Du würdest gerne Jura studieren, hast aber Angst, dass der Studiengang zu schwer für Dich ist?

Tatsächlich ist diese Sorge nicht ganz unbegründet, denn neben Medizin gilt Jura als einer der schwersten Studiengänge an deutschen Universitäten überhaupt.

Wer kennt sie nicht, die Vorurteile gegen Jurastudent/innen: die sitzen immer nur am Schreibtisch, lernen den ganzen Tag, bekommen wenig Schlaf, sind gestresst und ausgelaugt etc.

Aber ist das Studium der Rechtswissenschaften denn wirklich so schwer, wie sein Ruf suggeriert?

Wir von Superprof haben das Jurastudium mal etwas genauer unter die Lupe genommen. In diesem Artikel erfährst, was den hohen Schwierigkeitsgrad des Jurastudiums eigentlich ausmacht und ob es tatsächlich so schwierig ist, wie es immer heißt. Da ich selbst Jura studiert habe, gibt es als kleines Sahnehäubchen zum Schluss noch eine kurze Einschätzung aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen sowie ein paar Tipps und Tricks für ein erfolgreiches Jura Studium.

Spielst Du also mit dem Gedanken, Rechtswissenschaften zu studieren, solltest Du jetzt unbedingt weiterlesen!

Die besten verfügbaren Lehrkräfte für Jura
1. Unterrichtseinheit gratis!
Katharina
5
5 (12 Bewertungen)
Katharina
30€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Chris
5
5 (11 Bewertungen)
Chris
20€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Daniel
5
5 (10 Bewertungen)
Daniel
20€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Maximilian
5
5 (5 Bewertungen)
Maximilian
23€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Maxi
5
5 (5 Bewertungen)
Maxi
25€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Adam
5
5 (6 Bewertungen)
Adam
50€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Thorsten
5
5 (5 Bewertungen)
Thorsten
44€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Fabian
Fabian
32€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Katharina
5
5 (12 Bewertungen)
Katharina
30€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Chris
5
5 (11 Bewertungen)
Chris
20€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Daniel
5
5 (10 Bewertungen)
Daniel
20€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Maximilian
5
5 (5 Bewertungen)
Maximilian
23€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Maxi
5
5 (5 Bewertungen)
Maxi
25€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Adam
5
5 (6 Bewertungen)
Adam
50€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Thorsten
5
5 (5 Bewertungen)
Thorsten
44€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Fabian
Fabian
32€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis>

Wie schwer ist Jura – alles Wissenswerte

Obwohl Jura an deutschen Universitäten als besonders schwerer Studiengang gilt, entscheiden sich jedes Jahr wieder zahlreiche Abiturienten und Abiturientinnen für eben diesen Studiengang.

Warum?

Ein Teil der Abiturient/innen entscheidet sich bestimmt für das Jurastudium, weil sie die Rechtswissenschaften tatsächlich interessieren. Das gilt aber längst nicht für alle. Andere Gründe für ein Jura-Studium sind beispielsweise:

Das Jurastudium gilt als besonders prestigeträchtig.
Juristen und Juristinnen genießen nicht nur ein gutes Gehalt, sondern auch Prestige und Ansehen. | Quelle: Unsplash

Ein weiterer häufiger Grund für die Wahl ist, dass für Jura in der Regel keine besonderen Voraussetzungen erforderlich sind. Um Jura studieren zu können, musst Du weder besonders gut in Mathe, Physik oder Chemie sein noch brauchst Du besondere Sprachkenntnisse oder sonst irgendwelche speziellen Fertigkeiten.

Kurz gesagt: Viele entscheiden sich für das Jurastudium schlichtweg, weil ihnen einfach nichts besseres einfällt.

Aber wenn für das Jurastudium keine besonderen Voraussetzungen erforderlich sind und im Grunde jeder Jura studieren kann, wieso gilt der Studiengang dann als so schwierig.

Wir von Superprof haben die Gründe für den hohen Schwierigkeitsgrad des Studiengangs erforscht und möchten sie Dir im Folgenden im Detail vorstellen.

Intellektuelle Herausforderung: das musst Du leisten

Eine gute Nachricht gibt es schon mal: Du brauchst kein Mathe! Zumindest solange Du Dich nicht auf Steuer- und Wirtschaftsrecht spezialisierst.

Die schlechte Nachricht ist: Um logisches Denken kommst Du dennoch nicht herum.

Das Studium der Rechtswissenschaften ist allgemein als schwer, langweilig und trocken bekannt oder vielleicht sollte man eher sagen "verrufen". Man müsse im Grunde immer nur alles auswendig lernen, heißt es.

Das stimmt so aber nicht ganz. Natürlich musst Du mehr auswendig lernen, als Du es vielleicht aus anderen Studiengängen wie eben Mathe oder Physik kennst – zum Beispiel strafrechtliche Definitionen oder Prüfungsschemata. Gesetze auswendig aufsagen können musst Du aber nicht. Wieso auch? Dafür hast Du doch bei jeder Klausur Deine dicken Gesetzestexte dabei, in denen Du die relevanten Gesetze nachschlagen kannst.

Tatsächlich geht es beim Jurastudium neben dem Auswendiglernen auch sehr viel um logisches Denkvermögen und Verständnis.

Hast Du Dir die juristische Denkweise erst einmal angeeignet und die gesetzlichen Systematiken verstanden, wirst Du Dich schnell in den Gesetzen zurechtfinden, Wissen abrufen und auch komplexe Sachverhalte problemlos lösen können.

Wenn du Unterstützung brauchst, kannst du auch Jura Nachhilfe in Anspruch nehmen!

Zwei Versuche: das juristische Staatsexamen

Dann ist da noch das berühmt berüchtigte erste juristische Staatsexamen (und danach natürlich noch das Referendariat und das zweite juristische Staatsexamen).

Nachdem Du also acht Semester studiert und bereits vier Jahre kontinuierlich gelernt hast, kommt die eine große Prüfung, von der alles abhängt: das Staatsexamen!

Und dafür hast Du nur zwei Versuche. Bestehst Du auch beim zweiten und letzten Versuch nicht, war das Studium für die Katz und Du hast außer Deinem Abitur nichts in der Hand, auch keinen Bachelor.

Wenn das mal keinen Druck ausübt ...

Ok, schreibst Du Dein Examen direkt nach dem achten Semester, also ohne Dir eine gewisse Zeit zum Lernen auf das Examen zu nehmen, kannst Du in manchen Bundesländern einen sogenannten Freischuss nutzen. Das ist ein Versuch, der im Falle des Nichtbestehens, nicht als Versuch zählt. Du hast danach also immer noch Deine beiden "richtigen" Versuche. Es lohnt sich also, Dir vor Beginn des Studiums gründlich zu überlegen, in welchem Bundesland Du Jura studieren möchtest.

Emotionale Herausforderung: Leistungsdruck und Konkurrenzkampf

Das Staatsexamen ist einer der Gründe, warum das Jurastudium vor allem emotional eine große Herausforderung darstellt.

Während des Jurastudiums hast Du im Vergleich zu einem Bachelor oder Master relativ wenig Pflichtklausuren. Außerdem sind die Noten, abgesehen von der Schwerpunktbereichsprüfung, eigentlich völlig egal, denn sie zählen nicht in Deine Endnote mit rein.

Vor dem ersten juristischen Staatsexamen gibt es deshalb eigentlich nur zwei größere Hürden: die Zwischenprüfung, die in der Regel am Ende des dritten Semester stattfindet und nur zwei Wiederholungen erlaubt, und die Schwerpunktbereichsprüfung, die je nach Bundesland etwa 30% Deiner Endnote ausmacht. Die beiden Prüfungen bestehen aber je nach Bundesland nur aus rund sechs Klausuren und einer Seminararbeit (so ist es beispielsweise in Bayern geregelt) und das über acht Semester verteilt.

Willst Du noch mehr zum Ablauf des Jura Studiums wissen, lies unseren Artikel rund ums Jurastudium.

Das mag auf den ersten Blick entspannt klingen, führt aber leider dazu, dass viele Studierende im Laufe ihrer juristischen Ausbildung nicht am Ball bleiben, nur die Pflichtklausuren mitschreiben und eigentlich erst kurz vor dem ersten Staatsexamen so richtig mit dem Lernen anfangen.

Zwischenprüfung, Schwerpunktbereichsprüfung, Staatsexamen, Referendariat ...
Das Jurastudium ist ein Marathon. Du musst stets am Ball bleiben. | Quelle: Unsplash

Diese Vorgehensweise führt bei den meisten zu Panik, weil man plötzlich von der Menge des Lernstoffes überwältigt wird, und bei sehr vielen leider auch zum Nichtbestehen der Klausuren im Staatsexamen.

Ein weiterer Punkt, der das Jurastudium zu einer solch emotionalen Herausforderung macht, ist der große Konkurrenzkampf unter den Studierenden, denn leider ist es bei diesem Studiengang so, dass der berufliche Werdegang nach der Uni sehr stark von den Noten im Staatsexamen abhängt.

Das führt dazu, dass sich die Studenten und Studentinnen selbst unter Druck setzen, zum Beispiel auch, um ein Stipendium für Jura zu erhalten, und sich stets mit anderen Studierenden vergleichen und messen.

Wie schwer ist ein Jurastudium wirklich?

Zugegeben, leicht ist das Jurastudium nicht, aber ist es wirklich einer der schwersten Studiengänge an deutschen Universitäten?

Nein, ist es nicht. Wir sagen Dir auch warum.

Wie wir Dir bereits im Absatz zum Schwierigkeitsgrad erläutert haben, bedarf es für ein erfolgreiches Jurastudium vor allem logisches Denkvermögen und Disziplin. Verstehst Du die juristischen Denksysteme und bleibst beim Lernen am Ball, solltest Du im Laufe Deines Jurastudiums auf wenig Widerstand treffen und sämtliche Hürden mit Bravour meistern.

Die eigentliche Herausforderung der Rechtswissenschaften sind der Konkurrenzkampf unter den Studierenden sowie der hohe Leistungsdruck, der emotional an den Studierenden zerrt.

Der Konkurrenzkampf unter den Kommilitonen macht das Jurastudium so schwer.
Die Kommilitonen und Kommilitoninnen im Jurastudium stehen im ständigen Konkurrenzkampf. | Quelle: Unsplash

Was die Lerninhalte und die intellektuellen Herausforderungen angeht, kann das Jurastudium tatsächlich also mit Studiengängen wie Medizin, Physik oder Mathematik nicht mithalten.

Was das Jurastudium so schwer macht ist nicht die intellektuelle, sondern die emotionale Seite des Studiums. Um diese Herausforderung zu bewältigen, gibt es allerdings eine ganze Reihe nützlicher Tricks, die wir Dir im nächsten Abschnitt vorstellen werden.

Tipps & Tricks für ein erfolgreiches Jurastudium

Kannst Du logisch Denken und bringst eine gute Portion Disziplin und Motivation mit, wirst Du das Jurastudium mit nur ein paar einfachen Tricks problemlos meistern:

  • Effektiv Lernen: Finde die für Dich richtige Lerntechnik und bleibe dabei.
  • Disziplin: Lerne von Anfang an regelmäßig und bleibe stets am Ball.
  • Übung: Versuche stets mit Fällen zu arbeiten und nutze jede Übungsklausur. Schreibe nicht nur die Pflichtklausuren mit und ziehe ein Repetitorium in Erwägung.
  • Erholung: Lass Dich nicht in Panik versetzen und sitze von Morgens bis Abends nur am Schreibtisch. Regelmäßige Erholung ist ebenso wichtig wie regelmäßiges Lernen.
  • Durchhalten: Lass Dich nicht unterkriegen, wenn Du in den ersten Semestern durch Klausuren fällst oder mit Deinen Noten unzufrieden bist. Das geht den meisten so. Außerdem hast Du ganze vier Jahre Zeit, Dir die juristische Denkweise anzueignen.
  • Nicht Vergleichen: Setze eigene Ziele und hör auf Dich mit anderen zu vergleichen. Das erhöht nur unnötig den Leistungsdruck.

Jura Studium Erfahrungen

Meine allererste Vorlesung an der Uni im ersten Semester meines Jurastudiums war "Grundlagen des Zivilrechts". Der Professor begann die Vorlesung mit den Worten:

Jetzt schaut mal jeder seine Sitznachbarn recht und links an. Einer davon wird nächstes Semester schon nicht mehr da sein, denn nicht einmal die Hälfte von Euch wird es schaffen.

Und mit dieser Prophezeiung hatte der Professor auch recht. Eine meiner beiden Sitznachbarinnen war im folgenden Semester nicht mehr dabei. Allerdings nicht, weil sie durchgefallen wäre (tatsächlich ist es im ersten Semester gar nicht möglich durchzufallen, da man die Klausuren ja wiederholen kann) oder weil es ihr zu schwer gewesen wäre. Sie hat schlichtweg gemerkt, dass das Studium nicht das Richtige für sie ist und hat stattdessen zu Zahnmedizin gewechselt.

In diesem Fach herrscht Wettkampf.
Die Professoren an der Universität schüren den Konkurrenzkampf der Studierenden oft noch zusätzlich. | Quelle: Unsplash

Oft hört man von Jurastudent/innen, dass sie im ersten Semester mit 300 Kommilitonen und Kommilitoninnen begonnen haben und davon nur noch rund 70 beim ersten Staatsexamen übrig waren.

So war das auch bei mir, allerdings haben die meisten der 230 Student/innen, die nicht mehr zum Staatsexamen angetreten sind, einfach den Studiengang gewechselt, weil sie gemerkt haben, dass Jura eben doch nicht so ihrs ist.

Ich habe nie zu den besten Studentinnen gehört. Fragt mich heute jemand: "Wie schwer ist das Jurastudium?", antworte ich dennoch meisten: "Eigentlich nicht so schwer."

Die größte Herausforderung des Jurastudiums ist es, sich nicht vom krankhaften Konkurrenzkampf anstecken zu lassen und dem hohen Leistungsdruck nicht nachzugeben.

Diejenigen, die im ersten Staatsexamen durchgefallen sind, waren in der Regel auch diejenigen, die während des Studiums nicht wirklich viel gelernt und erst kurz vor dem Examen mit dem Lernen angefangen haben.

All diejenigen, die während des gesamten Studiums immer am Ball geblieben sind, haben relativ problemlos und häufig mit top Noten bestanden.

Auf der Suche nach einer Lehrkraft für Jura?

Dir gefällt unser Artikel?

5,00/5 - 1 vote(s)
Loading...

Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.