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Wie malt man mit Ölfarbe?

Von Elissa, veröffentlicht am 10/07/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Malerei > Was ist Ölmalerei?

„Es gibt den Maler, der aus der Sonne einen gelben Fleck macht, aber es gibt auch den, der mit Überlegung und Geschick aus einem gelben Fleck eine Sonne macht.“ – Pablo Picasso

Die Museen für zeitgenössische Kunst erleben in den letzten Jahren einen Aufschwung. Immer mehr Kunstinteressierte strömen in die Museen der Welt um sich wichtige Werke der bekannten Künstler anzuschauen. Doch wie sieht es aus, wenn man selber Malen lernen möchte?

Die Kunst der Ölmalerei zu lernen erfordert Zeit und Übung. Von der Trennung von Form und Farbe, der Ton-in-Ton-Malerei über den Impasto-Stil bis hin zur Mischtechnik, wir erklären euch in diesem Artikel alle Maltechniken, die ihr für die Ölmalerei braucht.

Über die Geschichte und die Eigenschaften der Ölmalerei

Die Ölmalerei ist eine ganz besondere Maltechnik, die von erfahrenen und professionellen Künstlern verwendet wird. Sie gilt als die Königsdisziplin in der Kunstszene. Und tatsächlich ist die Technik nicht leicht nachzuahmen. Aber woran liegt das?

Für eine Ölgemälde werden Farbpigmente mit trockenem Öl (meistens Lein- oder Mohnöl) gemischt, bis eine Paste entsteht, die nur recht langsam trocknet. Dieser Fakt ermöglicht es den Künstlern, Farben und Formen im Nachhinein noch länger zu bearbeiten.

Daher eignet sich diese Technik auch für Künstler, die gerne experimentieren und sich ausprobieren, bevor sie ihr Werk fertigstellen.

Aber woher kommt diese spezielle Technik?

Die Form der Malerei geht auf den flämischen Maler Jan van Eyck im 15. Jahrhundert zurück. Allerdings findet man in der Geschichte schon im 7. Jahrhundert Spuren von Ölgemälden, bei denen versucht wurde, Pigmente und Öle zu mischen.

Vincent van Gogh gilt als einer der bekanntesten Maler der Ölgemälde. |Quelle: Pixabay

Aber van Eyck war wohl der erste Maler, der die Idee hatte, gebleichte Öle zu verwenden, wodurch eine Farbe entstand, die durch ihre vielfältige Nuancierung etwas völlig Neues darstellte.

Die wasserfeste Farbe der Ölmalerei braucht viel Zeit zum Trocknen, was die Besonderheit der Farbe ist. Wobei hier das Wort Trocknen nicht ganz korrekt ist, denn eigentlich härtet der Lack aus und trocknet nicht. 

Und je dicker die Paste ist, desto länger braucht sie zum Aushärten. Das kann einige Wochen oder Monate dauern und bei großen Leinwänden sogar einige Jahre. Manche Bilder härten unter bestimmten Umständen nie ganz aus. 

In der Ölmalerei wird mit der dünnflüssigeren Farbe begonnen und dann wird Schicht für Schicht der fetteren, ölhaltigeren Farbmischungen aufgetragen. Andernfalls bleibt die untere Schicht feucht, während die Oberfläche aushärtet. Das kann zu Rissen im Gemälde führen.

Hier sei gesagt, dass Risse in Ölgemälden nichts ungewöhnliches sind und auch bei den Werken bekannter Künstler zu finden sind. 

Eine weitere hoch geschätzte Eigenschaft der Ölfarbe ist ihre hohe Farbintensität aufgrund des verwendeten Öls. Durch den hohen Fettgehalt leuchten die Farben intensiver und brillanter als andere Farben.

Der Untergrund, auf dem gemalt wird, hat sich mit der Zeit gewandelt. Mittlerweile malt man auf einer Leinwand aus Baumwolle, Leinen oder Jute.

Ölmalerei wird in der Kunst häufig verwendet, um Landschaften, Stillleben oder Porträts zu malen. Also um komplexe Gemälde zu malen, die Zeit brauchen.

Die Künstler malen mehrere Schichten und verändern dabei immer wieder bestimmte Details am Gemälde. Es handelt sich also um eine Technik für besonders geduldige und akribische Künstler.

Wie verwendet man Ölfarbe?

Ihr habt schon einige Jahre Erfahrung mit den Techniken der Malerei und möchtet euch in das Abenteuer der Ölmalerei stürzen? Oder ihr fangt gerade erst an und habt direkt den Ehrgeiz, die anspruchsvollste Technik zu lernen?

Ihr habt genug von Buntstiften, Tusche, Aquarellfarben, Acrylfarben, Pastellmalerei, Gouache, Graphitstiften und anderen Techniken?

Wie malt man mit Ölfarben? |Quelle: Pixabay

Bei der Ölmalerei müsst ihr bestimmte Schritte druchführen, um zu verhindern, dass euer Bild Risse bekommt.

Wenn ihr die Gemälde von Van Gogh, Picasso, Braque, Rembrandt, Da Vinci oder anderen großen Meister nachzumalen, solltet ihr euch die korrekte Technik der Ölmalerei verwenden. Abstrakte Kunst, Impressionismus, es liegt an euch!

Malt nach der Regel „Fett auf Mager“

Wahrscheinlich habt ihr bis jetzt noch nie von der wichtigsten Regel in der Ölmalerei gehört: fett auf mager.

Aber was bedeutet das?

Dieser Ausdruck beschreibt eine Technik, bei der die unteren Farbschichten eher mager gehalten werden sollten (also mit wenig Bindemittel), während die oberen Farbschichten zunehmend fetter werden. Ansonsten entstehen Rissen an eurem Bild.

Das liegt an den unterschiedlichen Trocknungseigenschaften der Farben mit Öl. Wenn man in der unteren Schicht mit einer zu dicken Farbe malt, würde sich diese ausdehnen und die obere nach außen dehnen, so entstehen Risse.

Beachtet die Trocknungszeit

Bei der Ölmalerei und speziell bei der Technik „Fett auf Mager“ ist es unerlässlich, dass ihr der Leinwand genügend Zeit zum Trocknen gebt.

Wie oben beschrieben, ist eine Leinwand nicht getrocknet, wenn die Oberfläche trocken ist. Umso wichtiger ist es, jeder Schicht eine Phase von 2 bis 3 Wochen zum Trocknen zu geben. 

Also keine Technik für Ungeduldige!

Folgt der klassischen Methode

Bei der klassischen Methode der Ölmalerei benötigt der Künstler mehrere Wochen, um sein Kunstwerk zu vollenden.

Ich erinnere mich noch an meinen Malkurs. Vor jeder Stunde erklärte uns unser Mallehrer, wie wichtig es doch sei, zu warten, bis die einzelnen Schichten trocknen. Manchmal hatten meine Bilder Risse, weil wir nur eine Woche zwischen den Kursen gewartet haben.

Um mit dem Malen anzufangen, solltet ihr zunächst eine Zeichnung auf einem Blatt Papier anfertigen, die ihr dann beispielsweise mit Holzkohle auf eine Leinwand übertragen könnt.

Die klassische Methode braucht Zeit und Geduld. |Quelle: Pixabay

Wenn ihr eure Zeichnung auf die Leinwand gebracht habt, geht es um die korrekte Grundierung vor euren ersten Pinselstrichen. Dabei ist darauf zu achten, eine einzige mit Terpentin verdünnte Farbe zu verwenden. Danach könnt ihr alle Kohlestriche auf eurer Leinwand nachziehen. So verfestigt ihr das Motiv auf der Leinwand

Dann könnt ihr mit dem Auftragen der Farben beginnen. Haltet euch dabei immer an die Regel „Fett auf Mager“ und beachtet die erforderliche Trocknungszeit. Wenn ihr das macht, könnt ihr euer Bild so oft übermalen wie ihr möchtet. 

Ich persönlich habe mir angewöhnt, immer 3 Farbschichten zu verwenden. Die erste dient der Grundierung und bringt eine leichte Hintergrundfarbe auf die Leinwand. Mit der zweiten Schicht entsteht mein eigentliches Bild, das dem Endergebnis möglichst nahe kommt. Und die dritte Schicht dient dann der Ausbesserung und Verfeinerung, bis ich mit meinem Werk zufrieden bin.

Einige Künstler entscheiden sich, das fertige Werk mit einer Lasur zu überziehen, damit die Farben stärker leuchten. Aber das hängt ganz von eurem Vorlieben ab!

Malt nach der Alla-Prima-Technik

Im Laufe der Zeit waren es viele Künstler leid, die langen Trocknungszeiten abzuwarten und sie entschieden sich, alla prima zu malen, also ein Bild in einer Sitzung fertigzustellen.

Dafür verzichteten sie auf Untermalung und Lasur. Wichtig bei dieser Methode ist aber, dass man eine feste Vorstellung über die Endfassung des Bildes hat, da die Farbe direkt im endgültigen Ton auf die Leinwand gebracht wird, ohne, dass der Künstler noch die Möglichkeit einer Nachbesserung hat.

Diese Methode eignet sich beispielsweise bei temporären Aufnahmen, bei denen man einen gewissen Zeitpunkt wiedergeben möchte.

Welches Zubehör braucht ihr für die Ölmalerei?

Wer malen lernen möchte, der muss vorher in einige Utensilien investieren. Aber wie sich es mit dem Zubehör für eine spezielle Technik wie der Ölmalerei aus? 

Ob im Zeichenkurs, Malunterricht, Kunstworkshop oder im Privatunterricht, manchmal können euch Lehrer das passende Material leihen. Wenn ihr aber vorhabt, regelmäßig Ölmalerei zu üben, ist es sinnvoll, in ein Grundzubehör zu investieren.

Kauft eine Leinwand

Worauf malt man sein Ölgemälde?

Während man für ganz normale Zeichnungen das gute alte Canson-Papier verwenden kann, sieht es bei der Ölmalerei anders aus.

Vergesst die Vorstellung, auf normalem Papier die Technik der Ölmalerei anwenden zu können.

Auch wenn es spezielle Papiere für Ölmalerei gibt, verändern sie aufgrund des Drucks des trocknenden Gemäldes ihre Form und sind daher eher ungeeignet.

Um mit Öl zu malen, wird empfohlen, eine Leinwand zu kaufen. Am häufigsten wird ein Leinwand mit Rahmen verwendet. Diese Art von Leinwand erleichtert euch das Aufhängen des Stoffes, ermöglicht aber auch das Strecken der Fasern (Baumwolle, Leinen oder Synthetik).

Besorgt passende Ölfarbe

Wenn ihr gerade mit der Ölmalerei anfangt, dann wendet euch lieber an die fertig gemischten Farben in einem Fachgeschäft. So könnt ihr euch einen ersten Eindruck von der Technik verschaffen, ohne dass ihr mit der Mischung der Farben durcheinander kommt.

Für die Ölmalerei ist passendes Material sehr wichtig. |Quelle: Pixabay

In jedem Fall gibt es natürlich große Unterschiede bezüglich der Qualität der Farben. Diese hängt von der Konzentration der Pigmente ab. Und hier können wir euch raten, beim Kauf der Farben nicht zu sparen.

Lieber in ein paar Farbtöne weniger investieren oder beim Kauf von Leinwand oder Pinsel sparen, denn die sieht man später nicht auf dem Bild.

Zögert nicht, euch in einem Kunstfachgeschäft beraten zu lassen.

Kauft passende Pinsel

Wahrscheinlich denkt ihr, dass ein einziger Pinsel zum Malen ausreicht. Aber das ist bei der Ölmalerei nicht so. Die Qualität der Pinsel hängt von den verschwendete Borsten ab, aber auch von der Länge des Griffs.

Es gibt viele verschiedene Arten von Pinseln und die korrekte Auswahl ist fast genauso wichtig wie die Auswahl der Farben. Natürliche Borsten, synthetisch, weich, hart, rund,, Dachshaar, es gibt für jeden Geschmack den passenden Pinsel.

Probiert am Anfang Pinsel mit kurzen Borsten und langem Griff aus. Mit denen könnt ihr aus dem Stand malen, was bei einer großen Leinwand wichtig ist.

Und vergesst nicht das Lösungsmittel (Terpentin oder Benzin) zum Verdünnen oder Entfernen des Öls von der Bürste. Reinigt eure Pinsel nich mit Wasser und Seife!

Benutzt eine Staffelei

Es wird oft vergessen, aber eine Staffelei ist wichtig, um unter guten Bedingungen zu malen. Sie erlaubt einem, vor seiner Arbeit zu stehen oder zu sitzen, anstatt sich darüber zu beugen.

Es gibt alle Größen und Formen. Viel Spass!

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