Du hast gerade Dein Abitur gemacht und bist bereit fürs Studentenleben? Du weißt aber nicht so recht, was Du studieren sollst?

Keine Sorge, denn damit bist Du nicht allein. Genauso geht es auch zahlreichen anderen Abiturienten und Abiturientinnen. Die Auswahl der Studiengänge an deutschen Universitäten ist mittlerweile einfach riesig. Das ist zwar toll, macht es aber auch unübersichtlich und die Entscheidung umso schwieriger.

Wie wäre es denn mit einem traditionellen Studiengang wie Rechtswissenschaften?

Ist das nicht viel zu schwer? Außerdem ist der Studiengang doch bestimmt total langweilig und trocken?

Ganz und gar nicht!

In diesem Artikel erfährst Du, warum es sich lohnt, einen traditionellen Studiengang wie die Rechtswissenschaften zu wählen, wie schwer das Jurastudium tatsächlich ist und wo Du überall Jura studieren kannst. Darüber hinaus haben wir Dir zum Ende des Artikels noch nützliche Informationen zu Ablauf und Inhalten des Studiums erstellt.

Warum sich Jura studieren lohnt

Das Jurastudium zählt in Deutschland neben Medizin zu den schwersten Studiengängen, dennoch schreiben sich jedes Jahr wieder tausende Studienanfänger an den juristischen Fakultäten der deutschen Hochschulen ein. Jura zählt in Deutschland somit auch zu den beliebtesten Studiengängen.

Warum ist das so, wenn der Studiengang doch so langweilig und trocken sein soll?

Wir von Superprof haben uns die Gründe für diese Entscheidung mal etwas genauer angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass Du nicht immer alles glauben solltest, was Du so über die Rechtswissenschaft hörst.

Lass uns mal ein paar Vorurteile ausräumen:

  • Das Jurastudium geht so lang: Zugegeben durch das Referendariat ist das Jurastudium etwas länger als ein Bachelor und Master. Allerdings eben nur etwas. Tatsächlich kannst es innerhalb von nur 7 Jahren vom Studienanfänger/-anfängerin zum Volljuristen/Volljuristin schaffen.
  • Jura studieren ist viel zu schwer: Leicht ist es nicht, aber ist es wirklich schwerer als andere Studiengänge auch? Der eigentliche Schwierigkeitsgrad des Studiums liegt im Leistungsdruck und Konkurrenzkampf unter den Studierenden.
  • Jura studieren bedeutet monotones Auswendiglernen und wenig Freizeit: Wie in jedem anderen Studienfach auch musst Du das ein oder andere auswendig lernen. Gesetze zählen hier aber nicht dazu. Und wusstest Du, dass Jurastudent/innen in Studentenstädten zu den feierwütigsten Student/innen gehören? Von wegen Stubenhocker ...
  • Die Rechtswissenschaften sind trocken und langweilig: Was ist den bitte an Mord und Totschlag trocken und langweilig??
Strafrecht ist bei den meisten Jurastudenten und Jurastudentinnen am beliebtesten.
Die Sachverhalte im Jurastudium kommen denen im realen Leben doch sehr nahe. | Quelle: Unsplash

Darüber hinaus haben wir zahlreiche überzeugende Gründe für ein Jurastudium gefunden:

  • Lernen fürs Leben: Im Jurastudium bekommst Du nicht nur das nötige Werkzeug für den Anwaltsberuf an die Hand, tatsächlich lernst Du in diesem Studiengang fürs Leben. Zunächst einmal sind die juristischen Grundkenntnisse auch im ganz normalen Alltag nützlich. Darüber hinaus erfordert das Jurastudium auch die Aneignung eines gewissen Allgemeinwissens rund um Staat und Politik. Das ist aber noch nicht alles. Das Jurastudium ist ein abstraktes Studium, dass viel logisches Denken und analytische Fertigkeiten erfordert. Fähigkeiten, die Dir auch in anderen Lebenslagen noch von sehr großem Nutzen sein können.
  • Gehalt und Prestige: Anwalt, Richter, Staatsanwalt, Notar – diese Berufsbezeichnung bringen Ansehen und Prestige mit sich. Außerdem auch gute Gehaltsaussichten. Darüber hinaus ist der Anwaltsberuf ein recht sicherer Beruf, da Anwälte, ebenso wie medizinische Versorgung, immer gefragt sind.
  • Vielseitige BerufsaussichtenAuch über die klassischen Berufe hinaus, stehen Dir mit einem Abschluss in Rechtswissenschaften zahlreiche Türen offen.Wie wäre es zum Beispiel mit einer Karriere in der Politik, bei der Polizei, in einem Verband, einer Organisation oder der Verwaltung. Auch im diplomatischen Dienst und Wirtschaft-Unternehmen sind Juristen und Juristinnen stets gefragt. Du hast also die Qual der Wahl.

Wo Du Jura studieren kannst

Das klingt ja alles schonmal ganz gut, aber wo kann man Jura eigentlich studieren?

Im Grunde überall wäre die kurze Antwort.

Tatsächlich hast Du Wahl zwischen ganzen 45 juristischen Fakultäten für Jura an Universitäten in ganz Deutschland. Du kannst zum Beispiel Jura studieren in:

  • Augsburg
  • Berlin
  • Düsseldorf
  • Frankfurt am Main
  • Gießen
  • Hamburg
  • Jena
  • Leipzig
  • München
  • Würzburg
  • Etc.

Wow, wie soll man sich denn bei dieser Auswahl nur entscheiden? Welche ist die beste Universität für ein Studium der Rechtswissenschaften?

Diese Frage lässt sich gar nicht so einfach beantworten, denn es kommt ganz darauf an, worauf es Dir bei Deiner Wahl-Uni ankommt. Während es die Universitäten in Heidelberg, München, Berlin, Frankfurt am Main und Hamburg beispielsweise unter die Top 100 im internationalen Ranking geschafft haben, würden Dir Jura-Professoren wahrscheinlich die Hochschulen in München, Freiburg, Bonn, Berlin und Heidelberg empfehlen. Unter Studierenden dagegen steht die private Bucerius Law School in Hamburg ganz hoch im Kurs.

Das Jurastudium ist von Bundesland zu Bundesland ein wenig anders.
Überlege Dir gut, wo Du Jura studieren möchtest, denn ein Wechsel der Uni ist nicht immer einfach. | Quelle: Unsplash

Da das Jurastudium von Bundesland zu Bundesland etwas anders aufgebaut ist und vor allem das Staatsexamen unterschiedlich abläuft, solltest Du Dich zunächst einmal mit den Regelungen der verscheiden Bundesländer auseinandersetzten und Dich für eines entscheiden.

Hast Du Dich für ein Bundesland entschieden, ist die Auswahl an Hochschulen auch gleich geschrumpft.

Als nächstes solltest Du Dir Gedanken zu Deinen Interessen und beruflichen Zielen machen, denn im Laufe Deines Studiums wirst Du einen Schwerpunkt wählen. Die Auswahl der Schwerpunkte sieht an jeder Universität anders aus. Kannst Du Dich für keine Uni entscheiden, lohnt es sich also mal einen Blick auf die Liste der Schwerpunkte zu werfen und danach zu entscheiden.

Jurastudium: so schwer ist es wirklich

Grundsätzlich sind für das Jurastudium außer der allgemeinen Hochschulreife keine weiteren Voraussetzungen erforderlich. An manchen Unis unterliegt der Studiengang zwar einem NC, aber es gibt ausreichend Universitäten, wo Du zulassungsfrei, also ohne einen bestimmten Schnitt im Abitur, Jura studieren kannst. Im Grunde kann also jeder Jura studieren.

Wie schwer kann dann das Jurastudium schon sein, wenn doch jeder Rechtswissenschaften studieren kann?

Tatsächlich ist die intellektuelle Herausforderung der juristischen Ausbildung gar nicht mal so hoch. Du benötigst keine besonderen Fähigkeiten, um erfolgreich Jura studieren zu können.

Was Du allerdings mitbringen solltest, ist die Fähigkeit logisch zu denken. Damit wird es Dir auf jeden Fall leichter Fallen, die juristische Denkweise und die gesetzlichen Systematiken zu verstehen. Beim Jurastudium geht es nämlich weniger ums bloße Auswendiglernen und mehr ums tatsächliche verstehen der Materie.

Die eigentliche Herausforderung der Rechtswissenschaften ist emotionaler Natur und zwar aufgrund des hohen Leistungsdruck und des starken Konkurrenzkampfs unter den Studierenden.

Disziplin, Ausdauer und Durchhaltevermögen sind im Jurastudium besonders wichtig.
Das Jurastudium ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Du solltest also Ausdauer mitbringen. | Quelle: Unsplash

Im ersten juristischen Staatsexamen hast Du zwei Versuche. Bestehst Du auch beim zweiten Versuch nicht, ist das Studium vorbei und Du hast keinen Abschluss erlangt. Diese Regelung übt schon vom ersten Tag an massiven Druck auf die Jurastudenten und Jurastudentinnen aus.

Damit nicht genug, spielt die Note im Examen eine sehr wichtige Rolle. Es reicht also nicht nur, das Staatsexamen zu bestehen. Die Note, die Du im Examen erreichst, entscheidet über Deinen weiteren beruflichen Werdegang.

Das erhöht den Druck nicht nur noch mehr, sondern führt gleichzeitig auch zu einem enormen Konkurrenzkampf unter den Studierenden, der den/die eine/n oder andere/n stark belasten kann.

An sich ist das Jurastudium als gar nicht schwerer als andere Studiengänge auch. Der Leistungsdruck und Konkurrenzkampf sind es, die das Studium zu einer so hohen Belastung für viele Studierende macht und für einen hohen Schwierigkeitsgrad des Jurastudiums sorgen. Zum Glück gibt es da ein paar Tricks:

  • Effektiv Lernen
  • Disziplin und Durchhaltevermögen
  • Regelmäßige Übung
  • Aber auch regelmäßige Erholung
  • Nicht mit anderen Vergleichen

Die juristische Ausbildung: Ablauf, Inhalte, Voraussetzungen

Jetzt weißt Du schonmal, warum es sich lohnt Jura zu studieren, wo Du Jura studieren kannst und dass es nicht unbedingt so schwierig ist, wie es immer heißt. Was aber erwartet Dich nun in einem solchen Jursastudium?

Das Jurastudium ist zunächst einmal in verschiedene Etappen aufgebaut:

  • Die ersten drei Semester befindest Du Dich im sogenannten Grundstudium: Hier lernst Du als erstes alle nötigen Grundlagen in den drei Rechtsgebieten Privatrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht kennen. Am Ende der Grundphase steht die sogenannte Zwischenprüfung an.
  • Auf das Grundstudium folgen dann fünf Semester Hauptstudium: In dieser Phase des Studiums wird auf die Grundlagen aufgebaut und deine juristischen Kenntnisse noch weiter vertieft. Im Hauptstudium wählst Du dann auch Deinen Schwerpunkt, in welchem Du die sogenannte Schwerpunktbereichsprüfung schreibst. Diese macht die sogenannte Universitätsprüfung aus, die zusammen mit dem ersten juristischen Staatsexamen über Deine Abschluss-Note entscheidet.
  • Während des Grund- und Hauptstudiums belegst Du außerdem noch zahlreiche Nebengebiete wie Familienrecht, Baurecht, Kommunalrecht, Polizeirecht oder Völker- und Europarecht.
Im Referendariat kannst Du erste praktische Erfahrungen sammeln.
Während des Referendariats arbeitest Du schon fast wie ein richtiger Anwalt / Anwältin. | Quelle:Unsplash
  • Nachdem Du alle acht Semester Deines Studiums erfolgreich absolviert hast, kannst Du das erste juristische Staatsexamen schreiben. Entweder direkt nach dem achten Semester im sogenannten Freischuss (wenn es diesen in Deinem Bundesland gibt) oder nachdem Du Dir noch etwas zwei Semester zum Lernen Zeit genommen hast.
  • Nach bestandenem ersten Staatsexamen gehst Du für zwei Jahre ins Referendariat, wo Du verschiedene Stationen in den verschiedene Rechtsgebieten abläufst und erstmals in den Berufsalltag eines Anwalts / einer Anwältin reinschnupperst.
  • Am Ende des Referendariats steht dann noch das zweite juristische Staatsexamen an. Danach darfst Du Dich dann endlich Volljurist bzw. Volljuristin nennen. Vorausgesetzt natürlich, dass Du das zweite Staatsexamen auch bestanden hast.

Insgesamt kannst Du also damit rechnen, dass die juristische Ausbildung mindestens sieben Jahre dauert. Bei den meisten Jurastudenten und -studentinnen dauert sie aber eher acht bis neun Jahre.

Das klingt vielleicht auf den ersten Blick etwas lang, Du darfst aber nicht vergessen, dass Du während des Referendariats bereits arbeitest und auch schon ein wenig Gehalt bekommst.

Außerdem lohnt es sich, wenn Du nur mal einen Blick auf Deine späteren Berufs- und Gehaltsaussichten wirst. Die Aussicht ist nämlich wirklich rosig.

8 Tipps für Jura-Erstis

Zum Schluss haben wir noch ein paar Tipps für Dich, die Dir das Jurastudium auf jeden Fall erleichtern und ein wenig vom Druck nehmen werden:

  1. Einführungsveranstaltungen besuchen: In den Einführungsveranstaltungen bekommst Du alle wichtigen Informationen rund ums Studium. Du erfährst, wie der Studiengang aufgebaut ist und was Dich erwartet. Kleine Bonus: Hier machst Du auch schon erste Bekanntschaften.
  2. An Vorlesungen und Klausuren teilnehmen: Zwar ist es keine Pflicht alle Vorlesungen zu besuchen und Klausuren musst Du auch nicht in allen Kursen schreiben, dennoch ist es empfehlenswert, denn spätestens beim Staatsexamen wird Dir der Stoff begegnen. Besuchst Du die Kurse gleich und lernst auch auf die Klausuren, wirst Du für die Examensvorbereitung deutlich weniger Arbeit haben.
  3. Ziele setzen und strukturiert arbeiten: Überlege Dir schon vor Beginn Deines Studium, was Du von Dir selbst erwartest und wo Du beruflich hinmöchtest. Mit einem Ziel vor Augen wird es Dir an Motivation nicht fehlen. Außerdem sind Ordnung und strukturiertes Arbeiten das A und O eines jeden Studiums. Versuche beides also gleich im ersten Semester einzuführen.
  4. Deine eigene Lernmethode finden: Lernst Du lieber mit diesem oder jedem Lehrbuch, gehst Du zum Lernen gerne in die Bib oder bleibst Du dafür lieber zuhause, kannst Du besser alleine oder in einer Lerngruppe lernen? Der eine kommt mit der einen Methode besser zurecht, der andere mit einer anderen. Finde für Dich selbst heraus, was am besten funktioniert.
  5. Mach Dir keinen Druck: Lass Dich nicht vom Konkurrenzkampf anstecken und versuche Dir selbst keinen unnötigen Druck zu machen. Halte Dir stets Dein Ziel vor Augen und arbeite daraufhin, unabhängig davon was die anderen machen. Plane überlegt, plane immer einen Puffer mit ein und schiebe nichts auf, das Du auch gleich erledigen kannst.
  6. Üben, üben, üben: Nur durch regelmäßiges Üben ab dem ersten Semester wirst Du im Examen gut abschneiden, ohne am Ende vom Stoff und vom Druck überfordert zu sein.
  7. Regelmäßige Auszeiten gönnen: Regelmäßige Pausen sind ebenso wichtig wie regelmäßiges Üben, denn die kleinen Auszeiten mit Freunden oder Sport brauchst Du, um Deine Batterie wieder aufzutanken.
  8. Think positive: Lass Dich nicht von Niederlagen oder dem Konkurrenzkampf anderer Student/innen runterkriegen. Konzentriere Dich auf Dich selbst und Deine Ziele und vergiss nie: Es haben schon viele vor Dir geschafft, auch Du kannst es schaffen!
Auf der Suche nach einer Lehrkraft für Jura?

Dir gefällt unser Artikel?

5,00/5 - 1 vote(s)
Loading...

Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.