Grundsätzlich lernt im Jurastudium jeder erst einmal das Gleiche, nämlich die Grundlagen.

Zu den Grundlagen zählen die drei zentralen Rechtsgebiete Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht sowie ein paar Nebengebiete dieser drei Rechtsgebiete wie Familienrecht, Erbrecht, Handelsrecht oder Polizei- und Sicherheitsrecht.

Du hast aber bereits während des Studiums die Möglichkeit, Dich in eine bestimmte Richtung zu orientieren. Das passiert im Rahmen des Schwerpunktbereichsstudiums.

Dank des Schwerpunktbereichsstudiums können Studierende der Rechtswissenschaften schon während des Studiums einen bestimmten Schwerpunkt wählen.

Viele Studierende entscheiden sich bereits im Studium für einen Schwerpunkt, in dem sie dann auch später tätig werden.

Deshalb solltest Du Dir besonders gut überlegen, welchen Schwerpunktbereich Du wählen möchtest.

Es lohnt sich also, Dir die Schwerpunktbereiche der verschiedenen Universitäten anzuschauen, bevor Du Dich entscheidest, wo Du Jura studierst.

Damit Dir die Entscheidung ein wenig leichter fällt, haben wir in diesem Artikel ein paar nützliche Informationen für Dich zusammengetragen.

In dem Artikel erfährst Du, was das Schwerpunktstudium überhaupt ist, was Dich in der Schwerpunktbereichsprüfung erwartet und welche Schwerpunkte Du wählen kannst.

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Was ist das Schwerpunktbereichsstudium?

Das Schwerpunktbereichsstudium ist Teil des Ersten Juristischen Staatsexamens.

Das klingt für viele auf den ersten Moment vielleicht überraschend.

Ist das Erste Juristische Staatsexamen nicht die große Staatsprüfung am Ende des Studiums?

Ja, auch. Denn das Erste Juristische Staatsexamen setzt sich aus zwei Teilen zusammen: aus der staatlichen Pflichtfachprüfung, die am Ende Deines Studiums ansteht, und eben dem Schwerpunktbereichsstudium.

Die staatliche Pflichtfachprüfung macht 70% Deiner Endnote im Ersten Juristischen Staatsexamen aus, die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung die restlichen 30%.

Du solltest das Schwerpunktbereichsstudium also nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Tatsächlich schneiden die meisten Studierenden in der Schwerpunkbereichsprüfung deutlich besser ab als in der staatlichen Pflichtfachprüfung.

Das Schwerpunktstudium ist Teil des Ersten Juristischen Staatsexamens.
Ganze 30% zählt die Schwerpunktbereichsprüfung in die Note für das Erste Juristische Staatsexamen. | Quelle: Unsplash

Das Schwerpunktstudium ist also eine gute Möglichkeit, den Schnitt Deiner Endnote zu verbessern.

Überlege Dir bei der Wahl Deines Schwerpunktes deshalb gut, ob Du lieber Europäisches Recht, Internationales Privatrecht oder Wirtschaftsrecht wählst.

Übrigens: Deine späteres berufliches Tätigkeitsfeld hängt natürlich nicht von Deinem SPB ab!

Die Schwerpunktbereichsprüfung

Was Dich im Schwerpunktbereichsstudium und bei Deiner Schwerpunktbereichsprüfung erwartet ist relativ schwierig zu beantworten, da es von Universität zu Universität unterschiedlich ist.

Die Universitäten können nämlich selbst darüber entscheiden, wie das Schwerpunktstudium aufgebaut ist und was die Studierenden konkret zu leisten haben.

Auch die Dauer und der Zeitpunkt, wann mit dem Schwerpunkt begonnen wird, variiert von Uni zu Uni.

In der Regel wählst Du Deinen Schwerpunktbereich aber nach der Zwischenprüfung, also im 4. oder 5. Semester.

Ich habe an der Universität in Würzburg Jura studiert. Dort konnten die Studierenden ihren Schwerpunktbereich ab dem 4. Semester wählen.

Die Dauer des Schwerpunkts variiert von 2 bis 4 Semestern. Bei mir waren es 4 Semester.

Im Rahmen Deines Schwerpunkts besuchst Du über die Dauer des Schwerpunktstudiums (also 2 bis 4 Semester) zusätzlich zu den allgemeinen Vorlesungen noch Vorlesungen Deines Schwerpunktes.

Die Prüfungsleistungen, also die Schwerpunktbereichsprüfung, umfasst meistens eine normale Klausur, eine Seminararbeit und eine größere Klausur oder mündliche Prüfung.

Überlege Dir gut, welchen Schwerpunkt Du wählst.
Das Schwerpunktstudium ist nicht wenig Arbeit. Deshalb solltest Du gut wählen. | Quelle: Unsplash

Meine Prüfungsleistungen sahen so aus:

  • Eine zweistündige Klausur zu einer Vorlesung aus meinem Schwerpunkt, die einfach zur Schwerpunkt-Note gezählt hat
  • Eine Seminararbeit zu einem Seminar in meinem Schwerpunktbereich, die vom Umfang mit einer Bachelorarbeit vergleichbar war, 6 Wochen Bearbeitungszeit hatte und doppelt in die Schwerpunkt-Note gezählt hat
  • Eine fünfstündige Klausur über die gesamten Inhalte des Schwerpunktbereichs, also den Stoff von 4 Semestern Schwerpunkt-Veranstaltungen – die Klausur hat dreifach in die Schwerpunkt-Note gezählt

Uff, klingt anstrengend!

Ja, das ist es auch. Mit der richtigen Herangehensweise ist es aber durchaus machbar!

In der Regel ist es Dir freigestellt, ob Du die Schwerpunktbereichsprüfung vor oder erst nach der staatlichen Pflichtprüfung ablegst. Informiere Dich aber vorsichtshalber bei Deiner Universität, um nicht aus Versehen irgendwelche Fristen zu verpassen!

Welche Schwerpunktbereiche gibt es?

Schwerpunktbereiche gibt es in allen drei zentralen Rechtsgebieten Strafrecht, Zivilrecht und Öffentliches Recht.

Welche das konkret sind, hängt allerdings von Deiner Uni ab. 

Die Auswahl an Schwerpunkten an den verschiedenen Universitäten ist dabei so vielfältig, dass es schlichtweg unmöglich ist, hier eine genaue Übersicht sämtlicher Schwerpunktbereiche anzubieten.

So reichen die Schwerpunkte von Kriminalwissenschaften über Wirtschaftsrecht bis hin zu Medizinrecht.

Auch hier kann ich wieder nur aus eigener Erfahrung berichten.

Die aktuelle Liste der Schwerpunktbereiche an der Julius-Maximilians Universität Würzburg umfasst insgesamt 14 verschiedene Schwerpunkte:

  1. Grundlagen des Rechts
  2. Privatrechtsdogmatik und Zivilrechtspflege
  3. Internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht und Rechtsvergleichung
  4. Europäisches und internationales Privat- und Handelsrecht und Schiedsgerichtsbarkeit
  5. Rechtsvergleichung
  6. Arbeitsrecht im Unternehmen
  7. Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
  8. Wettbewerb und Regulierung
  9. Globales und europäisches Recht der Wirtschaft und Innovation
  10. Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht
  11. Europäischer und internationaler Menschenrechtsschutz
  12. Staat und Verwaltung
  13. Kriminalwissenschaften
  14. Französisches Recht

Als ich an der Universität Würzburg Jura studiert habe, gab es gerade mal eine Auswahl von 7 verschiedenen Schwerpunkten. Meine Wahl ist damals auf "Politik, Regierung, Verwaltung" gefallen, was wahrscheinlich heute in etwa dem Schwerpunktbereich 12 "Staat und Verwaltung" entspricht.

Den Schwerpunkt hatte ich gewählt, da mir das Öffentliche Recht besonders lag und der behandelte Stoff dort auch nützlich für das Staatsexamen war. Ich musste also nichts "extra" lernen.

Mit der ständigen Weiterentwicklung des Rechts, wachsen auch die Möglichkeiten der Spezialisierung stetig an.

An der Uni Augsburg gibt es auch einen Schwerpunkt zu "Bio-, Medizin- und Gesundheitsrecht". Die Inhalte des Schwerpunkts umfassen Veranstaltungen wie Rechtsmedizin, Medizin- und Biostrafrecht, aber auch Krankenversicherungsrecht, Krankenhausrecht oder Medizin- und Bioethik.

Also genau das Richtige, für alles, die sich eine juristische Karriere im medizinischen Bereich vorstellen können.

Du kannst sogar Medizinrecht als Schwerpunkt wählen.
Wie wäre es mit einer Karriere in der Rechtsmedizin? | Quelle: Unsplash

An der Uni Bayreuth gibt es zum Beispiel auch einen Schwerpunkt "Märkte der digitalen Welt", bei dem aktuelle Themen wie Datenschutz, Recht der Neuen Medien, Privatrecht der sozialen Medien und Vertragstypen für die digitale Welt behandelt werden.

Du siehst die Möglichkeiten sind wirklich so vielfältig, dass Du vor der großen Qual der Wahl stehst.

Welcher Schwerpunkt ist der Richtige für mich?

Grundsätzlich musst Du selbst herausfinden, welcher Schwerpunkt der Richtige für Dich ist. Es gibt schlichtweg keine Regel, die Dir dabei helfen kann.

Dennoch kannst Du Deine Entscheidungen an verschiedenen Kritikpunkten festmachen:

  • Was interessiert Dich? Bei der Wahl Deines Schwerpunktbereichs solltest Du Dich grundsätzlich nicht davon leiten lassen, was eventuell besonders schwierig (und damit prestigeträchtig) ist oder was möglicherweise am besten bei potentiellen Arbeitgebern ankommt. Natürlich ist es sinnvoll, einen Schwerpunkt zu wählen, der in irgendeiner Weise mit Deinen beruflichen Zielen zusammenhängt. Am wichtigsten ist es aber, einen SPB zu wählen, der Deinen persönlichen Interessen entspricht. Interessiert Dich Dein Schwerpunkt nicht, wirst Du auch keine guten Noten schreiben.
  • Wo willst Du nach dem Studium arbeiten? Weißt Du bereits genau, welche berufliche Richtung Du nach dem Studium einschlagen möchtest, ist es, wie oben bereits erwähnt, grundsätzlich nicht schlecht, die Wahl Deines Schwerpunktbereichs davon abhängig zu machen. Dein möglicher späterer Arbeitgeber wird sich auch freuen, wenn er Deine Wahl sieht.
Wähle einen Schwerpunkt aus, der Dich interessiert.
Es ist wichtig, Spaß an Deinem Schwerpunkt zu haben, sonst verlierst Du schnell die Motivation. | Quelle: Unsplash
  • Wer unterrichtet in dem Schwerpunkt und wie ist die Notenvergabepraxis? Bei der Wahl des SPB ist es auch immer sinnvoll, sich mal anzuschauen, welcher Prof eigentlich die Veranstaltungen des Schwerpunktes leitet. Gehören zu dem Schwerpunkt lediglich Professoren und Professorinnen, mit welchen Du absolut nicht zurechtkommst oder von denen Du weißt, dass sie sehr streng benoten, solltest Du es Dir wirklich zweimal überlegen, ob Du nicht lieber einen anderen Schwerpunkt wählen solltest.
  • Sind die Inhalte des Schwerpunktes examensrelevant? Viele Schwerpunkte behandeln Lernstoff, der Dir im ersten Staatsexamen definitiv nicht begegnen wird – zum Beispiel Steuerrecht oder Wirtschaftsrecht. In dem Fall bedeutet der SPB einen extra Aufwand neben der Vorbereitung auf die staatliche Prüfung. Das macht das Studium der Rechtswissenschaft gleich noch schwieriger. Wählst Du einen Schwerpunkt, der viel examensrelevanten Stoff behandelt, schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klatsche und sparst natürlich unheimlich viel Zeit.

Gibt es an Deiner Universität einen Schwerpunkt, der Dich sehr stark interessieren würde und der praktischerweise vielleicht sogar noch examensrelevanten Stoff behandelt, würde ich Dir raten, Dich für diesen Schwerpunkt zu entscheiden. Auch wenn der Schwerpunkt vielleicht nicht der Richtung entspricht, die Du in Deiner Karriere einschlagen möchtest.

Nur, wenn Dein Schwerpunkt Dich auch wirklich interessiert, wirst Du gute Leistungen erbringen können. Und vergiss nicht: Die Note im Schwerpunkt zählt zu 30% in Deine Endnote!

Darüber hinaus ist es für Deinen beruflichen Werdegang nicht entscheidend, welchen Schwerpunkt Du im Studium gewählt hast.

Du studierst noch gar kein Jura, bist aber gerade mit dem Abitur fertig geworden und würdest nun gerne in die Welt der Rechtswissenschaft eintauchen? In diesem Artikel findest Du Informationen rund um die Voraussetzungen für eine Zulassung zum Jura-Studium.

Hast Du Dich noch nicht entschieden, was Du nach dem Abitur studieren möchtest, findest Du hier überzeugende Gründe, warum sich ein Jurastudium lohnt.

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.