„Kunst hat die Aufgabe wachzuhalten, was für uns Menschen so von Bedeutung und notwendig ist.“ - Michelangelo

Laut einer Umfrage besuchten 2017 mehr als 114 Millionen Menschen deutsche Museen und Ausstellungshäuser. Dies zeigt das große Interesse der Deutschen an der Kunst.

Ihr möchtet vielleicht selber lernen, wie mal malt und zeichnet? Warum werdet ihr nicht selber Künstler?

In diesem Artikel erzählen wir euch alles rund um das Malen mit Aquarellfarben, welches Zubehör ihr dafür benötigt und wie ihr die Technik am besten lernt.

Einen allgemeinen Überblick und Informationen zu den einzelnen Maltechniken, gibt es in unserem Guide!

Was ist Aquarellmalerei?

Aquarellmalerei ist eine Maltechnik, die von vielen Künstlern verwendet wird. Sie ist leicht zu erlernen und ebenso leicht anzuwenden. 

Aber was genau sind Aquarellfarben?

Aquarellfarben bestehen aus sehr feinen Pigmenten, die mit wasserlöslichen Bindemitteln vermischt werden. Bei Aquarellfarben verzichtet man auf zusätzliche Streckmittel. So entstehen nicht-deckende Wasserfarben.

Die Bilder werden meistens auf Papier gemalt und werden auch als Aquarelle bezeichnet.

In der Aquarellmalerei kann man Farben sehr zart malen. Das liegt an der besonderen Bedeutung des Wassers. Die wesentlichen maltechnischen Merkmale der Aquarellmalerei entstehen durch den Einsatz des Wassers. Je nachdem, wie viel Wasser man zu den Farben mischt, einstehen zarte und weniger zarte Farben.

Mit Aquarellfarben kann man eine schöne Stimmung erzeugen.
Aquarellfarben erzeigen eine sanfte und zarte Atmosphäre. |Quelle: Pixabay

Im Gegensatz zur Gouache, bei der noch ein Streckmittel beigemischt wird, liegen die Farben in der Aquarellmalerei pur vor und der Maluntergrund schimmert durch, was den Farben Tiefe und Leuchtkraft gibt

Das Aquarell ist eine der ältesten Maltechniken und schon im zweiten vorchristlichen Jahrtausend verwendeten ägyptische Künstler diese Technik.

Aber erst nach dem Spätmittelalter entdeckten verschiedene Künstler die Bedeutung und die Möglichkeiten der Aquarellmalerei und entwickelten sie so weiter, wie wir sie heute kennen.

Aquarelle lassen sich leicht überarbeiten, auch wenn die Farben schon getrocknet sind, lassen sich sich mit etwas Wasser nachbearbeiten.

Diese Tatsache ist charakteristisch für das Malen mit Aquarellen, da man anders als bei anderen Maltechniken nicht jeden Schritt und jeden Pinselstrich planen muss.

Und die Farben trocknen relativ schnell. Man muss nur warten, bis das Wasser verdunstet ist.

Um zu erfahren, wie man mit Ölfarben malt und wie man ein Ölgemälde erstellt, schaut euch einfach unseren Beitrag zu diesem Thema an! In einem weiteren Artikel widmen wir uns außerdem dem Thema Pastellfarben und erklären euch, wie man mit Pastell ein Kunstwerk malt.

Wie verwendet man Aquarellfarben?

Ich möchtet lernen, wie man mit Aquarellfarben malt? 

Das kann man natürlich am besten in einem Malkurs oder im Zeichenunterricht, aber hier lernt ihr schon die wichtigsten Grundlagen, damit ihr diese Maltechnik wirklich versteht. 

Zunächst solltet ihr wissen, dass man ein Aquarell auf normalem Papier malt. Es ergibt wenig Sinn, ein Aquarell auf einer Leinwand zu malen, da die Leinen oder die Baumwolle die Farben direkt aufsaugen würden.

Um mit dem Malen anzufangen, braucht ihr also geeignetes Papier. Es gibt viele verschiedene Papiersorten, die sich in ihrer Qualität und im Gewicht unterscheiden. Papier für Aquarelle ist oft etwas dicker, damit es durch nicht aufgrund des Wassers reißt.

Für den Anfang eignen sich zwei Techniken. Entweder trägt man die verdünnte Farbe direkt auf das trockene Papier auf oder aber man befeuchtet das ganze Papier mit Wasser und trägt dann die stark verdünnten Farben auf.

Mit Aquarellfarben kann man ein Bild spontan ohne Planung malen
Ein Aquarell entsteht oft spontan auf dem Papier. |Quelle: Pixabay

Bei der zweiten Variante laufen die Farben stark ineinander, wodurch der Künstler zwar weniger Kontrolle hat, dafür aber tolle Effekte mit weichen Farbverläufen erzeugen kann.

Bei der Aquarellmalerei malt man im Gegensatz zur Ölmalerei in sehr wenigen Schichten, denn je mehr Schichten man malt, desto dunkler wird die Arbeit. Fangt also immer mit den hellsten Farben an und malt dann die dunkleren.

Die Deckkraft der Farben könnt ihr über den Wasseranteil steuern, wenn ihr Wasser hinzugebt, verlieren die Farben an Deckkraft.

Für den Anfang eignet sich weißes Papier, da hier alle Farben zum Ausdruck kommen, was beispielsweise bei blauem Papier nicht der Fall wäre.

Außerdem kann man auf weißem Papier besser mit Licht und Schatten spielen.

Sobald euer Werk fertig gemalt ist, müsst ihr euch um die Aufbewahrung kümmern.

Dabei gilt es zu beachten, dass Aquarelle, die auf Papier gemalt wurden, recht fragil sind. Es empfiehlt sich daher, sie in einer Mappe zu transportieren und aufzubewahren. Denkt auch daran, dass die Farben bei Regen verwischen und ganz verschwinden können. 

Um euer Bild auszustellen und der Öffentlichkeit zu zeigen, legt es am besten unter Glas, um es zu schützen.

Es gibt auch Produkte auf dem Markt, mit denen man Aquarelle oder Gouache fixieren kann. Dies sorgt für einen zusätzlichen Schutz eures Kunstwerks.

Lernt hier außerdem, wie man mit Acrylfarben malt und worauf ihr dabei achten müsst!

Malt Schnappschüsse mit Aquarellfarben

Aquarelle werden von vielen Künstlern verwendet.

Und die Aquarellfarben sind ein wesentlicher Bestandteil des Malunterrichts neben vielen weiteren Techniken (Gouache, Acrylfarbe, Graphit, Tusche, trockene Pastelle, Kohle, Buntstifte, Ölmalerei usw.).

Aber warum bevorzugen viele diese Technik vor den anderen?

Die Maltechnik der Reisenden

Aquarelle sind die bevorzugte Technik für Reisende, so sind Reisetagebücher die erste Wahl für Aquarellmalerei.

Mit dieser Technik können Künstler auf ihren Reisen schnell Porträts, Landschaften und Umgebungen malen und deren Atmosphäre einfangen.

Für Künstler, die gerne die Natur malen, eignet sich die Aquarellmalerei.
Viele Künstler, die im Freien malen, bevorzugen Aquarellmalerei. |Quelle: Pixabay

Dabei schützen Künstler das geringe Material, das man braucht, um ein Aquarell anzufertigen. Im Gegensatz zur Ölmalerei, bei der eine Vielzahl von Materialien mitgeführt werden muss, sind für das Aquarell nur ein Blatt, Farbe und ein Pinsel erforderlich.

Außerdem gibt es heutzutage spezielle Pinsel, die einen integrierten Wassertank besitzen, so dass man sogar mitten in der Wüste malen könnte.

Naturforscher, Reisende, Wissenschaftler und Abenteurer haben oft eine kleine Palette mit Aquarellfarben in der Tasche, um sich die Zeit zu nehmen, die Welt zu beobachten.

Die Maltechnik für Outdoor-Liebhaber

Nicht nur Reisende profitieren von den praktischen Vorteilen der Aquarelle. Wenn man sich umschaut, kann man immer wieder Menschen beobachten, die in Gärten, Parks oder im Wald sitzen und die Landschaft, die sie vor Augen haben, auf Papier bringen.

Natürlich kann man mit Aquarellfarben auch Stillleben im Atelier malen, aber die Farben eignen sich besonders dafür, sie draußen zu verwenden (solange es nicht regnet). Viele Mallehrer nehmen ihre Schüler zum Skizzieren, Zeichnen oder Malen der Landschaft mit ins Freie.

Die Maltechnik für Studierende

Besonders am Anfang einer Künstlerkarriere sind Aquarelle oft die erste Wahl, wenn es darum geht, ein Kunstwerk zu malen. Die Künstler können einfach mit dem Malen beginnen und das malen, was sie im Sinn haben. Durch ihre leichte Handhabung können sie sich schnell mit den Farben vertraut machen.

Die Farben eigen sich auch besonders für die Reproduktion der Werke großer Künstler, die man in den Museen und Galerien bestaunen kann. Hier können Studierende selten mehrere Stunden vor einem Bild verharren und es nachzeichnen. Da sind Aquarelle eine geeignete Lösung.

Rembrandt, Braque, Van Gogh, Picasso, Monet, Courbet, Delacroix, Da Vinci, mit Aquarellfarben kommt ihr den Werken dieser Künstler näher.

Welches Material benötigt man, um ein Aquarell anzufertigen?

Staffelei, Farben, Pinsel, Gummi arabicum, Druckbleistift, Aquarellstifte, Farbpalette, Papier, es braucht einiges an Zubehör, um ein Aquarell anzufertigen.

Aber wir können euch vergewissern, dass man für ein Aquarell deutlich weniger Material benötigt als für ein Ölgemälde. Zubehör wie eine Staffelei und Leinwände sind nicht zwingend notwendig.

Wir erklären euch, welches Material ihr unbedingt benötigt.

Das passende Papier wählen

Es gibt spezielles Papier, das sich für die Herstellung eine Aquarell eignet. Es muss besonders dick sein, um nicht aufgrund der Feuchtigkeit zu reißen. Aber woher weiß man, welches Papier man wählen soll?

Man erkennt geeignetes Papier am Gewicht. Papier für Aquarelle sollte etwa 300 Gramm schwer sein, um zu garantieren, dass die Bilder nicht reißen.

Gute Aquarellfarben und Pinsel sind wichtig.
Um ein Aquarell anzufertigen, benötigt man nicht besonders viel. |Quelle: Pixabay

Diese besondere Form von Papier findet man in Kunst- und Bastelläden, wie Idee oder Boesner. 

Beim Kauf solltet ihr auch auf die Körnung des Papiers achten. Einige Papiere sind glatter und andere rauer. Hier könnt ihr euch nach euren Vorlieben entscheiden.

Den passenden Pinsel wählen

Gute Pinsel sind essentiell, wenn man Malen lernen möchte. Billige Pinsel verlieren schnell ihre Borsten und nützen euch so nicht besonders.

Und stellt euch vor, ihr verliert die Borsten ständig auf eurem Bild, keine schöne Vorstellung…

Also sollte man am besten von Anfang an in gute Ausrüstung investieren.

Pinsel für Aquarelle müssen recht kurz und am besten rund sein. Das garantiert eine angenehme Handhabung. Aquarellmalerei ist eine Technik, die Sorgfalt erfordert. Umso wichtiger ist es, dass die Pinsel gut in der Hand liegen, damit ihr jedes kleine Detail malen könnt.

Ihr solltet immer daran denken, eure Pinsel gut zu pflegen, damit ihr nicht ständig neue kaufen müsst. Reinigt sie nach jeder Verwendung gründlich, lasst sie dann trocknen und verstaut sie in einer Kiste oder einer Schachtel.

Gute Aquarellfarben kaufen

Die passenden Farben für euer Aquarell werden in Tuben oder Näpfen verkauft. Diese Farbenäpfe verflüssigen sich bei Kontakt mit Wasser und lassen sich in einen Aquarellkasten spannen und so leichter transportieren. Der Deckel des Kastens dient den Künstlern als Palette zum Mischen der Farben.

Hochwertige Farben sind aufgrund ihres höheren Pigmentanteils lichtbeständiger als einfache Farben. Für diese bessere Qualität müsst ihr natürlich auch etwas mehr bezahlen. 

Aber grundsätzlich lässt sich für alle Anforderungen die passende Farbe finden.

Malmappe besorgen

Eine Mappe, in der ihr eure Werke aufbewahren könnt, ist ein wichtiges Zubehör, um eure Kunstwerke zu schützen. Man findet sie in allen guten Kunstgeschäften in verschiedenen Größen und Farben. Zögert nicht mit dem Kauf, sie sind in der Regel nicht besonders teuer (zwischen 5 und 20 €), helfen euch aber enorm.

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Elissa

Leidenschaftliche Weltenbummlerin, Köchin und Lebensgenießerin.