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Unsere Ratschläge für besseres Geige spielen

Von Funzi Olga, veröffentlicht am 13/02/2019 Blog > Musik > Violine > Hilfreiche Tipps und Tricks, um Dein Geigenspiel zu verbessern

Geige spielen lernen? Was ist denn das für eine Idee!

Keine Bundstäbchen, Jonglieren mit dem Geigenbogen, anspruchsvolle Musiktheorie und lauter schiefe Töne. Wie soll das nur etwas werden?

Laut einer Statistik des Verbands deutscher Musikschulen, veröffentlicht im Spartenbericht des Statistischen Bundesamts Destatis, beträgt der Anteil der erwachsenen Lernenden an Musikschulen 9,6 Prozent.

Die am stärksten vertretene Altersgruppe liegt mit 32 Prozent bei den 6 bis 10-Jährigen. 3,5 Prozent werden ohne Alter angegeben.

Ein Streichinstrument ist in der Tat schwierig. Nicht umsonst wird Geige für Kinder von vielen Musikschulen empfohlen.

Das Alter ist allerdings keine Barriere. Trotz fehlender Bundstäbchen, Musiktheorie etc. lässt sich das Geige spielen unter den verschiedensten Bedingungen erlernen.

Wir haben uns eine Reihe von Tipps überlegt, um euch bei euren Fortschritten auf der Geige zu helfen.

Wie werden Kinnriemen und Violinkissen genutzt?

So wie die Kreide zur Schiefertafel, gehört auch Geigenzubehör zu dem kleinen, beliebten Streichinstrument.

Hierzu zählen wir unter anderem Geigenbogen, Kolophonium, Stimmgerät oder einen Satz Ersatzsaiten.

Zubehör zur Geige ist wichtig. Trotz ihrer Eleganz sollte Geige nicht ohne Zubehör gespielt werden. | Quelle: Sensual Shadows Photography via visualhunt

Auch Kinnriemen und Violinkissen bzw. Schulterpolster dürfen bei dem Set nicht fehlen.

Wozu dient ein Kinnriemen?

Zunächst ist der Kinnriemen, oder Kinnhalter, dafür nützlich, dem Instrument Halt zu geben.

Er wird mittlerweile systematisch mit der Geige verkauft. Nichtsdestotrotz ist erwähnenswert, dass er auch zur Instandhaltung des Instruments beiträgt.

Er verhindert den Schweißkontakt und Abrieb und an der Violine. Außerdem schützt er euch vor Schmerzen, die eben durch die Reibung eurer Haut am Holz entstehen könnten.

Passt die Geige zwischen Kinn und Schulter ohne dass der Kopf gekippt werden muss, habt ihr den richtigen Kinnriemen gewählt.

Beachtet auch, dass der Boden der Geige auf dem Schlüsselbein ruht. Experten zufolge ist es daher Sinn voll, sich ein Geigenkissen bzw. Schulterpolster zu erwerben.

Musiker debattieren gerne darüber, ob ein Violinkissen tatsächlich notwendig ist oder nicht.

Bei dem Schulterpolster handelt es sich um einen gewellten festen Stab. Er ist durch ein Vlies-ähnliches Material gepolstert und erstreckt sich über den gesamten Geigenboden. Sein welliger Verlauf folgt der Form des Schlüsselbeins.

Durch die Anbringung eines Schulterpolsters am Instrument, wird die Spieltechnik etwas komplexer. Der linke Arm muss einen geringfügig weiteren Weg zurück legen, wodurch den Fingern der Zugang zu den Saiten erschwert wird.

Durch seinen unmittelbaren Kontakt mit dem Korpus hat das Violinkissen auch Einfluss auf den Klang der Geige.

Die Klangqualität kann ohne den Einsatz dieses Zubehörs also verbessert werden, wirft aber die Gefahr von Schmerzen und Irritationen beim Spielen auf.

Bei den Kinnhaltern und Schulterpolstern könnt ihr zwischen verschiedenen Farben, Materialien (Kunststoff, Ebenholz, Palisander) und Größen wählen.

Kinnriemen werden standardmäßig verwendet. Dabei ist es egal ob man Gypsy Geige, Jazz-Geige oder Kammermusik oder klassische Geige spielt.

Die Preisspanne für Violinkissen liegt für verschiedenen Qualitätsstufen zwischen 5 und 50 Euro. Bezüglich des Kinnriemens erstrecken sich die Preise ab 20 Euro für gute Einstiegsqualität zu bis zu dreistellige Beträge für sehr leistungsfähige, exklusive Exemplare.

Wir empfehlen, Geigenzubehör unter allen Umständen im Musikgeschäft auszuprobieren. Online könnt ihr Zusatzteile zum Beispiel beiThomann, Woodbrass, Paganino oder im Musikhaus Korn bestellen.

Wie wählt man den richtigen Dämpfer für seine Geige?

Spielt ihr die Geige in einer Wohnung, einer lärmempfindlichen Nachbarschaft oder habt einfach nicht die beste aller Schallisolierungen an der Hausfassade?

Geige spielen auf Anfängerniveau kann Nachbarn ziemlich schnell auf die Palme bringen, wenn sie den oftmals schiefen Tönen, die beim Üben auftauchen, ausgesetzt sind.

Der Dämpfer muss gezielt eingesetzt werden. Der Dämpfer gibt der Geige eine passende Akustik zur Umgebung. | Quelle: wandersoares via visualhunt

Um jegliche Ruhestörung zu vermeiden, wird häufig empfohlen, einen Geigendämpfer zu kaufen.

Was ist ein Geigendämpfer?

Bei einem Dämpfer handelt es sich um ein kleines Utensil, das auf der Brücke der Geige befestigt wird. Es dient dazu, den Schall, der durch das Streichen der Saiten entsteht, zu reduzieren.

Das kleine Geigenzubehör ist Musikern des Streichquartetts sehr nützlich, weil es Schwingungen der Saiten teilweise isoliert und die Klanglautstärke mindern kann.

Ihr steckt den Geigendämpfer an der Brücke auf die Saiten auf. Dadurch werden die Frequenzen im Korpus gemindert, sodass die Geige beim spielen leiser erschallt.

Man unterscheidet zwischen Übungs-Dämpfern und Orchester-Dämpfern.

Je nach Material – meist Ebenholz oder Gummi – werden Vibrationen zwischen 20% und 80% reduziert.

Selbst wenn man in einem Symphonieorchester oder in der Philharmonie mitwirkt, kann man auf einen Dämpfer angewiesen sein müssen. Es erlaubt dem Musiker, sein Instrument insofern zu dämpfen, dass es eine Melodie eines anderen Instruments nicht übertönt.

Außerdem erlaubt es nicht selten eine schönere, wärmere Klangfarbe, besonders bei Violinkonzerten von Vorteil ist.

Bevor wir ihr euch einen Dämpfer zulegt, beachtet, dass Geigern eine Vielzahl von Modellen zur Auswahl steht:

  • Die Tourte: Wird am häufigsten privat und im Orchester verwendet. Man platziert sie zwischen der zweiten und dritten Saite.
    Material: Kunststoff und Magnet
  • Der dreizackige Dämpfer: Traditionell in der Kammermusik verwendet. Eignet sich zum leise Üben.
    Material: Gummi.
  • Der Bleidämpfer: Zum leisen Üben in privater Umgebung. Ebenfalls dreizackige Form.
  • Der Heifetz-Dämpfer: Erlaubt das ändern der Klangfarbe bei hoher Klangintensität.
    Material: Kunststoff.
  • Der Roth Sihon Dämpfer: Wird auf den Saiten angebracht. Bestandteil: Metallträger und flexibler Kunststoffschlauch.
  • Der Wolftöter: Auch Wolfton Eliminator Röhrchen genannt, unterdrückt ungewollte Nebentöne.
    Material: Messing und Gummi 

Möchtet ihr einen Geigendämpfer bei einem Online Händler erwerben? Häufig reicht es schon aus, wenn ihr die Begriffe „Geige“ und „Dämpfer“ zusammen in eine Suchmaschine eingebt.

Ansonsten sind Thomann, Woodbrass, Paganino oder das Musikhaus Korn allgemein sehr gute Adressen.

Was kostet ein Geigendämpfer im Schnitt? Hier ist eine kurze Preisübersicht:

HändlerDämpfer-TypMaterialPreisspanne
ThomannHeifetz, Tourte, Dreizack Ebenholz, Gummi, Messing2- 60 €
WoodbrassHeifetz, Tourte, DreizackEbenholz,Gummi1.30 - 19 €
PaganinoHeifetz, Tourte, Dreizack, Roth-Sihon, Wolftöter, uvmEbenholz, Gummi, Messing, Metall verchromt o. vergoldet3 - 130 €
MusikhaushornHeifetz, Tourte, Dreizack, Roth-Sihon, Wolftöter, uvmEbenholz, Gummi, Metall verchromt o. vergoldet3 - 16 €

Die Rolle der linken Hand beim Geige spielen

Über das Zubehör wissen wir soweit schon die nötigsten Grundlagen.

Bevor es hetzt aber mit dem Violine spielen beginnen kann, müssen wir an unserer Haltung arbeiten. Das ist wichtig, um sich keine schlechten Spielgewohnheiten anzueignen.

Insbesondere bei der Improvisation ist es für Geiger wichtig, die richtige Körperhaltung einzunehmen.

Koordination der rechten und linken Hand sind wichtig. Die linke Hand hat beim Geige spielen eine komplexe Rolle. | Quelle: Francesco La Barbera via visualhunt

Schauen wir uns die linke Hand beim Geige spielen etwas genauer an.

Standardgemäß ist es die linke Hand, die den Geigenhals hält und die Saiten auf das Griffbrett drückt, um Noten anzuspielen.

Bezüglich der Körperhaltung müsst ihr zunächst gerade stehen und Schultern, Arme und Hände entspannen. Mit einer aufrechten und dennoch entspannten Körperhaltung erzeugt ihr adäquate Töne mit geringerer Schwierigkeit.

Befolgt folgende Ratschläge für eine gute Spielpraxis:

  • Haltet den Geigengriff zwischen zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand
  • Setzt die Finger flach auf
  • Spannt die Hand nicht an
  • Die Hand sollte möglichst senkrecht zum Griff stehen
    >> Fördert die Geschicklichkeit und Griffigkeit
  • Lernt die Positionen der Hand auf der Geige

Wie für vielerlei Instrumente ist es auch bei der Geige notwendig, Partituren lesen zu können.

Bei Violinpartituren ist die Nummerierung der Finger wie folgt definiert:

  • 0 = leer gespielte Saite
  • 1 = Zeigefinger
  • 2 = Mittelfinger
  • 3 = Ringfinger
  • 4 = Kleiner Finger

In der Spielpraxis geht es darum, eure Finger schnell und präzise über den Geigenhals wandern zu lassen, um das Publikum mit seichten Noten zu bespielen.

Damit euch das gelingt, bespielt die tiefen Töne auf der linken Hälfte des Griffbretts mit Zeigefinger und Mittelfinger, während sich euer Ringfinger und kleiner Finger um die hohen Töne auf der rechten Hälfte kümmern.

Die Technik des Geigenspiels ist sehr wichtig. Ohne sie werdet ihr Stücke von großen Künstlern wie Grappelli nie interpretieren können!

Es gibt acht primäre Spieltechniken:

  • Das Lagenspiel
  • Das Vibrato
  • Das Trillern
  • Die Obertöne
  • Das Doppelsaiten Spiel
  • Das Pizzicato
  • Das Glissando und harmonische Glissando

Und was macht derweil die rechte Hand?

Wie spielt man standardgemäß die Rechtshänder-Geige?

In der Regel werden Linkshänder ermutigt, auf die Rechtshänder-Geige umzulernen. Manchmal bleiben sie jedoch bei der Linkshänder Variante, um sich beim Spiel einfach wohler zu fühlen.

Die Geige lässt sich auch mit der linken Hand spielen. Kommt er euch bekannt vor? Charlie Chaplin war ein begabter Linkshänder-Violinist! | Quelle: Stockvault

In diesem Falle ist notwendig, die Saiten, den Sattel, das Griffbrett, den Steg und den Bassbalken umzukehren. Bei Unterricht mit rechtshändigen Geigenlehrern kann man da schon mal durcheinander kommen…

Standardgemäß spielt die rechte Hand den Geigenbogen. Auf einer Linkshänder-Geige wäre sie allerdings für das Notenspiel auf dem Griffbrett zuständig.

Durch eine gute Handhabung des Bogens, seid ihr in der Lage, noch genauer, geschickter und flexibler zu spielen.

Beim Spielen sollte immer darauf geachtet werden, dass genug Kolophonium auf das Bogenhaar auftragen worden ist.

Für das Geigenspiel ist auch bei Bogen eine ganz besondere Technik zu beachten. Man kann ihn nicht einfach wie einen Stock in die Hand nehmen.

In folgendem Video wird ganz genau erklärt, wie der Bogen zu benutzen ist.

Wenn ihr die Bogenführung erstmal beherrscht, könnt ihr euch an fortgeschrittene Methoden des Strichwechsels heranwagen. Achtet nur darauf, keine kreisförmigen Bewegungen zu machen.

Wichtig ist auch, dass ihr euch vor Augen haltet, dass je stärker der Druck des Bogenhaars auf den Saiten, desto lauter der Klang der Geige.

Im Umkehrschluss ertönt ein leiserer Ton, wenn ihr die Saiten mit dem Bogen nur ganz sachte bespielt.

Nur den richtigen Ton zu erzeugen, reicht also nicht aus. Die Musik ist mit vielen Nuancen der Lautstärke durchzogen.

Da gibt es zum Beispiel die Begriffe des „Fortissimo“, „Forte“, „Mezzo forte“, „Piano“ und „Pianissimo“. Sie  werden durch das Bogenspiel erzeugt und kontrolliert.

Um die verschiedenen Stricharten wie Legato oder Spiccato usw. richtig auszuführen, ist Geigenunterricht äußerst sinnvoll.

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