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Die Handhabung der Rechtshänder Geige

Von Funzi Olga, veröffentlicht am 11/02/2019 Blog > Musik > Violine > Geige für Rechtshänder: Eine Gebrauchsanweisung

Die Geige, das Cello, die Bratsche und der Kontrabass bilden das Ensemble des Quartetts. Sie sind als anspruchsvolle Instrumente aus der Familie der Streicher bekannt und erfordern eine gute Technik.

Im Jahr 2017 erhob sich die Anzahl der Schülerinnen und Schüler deutscher Musikschulen auf rund 1,45 Millionen.

Aus einer Studie des statistischen Jahrbuches der Musikschulen in Deutschland geht hervor, dass die Violine mit rund 74 000 Schülern hinter Klavier (ca. 138k Schüler) und Klavier (ca. 164k Schüler) auf Platz drei rangt.

Wir haben uns mit den Grundlagen auseinander gesetzt, die das Geige spielen lernen erfordert. Im Folgenden möchte wir euch zeigen, wie man das kleinste  der Streichinstrumente als Rechtshänder benutzt.

Standardmäßig wird die Violine zwischen Kinn und linke Schulter geklemmt. Die rechte Hand hält den Bogen, während die Finger der linken Hand die Saiten bedienen, um eine bestimmte Note zu spielen.

Linkshänder haben es im Orchester schwierig. Im Orchester wird die Geige standardmäßig links gespielt. | Quelle: pixabay

Eine gute Beherrschung des rechten Arms ist dennoch genauso wichtig, denn Genauigkeit, Geschicklichkeit und Flexibilität sind Voraussetzung für die Koordination beider Hände.

Gute Geiger fallen nicht vom Himmel und es ist durchaus schwierig, alleine zu lernen! Es wird empfohlen, Geigenunterricht zu besuchen. Dort werden Fertigkeiten vermittelt, die unter anderem folgende nützliche Punkte für die Spielpraxis decken:

  • Körperhaltung
  • Bogenhaltung
  • Fingersatz
  • Musiktheorie, Solfeggio
  • Saiten aufziehen
  • Geige stimmen

Anfangs lässt man sich tendenziell von Hindernissen und gewissen Schwierigkeiten entmutigen. Eines der zentralen Ziele im Geigenunterricht liegt darin, gleichermaßen Freude am Spiel wie eine musikalische Ausbildung zu vermitteln.

Der Bogen trägt einen großen Teil zu der Qualität der Interpretation eines Stückes auf der Geige bei.

Beachtet, dass alle Streichbögen im Symphonieorchester auf dieselbe Seite gerichtet sein müssen.

Für Linkshänder kann es sich daher oftmals komplizierter gestalten, einem anerkannten Orchester beizutreten. Selbst dann, wenn sie bereits auf die andere Hand umgelernt wurden.

Bei einer Linkshänder-Geige werden Saiten, Sattel, Griffbrettkurve, Steg und Klangstab gespiegelt. Ihr könnt euch vorstellen, dass sich auch Lehrer dem Schüler entsprechend anpassen müssen.

Der Musiktutor muss hierfür Gesten umtransponieren, um dem Geige Anfänger Klänge, Melodien oder Partituren auf der Violine vermitteln zu können.

Aus Gründen der Einfachheit spielen auch Linkshänder daher häufiger auf einer Rechtshänder Geige.

Statistiken zufolge lag der Anteil der Linkshändern in der Bevölkerung 2011 bei ca. 10 bis 15%.

An sich ist das Führen der linken Hand  jedoch kein Hindernis auf der Geige. Auch einige große Komponisten der Musikgeschichte waren Linkshänder. So zum Beispiel Schuhmann und Beethoven.

Um jede Note sauber erklingen zu lassen, muss der Bogen mit dem rechten Unterarm und Handgelenk geführt werden.

Ihr seht, es ist eine sehr präzise Technik für die Bogenhaltung erforderlich.

Wie hält man den Bogen einer Rechtshänder-Geige?

Nachdem ihr wisst, wie man eine Geige stimmt, muss die Bogenhaltung erlernt werden. Bevor es mit dem Spiel losgeht, könnt ihr Kolophonium, auch Geigen- oder Bogenharz, auf eure Bogenhaar auftragen.

Die richtige Bogenhaltung ist derart wichtig, dass daraus schon fast eine Wissenschaft gemacht wird.

Die Voline wird klassischerweise mit einem Bogen bespielt. Jede Geige braucht ihren Bogen und eine richtige Spielweise | Quelle: Jixiao Huang via unsplash

Die Schwierigkeit liegt hier bei nicht in der einfachen Bogenhaltung an sich. Es geht vielmehr darum, diese Haltung nicht zu verlieren, während man sich durch die mehr oder weniger rasanten Melodien der Partituren spielt.

Um den Bogen in die richtige Position zu bringen, formt ihr zunächst euren Mittelfinger und Daumen zu einem Kreis. Beugt dabei euren Daumen so, dass er den Mittelfinger am äußersten Fingergelenk berührt.

Schiebt anschließend die Bogenstange zwischen die Finger.

Als nächsten legt ihr den Ringfinger neben den Mittelfinger auf die Bogenstange. Behaltet eure Finger weiterhin gebeugt.

Nun hebt ihr den rechten Ellbogen ein Stück an. Euer Zeigefinger sollte sich mit dieser Bewegung der Bogenstange von selbst etwas nähern. Legt ihn mit dem mittleren Fingerglied ebenfalls auf die Bogenstange.

Zuletzt stellt ihr euren kleinen Finger gebeugt auf die Bogenstange. Er hält das Gewicht und die Balance des Bogens.

Die Hand sollte insgesamt entspannt und locker, jedoch stabil sein.

Im Wesentlich ergeben sich vollwertige Töne und Nuancen einer Note aus der Beherrschung dreierlei Faktoren:

  • Geschwindigkeit des Bogens
  • Auf den Bogen ausgeübter Druck
  • Position des Bezugs (Bogenhaars) zur Brücke

Dies wird als Resonanzpunkt bezeichnet.

In einem nächsten Schritt lernt ihr als angehende Geiger die Bewegungen des Bogens. Hierfür müsst ihr eure rechte Schulter, den Ellenbogen sowie das Handgelenk schulen.

Die optimale Bogenführung erzielt ihr durch eine Auf- und Abbewegung des Bogens ohne dabei jedesmal die Saite anzuspielen.

Achtet darauf, den Bogen dabei nur leicht oberhalb der Saite zurückzuführen, wenn ihr sie nicht anspielt, um kreisende Bewegungen zu vermeiden.

Hier ein Video, in dem veranschaulicht wird, wie ihr den Geigenbogen richtig haltet.

Ihr seid auf der Suche nach Geigenunterricht?

Wie man die rechte Hand für das Geige spielen lockern kann

Jetzt wo wir wissen, wie man nicht nur die Geige sondern auch ihren Bogen hält, können wir uns vollständig auf die rechte Hand konzentrieren.

Haltung beherrschen heißt Verletzungen vermeiden. Eine richtige Haltung ist zum Geige spielen essentiell. | Quelle: pixabay

Wir raten, mit dem Streichen auf leeren Saiten zu beginnen. Auf diese Weise könnt ihr euch an die Haltung und Position des Bogens gewöhnen.

Legt dazu den Bezug ungefähr im gleichen Abstand zu Brücke und Geigenhals flach auf die Saiten. Der Bogen sollte so ungefähr in der Mitte des Korpus aufliegen.

Führt ihn anschließend auf geradem Weg Saite für Saite über das Instrument hinweg und zu euch zurück.

Merkt ihr die steigende Lautstärke, je fester ihr den Bogen auf den Saiten reibt?

Sie wird während des Geigenspiels in verschiedenen Nuancen bewusst eingesetzt: Fortissimo, Forte, Mezzo Forte, Piano und Pianissimo.

Wenn der Bogen von einem zum anderen Ende vollständig über die Saiten gezogen wird ohne abgenommen zu werden, sollte die Geige einen kontinuierlichen Klang erzeugen. Ist dem nicht so, solltet ihr Kolophonium auf das Bogenhaar auftragen.

Einen Ton optimal und präzise erklingen zu lassen, wird auch von der Neigung des Bogens zur Schnecke beeinflusst.

Ihr könnt als nächstes zu einer Übung übergehen, bei der ihr eine leere Saite nur kurz mit dem oberen bis mittleren Teil des Bogens anspielt.

Um die Saite zu wechseln, hebt oder senkt ihr euren Ellenbogen. Ihr bringt den Bogen somit automatisch auf die richtige Höhe.

Zum Anspielen der Noten fahrt ihr mit der rechten Hand wie gewohnt fort. Was sich nun ändert ist die linke Hand: Drückt ihr die Saiten des Instruments auf den Geigenhals, erklingen neue Töne!

Gleichzeitig trainiert ihr eure Finger auf Kraft und Druckpräzision.

Sobald ihr in der Lage seid, eine Note sauber zu spielen, könnt ihr euch auch an den Wechsel der spielenden Finger der linken Hand wagen.

Geht von eurem Zeigefinger auf den Mittelfinger über. Probiert schließlich eine Note mit dem Ringfinger aus, während der Bogen nur diese eine Saite anspielt.

Welche Technik eignet sich für die rechte Hand auf der Geige?

Dass die Geige für Anfänger tägliches Üben erfordert, ist wohl überflüssig zu wiederholen. Genau wie beim Klavier oder Gitarre lernen, ist es einfach nicht möglich, das Instrument von vornherein zu beherrschen.

Klänge variieren nach Technik. Violine spielen bedarf verschiedene Techniken. | Лена Грималкин via unsplash

Auch die Beherrschung der Bogentechnik erfordert enorm viel Training.

Hier eine Auswahl der zahlreichen Stricharten des Bogenspiels:

  • Détaché
  • Legato,
  • Staccato
  • Spiccato
  • Sautillé
  • Portato
  • Ricochet
  • Messa di voce
  • uvm.

Unabhängig der Bewegung der rechten Hand sind hier einige vorteilhafte Tipps zum Geige spielen:

  • Platziert den rechten Ellenbogen beim Spiel der E-Saite nah am Korpus
  • Hebt den rechten Ellenbogen an, um den Bogen von einer Saite auf die andere zu wechseln
  • Senkt euren Ellenbogen leicht bei der Abwärtsbewegung des Bogens
  • Haltet den Bogen horizontal
  • Spielt den Bogen auf der G-Saite so, als würdet ihr ihn absenken
  • Haltet den Ellenbogen auf der selben Höhe, solange ihr eine und die selbe Saite anspielt

Ein letzter Tipp: Um eventuelle Nachbarn nicht zu stören, könnt ihr euch nach einem Musik- und Hobbyraum in eurer Nähe umschauen. Eine E-Geige ist auch alternative, da ihr hier die Lautstärke frei wählen bzw. mit Kopfhörern spielen könnt.

Ihr könnt natürlich auch Geigenunterricht zu Hause nehmen! Auf der Superprof-Plattform stehen euch deutschlandweit Lehrer zur Verfügung, die Spaß am Geige unterrichten haben.

Ratschläge und Hilfe beim Geige kaufen bekommt ihr hier.

Allem voran sei gesagt: Habt Spaß am Spielen und lernt häppchenweise.

Ob Grappelli oder Menuhin, gute Geiger fallen wie gesagt nicht vom Himmel!

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