Wenn Du Dich dazu entscheidest, ein Perkussion Instrument zu lernen und Dich besonders auf das moderne Trommeln fokussierst, dann wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit dem konventionellen Schlagzeug-Set begegnen.

Es gibt verschiedene Arten von Schlagzeug-Sets mit mehreren Instrumenten, die alle von nur einem einzigen Schlagzeuger gespielt werden können – und diese Möglichkeit gab es nicht immer!

Wir erklären Dir alles, was Du über das Schlagzeug wissen musst und zeigen Dir hier die einzelnen Bestandteile eines Schlagzeugs auf!

Geschichte des Schlagzeug-Sets

In den Anfängen der Schlagzeug Geschichte haben sich die Schlagzeuger ursprünglich in klassischen Orchestern auf nur ein spezifisches Perkussion-Instrument fokussiert. Man hat entweder die Pauke (Kesseltrommel), die Snare Drum oder die Konzert-Toms gespielt.

Das war vor allem so, weil verschiedene Komponisten für ihre Stücke auch verschiedene Arten von Perkussion eingesetzt haben.

So wurden Schlagzeuger und Perkussionisten je nach Bedarf eingesetzt – und man benötigte vielleicht sogar drei oder vier verschiedene Perkussionisten am Stück.

Früher gab es meist mehrere Perkussionisten, die jeweils nur ein einziges Instrument spielten. | Quelle: Pixabay

Das Experimentieren mit Fuß-Pedalen in den 1820er Jahren eröffnete die Möglichkeit, zwei Instrumente zur gleichen Zeit spielen zu können.

Das erste Schlagzeug-Set erschien in den 1860er Jahren. Music-hall-Musik, die vor einem kleineren Publikum in Restaurants oder Bars gespielt wurde, und die Entstehung von populärer Musik machten die Dirigenten umso begieriger, die Zahl der notwendigen Musiker zu reduzieren.

Jeder, der mehr als nur ein Instrument gleichzeitig spielen konnte, war willkommen.

Die ersten Schlagzeug-Sets bestanden meist aus einer Basstrommel, einer Snare Drum und einem Becken – gespielt mit in der Hand gehaltenen Drumsticks.

Die Erfindung eines „Lowboy"-Pedals für Becken führte zu einer Technik, die sich „Double-Drumming" nannte. Dabei wurde die Basstrommel auf der 1 und 3 gespielt, während die Snare Drum auf den anderen Beats geschlagen wurde – und nun konnten auch die Becken gleichzeitig hinzugenommen werden.

Die ersten Schlagzeug-Sets

Das Schlagzeug wurde ursprünglich als „Trap-Set" bezeichnet und Schlagzeuger, die es spielten, wurden demnach „Trap-Drummer" genannt.

In den 1870er Jahren kam das sogenannte „Overhang Pedal" für die Basstrommel – doch viele Schlagzeuger bevorzugten es trotzdem, im Double-Drum-Stil weiterzuspielen.

Erst als immer mehr Unternehmen Lösungen für ein Pedal anboten, entwickelte sich die Basstrommel zur Kick-Drum und sorgte dafür, dass die Hände nun für komplizierte Fills und Drum-Rolls mit der Snare Drum Zeit hatten!

Diese Pedale waren anfangs oft ziemlich langsam und unzuverlässig, was das Timing angeht. Die Firma Ludwig & Ludwig patentierte dann 1909 das erste wirklich zuverlässige Basstrommel-Pedal.

Nun konnte das Potenzial der Kick-Drum voll und ganz ausgeschöpft werden!

Es kam sehr oft vor, dass die Schlagzeuger ihre Trap-Sets nach ihrem Geschmack einrichteten – währen die Snare und Bass fester Bestandteil waren, boten die Ständer Raum für sämtliche Kombinationen von Instrumenten: Toms, Gongs, Tamburine... Und das ist bist heute so geblieben!

Das grundlegende moderne Schlagzeug entstand in den 1920er Jahren in den Varietébands.

Baby Dodds, ein bedeutender Schlagzeuger, der mit Louis Armstrong auf den Mississippi-Dampfern spielte, hing ein Seitenbecken über die Basstrommel – es war das erste Ride-Becken.

Die Firma Ludwig erfand eine niedrigere Version der Hi-Hat, nachdem sie Dodds beim Tippen mit dem linken Fuß beobachtet hatte – Dodds schlug dagegen vor, sie ein wenig höher zu setzen, damit sie leichter zu spielen ist.

Und so kam es dazu, dass Dodds an der Erfindung der beiden charakteristischen Schlagzeug-Set-Becken beteiligt war.

Das Pedal der Kick-Drum brauchte einige Anläufe in der Entwicklung, bis es zuverlässig reagierte. | Quelle: Pixabay

Schlagzeug-Sets der Big-Band-Ära

Mit einem neuen Sound, der in den 1930er Jahren berühmt wurde – nicht zuletzt wegen der Popularität des Radios – wurde dementsprechend auch ein neuer Schlagzeug-Sound benötigt.

Die Schlagzeug-Sets wurden erweitert, um nicht nur die Snare Drum und Basstrommel zu integrieren, sondern auch um den Tom-Toms einen Platz zu geben – das China- und das kleine Crash-Becken wurden zu beliebten Ergänzungen.

Das grundlegende Big-Band-Schlagzeug-Set etablierte sich mit folgenden Schlagzeug-Bestandteilen:

  • Basstrommel
  • Snare Drum
  • Tom-Tom
  • Boden-Tom
  • Hi-Hats in verschiedenen Ausführungen

Schließlich wurden die großen Boden-Toms mit Beinen versehen und mithilfe von sogenannten „Konsolen" konnten kleinere Trommeln über die Basstrommel gehängt werden – das waren meist Tom-Toms, die auch als „Ride-Toms" bezeichnet wurden.

Als sich der Be-Bop weiterentwickelte, führte der Trend weg von den gewaltigen Trommeln zu einem Sound, der nicht ganz so laut war. Damit waren vor allem kleinere Trommeln gemeint und die Popularisierung des Ride-Beckens.

Be-Bop-Bands galten auch als Pioniere beim Einsatz einer „Double-Bass-Drum".

Das Rock-Schlagzeug

Mit dem Rock 'n' Roll wurden größere Schlagzeug-Sets wieder beliebter – viele Schlagzeuger, besonders in den 1980er Jahren, spielten auf einem Schlagzeug, das sie sich eigens mit vielen verschiedenen Trommeln und Becken personalisierten.

Was sind die Bestandteile eines Akustik-Schlagzeug-Sets

Wenn Du gerade erst Schlagzeugunterricht für Anfänger nimmst, brauchst Du Dir erstmal keine Gedanken über komplizierte Schlagzeug-Sets zu machen – am Anfang reicht es aus, ein einfaches Schlagzeug zu spielen, um die Grundlagen zu erlernen. Später kannst Du es immer noch nach Belieben erweitern!

Die Bestandteile eines Akustik-Schlagzeug-Sets sind:

  • Trommeln
  • Ständer für die Trommeln, auch „Rack" genannt
  • Becken
  • Becken-Ständer
  • Pedale
  • Sticks, Mallets und Brushes
  • Einen Hocker, auch „Drum Throne" genannt

Viele Kinder starten bei ihrem ersten Schlagzeug mit einer recht simplen 3-Trommel-Ausführung bestehend aus:

  • Snare Drum
  • Basstrommel
  • Hänge-Tom
  • Hi-Hats
  • Hängebecken

Diese Ausführung ist extrem einfach gehalten und es wird, wenn man seinen Schlagzeugunterricht ernst nimmt, früher oder später auf ein komplexeres Set von mindestens fünf Teilen hinauslaufen – obwohl es viele einfache Songs für das Schlagzeug gibt, die man auf dem 3-teiligen-Set spielen kann.

Die Angabe der Teile bezieht sich übrigens nur auf die Trommeln.

Ein 5-teiliges-Schlagzeug-Set besteht aus:

  • Basstrommel
  • Snare Drum
  • Drei Toms verschiedener Größen: tiefe, mittlere und hohe Tonhöhe. Alle können Hänge-Toms und einer kann auch ein Boden-Tom sein – die genaue Konstellation hängt von Deiner favorisierten Musikrichtung ab, ob Du Jazz, Rock oder Jazzrock spielen möchtest.
  • 2 Crash-Becken
  • Einem Hi-Hat-Ständer
  • Effekt-Becken (optional)

Lasst uns einen Blick auf die verschiedenen Trommeln werfen und schauen, was sie im Sound voneinander unterscheidet.

Snare Drum

Die Snare Drum ist eine doppelköpfige Trommel, die entlang der Außenseite des Resonanzfelles von einer Seite der Trommel zur anderen mit einer Reihe an Saiten gespannt ist – dies wird auch Snareteppich genannt.

Die Trommelschale einer Snare Drum, oder auch Kessel genannt, kann aus Holz, Metall, Acryl oder Glasfaser gefertigt sein – die unterschiedlichen Materialien sorgen demnach für Unterschiede bei den Klangeigenschaften.

Die Snare Drum ist sehr sensibel und reaktionsschnell. Sie kann zum Teil sehr subtil und mit großer Wirkung gespielt werden, aber auch knackige Geräusche erzeugen – besonders, wenn man sie auf ihrem Metallrand trifft. Sie wird ziemlich oft für den Backbeat verwendet.

Du kannst die Snare mit Sticks, Brushes oder Mallets spielen.

Es gibt fast unendliche Variationen der Snare Drum: von der Marching-Snare, der Piccolo-Snare bis hin zur Tarol-Snare.

Die Snare Drum ist eine wirklich vielseitige Trommel, die es in verschiedenen Ausführungen gibt. | Quelle: Pixabay

Basstrommel

Basstrommeln sind in der Regel doppelköpfig. Ihr Körper ist zylinderförmig und ihr Durchmesser größer als ihre Tiefe.

Basstrommeln gibt es in drei hauptsächlichen Ausführungen:

  • Konzert-Basstrommeln sind für gewöhnlich auf einem Ständer montiert, mit dem der Winkel der Trommel eingestellt werden kann.
  • Kick-Drums sind vertikal auf einem Bodenständer montiert und werden mit einem Pedal gespielt.
  • Gestimmte Basstrommeln, auch „Pitched Bass Drums" genannt, die auf eine bestimmte Tonhöhe gestimmt sind und in der Regel mit einer Art Geschirr in Marschkapellen getragen werden. Manchmal ist auch noch ein einzelnes Becken daran befestigt.

Die Basstrommel wird mit einem schweren, mit Filz überzogenen Schlägel gespielt – einem Mallet. Für Doppelschläge werden entweder zwei passende Mallets oder ein Doppelschlägel verwendet.

Bei der Kick Drum wird dieser Part von dem Pedal übernommen, an dem die Schlägel befestigt sind.

Basstrommeln haben einen sehr tiefen Klang. Sie werden oft auf der 1 und der 3 gespielt – im Gegensatz zum Backbeat (auf der 2 und 4) der anderen Trommeln.

Toms

Ein Tom-Tom ist eine zylinderförmige Trommel, im Gegensatz zur Snare Drum hat die Tom-Tom keine Drähte und es gibt ein- sowie zwei-köpfige Varianten.

Toms werden in der Regel für Fills benutzt.

Die ersten Modelle hatten keine Felgen, doch durch die nach und nach auftauchenden Metallspannelemente bekamen die Toms ihre Metallrahmen.

Hänge-Toms werden auf hohen Ständern montiert oder in das gesamte Rack integriert, denn letztere können mehr als nur eine Trommel aufnehmen.

Ein Boden-Tom steht auf kurzen Füßen und, wie der Name schon sagt, auf dem Boden. Doch nicht zu verwechseln mit der Basstrommel – ein Boden-Tom klingt nicht ganz so tief, aber dafür resonanter.

Becken

Ein Schlagzeug-Set hat normalerweise verschiedene Beckenmindestens zwei, die beliebig ergänzt werden können, denn es gibt:

  • Hi-Hat-Becken
  • Crash-Becken
  • Ride-Becken
  • Effekt-Becken
Auch die Becken gehören zu den festen Schlagzeug Bestandteilen – beliebig erweiterbar. | Quelle: Pixabay

Elektronische Schlagzeug-Sets

Elektronische Schlagzeug-Sets haben einen großen Vorteil: Ihre Lautstärke kann absolut kontrolliert werden. Du kannst Deine volle Energie verwenden, ohne Deinen Nachbarn die Ohren wegzupusten. Du kannst sogar mit Kopfhörern spielen!

Ein elektronisches Schlagzeug-Set besteht aus:

  • Einem Trommelmodul, das die Daten verarbeitet und in einen Sound umwandelt.
  • Drum-Pads mit Trigger-Pads, die auf den gewünschten Sound programmiert werden können. Der Klang muss dabei nicht unbedingt dem eines akustischen Schlagzeugs entsprechen, sondern kann beliebig ausgewählt werden. Die Drum-Pads sind in der Regel genau so aufgebaut, wie es bei einem akustischen Schlagzeug der Fall ist.
  • Becken aus Gummi

Elektronische Schlagzeug-Sets eignen sich besonders dann, wenn Du die volle Kontrolle über die Lautstärke Deines Schlagzeugs haben möchtest – oder auch, wenn Du ganz außergewöhnliche Sounds produzieren möchtest.

Doch dabei muss Dir bewusst sein, dass Dir das Schlagen der Drum-Pads nicht das gleiche haptische Gefühl verleiht, wie Du es bei einem akustischen Schlagzeug erfährst. Das Feedback Deiner Sticks könnte Dir fehlen!

Auf der Suche nach einer Lehrkraft für Schlagzeug?

Dir gefällt unser Artikel?

5,00/5, 1 votes
Loading...

Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.