Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport
Teilen

So kannst Du als Nachhilfe Lehrer Lernblockaden in Mathematik lösen

Von Christine, veröffentlicht am 20/12/2017 Superprof Blog DE > Nachhilfe > Mathe > Wie kann ich bei Nachhilfe Schülern Mathe Blockaden Lösen?

Mathematik ist eines der anspruchsvollsten Fächer – nicht nur, aber besonders für den Nachhilfeunterricht. Warum?

Die Nachhilfeschüler sagen häufig, dass sie „feststecken“. Sie wissen einfach nicht, was sie tun müssen, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen.

Du kannst Dir das wirklich wie ein Gefühl der Blockade und der Hilflosigkeit vorstellen. Und damit wird der Anspruch, Mathematik zu (er)lernen, schier unmöglich.

Dennoch sind die Kinder, Schüler und Studenten in der Regel intelligent und vernünftig. Sie wissen, wie sie ihre Probleme im Alltag lösen können.

Schauen wir uns ein Beispiel an: Was machst Du, wenn Du in einem Videospiel stecken bleibst? Du gehst auf YouTube oder suchst in Foren, um nach Lösungen zu suchen. Denn Du willst ja weiterspielen!

Stelle einen Schüler vor die Aufgabe, die optimale Verbindung herauszusuchen, um mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Schule oder nach Hause zu kommen – und er wird es schaffen.

Auch wenn es darum geht, Skateboard-Tricks zu üben und zu wiederholen, um sie hinterher perfekt zu beherrschen, können die Kids sehr hartnäckig und konsequent sein.

Die Fähigkeiten fürs Mathe Lernen sind also definitiv vorhanden.

Doch wie kann ich als Mathe Nachhilfelehrer nun die Blockaden bei meinen Schülern lösen?

Wir haben hier ein paar Tipps für Dich, die Dir dabei helfen werden, Deinen Mathe Nachhilfeunterricht spannend und erfolgreich gestalten zu können.

Warum haben Schüler so häufig Blockaden, besonders in Mathematik?

Die Ursprünge der Blockaden im Fach Mathematik sind vielfältig.

Der Schüler versteht häufig den Sinn des Unterrichtsfaches nicht. Wofür soll Mathe schon gut sein – außer gute Noten zu haben, um am Ende einen zufrieden stellenden Schulabschluss zu bekommen oder eine gute schulische Laufbahn hinzulegen?

Dazu gibt es mehrere Hypothesen. Schauen wir uns die am weitesten verbreiteten Ursachen für Blockaden und Motivationsschwierigkeiten in Mathe einmal an.

Daraus ergeben sich dann die Möglichkeiten, die wir als Mathe Nachhilfelehrer oder Privatlehrer Mathematik haben.

Die Sprache der Mathematik kann für Kinder sehr verwirrend sein. | Quelle: pixabay

1. Schüler sind von der mathematischen Sprache verwirrt.

Tatsächlich benutzen Mathematiklehrer Wörter aus der Alltagssprache, aber mit einer anderen Bedeutung. So hat zum Beispiel eine Quadratwurzel wenig mit einer Baumwurzel zu tun.

Oder die Bedeutung des Wortes wird sehr abstrakt-logisch: So kann ein Teil einer Menge auch gleich der ganzen Menge sein – mit anderen Worten, der Teil kann gleich dem Ganzen sein.

Für weitere Verwirrung sorgt oft die „Null“ (0): manchmal ist sie „nichts“, in der Bedeutung von „existiert nicht“. Manchmal ist es aber eine Zahl, also existiert sie.

Auf die Frage „Auf welcher Linie sind diese Punkte?“ kann zur Überraschung der Schüler die Antwort auch eine Gleichung sein, die eine Kurve beschreibt.

Tatsächlich ist eine Linie in der Mathematik nicht unbedingt ein gerader Strich. Umgekehrt ist eine gerade Linie in der Mathematik eine Kurve... ?

Die Lehrer sind sich dieser lexikalischen Mehrdeutigkeiten nicht immer bewusst und erklären sie daher nicht ausreichend.

Dadurch verliert der Schüler die Orientierung und fühlt sich, als würde er ein ihm völlig fremde Sprache erlernen müssen, à la „Mathe ist für mich wie Chinesisch!“.

2. Der Schüler hat die Grundlagen, insbesondere die Verwendung von Symbolen, nicht vollständig verstanden.

Wenn der Schüler sich unter einem Integer, Real, Dezimal usw. nichts vorstellen kann, wird er es auch nicht begreifen, wenn wir diese Begriffe durch einen Buchstaben ersetzen.

Denn Symbole haben dann noch weniger Bedeutung und er findet sich gar nicht mehr zurecht.

  • Zum Beispiel ist es gleich (=), aber nicht gleich (≠) oder
  • Warum kann –x eine positive Zahl sein?
  • Warum ist x (y+z) = xy + xz, aber nicht xy+z?

Gleichungen und Formen in der Mathematik sind nicht selbsterklärend. | Quelle: Pexels

3. Der Schüler weiß nicht, dass es normal ist, in der Mathematik manchmal Verwirrung zu erleben.

Für manche Menschen ist dieses seltsame Gefühl, selbst dem nicht mehr trauen zu können, was sie zu wissen glaubten, so unerträglich, dass sie lieber zu etwas anderem übergehen.

Viele Schüler fürchten sich auch, sich mit Fragen an den Lehrer zum Narren zu machen und so als „dumm“ dazustehen. Sie fürchten den Spott der Freunde, sich fürchten sich, Fehler zu machen.

Doch um zu Lernen, muss man Fehler machen.

Dies erfordert jedoch ein sicheres Umfeld, ein schulisches Angebot, das die Fehlerkultur lebt und fördert. In den Schulen ist das aber leider nicht immer der Fall.

Individuelle Nachhilfe lässt den Schüler wieder Vertrauen fassen

Darum kann ein Einzelcoaching oder Nachhilfe Einzelunterricht in Mathematik besonders dazu beitragen, einem Schüler wieder Selbstvertrauen zu geben.

Dieses ist notwendig, um auch inhaltlich Fortschritte zu machen und kann die Hausaufgabenbetreuung sinnvoll ergänzen.

Zielführend ist hier eine ruhige Umgebung mit vielen Möglichkeiten: Spiele, an den Schüler angepasste Übungen, Zugang zum Internet, zu Matheseiten, etc.

Zudem sollte der Lehrer ein wohlwollender und dennoch anspruchsvoller Coach sein.

Als solcher erlaubt er es dem Schüler, Mathematik zu leben, das heißt praktisch zu erlernen, was vorher nur graue Theorie war.

Das bedeutet, er kann jederzeit Fragen stellen, experimentieren, Fehler machen, neu anfangen, ohne Angst vor einer Bewertung seines Denkens und Handelns haben zu müssen.

Entdecke hier verschiedene Methoden für erfolgreiche Mathe Nachhilfe.

Einen spielerischen Zugang zur Mathematik finden

Manchmal ist es sinnvoll bei Blockaden oder Motivationsschwierigkeiten (besonders häufig bei Mathematik), das Problem auf eine ungewöhnliche Art und Weise anzugehen: Durch Spiele.

Ich werde ich Ihnen drei Spiele vorstellen, die jedes für sich Fähigkeiten entwickeln, welche für die Mathematik nützlich sind.

1. Anti-Virus: „Vernunft lernen“

Das Spiel Anti-Virus entwickelt strategisches und räumliches Denken. | Quelle: Verlag

Anti-Virus von Smart Games ist ein Strategiespiel. Einer der Spielsteine ist der Virus und die Spieler müssen ihn loswerden.

Es gibt eine Startkonfiguration auf dem Brett, und indem du die verschiedenen Steine nach den Regeln bewegst, musst du für den Virus-Stein einen Weg freimachen.

Dieses Spiel entwickelt strategisches und räumliches Denken. Zunächst müssen wir uns auf das Ziel konzentrieren, wie es in der Mathematik der Fall ist. Eine Strategie basiert auf einem Ziel, nicht auf dem Weg dahin.

Um den Virus im Spiel aus der Zelle zu entfernen, müssen wir das Teil verschieben, das ihn blockiert. Also setzen wir uns ein Teilziel vor das ultimative Ziel.

In die Welt der Mathematik übersetzt bedeutet dies, dass die Gleichung transformiert werden muss, um zu einer bekannten lösbaren Gleichung zu kommen.

Je nach Ausbaustufe der Anfangskonfiguration sind mehr oder weniger Teilziele nötig, um das Virus zu entfernen.

Um der Lösung näher zu kommen, können die Steine zum Probieren angefasst werden. Oder Du versuchst die Lösung durch reines Überlegen zu finden, indem Du Dir die Steine ansiehst, ohne sie wirklich zu bewegen.

Doch gerade das Probieren ist in der Mathematik interessant, da sich die Schüler genau das oft nicht trauen.

Probieren heißt, mit den Fingern zählen, die Schritte auf einem kleinen Entwurf detaillieren, Zeichnungen zeichnen, etc. Aber vor allem lernt man im Spiel, eine Idee zu Ende zu denken, Fehler zu machen, die Schritte wieder zurückzugehen und von vorne anzufangen.

2. Set: „Lernen, einen Sinn für mathematische Abstraktion zu entwickeln“

Das Kartenspiel Set entwickelt das Gefühl für Assoziation und hilft, schnell Gemeinsamkeiten oder Unterschieden zu finden.

Set ist ein Kartenspiel. Alle Karten werden gemischt und 12 davon offen in einem 3×4-Raster auf dem Tisch ausgelegt.

Auf den Karten sehen die Spieler je 1-3 Symbole in 3 verschiedenen Formen, 3 verschiedenen Farben und auf 3 verschiedene Arten gefüllt.

Alle Spieler suchen nun gleichzeitig nach einem Set. Dieses besteht aus genau 3 Karten, bei denen die 4 Eigenschaften jeweils genau gleich oder vollkommen unterschiedlich sein müssen.

Ruft ein Spieler „Set“ und kann die Karten dazu korrekt zeigen, darf er diese 3 Karten nehmen und vor sich ablegen. Die freien Plätze werden mit neuen Karten aufgefüllt und das Spiel geht unmittelbar weiter.

Das Spiel endet, wenn die Karten aufgebraucht sind und kein Set mehr gefunden werden kann. Es gewinnt der Spieler, der die meisten Karten gesammelt hat.

Dieses Spiel entwickelt das Gefühl für Assoziation, einen schnellen Blick, um Gemeinsamkeiten oder Unterschieden zu finden.

Eine Fähigkeit, die für den Matheunterricht sehr nützlich ist, da es auf das Erkennen von Gemeinsamkeiten oder Unterschieden in mathematischen Ausdrücken anwendbar ist.

Es ist außerdem ein Schnelligkeitsspiel, wenn man mit mehreren Spielern spielt, und macht dann umso mehr Spaß. Außerdem entwickelt es die Fähigkeit zur Abstraktion.

3. Digit: „Lernen, formale mathematische Berechnungen zu lösen“

Digit entwickelt die Aufmerksameit für zielgerichtete Veränderungen.

Das Spiel Digit besteht aus 5 Hölzchen und Karten. Ziel des Spiels ist es, die Form zu legen, die auf der Karte abgebildet ist, aber dann durch das Umlegen nur eines Hölzchens die Form auf einer anderen Karte nachzubilden.

Dieses Spiel erfordert, dass der Spieler seine Aufmerksamkeit gleichermaßen auf die Ausgangs- und die Zielform richtet. Denn nur so gelingt es ihm, herauszufinden, was zwischen den beiden geändert werden muss.

Diese Denkweise nutzen wir, wenn wir formale mathematische Berechnungen anstellen. Manchmal kann ein einfacher Index variieren, oder es kann einen zusätzlichen Ausdruck geben, etc.

Bei solchen Aufgaben ist es notwendig, sich zu fragen, „wie“ man von einer Form zur anderen kommt, indem wir den normalen Rechenregeln folgen.

Spielerisch die richtigen Fähigkeiten entwickeln

Diese drei Spiele machen Spaß. Spielt man alle drei regelmäßig, entwickeln sich nützliche Denkfähigkeiten für die Mathematik.

Das Spiel ist eine Möglichkeit, Schüler mit dem Fach Mathematik zu versöhnen und sie dafür zu begeistern.

Tatsächlich lernen sie, dass sie über Fähigkeiten verfügen, die sie gezielt weiterentwickeln und später in einem akademischeren Umfeld wiederverwenden können.

Das „Wissenschaftliche Lernen wird an die begriffliche Ebene des Kindes angepasst“ und der Lehrende entscheidet sich dafür, ein Spiel zu erfinden oder eines zu finden, das diese Anpassung strukturiert.

Diese Methode ist eine indirekte Pädagogik, die sich aber durch eine größere Effizienz auszeichnet.

Und sie erlaubt es dem Schüler, sich mit Mathematik zu versöhnen und zu diesem trockenen Fach den Zugang zu finden, was sich in der Regel auch in besseren Noten zeigt.

Die „pädagogische Spielzeit“ dient als Kontextualisierungsphase des Fachwissens. Diese Sichtweise wird von vielen Lehrern geteilt – besonders in Mathematik.

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar