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Euer Weg zum freiberuflichen Lehrer für Erwachsene

Von Nelly, veröffentlicht am 21/03/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Wie wird man freiberuflicher Lehrer für Erwachsenenbildung?

„Ein Lehrer arbeitet für die Ewigkeit. Niemand kann sagen, wo sein Einfluss endet.“ – Henry Adams

Eine Sache gilt für Erwachsene genauso wie für Kinder und Jugendliche: Man braucht externe Einflüsse, um Fortschritte zu machen. Sowohl im beruflichen Kontext als auch in der persönlichen Entwicklung trifft dies zu.

Gerade im Bereich der beruflichen Weiterbildung oder in der Entwicklung spezieller Fähigkeiten stehen uns dafür zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung – Schule, Uni, Volkshochschule oder andere Institutionen bieten die verschiedensten Kurse und Trainings an.

Im Jahr 2018 gaben über 37% der Deutschen an, Interesse an beruflicher Weiterbildung zu haben. Hinzu kommen all die Menschen, die sich aus persönlichem Interesse für bestimmte Kurse interessieren. Es besteht also ein großer Bedarf an Kursangeboten und – infolge dessen – an Lehrern.

Der Beruf des Lehrers ist sehr vielfältig. Denn neben dem eigentlichen Unterricht sind auch die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen und das Herausarbeiten des pädagogischen Ansatzes essentielle Aspekte des Berufs.

Freiberuflicher Lehrer zu sein stellt also einige Anforderungen an angehende Pädagogen. Wir haben für Euch die wichtigsten Infos dafür zusammengefasst.

Warum sollte ich freiberuflicher Lehrer für Erwachsene werden?

Der Beruf des freiberuflichen Erwachsenenlehrers ist ein sehr besonderer Beruf. Neben einem Verständnis für das Ausbildungsangebot, berufliche Risiken und Bildungsmethoden sollten angehende Lehrer auch wissen, was sie an diesem Beruf fasziniert und motiviert. Jeder sollte sich also Gedanken darüber machen, warum er diesen Beruf ausüben möchte.

Der Status des Selbständigen (oder Freiberuflichen) bringt per Definition eine geringe Sicherheit mit sich. Trotz dieses Risikos entscheiden sich viele Menschen dazu, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten mit anderen zu teilen. Grundvoraussetzung ist also eine Motivation sowie Freude am Erarbeiten pädagogischer Instrumente und Herangehensweisen. Dieser Spaß am Beruf entscheidet maßgeblich über den Erfolg des Unterrichts.

Tatsächlich sind eine Neigung für Freiwilligentätigkeiten sowie Wissensaustausch und – Vermittlung Elemente, die bei der Wahl dieses speziellen Berufes gegeben sein sollten. Beim Unterrichten geht es (ob mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen) in erster Linie darum, einen Bereich, ein Fach oder berufliche Fähigkeiten und Fertigkeiten didaktisch aufzubereiten… im Fall von Erwachsenenunterricht sogar vor „Schülern“ in Eurem Alter!

Mit der Schule ist die Bildung noch nicht für alle abgeschlossen! Erwachsene entscheiden sich aus den unterschiedlichsten Gründen dazu, eine Weiterbildung oder ein Seminar zu besuchen. | Quelle: pixabay

Ob Eure Schüler nun ungefähr Euer Alter haben oder älter sind als Ihr darf keine Rolle spielen. Wichtig ist, dass Ihr Vertrauen in Euch und Euren Unterricht zeigt. Denn auch wenn einige Teilnehmer älter sind, Ihr seid es, die den Kurs leiten und animieren.

Ihr seht also starke Parallelen mit dem Beruf eines (Schul-)Lehrers. Allerdings liegt hier die Besonderheit in der Freiberuflichkeit. Selbstständige Erwachsenenlehrer sind in der Regel motivierter und legen mehr Herzblut in ihre Kurse – schließlich hängen ihr Ruf und damit auch ihre finanzielle Situation direkt davon ab.

Aber braucht man dazu einen Ausbilderschein oder andere Zertifikate? Die Antwort ist nein!

Um diese Tätigkeit ausüben zu können benötigt Ihr, wie viele andere Selbständigen auch, nicht zwangsweise ein solches Diplom. Schaden kann es jedoch natürlich nicht! Denn wer diesen Job langfristig ausüben möchte, sollte ihn gut machen. Das bedeutet konkret: wer guten Erwachsenenunterricht geben kann, der wird keine Probleme haben, Schüler zu finden. Ihr müsst natürlich für Euch selbst entscheiden, ob Ihr lieber den Weg über einen „Lehrerkurs“ gehen möchtet, oder ob Ihr Euch das auch ohne zutraut.

Erwachsenenlehrer: Ein Erfahrungsberuf

Wir haben es bereits gesagt, aber wiederholen es gerne noch einmal: Um selbständig zu sein bedarf es Leidenschaft und Motivation als Antrieb. Der Beruf des Erwachsenenlehrers ist natürlich keine Ausnahme, sondern erfordert obendrein noch ein gewisses Maß an Erfahrung. Diese ist im Umgang mit den Schülern unerlässlich und sehr wertvoll.

Die Lehrtätigkeit ist also ein Erfahrungsberuf – und wer als Lehrer glänzen kann, der wird seine Schüler für sein Fach begeistern können. Wenn man darüber nachdenkt, sind Eure Schüler ja an der gleichen Stelle wie Ihr vor einigen Jahren: wissbegierig und bereit, sich für diesen Fachbereich begeistern zu lassen. Heute seid Ihr einen Schritt weiter und an der Stelle Eurer ehemaligen Lehrer. Also, Ihr seid jetzt dran, Eure Leidenschaft als freiberufliche Lehrer weiterzugeben!

Erwachsene entscheiden sich aus den verschiedensten Gründen dazu, Kurse zu besuchen. Ob es nun dazu geht, sich weiterzubilden, einen neuen Beruf kennenzulernen oder Fähigkeiten zu vertiefen. Vielleicht wollen einige auch nur in die Kurse reinschnuppern, um für sich zu entscheiden, ob die Teilnahme interessant sein könnte. Das gleiche könnt Ihr als angehende Erwachsenenlehrer auch machen. Besucht doch mal einen Kurs, der Eurem ähnelt, um die Funktionsweise und den Aufbau zu verstehen. Das wird Euch sicher weiterhelfen!

Ihr seid begnadete Töpfer? Gebt Euer Wissen weiter! Erwachsenenbildung beschränkt sich nicht nur auf Sprachen und berufsbezogene Themen. Auch künstlierische Kurse sind sehr beliebt. | Quelle: pexels

(Freiberufliche) Lehrer unterrichten ihre Schüler anhand der eigenen Erfahrungen, sowohl positiver als auch negativer Art. Dieses Wissen wird an den „Nachwuchs“ weitergegeben, der davon in der eigenen Entwicklung um im Lernprozess profitieren kann.

Jetzt wo die Motivationsfrage geklärt ist, möchtet Ihr sicher mehr zum eigentlichen Status des freiberuflichen Lehrers erfahren. Tatsächlich sollte die Verantwortung der Selbstständigkeit nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sie ist, wie bereits erwähnt, risikoreicher als der Status des Arbeitnehmers. Zwar bringt Euch dieser Status einerseits mehr Handlungsfreiheit, andererseits aber auch mehr Verpflichtungen.

Pro und Contra: Der Status des freiberuflichen Erwachsenenlehrers

Der Beruf des selbstständigen Trainers oder Lehrers verbindet viele Vorteile miteinander. So bietet er beispielsweise die Möglichkeit einer beruflichen Umorientierung: Bringt Nachwuchstalenten den Beruf bei, den Ihr bis dato selbst ausgeführt habt und verbindet so Eure Erfahrungen mit Eurer Freude an Pädagogik!

Dennoch birgt dieser Sonderstatus auch einige Nachteile, derer Ihr Euch bewusst sein solltet!

Die Vorteile der Freiberuflichkeit

Die Selbständigkeit ist ein Status, der es Lehrern ermöglicht, ihren Zeitplan nach eigenem Ermessen und Verfügbarkeit zu gestalten. Auch finanziell lässt er verschiedene Varianten zu: ob Ihr Eure freie Zeit dazu nutzt, um in den Urlaub zu fahren oder ob Ihr nebenbei einer weiteren Tätigkeit nachgeht, bleibt Euch überlassen. Dieser Aspekt trägt mit Sicherheit zur Beliebtheit dieses Status bei.

Obgleich es natürlich vorteilhaft ist, einen Ausbilderschein oder einen „Lehrerkurs“ besucht zu haben, ist dies keine feste Voraussetzung. Ihr müsst also kein spezielles Diplom erwerben, um ein freiberuflicher Erwachsenenlehrer zu werden. Wichtig ist, dass der Kurs (Inhalt und Form) an die Zielgruppe angepasst wird – auch das macht einen guten Lehrer aus.

Ihr entscheidet selbst, wann Ihr arbeiten könnt und wollt. Die freie Zeiteinteilung ist ein großer Vorteil dieser Berufsform. | Quelle: pexels

Schön an diesem Status ist auch, dass man sich die Zeit (fast) komplett frei einteilen kann. Ihr möchtet nur gelegentlich Kurse geben? Kein Problem! Oder möchtet Ihr regelmäßig die gleiche Gruppe (beispielsweise im Rahmen eines Kurses für ein Unternehmen) unterrichten? Auch das ist natürlich möglich! So passt sich der Beruf an Eure Verfügbarkeit an. Super, oder?

Die Nachteile der Freiberuflichkeit

Um die Vorteile noch mehr schätzen zu können, solltet Ihr natürlich auch die Nachteile dieser Position kennen. Tatsächlich birgt auch der Beruf des Erwachsenenlehrers auch Nachteile. Wichtig ist, dass Ihr für Euch abwägt, ob Ihr diese für die Vorteile in Kauf nehmen möchtet.

Hier lässt sich zunächst die geringe Arbeitssicherheit nennen. Tatsächlich kann die finanzielle Planungsunsicherheit zu Stress führen, was abschreckend wirken kann. Denn obwohl sich Selbstständige ihre Zeit so einteilen können wie sie es wollen, bedeutet dies natürlich noch nicht, dass sie auch mit Sicherheit einen Auftrag für diese Zeit bekommen.

Denn im Kern des Status als freiberuflicher Lehrer liegt natürlich die Selbstständigkeit – also verzichtet Ihr damit auf eine geregelte, sichere Betriebszugehörigkeit. Wie oben bereits erwähnt, könnt Ihr davon auf verschiedene Weise profitieren. Doch nicht jeder kann gut mit dieser (finanziellen) Ungewissheit leben.

Als freiberuflicher Lehrer muss man ein gutes Auge für das Finanzbudget haben. Die finanzielle Unsicherheit macht vielen freiberuflichen Lehrern Sorgen. | Quelle: pixabay

Unabhängig vom rechtlichen Status sollte Euch auch bewusst sein, dass Erwachsene grundsätzlich mehr kritisieren und bohrendere Fragen stellen als Kinder es tun. Grund dafür ist, dass Erwachsene Euer Fachgebiet teilweise bereits direkt oder indirekt kennen und Informationen häufig mit einer gewissen Skepsis aufnehmen – bei Kindern ist das anders. Also seid darauf vorbereitet und lasst Euch davon nicht unterkriegen. Ruft Euch dazu immer wieder ins Gedächtnis, dass IHR die Profis seid.

So ist der Beruf des freiberuflichen Lehrers für Erwachsene zwar weniger sicher als sein Äquivalent im Angestellten-Verhältnis, aber dennoch bringt dieser besondere Status auch viele Vorteile (wie beispielsweise zeitliche Flexibilität und Selbstbestimmung) mit sich.

Ihr könnt selber sehen, dass Schule und Weiterbildung im Allgemein eben nicht nur Kindern vorbehalten ist. Dieser Beruf stellt das unter Beweis. Hier könnt Ihr Erwachsenen die Möglichkeit bieten, von Eurem Wissen und Eurer Erfahrung zu lernen und sich auf diese Weise selbst zu verwirklichen.

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