Das Studium der Rechtswissenschaften zählt zu den schwersten Studiengängen an deutschen Universitäten. Dennoch schreiben sich in Deutschland jedes Jahr wieder zahlreiche Schüler und Schülerinnen nach dem Abitur für die juristische Ausbildung an der Hochschule ein.

Reizvoll sind für die meisten vor allem das Prestige sowie die guten Berufs- und Gehaltsaussichten, die dem beliebten Studiengang nachgesagt werden. Da kann man schnell mal über den hohen Schwierigkeitsgrad des Jura Studiums hinwegsehen ...

Auch wenn es als eher langweilig und trocken gilt, ist Jura darüber hinaus auch tatsächlich eines der spannendsten Studienfächer überhaupt.

Du spielst selbst mit dem Gedanken Jura zu studieren, bist Dir aber noch nicht ganz sicher, weil Du einfach nicht weißt was Dich erwartet und was es bedeutet, Jurist bzw. Juristin zu werden? Außerdem hast Du gefühlt 10.000 offene Fragen rund um den Studiengang Jura? Du fragst Dich zum Beispiel:

Was braucht man für ein Jurastudium? Kann ich Jura studieren ohne NC? Was lernt man im Jurastudium? Wie lange dauert ein Jurastudium im Durchschnitt? Was kann man mit einem Jurastudium machen?

Wir von Superprof haben uns hingesetzt und die juristische Ausbildung mal etwas genauer betrachtet, um all Deine offenen Fragen in diesem Artikel beantworten zu können. Lies einfach weiter!

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Jura studieren: Voraussetzungen

Muss man für Jura nicht Latein können? Kann ich Jura studieren, auch wenn meine Noten im Abitur nicht so gut waren?

Lateinische Grundbegriffe zu kennen, kann für das Jurastudium von Vorteil sein, ist aber schon lange keine Voraussetzung mehr.

Um Rechtswissenschaften studieren zu können, brauchst Du zunächst einmal nur die allgemeine Hochschulreife. Ob Du noch weitere Voraussetzungen erfüllen musst, kommt ganz darauf an, wo Du Jura studieren möchtest.

Jura Studium NC

Das Studium der Rechtswissenschaften gilt neben Medizin immerhin als einer der prestigeträchtigsten (Möglichkeiten für ein Jura-Stipendium findest Du hier) aber auch schwersten Studiengänge. Dementsprechend gibt es auch einige Universitäten, die einen sogenannten Numerus Clausus (kurz NC) verlangen. Das bedeutet, dass diese Hochschulen nur Jurastudenten und Jurastudentinnen zulassen, die im Abitur eine bestimmte Note erreicht haben.

Hast Du den jeweiligen NC Deiner Wunsch-Uni knapp verpasst, hast Du häufig die Möglichkeit mit Wartesemestern letztlich dennoch zugelassen zu werden.

Folgende deutsche Universitäten verlangen beispielsweise einen bestimmten NC:

  • Berlin – NC 1,6
  • Düsseldorf – NC 1,9
  • Frankfurt am Main – NC 2,3
  • Marburg – NC 3,5
  • München – NC 2,3
  • etc.
Jura studieren ohne NC ist an vielen deutschen Universitäten möglich.
An manchen Universitäten in Deutschland wirst Du zum Jurastudium nur zugelassen, wenn Du im Abitur unter den Besten warst. | Quelle: Unsplash

Jura studieren ohne NC – ist das möglich?

Ja! Tatsächlich musst Du nicht die besten Abiturnoten vorweisen können, um Jura zu studieren, denn an einigen deutschen Universitäten ist das Jurastudium zulassungsfrei, das heißt außer Deiner Hochschulzulassung musst Du keine weiteren Voraussetzungen erfüllen.

Jura studieren ohne NC kannst Du beispielsweise an folgenden Hochschulen in Deutschland:

  • Erlangen-Nürnberg
  • Gießen
  • Jena
  • Leipzig
  • Würzburg
  • Etc.

Das solltest Du mitbringen

Je nachdem für welche Uni Du Dich entscheidest, solltest Du neben der entsprechenden Abiturnote aber noch einige weitere Fertigkeiten mitbringen, die für das Jurastudium an jeder Universität entscheidend sind:

  • Logisches Denkvermögen: Viele Jurastudenten und -studentinnen haben sich für diesen Studiengang entschieden, weil sie dafür eine gewisse Sache nicht brauchen, nämlich Mathe. Das stimmt zwar, dennoch ist es von großem Nutzen, logisch Denken zu können, denn die Studieninhalte sind vor allem eines: abstrakt! Möchtest Du im Jurastudium brillieren, solltest Du auch in der Lage sein, die komplizierten juristischen Denksysteme zu verstehen und anzuwenden.
  • Gute Ausdrucksweise in Wort und Schrift: Du solltest komplexe Gesetzestexte und Sachverhalte nicht nur verstehen können, sondern auch in der Lage sein, Dich selbst geschickt in Wort und Schrift auszudrücken. Gerade in einem Studiengang wie den Rechtswissenschaften und auch im Beruf des Juristen ist es wichtig, Argumente logisch und überzeugend aufbauen und sich klar und gezielt ausdrücken zu können, ohne lange um den heißen Brei zu reden.
  • Ausdauer, Disziplin und Durchhaltevermögen: Mit seinen 8. Semestern, Referendariat und zwei Staatsexamen ist das Jurastudium im Vergleich zu einem Bachelor doch relativ lange. Darüber hinaus machen Leistungsdruck und Konkurrenzkampf das Studium nicht gerade einfacher. Deshalb ist es essentiell neben ausreichend Motivation auch Ausdauer, Disziplin und Durchhaltevermögen mitzubringen.

Jura Studium Inhalte: Was macht man im Jurastudium?

Grundsätzlich setzt sich das Studium der Rechtswissenschaften aus verschiedenen Etappen zusammen. Erst wenn Du alle Hürden gemeistert hast, bist Du fertig und kannst endlich als Jurist bzw. Juristin Deine Brötchen verdienen.

Das Jurastudium setzt sich aus Grund- und Hauptstudium zusammen.
Im den ersten Semestern des Studiums lernst Du zunächst einmal die Grundlagen der Rechtswissenschaft. | Quelle: Unsplash

So ist das Jurastudium aufgebaut:

  • Drei Semester Grundstudium mit Zwischenprüfung
  • Fünf Semester Hauptstudium mit Schwerpunktbereichsprüfung
  • Erstes juristisches Staatsexamen
  • Zwei Jahre Referendariat
  • Zweites juristisches Staatsexamen

Grundstudium

Die Inhalte der juristischen Ausbildung lassen sich grob in drei Rechtsgebiete einteilen: Privatrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht.

Im Grundstudium lernst Du zu aller erst die nötigen Grundlagen des Rechts in allen drei Rechtsgebieten, auf welchen Du im weiteren Verlauf Deines Studiums aufbauen wirst:

  • Im Privatrecht lernst Du also zunächst einmal die Grundzüge des Bürgerlichen Rechts. Das umfasst, unter anderen, das allgemeine Schuldrecht, Kaufrecht, gesetzliche Schuldverhältnisse und Sachenrecht.
  • Im Öffentlichen Recht geht es in den ersten Semestern vor allem um Grundrechte, Staatsorganisationsrecht sowie allgemeines Verwaltungsrecht und Verwaltungsverfahrensrecht.
  • Im Strafrecht beschäftigst Du Dich mit dem Allgemeinen Strafrecht und Teilen des besonderen Strafrechts.
  • Zusätzlich gibt es noch die sogenannten Grundlagenfächer. Dazu zählen beispielsweise Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie.

Am Ende des Grundstudiums steht die sogenannte Zwischenprüfung an, deren Bestehen Voraussetzung für die Zulassung zum Hauptstudium ist.

Um für die Prüfungen zu lernen, kannst du dir auch professionelle Unterstützung in Form von Nachhilfe Jura suchen!

Hauptstudium

Im Hauptstudium wird dann auf den Grundlagen aufgebaut und Deine juristischen Kenntnisse werden noch weiter vertieft:

  • Im Privatrecht steigst Du nun ins besondere Schuldrecht und ins Zivilprozessrecht ein.
  • Im Öffentlichen Recht wird das Verwaltungsrecht noch weiter vertieft und Du lernst das Verwaltungsprozessrecht kennen.
  • Auch im Strafrecht geht es nun insbesondere um den besonderen Teil des Strafrechts sowie das Strafprozessrecht.

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Nebengebiete, die Du teilweise schon im Grundstudium, größtenteils aber erst im Hauptstudium besuchst:

  • Familienrecht
  • Erbrecht
  • Arbeitsrecht
  • Gesellschaftsrecht
  • Handelsrecht
  • Sicherheits- und Polizeirecht
  • Baurecht
  • Kommunalrecht
  • Völker- und Europarecht
  • Etc.

Achtung: Insbesondere Fächer wie das Polizei- oder das Kommunalrecht unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Ein Uni-Wechsel kann sich beim Jurastudium deshalb als schwierig erweisen.

Im Schwerpunktbereich musst Du eine große Prüfung schreiben.
Dein Schwerpunkt entscheidet nicht über Deine zukünftige Karriere. Wähle einfach, was Dir liegt oder Dich interessiert. | Quelle: Unsplash

Zusätzlich musst Du im Hauptstudium auch Deinen Schwerpunktbereich wählen. Im Schwerpunktbereich schreibst Du nämlich Deine sogenannte Universitätsprüfung, die neben dem ersten juristischen Staatsexamen ebenfalls zur Endnote Deines Abschlusses gezählt wird.

Welche Schwerpunkte Du wählen kannst, ist von Uni zu Uni unterschiedlich. Schau Dir also die Schwerpunkte an, bevor Du Dich für eine Universität entscheidest.

Erstes Staatsexamen

Nach dem achten Semester kannst Du dann erstmals das erste juristische Staatsexamen schreiben. Die meisten Studenten und Studentinnen warten damit aber noch ein Jahr, um sich gründlich auf das Examen vorzubereiten, denn man hat nur zwei Versuche.

Besteht man auch beim zweiten Versuch nicht, wars das und Du hast außer Deinem Abitur nichts in der Tasche.

Je nach Bundesland gibt es aber auch die Möglichkeit des sogenannten Freischusses. Das ist ein Versuch, in der Regel direkt nach dem achten Semester, der im Falle des Nichtbestehens nicht als Versuch zählt. Du hast danach also immer noch Deine zwei "richtigen" Versuche.

Bestehst Du bereits im Freischuss, zählt dieser als erster "richtiger" Versuch.

Aus wie vielen Klausuren das Examen besteht, hängt vom jeweiligen Bundesamt ab. In Bayern sind es beispielsweise sechs Klausuren (3x Zivilrecht, 2x Öffentliches Recht, 1x Strafrecht), die innerhalb von einer Woche stattfinden.

Referendariat

Nach dem bestandenen Examen hast Du Deinen ersten Abschluss und darfst Dich ab sofort Jurist bzw. Juristin nennen.

Nun verlässt Du die Universität und kommst ins Referendariat. Hier wirst Du erstmals lernen, wie der Arbeitsalltag eines Juristen bzw. einer Juristin aussieht.

Während des Referendariats durchläufst Du verschiedene Stationen. Du bist zwar noch kein Anwalt bzw. Anwältin, musst aber schon tatkräftig arbeiten und schnupperst so in deren Alltag rein. Durch das Arbeiten sammelst Du erste praktische Erfahrungen.

Der Ablauf und die Stationen des Referendariats hängen wieder mal vom Bundesland ab. In Bayern könnte Dein Referendariat beispielsweise so aussehen:

  • 1.-5. Monat: Zivilrechtsstation
  • 6.-8. Monat: Strafrechtsstation
  • 9.-12. Monat: Verwaltungsstation
  • 13.-21. Monat: Anwaltsstation
  • 22.-24. Monat: Pflichtwahlpraktikum

Zweites Staatsexamen

Nach dem Referendariat müssen die Absolventen und Absolventinnen noch das zweite Staatsexamen schreiben und bestehen, um sich endlich Volljurist bzw. Volljuristin nennen und endlich als richtiger Anwalt und Anwältin arbeiten zu dürfen.

Auch das zweite Examen ist von Bundesland zu Bundesland anders aufgebaut. Die Anzahle der Klausuren liegt aber in der Regel so zwischen sieben und elf Klausuren. Auch hier lohnt es sich also, sich schon vor Beginn des Studiums zu informieren.

In Bayer besteht das zweite Staatsexamen zum Beispiel aus 11 Klausuren, die im 20. und 21. Monat des Referendariats stattfinden, und einer mündliche Prüfung nach dem Referendariat.

Wie lange dauert ein Jurastudium?

Wie oben bereits erwähnt setzt sich das Jurastudium aus verschiedenen Etappen zusammen: acht Semester Studium, erstes juristisches Staatsexamen, zwei Jahre Referendariat und zweites juristisches Staatsexamen.

Grundsätzlich studierst Du also vier Jahre und befindest Dich weitere zwei Jahre im Referendariat. Die Ausbildung an sich dauert also grundsätzlich sechs Jahre, vergleichbar mit der Dauer für Bachelor und Master.

Allerdings musst Du noch die Zeit zwischen Studium und erstem Staatsexamen sowie dem Beginn des Referendariats dazurechnen.

Beendest Du Dein achtes Semester in Bayern beispielsweise im Juli, kannst Du erst im September das erste Staatsexamen schreiben. Deine Ergebnisse bekommst Du dann im Januar und kannst letztendlich erst im April mit dem Referendariat beginnen. Das heißt zwischen dem letzten Semester und dem Eintritt ins Referendariat liegen mindestens acht Monate.

Trotz langer Dauer lohnt sich der Abschluss in Rechtswissenschaft.
Das Studium der Rechtswissenschaften dauert. Aber es lohnt sich! | Quelle: Unsplash

Schreibst Du Dein erstes Examen also direkt nach dem achten Semester, dauert Deine juristische Ausbildung rund sieben Jahre. Die meisten Juristen und Juristinnen brauchen aber eher acht bis neun Jahre.

Berufsaussichten nach dem Studium

Hast Du das erste und zweite juristische Staatsexamen erfolgreich bestanden, darfst Du Dich nun endlich Volljurist bzw. Volljuristin nennen.

An manchen Universitäten gibt es mittlerweile aber die Möglichkeit einen sogenannten "Bachelor of Laws" zu machen (LL.B.). Das Studium unterscheidet sich allerdings vom traditionellen Jurastudium und legt den Schwerpunkt meistens auf das Wirtschaftsrecht. Nach dem Bachelor kannst Du auch noch einen "Master of Laws" machen (LL.M.).

Was kann man mit einem Jurastudium machen?

Das Studium der Rechtswissenschaft mag lang und beschwerlich sein, hat man es aber mal geschafft, wird man sehen, dass es  sich gelohnt hat, denn die Berufsaussichten mit Jura sind vielseitig und meist mit einem guten bis sehr guten Gehalt verbunden.

Zunächst einmal sind da natürlich die klassischen Berufe eines Juristen:

  • Anwalt / Anwältin
  • Richter / Richterin
  • Staatsanwalt / Staatsanwältin
  • Notar / Notarin

Tatsächlich stehen Dir als Jurist bzw. Juristin aber noch viel mehr berufliche Möglichkeiten offen. Du könntest zum Beispiel auch in folgenden Bereichen arbeiten:

  • Steuern und Wirtschaft
  • Öffentliche Verwaltung
  • Banken und Versicherungen
  • Unternehmen in Handel, Industrie und Wirtschaft
  • Verbände und Organisationen
  • Etc.

Wieviel Du letztendlich verdienst, hängt natürlich von Deiner Berufswahl ab. Grundsätzlich dürfen Absolventen und Absolventinnen der Rechtswissenschaft aber mit einem Einstiegsgehalt von 3.800 Euro (brutto) rechnen.

Wenn das mal nicht Grund genug für ein Jura Studium ist...

In einem anderen unserer Artikel findest Du außerdem noch hilfreiche Tipps für den Jura-Studiumsstart!

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.