Pastellmalerei verbindet die Möglichkeiten des Zeichnens mit denen der Malerei. Mit Pastellkreide kannst du kräftige Farben, weiche Übergänge und samtige Oberflächen gestalten und brauchst dafür nur vergleichsweise wenig Zubehör.
Das ist vorallem für Anfänger praktisch, denn die Pigmente werden direkt auf den Malgrund aufgetragen und lassen sich anschließend schichten, verblenden oder miteinander kombinieren.
Doch welche Pastellkreiden eignen sich für den Einstieg, welches Papier brauchst du und wie entstehen schöne Farbverläufe? Wir geben dir einen Überblick.
Welche Pastellkreiden gibt es?
Pastellkreide ist nicht gleich Pastellkreide. Je nachdem, wie viele Bindemittel enthalten sind und welche Stoffe die Pigmente zusammenhalten, unterscheiden sich Härte, Farbauftrag und Verwischbarkeit deutlich.
Ich träume vom Malen und dann male ich meinen Traum.
Vincent van Gogh
Welche Variante zu dir passt, hängt deshalb auch davon ab, was du malen möchtest.
Weiche Pastellkreiden

Zunächst gibt es die weichen Pastelle. Sie enthalten nur wenig Bindemittel und einen hohen Anteil an Pigmenten. Dadurch sind die Kreiden sehr weich und pudrig und geben bereits mit wenig Druck viel Farbe ab.
Softpastelle eignen sich besonders gut für große Farbflächen, weiche Übergänge und Farbverläufe. Die Pigmente lassen sich außerdem leicht mit den Fingern oder einem Papierwischer verwischen.
Gerade wenn du Himmel, Hauttöne oder sanfte Schatten malen möchtest, sind sie eine gute Wahl.
Harte Pastellkreiden und Pastellstifte
Harte trockene Pastelle enthalten mehr Bindemittel und sind dadurch stabiler. Mit ihren Kanten lassen sich klarere Linien ziehen, weshalb sie gerne für Skizzen, Konturen und kleinere Details eingesetzt werden.
Noch präziser kannst du mit Pastellstiften arbeiten. Sie funktionieren ähnlich wie Buntstifte und sind besonders praktisch für feine Haare, Fellstrukturen, Augen oder andere kleine Details.
Viele Künstler kombinieren deshalb weiche Kreiden für größere Flächen mit härteren Pastellen oder Pastellstiften für die Feinarbeit.
Ölpastelle und Wachspastelle
Daneben gibt es Öl- und Wachspastelle. Bei ihnen werden die Pigmente mit Öl und/oder Wachs gebunden. Dadurch sind sie deutlich cremiger, kompakter und weniger staubig als trockene Pastelle. Gleichzeitig besitzen sie eine kräftige, oft sehr deckende Farbwirkung.
Aber: Öl- und Wachspastelle werden anders verarbeitet als Softpastelle und sollten deshalb nicht einfach mit ihnen gleichgesetzt werden. Am besten probierst du verschiedene Varianten einmal aus, denn dann merkst du schnell, welche Kreide sich für deine Art zu malen am angenehmsten anfühlt.
Wenn du wissen möchtest, wie man mit Ölfarben malt und wie man ein Ölgemälde erstellt, dann schau dir einfach unseren Beitrag zu diesem Thema an!
Welche Materialien braucht man für die Pastellmalerei?
Für den Einstieg in die Pastellmalerei brauchst du erfreulich wenig Zubehör. Neben den Kreiden brauchst du auch den richtigen Malgrund, damit die Pigmente auf der Oberfläche haften können.
🖍️ Pastellkreiden oder Pastellstifte: je nachdem, ob du eher weich oder präzise arbeiten möchtest
📄 Pastellpapier oder Pastellblock: wichtig ist eine leicht raue Oberfläche
✏️ Papierwischer / Estompen: für weiche Übergänge und Farbverläufe
🧽 Knetradiergummi: zum Aufhellen und vorsichtigen Korrigieren
🖌️ Optional: Pinsel und Fixativ: zum Verblenden oder zusätzlichen Schutz
📁 Mappe oder Zwischenpapier: damit fertige Bilder nicht verwischen
Alles rund um das Thema Malen mit Aquarellfarben, das dafür notwendige Zubehör und wie du die Technik am besten anwendet, zeigen wir dir in unserem Artikel zu diesem Thema!
Das richtige Pastellpapier
Pastellpapier besitzt eine raue oder strukturierte Oberfläche, in der sich die feinen Pigmente festsetzen. Geeignet sind beispielsweise spezielles Pastellpapier, Ingres- oder Büttenpapier, Velourspapier und Pastellkarton.
Auch die Farbe des Papiers beeinflusst die Wirkung deines Bildes: Auf dunklem Untergrund leuchten helle Farben besonders stark. Für deine ersten Versuche reicht aber ein einfacher Pastellblock vollkommen aus.
Verwischen und Korrigieren
Zum Verblenden kannst du deine Finger, einen Papierwischer oder einen weichen Pinsel verwenden. Ein Knetradiergummi hilft dabei, Pigmente vorsichtig wieder vom Papier aufzunehmen oder Stellen aufzuhellen. Komplett wegradieren lassen sich Pastellfarben allerdings nicht immer.
Fixativ und Aufbewahrung
Trockene Pastellbilder bleiben empfindlich gegen Berührung und Abrieb. Ein Fixativ kann die Pigmente zusätzlich sichern, allerdings können sich dadurch Farbton und Leuchtkraft etwas verändern.

Das solltest du daher am besten vorher auf einem Probestück testen. Fertige Bilder bewahrst du danach am besten mit einer Zwischenlage aus Papier oder geschützt hinter Glas auf.
Wohin mit dem Pastellstaub?
Weiche Kreiden erzeugen feinen Farbstaub. Blase ihn nicht vom Papier, da du die Pigmente sonst in der Luft verteilst und möglicherweise einatmest. Klopfe überschüssigen Staub lieber vorsichtig über einem Papierkorb ab, schütze deinen Arbeitsplatz und achte auf gute Belüftung.
Lerne hier außerdem, wie man mit Acrylfarben malt und worauf du dabei achten musst!
Die wichtigsten Techniken beim Malen mit Pastellkreide
Es gibt nicht nur eine Technik, mit der du Pastellkreide verwenden kannst, sondern viele verschiedene. Welche davon du einsetzt, hängt davon ab, wie dein Bild am Ende aussehen soll. Meist werden mehrere Techniken miteinander kombiniert.
Flächen und Linien auftragen
Schon durch die Haltung der Kreide kannst du ganz unterschiedliche Effekte erzielen:
- Mit der ganzen Seite der Pastellkreide lassen sich große Flächen wie Hintergründe schnell anlegen.
- Mit der Kante kannst du klarere Linien und Konturen zeichnen.
- Mit der Spitze oder einem Pastellstift gelingen feine Details besonders gut.
Wie stark du aufdrückst, beeinflusst zusätzlich, wie intensiv und dicht die Farbe erscheint.
Farben schichten und miteinander mischen
Pastellfarben lassen sich auch direkt auf dem Papier miteinander mischen. Dafür kannst du verschiedene Farbtöne locker übereinanderlegen oder an ihren Übergängen miteinander verreiben. So entstehen neue Nuancen und weiche Farbverläufe.
Arbeite dabei lieber mit mehreren dünnen Schichten. Trägst du direkt sehr viel Pigment auf, kann das Papier irgendwann kaum noch weitere Farbe aufnehmen.
Einen allgemeinen Überblick und Informationen zu den einzelnen Maltechniken, gibt es in unserem Guide!
Wischtechnik

Bei dieser Technik wird das Pastellpigment mit den Fingern oder einem Papierwischer verteilt. Das eignet sich besonders für Himmel, Haut, Schatten und sanfte Übergänge.
Mit dieser Technik kannst du schnell schöne Ergebnisse erzielen. Trotzdem solltest du nicht das ganze Bild verwischen: Zu viel davon kann Strukturen verschwinden lassen und die Farben stumpfer wirken lassen.
Schraffieren
Beim Schraffieren werden verschiedene Farbtöne in parallelen oder gekreuzten Strichen nebeneinandergesetzt. Betrachtest du die Fläche aus etwas Entfernung, können sich die Farben optisch miteinander verbinden.
Schraffuren geben deinem Bild Struktur und sorgen dafür, dass Flächen lebendig wirken.
Radieren und Highlights setzen
Mit einem Knetradiergummi kannst du Pigmente vorsichtig aufnehmen und einzelne Bereiche wieder aufhellen. Anschließend lassen sich dort helle Akzente neu aufsetzen.
Greife dabei nicht automatisch zu reinem Weiß: Oft wirken helle Varianten der vorhandenen Farben natürlicher und geben deinem Bild mehr Tiefe.
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Pastellmalerei für Anfänger: Ein Bild Schritt für Schritt malen
Aber wie genau gehst du jetzt vor, wenn du dein erstes Pastellbild malst? Da hilft es, dein Bild Schritt für Schritt aufzubauen. Statt sofort an kleinen Details zu arbeiten, legst du zunächst die großen Formen und Farbflächen an und arbeitest dich anschließend immer weiter vor.
1. Motiv und Farben auswählen
Für dein erstes Pastellbild eignet sich ein einfaches Motiv, zum Beispiel eine Blume, ein Stück Obst, eine Landschaft oder ein Himmel mit Wolken.
Beschränke dich zunächst auf wenige Farbtöne. So kannst du dich besser auf den Farbauftrag und die verschiedenen Techniken konzentrieren.
2. Motiv leicht vorzeichnen
Skizziere die wichtigsten Formen mit wenigen Hilfslinien. Dafür kannst du einen Pastellstift oder einen hellen Bleistift verwenden. Drücke nur leicht auf, damit die Vorzeichnung später nicht durch die Farbschichten hindurchscheint.
3. Große Formen und Farbflächen anlegen
Jetzt geht es an die Farbe. Beginne mit den großen Flächen und dem Hintergrund, bevor du dich um Details kümmerst. Mit der Seite der Pastellkreide kannst du größere Bereiche schnell und locker füllen. Arbeite zunächst grob, denn feine Linien und Konturen kommen später.
4. Farben in mehreren Schichten aufbauen
Trage die Farben zunächst mit wenig Druck auf und lege anschließend weitere Farbtöne darüber. Auf diese Weise kannst du Nuancen und Farbverläufe direkt auf dem Papier entwickeln.

Übergänge lassen sich mit den Fingern oder einem Papierwischer vorsichtig verwischen. Gerade bei einem Himmel oder weichen Schatten funktioniert das sehr gut. Verwische aber nur dort, wo du tatsächlich einen weichen Übergang möchtest, und trage nicht zu früh zu viel Pigment auf.
5. Kontraste und Details ergänzen
Wenn die großen Farbflächen stehen, kannst du Schatten vertiefen, helle Akzente setzen und Konturen herausarbeiten. Für kleine Details eignen sich harte Pastellkreiden oder Pastellstifte besonders gut.
Du musst dabei nicht jede Kleinigkeit ausarbeiten. Einige gezielte Details reichen hier oft schon aus, um deinem Motiv Tiefe zu geben.
6. Das fertige Bild schützen
Entferne überschüssigen Pastellstaub vorsichtig, ohne ihn wegzublasen. Anschließend kannst du dein Bild gegebenenfalls mit einem geeigneten Fixativ behandeln.
Bewahre es danach geschützt auf oder rahme es hinter Glas, damit die empfindliche Oberfläche nicht verwischt.
So, jetzt hast du einen Plan, was du machen musst. Schaue dabei, dass du diese Anfängerfehler vermeidest:
| Typischer Anfängerfehler | Warum problematisch? | Besser so |
|---|---|---|
| Zu viel verwischen | Farben können stumpf oder matschig wirken und Strukturen gehen verloren. | Nur dort verblenden, wo du wirklich weiche Übergänge möchtest. |
| Zu viel Farbe auf einmal auftragen | Das Papier nimmt irgendwann keine weiteren Pigmente mehr gut auf. | Lieber mehrere dünne Farbschichten nacheinander aufbauen. |
| Das falsche Papier verwenden | Glattes Druckerpapier bietet Softpastellen kaum Halt. | Verwende strukturiertes Pastellpapier oder Pastellkarton. |
| Zu früh mit Details beginnen | Das Bild wirkt schnell unruhig und die großen Formen stimmen möglicherweise noch nicht. | Erst Flächen, Licht und Schatten anlegen, dann Details ergänzen. |
| Kreidestaub wegblasen | Dabei verteilst du feine Pigmente in der Luft. | Staub vorsichtig abklopfen oder auf einer Unterlage auffangen. |
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So wirst du sicherer im Umgang mit Pastellkreide
Wie bei allen Dingen, die man neu lernt, gilt auch bei der Pastellmalerei: Regelmäßiges Üben macht den Unterschied. Du musst dafür nicht sofort berühmte Gemälde nachmalen.
Für den Einstieg eignen sich einfache Fotos, Stillleben, Blumen oder Landschaften oft besser, weil du dich stärker auf Farben, Formen und Techniken konzentrieren kannst. Werke bekannter Pastellkünstler wie z. B. Edgar Degas können dir trotzdem viel Inspiration liefern.
Probiere beim Üben bewusst verschiedene Techniken aus: Male Farbverläufe, arbeite mit Schraffuren, lege mehrere Farbschichten übereinander und kombiniere harte mit weichen Pastellkreiden. So bekommst du schnell ein Gefühl dafür, welche Effekte dir besonders gut gefallen.
Für den Anfang brauchst du also gar nicht viel: einige Pastellkreiden, einen passenden Malgrund und ein paar Hilfsmittel reichen völlig aus. Gerade die Mischung aus Schichten, Verwischen und präzisen Linien macht den besonderen Reiz der Pastellmalerei aus.
Starte mit einfachen Übungen, experimentiere mit den Möglichkeiten der Kreide und entwickle Schritt für Schritt deinen eigenen Stil.
Referenzen
- Blog | online Kaufen - Künstlershop gerstaecker.de. (n.d.). https://www.gerstaecker.de/. https://www.gerstaecker.de/blog/inspirationen-produkte/pastellmalerei-das-realistische-malen/
- Bineider, K. (2024, December 3). 9 Tipps, um das Malen mit Pastellkreide zu erlernen — kathabineider | Webseite für Pastellkreide. Kathabineider | Webseite Für Pastellkreide. https://www.kathabineider.de/blog/9-tipps-um-das-malen-mit-pastellkreide-zu-lernen
- Schuppelius, F. (2002). Pastellmalerei.
Mit KI zusammenfassen:









