Die Geige, das Cello, die Bratsche und der Kontrabass bilden das Ensemble des klassischen Quartetts. Sie sind als anspruchsvolle Instrumente aus der Familie der Streichinstrumente bekannt und erfordern eine gute Technik.

Im Jahr 2017 belief sich die Anzahl der Schülerinnen und Schüler deutscher Musikschulen auf rund 1,45 Millionen.

Aus einer Studie des statistischen Jahrbuches der Musikschulen in Deutschland geht hervor, dass die Violine mit rund 74 000 Schülern hinter Klavier (ca. 138k Schüler) und Klavier (ca. 164k Schüler) auf Platz drei der beliebtesten Musikinstrumente liegt.

Gute Geiger*innen fallen nicht vom Himmel und das Lernen erfordert jahrelanges Üben und eine gute Technik. Anfangs lässt man sich gerne von Hindernissen und gewissen Schwierigkeiten entmutigen. Eines der zentralen Ziele im Geigenunterricht liegt darin, gleichermaßen Freude am Spiel wie eine musikalische Ausbildung zu vermitteln.

In diesem Artikel behandeln wir eine der Grundlagen, des Geige Lernens: die Körperhaltung beim Geige spielen und die Haltung der Geige selbst.

Auf der Suche nach Violinunterricht München?

Die besten Lehrkräfte für Geige verfügbar
Elena
5
5 (6 Bewertungen)
Elena
38€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Elena
5
5 (5 Bewertungen)
Elena
35€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Birgit
5
5 (8 Bewertungen)
Birgit
40€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Esengül
Esengül
30€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Anke
5
5 (3 Bewertungen)
Anke
35€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Christina
5
5 (4 Bewertungen)
Christina
50€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Louise
5
5 (6 Bewertungen)
Louise
30€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Ostap
Ostap
20€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Elena
5
5 (6 Bewertungen)
Elena
38€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Elena
5
5 (5 Bewertungen)
Elena
35€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Birgit
5
5 (8 Bewertungen)
Birgit
40€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Esengül
Esengül
30€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Anke
5
5 (3 Bewertungen)
Anke
35€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Christina
5
5 (4 Bewertungen)
Christina
50€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Louise
5
5 (6 Bewertungen)
Louise
30€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Ostap
Ostap
20€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Und los geht's

Allgemeines zur Geigenhaltung

Warum ist die Haltung so wichtig?

Natürlich muss man wissen, wie man ein Instrument hält und wie man darauf einen Ton erzeugen kann, bevor man überhaupt mit dem lernen anfangen kann. Aber würde es da nicht ausreichen, einfach zu sagen: Geige zwischen Kinn und Schulter, mit einer Hand die Saiten greifen, mit der anderen den Bogen halten?

Nein, denn im ersten Moment wird man die Violine wahrscheinlich viel zu verkrampft halten, aus Angst, dass sie runterfallen könnte. Auch den Bogen wird man unter Umständen nicht instinktiv richtig halten und führen.

Das Verkrampfen kann sich gleich auf zweierlei Arten negativ auf Dein Geigenspiel auswirken:

  • Die richtige Spieltechnik kann nicht gelernt werden: Beide Hände und Arme müssen sich schnell und flüssig bewegen können. Das geht nur, wenn sie nicht verkrampft sind. Die Bogenhaltung hat zudem einen direkten Einfluss auf den Klang.
  • Die falsche Haltung kann zu Schmerzen führen: Wenn auch nur ein Körperteil verkrampft, kann sich das auf den ganzen Rest. Mit einer aufrechten, lockeren Haltung schonst Du Deinen Rücken, Nacken und die Handgelenke.

Hat man sich einmal eine falsche Haltung angewöhnt, ist es ziemlich schwer, wieder davon wegzukommen. Auch wenn es am Anfang vielleicht etwas mühselig sein kann, neben allem anderen, was man gerade neu lernt, auch noch auf die Haltung zu achten: es lohnt sich! Du wirst deutlich schneller Fortschritte beim Geigespielen machen und Deinen Fingern ermöglichen in hohem Tempo von Saite zu Saite zu flitzen.

Gibt es Unterschiede bei Links- und Rechtshändern?

Standardmäßig wird die Violine zwischen Kinn und linke Schulter geklemmt. Die rechte Hand hält den Bogen, während die Finger der linken die Saiten greifen, um die Tonhöhe zu verändern.

Eine gute Beherrschung des bogenführenden Arms ist eine zentrale Fähigkeit beim Geige spielen. Er muss in der Lage sein, den Bogen gezielt im richtigen Winkel, mit dem idealen Druck und zudem noch rhythmisch exakt zu führen. Aus diesem Grund macht es Sinn, dafür die stärkere Hand zu benutzen.

Da der Linkshänder-Anteil in der Bevölkerung bei nur ca. 10 bis 15% liegt, werden linkshändige Menschen oft vergessen. Die Welt, und damit auch die Musik, ist auf Rechtshänder ausgelegt.

Während es in Schulen mittlerweile kein Problem darstellt, wenn ein Kind lieber mit links schreiben möchte, ist die Musikwelt, insbesondere die klassische, in dieser Hinsicht ziemlich rückständig. Gerade die Geige gehört zu den typischen Instrumenten der streng geregelten klassischen Musik, die sich nicht gerne von ihren Prinzipien abbringen lässt.

Linkshändigen Geige Anfänger*innen wird deshalb immer noch zu einer Rechtshänder-Geige geraten. Für die Lehrer*innen ist das vorzeigen und erklären der Griffe einfacher, wenn sie nicht darauf achten müssen, dass die Schüler*innen alles spiegelverkehrt nachmachen müssen.

Ein weiteres gängiges Argument dafür, dass alle auf Rechtshänder-Geigen spielen lernen sollten, ist die Sitzordnung in Orchestern. Die Instrumente müssen alle auf dieselbe Seite gerichtet sein, damit sich die Musiker*innen beim Streichen nicht gegenseitig behindern.

Für Linkshänder ist es deshalb oft schwierig, sich zwischen Konvention und idealer Spielhaltung zu entscheiden. Das Geige spielen lernen mit links ist aber durchaus möglich. Du bist damit nicht alleine, auch einige große Komponisten der Musikgeschichte waren Linkshänder. So zum Beispiel Schuhmann und Beethoven.

Geige lernen mit links bringt einige Herausforderungen mit sich.
Auch bei der Geigenhaltung müssen sich Linkshänder oft den Rechtshändern anpassen. | Quelle: Nick Fewings via Unsplash

Wir werden in diesem Artikel die Geigenhaltung aus Rechtshänder-Sicht erklären, die Linkshänder unter Euch mögen es mir verzeihen, dass sie immer alles umdrehen müssen. Leider ist es tatsächlich einfacher klar verständliche Erklärungen zu liefern, wenn man von rechter und linker Hand sprechen kann.

Die Geschichte der Geigenhaltung

Geigen wurden nicht immer so gehalten, wie wir es heute kennen. Die Violine ist kein besonders handliches Instrument. Die Fläche, auf der man sie auf der Schulter auflegt, ist recht klein, mit der Greifhand kann man sie nicht wirklich festhalten, weil man die Position ständig verändern muss und die Hand, die den Bogen führt, steht zum Stabilisieren nicht zur Verfügung.

Bis zum 18. Jahrhundert wurde häufig der Ellenbogen am Körper aufgestützt und der Geigenhals mit der Greifhand fixiert. Dadurch standen die Violinist*innen nicht nur schräg, sie konnten auch keine Lagenwechsel ausführen. Die musikalischen Möglichkeiten waren daher recht klein.

Mit den steigenden Anforderungen, die die neuen Kompositionen mitbrachten, musste daran dringen etwas geändert werden. So entstand die Technik, bei der die Geige zwischen Kinn und Schulter eingeklemmt wird. Damit dies auch wirklich stabil ist und nicht unbequem wird, ist eine Stütze notwendig. Zu Beginn wurde dafür ein gefaltetes Tuch verwendet.

Aus dieser Notwendigkeit heraus wurde die Kinnstütze erfunden, die im Laufe der drauffolgenden Jahrhunderte immer weiter verbessert und perfektioniert wurde. Die Entwicklung verläuft über eine lange Zeit parallel zu der Musikgeschichte. Je komplizierter die Stücke wurden, umso wichtiger wurde eine komfortable Spielhaltung.

Die neueren Änderungen, die an den Stützen vorgenommen wurden, kamen durch die Entdeckung neuer Materialien und technischen sowie ergonomischen Erkenntnissen.

Buche jetzt auf Superprof Deinen Geigenunterricht Hannover!

Die Körperhaltung

Grundsätzlich können wir zwei verschiedene Arten der Köperhaltung beim Geige spielen unterscheiden: im Sitzen und im Stehen. In einem Orchester wird in der Regel im Sitzen gespielt, Solist*innen stehen für das Publikum gut sichtbar vorne auf der Bühne.

Im Stehen

Im Geigenunterricht online oder in der Musikschule, wirst Du wohl zuerst die Haltung im Stehen lernen. Es ist einfacher sich im Stehen aufrecht zu halten, als im Sitzen.

Ob im Stehen oder im Sitzen, wichtig ist, dass Du Deinen Körper aufrecht hälst.
Außer in einem Orchester spielt man die Geige meistens im Stehen. | Quelle: Chuttersnap via Unsplash

Probiere es erstmal ohne Geige aus. Du kannst Dich so ganz auf Deinen Körper konzentrieren und beobachten, wie sich schon kleinste Veränderungen ganz anders anfühlen.

Stelle Deine Füße ungefähr schulterbreit auseinander. Verteile Dein Gewicht gleichmäßig auf beide Füße, richte Dich auf und schaue geradeaus. Stehe locker, die Knie werden nicht durchgedrückt. Hebe Deine Hände an, so als ob Du ein Tablett halten würdest; beide Ellenbogen sind im gleichen Winkel leicht gebeugt.

Führe nun die linke Hand bis knapp unter Schulterhöhe und leicht nach außen, den Winkel des Ellenbogens veränderst Du dabei nicht. Die rechte Hand drehst Du nun so, dass die Handfläche nach unten zeigt.

Krümme Deine Finger, so als ob Du einen Fahrradlenker umfassen würdest. Wenn Du jetzt anfängst, den rechten Arm hin und her zu wiegen (immer dieselbe Beugung des Ellenbogens bewahrend), hast Du den ersten Schritt geschafft: Luftgeige spielen, kannst Du jetzt schon.

Im Sitzen

Das Spielen im Sitzen ist nicht grundsätzlich anders als im Stehen. Auch hier kannst Du erstmal Luftgeige spielen üben, um das richtige Gefühl zu erhalten.

Wähle einen Stuhl ohne Armlehne, mit harter Sitzfläche (ein kleines Poster darf schon drauf sein, aber Du solltest nicht einsinken, wie beispielsweise auf einem Sofa) und der für Dich passenden Höhe, in der Du die Beine in ungefähr einem rechten Winkel aufstellen kannst.

Stelle Die Beine leicht geöffnet nebeneinander. Auf keinen Fall solltest Du sie überschlagen, dadurch verdrehst Du Deinen Körper zu sehr. Lehne Dich nicht an, sondern halte Deinen Rücken ganz gerade.

Die besten Lehrkräfte für Geige verfügbar
Elena
5
5 (6 Bewertungen)
Elena
38€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Elena
5
5 (5 Bewertungen)
Elena
35€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Birgit
5
5 (8 Bewertungen)
Birgit
40€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Esengül
Esengül
30€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Anke
5
5 (3 Bewertungen)
Anke
35€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Christina
5
5 (4 Bewertungen)
Christina
50€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Louise
5
5 (6 Bewertungen)
Louise
30€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Ostap
Ostap
20€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Elena
5
5 (6 Bewertungen)
Elena
38€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Elena
5
5 (5 Bewertungen)
Elena
35€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Birgit
5
5 (8 Bewertungen)
Birgit
40€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Esengül
Esengül
30€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Anke
5
5 (3 Bewertungen)
Anke
35€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Christina
5
5 (4 Bewertungen)
Christina
50€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Louise
5
5 (6 Bewertungen)
Louise
30€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Ostap
Ostap
20€
/h
Gift icon
1. Unterrichtseinheit gratis!
Und los geht's

Wie hält man die Geige?

Um die perfekte Position für die Geige zu finden, hast Du zwei Möglichkeiten. Entweder Du erinnerst Dich an das Luftgeige spielen, hältst Deine linke Hand so wie Du es geübt hast und legts die Geige hinein.

Oder Du legst sie parallel zum Boden auf Deinen Kopf (gut festhalten, damit sie nicht runterfällt!), dann führst Du sie Deinem Ohr entlang herunter, bis sie die Schulter erreicht. Führe sie von hier aus ein Stück nach vorne, bis sie auf Deinem Schlüsselbein aufliegt.

Wenn Du nun Deinen Kopf leicht nach links drehst, müsste Dein Unterkiefer bereits den Kinnhalter berühren. Lass die Schulter ganz entspannt hängen. Du darfst sie nicht hochziehen, um die Geige anzuheben.

Neige den Kopf so, dass Dein Kinn/Unterkiefer auf der Kinnstütze aufliegt und Du die Geige nur durch das Eigengewicht Deines Kopfes festklemmen kannst. Das Ganze sollte möglichst ohne Kraftaufwand geschehen. Lass Deinen Kopf auch nicht nach vorne Kippen, Du solltest jederzeit geradeaus schauen können.

Wenn die Schulterstütze und der Kinnhalter gut eingestellt sind, solltest Du die linke Hand jetzt von der Geige wegnehmen können, ohne dass sich etwa an der Haltung verändert. Wende die offene Handfläche Dir zu, führe sie in Richtung Schnecke und platziere sie so, dass der Hals zwischen Zeigefinger und Daumen liegt.

Daumen und Zeigefinger dürfen den Hals berühren, aber nicht sich daran festklammern. Nun kannst Du die Hand eindrehen und leicht krümmen, bis alle Finger außer der Daumen über dem Griffbrett schweben. Wenn Du Deine Fingernägel sehen kannst, hast Du ziemlich sicher alles richtig gemacht.

Den Daumen legst Du von unten gegen den Geigenhals. Beim Greifen der Saiten kannst Du damit einen leichten Gegendruck ausüben. Aber bedenke dabei, dass Du nicht zu dolle zudrücken und die Hand jeder Zeit frei den Geigenhals entlangführen können solltest.

Das Handgelenk sollte dabei nicht abknicken, sondern möglichst gerade gehalten werden. Der Handballen berührt den Hals nicht. Wenn Du ihn um Abstützen benutzt, belastest Du Dein Handgelenk unnötig stark und hast nicht mehr die nötige Bewegungsfreiheit. Der Ellenbogen befindet sich ungefähr senkrecht unter der Geige.

Die korrekte Geigenhaltung hilft Dir, besser zu spielen.
Bei einer korrekten Spielhaltung zeigt die Geige leicht seitlich vom Körper weg. | Quelle: Miti via Unsplash

Wenn Du üben möchtest, ohne dass Deine Nachbarn mithören können, kannst Du Dir einen Dämpfer für die Geige kaufen.

Wie hält man einen Geigenbogen?

Um der Violine einen Klang zu entlocken, müssen die Saiten in Schwingung versetzt werden. Dies geschieht entweder durch Zupfen, oder häufiger durch das Streichen mit dem Bogen. Genauso wichtig wie der Kauf einer guten Geige, ist es auch den richtigen Geigenbogen auszuwählen.

Bevor es mit dem Spiel losgeht, kannst Du Kolophonium, auch Geigen- oder Bogenharz genannt, auf das Bogenhaar auftragen. Die richtige Bogenhaltung ist derart wichtig, dass daraus schon fast eine Wissenschaft gemacht wird.

Die Schwierigkeit liegt hier bei nicht in der einfachen Bogenhaltung an sich. Es geht vielmehr darum, diese Haltung nicht zu verlieren, während man sich durch die mehr oder weniger rasanten Melodien der Partituren spielt.

An dem einen Ende des Bogens ist die Halterung etwas größer als auf der anderen. Dieses Bogenteil ist der Frosch, er dient einerseits der Befestigung der Bogenhaare, andererseits kannst Du hier den Bogen festhalten, ohne die Haare zu berühren.

Die obere Bogenstange liegt direkt am Frosch auf Deinem rechten Daumen auf. Ring- und Mittelfinger führen über den Bogen und kommen am Frosch zu liegen. Dabei bilden Mittelfinger und Daumen einen Kreis und berühren sich leicht (Daumen am Gelenk des Mittelfingers).

Der Zeigefinger kommt in kleiner Entfernung zum Frosch an der Bogenstange zu liegen. Zuletzt wir die Spitze des kleinen Fingers auf die Bogenstange aufgestellt. Dabei sind alle Finger, auch der Daumen und der kleine Finger, rund!

Anfänger*innen haben die Tendenz, die Finger durchzustrecken, damit sie mehr Kraft haben, den Bogen festzuhalten. Das führt aber nicht nur zu Verkrampfungen, sondern auch dazu, dass der Bogen nicht mehr locker genug geführt werden kann. Der kleine Finger trägt das Gewicht des Bogens und wird benutzt, um die Bogenführung kontrollieren zu können.

Der Ellenbogen darf nicht zu nah am Köper sein. Um gut Streichen zu können, braucht der Arm Bewegungsfreiheit. Die große Kunst der Bogenhaltung besteht darin, den Geigenbogen locker und dennoch stabil zu halten.

Für Anfänger*innen ist das nicht ganz immer einfach, ohne zu verkrampfen. Der Körper braucht etwas Zeit, sich an die neuen Haltungen und Bewegungen zu gewöhnen. Gönne Dir immer wieder Erholungspausen, in denen Du die Violine weglegst und Deine Arme und Hände auflockerst.

Die Haltung des Geigenbogens ist eine Kunst für sich.
Der Geigenbogen wird locker und dennoch stabil gehalten. | Quelle: Elijah M. Henderson via Unsplash

Du bist auf der Suche nach Geigenunterricht? Finde noch heute Deine*n Geigenlehrer*in.

Häufige Fehler bei der Geigenhaltung

Ob Grappelli oder Menuhin, ein Meister ist noch nicht vom Himmel gefallen. Auch die besten Geiger*innen der Welt haben irgendwann angefangen und mussten sich erst an die korrekte Geigenhaltung gewöhnen. Über die Jahre haben sie sich nicht nur eine virtuose Technik angeeignet, sondern auch ein Weg für angenehmes Geige Spielen gefunden und das nicht nur dank dem richtigen Kinnhalter für die Geige.

Geige spielen lernen braucht Geduld und Ausdauer. Die Mühe wird sich aber lohnen. Du lernst ein wunderschönes Instrument, das in vielen Musikstilen eingesetzt werden kann. Mit einer E-Geige eröffnen sich Dir sogar noch ganz andere Welten, als mit der traditionellen Violine.

Lass Dich von anfänglichen Schwierigkeiten nicht entmutigen. Hab vor allem Spaß am Spielen und lerne häppchenweise. Das geht noch besser, wenn Du die häufigsten Anfängerfehler kennst und darauf achtest, sie zu vermeiden.

Schulterstütze falsch angebracht
Es kommt tatsächlich immer wieder vor, dass Geigenneulinge ihre Schulterstütze falsch montieren und es dadurch unmöglich wird, die Geige korrekt und vor allem schmerzfrei zu halten.

Schulterstützen werden in der Regel nicht mit der Geige mitgeliefert, denn es gibt eine große Auswahl an unterschiedlichen Modellen und welches am besten zu Dir passt, kannst Du nur durch Ausprobieren herausfinden. Du findest sie überall, wo Du auch eine Geige kaufen kannst.

Lasse Dich am besten gleich vom Fachpersonal bei der Wahl beraten und bitte um eine ausführliche Erklärung, wie Du sie an der Geige anbringen kannst.

Die Geige zu mittig halten

Anfänger*innen ziehen die Schnecke häufig in Richtung Körpermitte, sodass die Geige gerade vom Körper nach vorne weggeht. In dieser Position verdrehst und verkrampfst Du Deinen Rücken. Zudem ist die Stellung der Hände eine ganz andere und Du gewöhnst Die eine falsche Handhaltung an.

In der richtigen Position ist die Schnecke etwas außerhalb des Körpers, also links von der linken Schulter. So kannst Du Dich gerade halten und Dein rechter Arm hat genügen Spielraum für die Bogenführung.

Die Neigung der Geige

Dieser Anfängerfehler geht oft mit der zu mittigen Spielhaltung einher. Die Geige wird mit der Schnecke in Richtung Boden geneigt. Auch in dem Fall verkrampfst Du und gewöhnst Dir eine falsche Handhaltung an. Der Geigenhals sollte waagerecht zum Boden gehalten werden.

Andererseits kannst Du, um zu einer angenehmen Spielposition zu kommen, die Geige um zehn bis dreißig Grad eindrehen. Der rechte Teil wird dann etwas tiefer liegen als der linke.

Das Handgelenk abknicken

Es ist sehr verlocken, das linke Handgelenk so zu halten, dass der Geigenhals auf dem Handballen abgelegt werden kann. Das solltest Du aber auf jeden Fall vermeiden! Ein abgeknicktes Handgelenk wird zu stark belastet, was zu dauerhaften Schmerzen führen kann. Außerdem kannst Du Dich dadurch auch nicht mehr flexibel genug Bewegen; ein Lagenwechsel wird unmöglich.

Achte beim Geige spielen darauf, dass Dein Handgelenk nicht abknickt.
Bei der korrekten Geigenhaltung geht es auch darum, Deine Handgelenke zu schonen. | Quelle: Joshua Fernandez via Unsplash

Die Finger zu weit von den Saiten entfernen

Die Hand dauerhaft rund zu halten ist am Anfang anstrengend, fast automatisch schnellen die Finger nach oben, sobald man sie vom Griffbrett wegnimmt. Dadurch müssen sie aber einen weiten Weg zurücklegen, wenn Du sie das nächste Mal brauchst, um eine Saite zu greifen. Schnelles Spielen wird unmöglich.

Gewöhne Dir von Anfang an an, die Finger so nahe wie möglich an den Saiten zu lassen; natürlich ohne diese Ausversehen zu berühren.

Die Fingerhaltung am Bogen

Auch am Bogen müssen die Finger rund gehalten werden. Hier ist es sogar noch etwas anstrengender, da sie einiges an Gewicht halten und kontrollieren müssen. Die korrekte Bogenhaltung ist aber eines der wichtigsten Elemente des Geige Lernens überhaupt. Die Finessen Deines Spiels hängen zu einem großen Teil von minimalsten Veränderungen an der Bogenführung ab.

Lockerungsübungen beim Geige spielen

Wir haben es bereits oft erwähnt: die größte Gefahr beim Erlernen der Geigenhaltung ist zu verkrampfen. Am Anfang wird es unvermeidlich sein, dass es Dir ab und zu passiert. Das ist nicht schlimm, wenn Du es gleich bemerkst und Dich selbst korrigierst. Manchmal hilft aber nichts anderes als eine kleine Pause und ein paar Lockerungsübungen.

Mit Lockerungsübungen kannst Du dem Verkrampfen beim Geige Üben vorbeugen.
Gönne Deinem Körper ab und zu etwas Erholung vom Geigespielen. | Quelle: Eneko Urunuela via Unsplash

Oft hilft es schon nur, wenn man sich kurz durch den Raum bewegt und dabei beide Hände kräftig ausschüttelt. Um zusätzlich die Schultern etwas aufzulockern, kannst Du sie in beide Richtungen kreisen oder die Arme schwingen.

Sollte Dein ganzer Rücken verspannt sein, begebe Dich in den Vierfüßlerstand und mach einen Katzenbuckel. Die Hände stehen dabei direkt unter den Schultern, die Knie unter der Hüfte und die Zehen sind aufgestützt.

Führe Dein Kinn zu der Brust und schiebe gleichzeitig den Rücken in Richtung Decke, sodass er ganz rund wird. Halte die Position einen Moment lang und bewege Dich dann wieder langsam in die Ausgangsposition zurück.

Denke auch daran, Deine Unterarme ab und zu zu dehnen. Beim Geigespielen werden die Muskeln und Sehen stark beansprucht und Du musst Deinem Körper die Möglichkeit geben, sich aufzuwärmen und mit der Belastung umzugehen, genau wie im Sportunterricht. Du kannst natürlich auch jederzeit Übungen, die bereits kennst und die Dir besonders gut tun in Deine Erholungspausen einfließen lassen.

Schöne Geigenmusik ist ein Genuss für die Ohren. Vergiss aber nicht, beim Üben auch auf Deinen Körper zu hören. Nur so kannst Du lernen auch wirklich schön zu spielen! Mit der korrekten Haltung der Geige hast Du den ersten Schritt dazu schon gemacht.

>

Die Plattform, die Lehrkräfte und SchülerInnen miteinander verbindet

Dir gefällt unser Artikel?

5,00/5 - 1 vote(s)
Loading...

Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.