Ölmalerei gilt als eine der klassischen Maltechniken und sie braucht tatsächlich etwas Zeit, Geduld und Übung. Dafür bietet sie dir viele Möglichkeiten: Ölfarben trocknen langsam, lassen sich lange bearbeiten und eignen sich sowohl für weiche Übergänge als auch für kräftige, pastose Farbaufträge.

Wir zeigen wir dir, wie du mit Ölfarben malst, welche Materialien du brauchst und welche Techniken du kennen solltest. Von der Lasur- und Schichtmalerei über Nass-in-Nass und Alla Prima bis hin zum Impasto lernst du die wichtigsten Grundlagen für dein erstes eigenes Ölbild kennen.

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Was ist Ölmalerei?

Die Ölmalerei ist eine besondere Maltechnik, die häufig als Königsdisziplin der Malerei bezeichnet wird. Für ein Ölgemälde werden Farbpigmente mit einem trocknenden Öl als Bindemittel verarbeitet.

Viele Farben verdenden Leinöl, daneben kommen aber beispielsweise auch Walnuss- oder Mohnöl zum Einsatz. Dadurch entsteht eine geschmeidige Farbe, die nur langsam trocknet.

Genau darin liegt eine der größten Besonderheiten der Ölmalerei: Die Farbe bleibt lange bearbeitbar, sodass du Farben und Formen auch später noch verändern, Übergänge ausarbeiten oder Details korrigieren kannst. Streng genommen verdunstet das Öl dabei nicht wie Wasser.

Stattdessen härtet die Farbschicht durch chemische Reaktionen mit Sauerstoff aus. Je nach Technik kannst du Ölfarbe als dünne, transparente Lasur oder dick und pastos auftragen. Geschätzt wird sie außerdem für ihre hohe Farbintensität und Farbtiefe.

Ölmalerei eignet sich für ganz unterschiedliche Motive. Dabei ist die Technik wesentlich älter als häufig angenommen: Schon lange vor dem 15. Jahrhundert wurde mit ölgebundenen Farben gearbeitet. Der flämische Maler Jan van Eyck trug jedoch entscheidend dazu bei, die Technik weiterzuentwickeln und in Europa zu verbreiten.

Die langsame Aushärtung macht Ölfarbe vielseitig, verlangt beim Schichten aber ein klares Prinzip: „fett auf mager“ verhindert, dass die Farbschichten später reißen, weil die unteren Schichten zuerst trocknen können. Wir erklären dir später, worauf du dabei achten musst.

Welches Material brauchst du für die Ölmalerei?

Wer malen lernen möchte und Malkurse besucht, der muss vorher in einige Utensilien investieren. Aber wie sich es mit dem Zubehör für eine spezielle Technik wie der Ölmalerei aus? 

brush
🎨Das brauchst du für dein erstes Ölbild🎨

🎨 einige Ölfarben
🖌️ Flach- und Rundpinsel
🖼️ grundierte Leinwand, Malpappe oder Ölmalpapier
🎨 Mischpalette
🔪 optional: Malmesser
🫙 geeignetes Malmittel bzw. Öl
🧻 Lappen oder Küchenpapier
👕 alte Kleidung und eine Unterlage

Der passende Malgrund

Worauf malt man sein Ölgemälde? Der Klassiker ist eine grundierte Leinwand. Alternativ kannst du auf Malpappe oder speziellem Ölmalpapier arbeiten. Normales Zeichen- oder Druckerpapier eignet sich dagegen nicht, da das Öl in den Untergrund einziehen und ihn auf Dauer beeinträchtigen kann.

Wichtig ist deshalb, dass dein Malgrund für Ölfarbe geeignet bzw. entsprechend grundiert ist. Eine Grundierung schafft eine gleichmäßigere Oberfläche und verhindert, dass das Bindemittel zu stark vom Untergrund aufgenommen wird.

Vorgegrundete Leinwände und Malpappen sind für Anfänger besonders praktisch, weil du direkt mit dem Malen beginnen kannst.

Welche Ölfarben brauchst du?

Wenn du gerade mit der Ölmalerei anfängst, reichen wenige fertig gemischte Farben aus. Eine kleine Auswahl aus Rot, Gelb und Blau sowie Weiß bietet bereits viele Möglichkeiten zum Mischen. Erdtöne wie Ocker, Siena oder Umbra kannst du später ergänzen.

Ölfarben auf einer Palette.
Einige Farben reichen aus, wenn du Farbmischung beherrscht.| Credits: Klara Kulikova

Die Qualität von Ölfarben hängt unter anderem von den verwendeten Pigmenten und deren Konzentration ab. Für den Einstieg musst du trotzdem nicht sofort eine riesige Künstlerpalette kaufen. Oft ist es sinnvoller, weniger Farbtöne gezielt auszuwählen und zunächst das Mischen zu üben.

Welche Pinsel eignen sich für Ölfarbe?

Einige Pinsel in einem Glas.

Auch bei den Pinseln brauchst du kein großes Set. Festere Flachpinsel eignen sich gut für größere Flächen und pastose Farbaufträge. Rundpinsel kannst du für kleinere Formen, Linien und Details einsetzen.

Für dünne Lasuren oder besonders weiche Übergänge sind weichere Pinsel praktisch. Härtere Borsten hinterlassen dagegen deutlich sichtbare Pinselspuren und eignen sich deshalb gut für strukturierte Malweisen.

Eine Mischung aus wenigen Flach- und Rundpinseln in verschiedenen Größen reicht für den Anfang vollkommen aus.

Ob im Zeichenkurs Berlin, Malunterricht, Kunstworkshop oder im Privatunterricht, manchmal können euch Lehrer das passende Material leihen. Wenn du aber vorhast, regelmäßig Ölmalerei zu üben, ist es sinnvoll, insGrundzubehör zu investieren.

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Die wichtigsten Techniken der Ölmalerei

Die besondere Stärke von Ölfarbe liegt darin, dass du sie transparent, deckend, nass, trocken oder stark pastos einsetzen kannst. Von der klassischen Schichtmalerei bis zum spontanen Alla-Prima-Stil entstehen mit demselben Material völlig unterschiedliche Bildwirkungen.

Schichtmalerei und Lasurtechnik

Bei der klassischen Schichtmalerei wird ein Bild nach und nach aus mehreren Farbschichten aufgebaut. Die Künstler malen mehrere Schichten und verändern dabei immer wieder bestimmte Details am Gemälde.

Für eine Lasur wird eine dünne, transparente Farbschicht über eine bereits getrocknete Schicht gelegt. Die darunterliegende Farbe scheint weiterhin hindurch und beeinflusst den Gesamteindruck. Dadurch entstehen besondere Tiefe, Leuchtkraft und feine Farbnuancen.

Diese Technik eignet sich beispielsweise für Porträts, Hauttöne, Schatten oder atmosphärische Landschaften. Entscheidend ist, dass die darunterliegende Schicht ausreichend getrocknet ist, bevor du weiterarbeitest.

In einem weiteren Artikel widmen wir uns außerdem den Pastellfarben und erklären euch, wie man mit Pastell ein Kunstwerk malt.

Fett auf mager

Wahrscheinlich wirst du bei der Ölmalerei schnell auf die Regel „fett auf mager“ stoßen. „Mager“ bedeutet, dass eine Farbschicht relativ wenig zusätzliches Öl enthält, während „fette“ Schichten ölreicher sind.

Beim Aufbau mehrerer Schichten sollten die unteren Ebenen grundsätzlich magerer bleiben und die darüberliegenden nicht weniger Öl enthalten. Der Hintergrund: Ölfarbe härtet langsam aus, und verschiedene Schichten reagieren dabei unterschiedlich.

Ein ungünstiger Aufbau kann später Risse oder andere Schäden in der Farbschicht begünstigen. Du brauchst dafür keine komplizierte Rezeptur – wichtig ist zunächst, das Prinzip beim schrittweisen Bildaufbau im Hinterkopf zu behalten.

Nass-in-Nass-Technik

Bei der Nass-in-Nass-Technik arbeitest du neue Farbe direkt in eine noch feuchte Farbschicht ein. Die Farben können dadurch auf der Leinwand miteinander verschmelzen und weiche Übergänge bilden.

Gerade die lange Offenzeit von Ölfarbe ist dabei ein großer Vorteil. Himmel, Wolken, Haut, Wasser oder Landschaften lassen sich auf diese Weise sanft modellieren. Achte allerdings darauf, nicht zu viele Farbtöne gleichzeitig ineinanderzumischen – sonst können die Farben schnell stumpf wirken.

Lerne hier auch, wie man mit Acrylfarben malt und worauf du dabei achten musst!

Alla Prima

Beim Alla-Prima-Malen versuchst du, ein Bild in einer Sitzung fertigzustellen. Statt zunächst mehrere Untermalungen und Lasuren aufzubauen, setzt du die Farbe möglichst direkt im gewünschten Farbton auf die Leinwand.

Häufig wird dabei Nass-in-Nass gearbeitet. Das Ergebnis wirkt spontan und unmittelbar und eignet sich besonders für Landschaften, Studien oder Freilichtmalerei.

Die Methode klingt zunächst einfacher als die klassische Schichtmalerei, verlangt aber ein gutes Gefühl für Farbmischungen und Tonwerte, weil spätere Korrekturschichten nur eine geringere Rolle spielen. Alla Prima gilt als Gegenstück zur aufwendigen Schichtmalerei.

Impasto

Beim Impasto wird die Ölfarbe dick und pastos aufgetragen. Sichtbare Pinselstriche oder Spuren des Malmessers bleiben bewusst erhalten und geben dem Bild eine reliefartige Oberfläche.

Ein Ölgemälde von Wellen.
Durch einen dickeren Farbauftrag kannst du Fokus und Licht lenken. | Credits: Birmingham Museums Trust

Dadurch fällt das Licht unterschiedlich auf die erhöhten Farbbereiche und verstärkt die plastische Wirkung. Besonders bekannt ist diese Art des Farbauftrags durch Künstler wie Vincent van Gogh. Impasto eignet sich hervorragend für expressive Landschaften, Blumen oder abstrakte Motive.

Ein Malkurs München kann dir bei dieser Technik weiterhelfen.

Grisaille und Ton-in-Ton-Malerei

Bei der Grisaille arbeitest du hauptsächlich mit Grau-, Schwarz- und Weißtönen. Dadurch konzentrierst du dich ganz auf Form, Licht und Schatten. Die Technik kann als eigenständiges Bild funktionieren oder als Untermalung für spätere Farbschichten dienen.

Die Ton-in-Ton-Malerei verfolgt einen ähnlichen Gedanken, arbeitet aber mit einer begrenzten Palette abgestufter Farbtöne. Beide Methoden eignen sich gut, um Tonwerte, Lichtführung und räumliche Wirkung zu üben, ohne gleichzeitig eine große Farbpalette kontrollieren zu müssen.

Übrigens: Alles rund um das Thema Malen mit Aquarellfarben, welches Zubehör du dafür benötigst und wie du die Technik am besten anwendet, zeigen wir dir in unserem Artikel zu diesem Thema!

Dein erstes Ölbild in wenigen Schritten

Für dein erstes Ölbild musst du nicht direkt mit einer komplizierten Komposition starten. Ein einfaches Motiv und wenige Farben helfen dir dabei, dich zunächst auf den Umgang mit der Ölfarbe zu konzentrieren.

Schritt 1

Ein einfaches Motiv wählen

Starte zum Beispiel mit einem Stillleben, einer einzelnen Frucht, einer einfachen Blume oder einer kleinen Landschaft und beschränke dich auf wenige Farbtöne.

Schritt 2

Malgrund und Skizze vorbereiten

Nutze eine grundierte Leinwand oder Malpappe und zeichne dein Motiv leicht vor, wobei zunächst nur die wichtigsten Formen und Proportionen festgelegt werden.

Schritt 3

Eine Untermalung anlegen

Trage eine dünne erste Farbschicht auf und bestimme damit grob die Hell-Dunkel-Bereiche deines Bildes, ohne dich schon mit Details aufzuhalten.

Schritt 4

Farben und Formen ausarbeiten

Beginne mit den größeren Farbflächen, mische deine Töne auf der Palette und arbeite je nach gewünschter Wirkung Nass-in-Nass oder in mehreren Schichten weiter.

Schritt 5

Details und Licht setzen

Mit kleineren Pinseln kannst du nun Schatten, Konturen und Highlights ergänzen und deinem Bild mehr Tiefe geben.

Schritt 6

Das Bild trocknen lassen

Gib deinem Ölbild ausreichend Zeit zum Aushärten, denn die Trocknungszeit hängt stark von Pigmenten, Schichtdicke, verwendetem Öl und den Umgebungsbedingungen ab.

Gerade bei der Ölmalerei lohnt es sich, nicht zu schnell zu viel zu wollen. Arbeite von den großen Formen zu den Details und nimm zwischendurch immer wieder etwas Abstand vom Bild. Dann erkennst du leichter, ob Proportionen, Licht und Farbwirkung bereits stimmig sind.

Einen allgemeinen Überblick und Informationen zu den einzelnen Maltechniken, gibt es in unserem Guide!

Referenzen

  1. Ruf, M. (1998). Ölmalerei Aufbaukurs.: Schritt für Schritt erklärt.
  2. Jonas, D., Hoppe, T., & Rüger, K. (2006). Handbuch Ölmalerei.
  3. Alles über die Ölmalerei. (2022, August 6). www.carredartistes.com. https://www.carredartistes.com/de-de/blog/alles-uber-die-olmalerei

Mit KI zusammenfassen:

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Elissa Semaan

Leidenschaftliche Weltenbummlerin, Köchin und Lebensgenießerin.