eingeladen...

Ok, prima! Das klingt ja auf den ersten Blick doch gar nicht mal so schwierig. Neun Punkte sind ja schließlich nur die Hälfte der möglichen Punkte. So schwer kann das doch nicht sein, oder?

Doch. Grundsätzlich klingt die Hälfte der Punktzahl natürlich nicht besonders viel, allerdings sind die Klausuren im Staatsexamen dafür bekannt, besonders schwierig zu sein. Dementsprechend liegen die Durchschnittsnoten auch eher irgendwo zwischen 5-7 Punkten.

Hast Du in Deinen Klausuren ungefähr die Hälfte richtig gemacht, bekommst Du dafür nämlich keine 9, sondern leider nur 4 Punkte. Damit hast Du gerade so bestanden...

Lies weiter, um mehr über die Notenverteilung und Durchschnittsnoten im Staatsexamen zu erfahren.

Die Notenverteilung im Staatsexamen

Welche Noten gibt es eigentlich im Jura-Studium? Was bedeuten die Punkte im Staatsexamen? Welche Abschlussnoten erreichen Studenten und Studentinnen im Jurastudium durchschnittlich? Wie viele davon schaffen ein Prädikatsexamen?

Grundsätzlich kannst Du im Staatsexamen insgesamt 18 Punkte erreichen. Das schaffen allerdings nur die wenigsten Kandidaten und Kandidatinnen. Welche Note Absolventen und Absolventinnen durchschnittlich in der juristischen Prüfung erreichen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Folgende Notenskala gilt aber in allen Bundesländern im Examen:

  • 0 - 1,49 Punkte: Ungenügend
  • 1,5 - 3,99 Punkte: Mangelhaft
  • 4,00 - 6,49 Punkte: Ausreichend
  • 6,50 - 8,99 Punkte: Befriedigend
  • 9,00 - 11,49 Punkte: Vollbefriedigend
  • 11,5 - 13,99 Punkte: Gut
  • 14,00 - 18,00 Punkte: Sehr gut
Neun Punkte klingt nicht viel, ist im Staatsexamen aber nicht leicht zu erreichen.
Neun Punkte sind das Ziel eines jeden Studenten. | Quelle: Unsplash

Werfen wir nun mal einen genaueren Blick auf die Notenverteilung im Ersten Juristischen Staatsexamen. Wie gesagt schwanken die Werte von Bundesland zu Bundesland sehr stark, weshalb wir uns hier beispielhaft auf die Statistiken dreier Bundesländer beschränken.

Im Jahr 2018 haben in Bayern 1.995 Studenten und Studentinnen das 1. Staatsexamen bestanden.

  • Ganze 11 Absolventen und Absolventinnen (also nur 0,6 Prozent) haben ein "sehr gut" erreicht
  • 134 (6,7%) Student*innen haben ein "gut" geschafft
  • 510 (25,6%) haben die Punkte für ein "vollbefriedigend" erzielt
  • 943 (47,3%) bekamen ein "befriedigend"
  • 397 (19,9%) haben gerade so mit "ausreichend" Punkten bestanden

In Berlin haben im Jahr 2018 bei deutlich weniger Teilnehmer*innen 652 Examens-Kandidaten und Kandidatinnen bestanden.

  • Davon haben nur 0,3 Prozent, also 2 Student*innen, die Bewertung "sehr gut" geschafft
  • 50 (7,7%) Absolventen und Absolventinnen haben noch ein "gut" erreicht
  • 235 (36%) wurden mit "vollbefriedigend" bewertet
  • 297 (45,6%) haben das "befriedigend" erlangt
  • und lediglich 68 Student*innen (10,4%) haben nur gerade so mit "ausreichend" bestanden

In Nordrhein-Westfalen haben im selben Jahr 1.763 Jurastudenten und -studentinnen ihr Erstes Juristisches Staatsexamen erfolgreich abgelegt.

  • Allerdings hat nur 1 von ihnen (gerade mal 0,1 Prozent ) mit der Note "sehr gut" abgeschlossen
  • Nur 118 Studenten und Studentinnen (6,7%) haben ein "gut" geschafft
  • 489 (27,7%) ein "vollbefriedigend"
  • Die meisten, nämlich 778 (44,1%) wurden mit "befriedigend" bewertet
  • 377 (21,4%) haben knapp mit der Note "ausreichend" bestanden

Du siehst also, obwohl die Durchfallquote in allen Bundesländern recht hoch ist und die Durchschnittsnoten stark schwanken, ist die Zahl der Absolvent*innen, welche die juristische Prüfung mit einem Jura Prädikat abschließen, gar nicht mal so gering.

Wichtiger für Deine Karriere ist allerdings das Ergebnis im Zweiten Staatsexamen in Jura. Auf das erste Examen schaut der Arbeitgeber in der Regel nicht bzw. weniger.

Im Zweiten Juristischen Staatsexamen nach dem Referendariat fallen die Ergebnisse in der Regel ähnlich, allerdings ein wenig schlechter aus. Während dem Referendariat hat man aber natürlich auch viel weniger Zeit, um auf die Klausuren zu lernen.

So haben im Jahr 2018 in Bayern lediglich 15,1%, in Berlin 25,9% und in Nordrhein-Westfalen 16,1% das Jura Prädikat im zweiten Examen geschafft.

Wie bekomme ich ein Prädikatsexamen?

Du möchtest Richter/in oder Staatsanwalt/-anwältin werden oder in einer der top Wirtschaftskanzleien arbeiten?

Das ist schön, allerdings benötigst Du dafür in der Regel einen Juraabschluss mit Prädikat.

Wie soll ich das nur schaffen, fragst Du Dich?

Das Geheimnis liegt in der Examensvorbereitung, aber auch darin stets einen kühlen Kopf zu bewahren.

Tatsächlich geht es im Staatsexamen nur zu einem Drittel um Deine juristischen Fähigkeiten. Die anderen beiden Drittel machen Deine Psyche und pures Glück aus.

Gehst Du die Examensvorbereitung also richtig an, hast Du schon mal zwei Drittel in der Tasche.

Mit der richtigen Examensvorbereitung kann jeder ein Prädikatsexamen schaffen.
Die richtige Vorbereitung und viel Ruhe sind der Weg zum Ziel. | Quelle: Unsplash

Für die Examensvorbereitung gibt es ja bekanntlich verschiedene Möglichkeiten:

  • Du kannst das Uni-Rep besuchen
  • Du kannst zu einem kommerziellen Repetitorium gehen
  • Du kannst zusammen mit anderen in einer Gruppe lernen
  • Oder Du lernst alleine, zuhause oder in der Bib

Welche Lernmethode für Dich funktioniert, musst Du selbst herausfinden. Natürlich lassen sich die Methoden auch problemlos miteinander kombinieren.

Wichtig ist nur, dass Du organisiert, überlegt und strukturiert lernst und Dich nicht einfach unüberlegt kopfüber in die Vorbereitung stürzt.

Ebenso wichtig ist es, für eine ausgeglichene Psyche zu sorgen. Dir also genügend Pausen und Auszeiten zu gönnen, Dich nicht von Leitungsdruck und Konkurrenzkampf erdrücken zu lassen und stets optimistisch und motiviert zu bleiben.

Ja, es ist schwer ein Prädikatsexamen zu schaffen. Das heißt aber noch lange nicht, dass Du es nicht schaffen kannst!

Um mehr zur Examensvorbereitung zu erfahren, lies unseren Artikel mit Tipps für ein gutes erstes Staatsexamen in Jura.

Was tun, wenn ich kein Prädikatsexamen habe?

Heißt das, dass ich meinen Beruf als Anwalt bzw. Anwältin gleich an den Nagel hängen kann, wenn ich kein Prädikat geschrieben habe?

Nein, auf gar keinen Fall!

Obwohl Juristinnen und Juristen mit einem schlechteren Examen oft länger auf Jobsuche sind und sich nicht gleich die besten Jobs angeln können, ist noch lange nicht alles verloren.

Zunächst einmal ist der Beruf der Anwältin bzw. des Anwalts auch ohne Prädikat und ohne Spitzenposition in einer Großkanzlei ein sehr guter und sicherer Job, bei dem Du auch den ein oder anderen Euro verdienst.

Ist es aber Dein Traum als Anwalt oder Anwältin groß rauszukommen, hast Du auch mit einer schlechteren Leistung durchaus noch Chancen.

Verfolge Deine Ziele auch ohne Prädikatsexamen.
Sind Deine Ziele hochgesteckt, kannst Du sie mit viel Mühe und Arbeit auch ohne Prädikat schaffen. | Quelle: Unsplash

Mit folgenden Tipp machst Dich für Deine potentiellen Arbeitgeber interessant:

  1. Weitere Qualifikationen absolvieren: Als erstes kannst Du Deinen persönlichen Wert steigern, indem Du noch weitere Qualifikationen ablegst. Zum Beispiel könntest Du Deinen Doktor machen oder nach dem Zweiten Staatsexamen noch einen Master of Laws (LLM.) dranhängen. Darüber hinaus könntest Du Dich auch auf ein Gebiet spezialisieren und gezielt in diese Richtung weiterbilden.
  2. Dich nach oben arbeiten: Selbstverständlich hast Du auch die Option, Dich nach oben zu arbeiten. Sammle erst einmal praktische Erfahrung und profiliere Dich in Deinem Job. Zeige Deinem Traum-Arbeitgeber, dass Du auch ohne Jura Prädikat spitze in Deinem Beruf bist und die Stelle allemal verdient hast.
  3. Prädikat nur im 1. Staatsexamen: Hast Du im 1. Staatsexamen Dein Prädikat geschafft, heißt das nicht, dass Du es auch im zweiten schaffst. Versuche also im Laufe Deines Referendariats eine Stelle bei Deinem Traum-Arbeitgeber zu ergattern. Auf diese Weise kann er Dich schon einmal kennenlernen und Du kannst von Deinen Fähigkeiten überzeugen. Wenn Du dann im zweiten Examen kein Prädikat mehr schaffst, drückt er vielleicht ein Auge zu ;)

Ok, kein Prädikatsexamen zu haben ist wirklich kein Weltuntergang, aber was, wenn man das 1. Staatsexamen in Jura überhaupt nicht bestanden hat?

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.