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Welche Bildungszertifikate sind notwendig, um Chinesisch Privatlehrer zu werden?

Von Florence, veröffentlicht am 30/03/2019 Blog > Sprachen > Chinesisch > Welche Ausbildung benötige Ich, um Chinesisch zu unterrichten?

Du träumst davon die offizielle Sprache Chinas, Mandarin, zu unterrichten?

Das ist eine vielversprechende Karrierewahl, denn chinesische Sprachkenntnisse werden immer wichtiger und die Nachfrage nach Chinesischunterricht steigt!

Mandarin ist die sprecherreichste unter den chinesischen Sprachen und somit die Weltsprache Nr.1. Mandarin ist die Muttersprache von 898 Millionen Menschen. China ist die zweite Weltmacht nach den USA (und manche sind der Meinung, dass China bald auf Platz 1 stehen wird) und befindet sich also im Zentrum des Welthandels.

Es gibt also mehr als genug Gründe, um Chinesisch zu lernen! Und wie Konfuzius schon sagte:

„Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“

Wäre Chinesisch Unterrichten solch ein Beruf für Dich? Dann hast Du einen langen und spannenden Lernweg vor Dir! Hier die wichtigsten Etappen.

Chinesisch an deutschen Schulen

Wer Chinesisch lernen will, sollte früh anfangen. Vor allem das Lernen der chinesischen Schrift und die Annäherung an die chinesische Kultur fordern viel Zeit (Jahre!) und Motivation. Das MERICS-Institut für China-Studien in Berlin empfiehlt:

„Die Berührung mit der chinesischen Sprache sollte möglichst früh erfolgen, um Hemmschwellen abzubauen und differenzierten Zugang zu China zu ermöglichen.“

Chinesisch wird im deutschen Schulsystem jedoch immer noch als „kleine Sprache“ eingeordnet, die meisten Schüler/innen lernen die „großen Sprachen“: Englisch, Französisch, Spanisch. Das ist auch heute noch der klassische sprachliche Werdegang der meisten Schüler/innen.

Wusstest Du, dass es Chinesisch Unterricht auch schon an Grundschulen gibt? Von klein auf lernt sich auch Chinesisch mühelos! | Quelle: Pexels

Chinesisch hat einen elitären Ruf. Chinesisch lernen angeblich nur Kinder von ehrgeizigen Karriereeltern. Früher lernte man Französisch oder alte Sprachen, heute Chinesisch. Chinesisch steht aber nicht in direkter Konkurrenz zu alten Sprachen. Außerdem gibt es viele unterschiedliche Gründe, um Chinesisch zu lernen:

  • Chinesisch ist tatsächlich ein echter Pluspunkt auf jedem Lebenslauf, viele Unternehmen sind an chinesischsprechenden Bewerbern interessiert,
  • Chinesisch Lernen macht Spaß,
  • Interesse an Asien, der Traum einmal dorthin zu reisen,
  • Familiäre Wurzeln in China.

Deutschland hat aber in Vergleich zu seinem Nachbarland Frankreich den Chinesisch Trend verpasst. So hat eine Studie des MERICS-Institut für China-Studien in Berlin gezeigt: Seit 2012 stagniert die Zahl der Schüler, die Chinesisch als Schulfach wählen, bei bundesweit 5000 Schülern. Im Vergleich: In Frankreich haben inzwischen fast 40 000 Schüler/innen Chinesisch als Schulfach gewählt. Chinesisch ist an französischen Gymnasien die 5. Fremdsprache.

Der Fachverband Chinesisch äußert sich in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung zu dem Problem und macht die deutsche Bildungspolitik verantwortlich: „Das Problem besteht in erster Linie im föderalen System Deutschlands, wo jedes Bundesland eigene Rahmenpläne und Ausbildungsstrukturen entwickeln muss“.

Tatsächlich sind die Angebote für Chinesisch-Unterricht an deutschen Schulen von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen gilt dabei als Champion: Von 5000 Schülern, die in den Chinesischunterricht gehen, befinden sich 2000 in Nordrhein-Westfalen.

Chinesisch wird deutschlandweit an vielen Schulen als AG (meistens) oder Unterrichtsfach angeboten: an 6 Grundschulen, 3 Haupt- und Realschulen, 135 Gymnasien, 10 Gesamtschulen und 5 Berufsschulen. Die Mehrzahl der ca. 5000 Schüler lernt Chinesisch als zweite oder dritte Fremdsprache, also ab der 7./8. Jahrgangsstufe bzw. ab der 10. Jahrgangsstufe.

Chinesisch im Abitur

Wenn Du selbst einmal Chinesisch Unterrichten möchtest, solltest Du Dir während Deiner Schulzeit schon einen guten Vorsprung verschaffen. Mach das Chinesisch Abi!

Wie wäre es mit einer Sprachreise nach China? Chinesisch im Abitur bereitet Dich perfekt auf eine Sprachreise nach China vor. | Quelle: Pixabay

Wenn Du Chinesisch studieren möchtest, wird Dir ein Chinesisch Abi gute Sprach- und Kulturkenntnisse verschafft haben, die Du auch an einer Universität nicht so schnell nachholen kannst.

In zahlreichen Bundesländern kannst Du Chinesisch als mündliches und/oder schriftliches Abiturfach wählen. Die Abiturprüfungen stützen sich auf den von der Kultusministerkonferenz der Länder 1998 vorgelegten „Einheitlichen Prüfungsanforderungen für die Abiturprüfung Chinesisch“.

Du wirst an Deinem Gymnasium jahrelang auf die Anforderungen für die Abiturprüfung Chinesisch vorbereitet. Tatsächlich geht es bei der Abiturprüfung nicht nur um die Beherrschung einer Fremdsprache, die Anforderungen sind dreifach:

  • Sprachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten,
  • Fachliche Kenntnisse und Einsichten,
  • Fächerübergreifende Lernziele (wie Arbeitstechniken, Methoden, Urteilsvermögen).

Ob du Chinesisch im Grund- oder Leistungsfach gewählt hast, wird natürlich auch ausschlaggebend für das Anforderungsniveau während der Abiturprüfungen sein.

Die sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten bleiben natürlich im Mittelpunkt des Unterrichts sowie der Prüfungen und schließen ein: Beherrschung von sprachlichen Strukturen in der Phonetik, Schrift, Grammatik und Semantik, sowie Hör- und Leseverstehen, mündlicher wie schriftlicher Ausdruck.

Nach mehreren Jahren Chinesischunterricht bist Du also bestens für eine Reise nach China oder sogar ein Sinologie Studium gewappnet. Und vielleicht kannst Du dann bald auch chinesische Filme im Original schauen?

Chinesisch mit mündlicher und schriftlicher Abiturprüfungs-Option wird inzwischen an einigen öffentlichen deutschen Schulen angeboten: das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach am Neckar, das Faust-Gymnasium in Staufen, das Städt. St.-Anna-Gymnasium in München, das Gymnasium Tiergarten in Berlin-Mitte (sowie an 10 weiteren Schulen in Berlin), die Ida-Ehre-Gesamtschule in Hamburg usw.

Für eine komplette Liste der deutschen Schulen mit Chinesisch Abiturprüfungs-Option klicke hier.

Sinologie und Chinesisch auf Lehramt

In Deutschland gibt es bisher nur wenige Studiengänge, die explizit an künftige Chinesischlehrer/innen angepasst sind.

Studiengänge für Chinesisch als Lehramt (Master of Education) gibt es momentan in Deutschland nur an vier Universitäten: in Bochum, Göttingen, Thüringen und Heidelberg. Zulassungsvoraussetzungen für den Master of Education ist entweder ein Bachelor of Education für das Fach Chinesisch als Fremdsprache oder ein Sinologie Studium. Normalerweise fordert ein M.Ed. immer den Abschluss eines Bachelors of Education, in Bochum z.B. brauchst Du jedoch „lediglich“ einen Bachelor in Sinologie um Dich für den M.Ed. bewerben zu können.

Was sind die Studieninhalte dieser verschiedenen Studiengänge? Was lernst Du alles über die chinesische Sprache, die Kultur und wie Du am besten Dein Wissen an Deine zukünftigen Schüler vermittelst?

Kennst Du die Chinesische Mauer? Als Chinesischlehrer vermittelst Du auch die Kultur und Geschichte des Landes. | Quelle: Pexels

Bachelor in Sinologie

Mit einem Bachelor in Sinologie kannst Du später in Unternehmen, Kultureinrichtungen, Medien und NGO’s mit China-Bezug arbeiten. Oder an der Uni Bochum einen M.Ed.für Chinesisch machen und Lehrer/in werden!

Studieninhalte sind:

  • intensive Ausbildung in der modernen und vormodernen chinesischen Sprache,
  • Grundlagen der chinesischen Geschichte,
  • Grundlagen der chinesischen Literatur und Philosophie,
  • Eine kritische Auseinandersetzung mit dem traditionellen und modernen China.

Wer Sinologie studieren möchte, sollte sichere Deutsch- und Englischkenntnisse mitbringen, Motivation, bereit für ein Auslandsstudium sein und keine Angst vor viel Lektüre und Bibliotheksrecherche haben.

Ein Auslandsaufenthalt an einer chinesischen Partneruniversität von 1-2 Semestern wird an den meisten Universitäten empfohlen. Das ist eine wahre Chance, die Welt zu entdecken!

Bachelor of Education für Chinesisch als Fremdsprache

Wenn Du Dir von Anfang sicher bist, dass Du Chinesisch am Gymnasium unterrichten möchtest, kannst Du gleich mit dem B.Ed. für Chinesisch beginnen. Wie bei den anderen gymnasialen Schulfächern auch, musst Du noch ein weiteres Unterrichtsfach wählen, einen M.Ed. und einen Vorbereitungsdienstes absolvieren.

Im B.Ed. wirst Du zusätzlich zum Sinologie Studium noch viele didaktische und pädagogische Kompetenzen erlernen:

  • Sprachliche und fachwissenschaftliche Kenntnisse (Sprachlehre, Landeskunde, Literatur, Geschichte, politischen Systeme),
  • Ein Problembewusstsein für die besonderen Schwierigkeiten beim Unterrichten und Erlernen einer distanten Fremdsprache,
  • Grundlagen der Didaktik und Methodik,
  • Authentische Erfahrungen und Kenntnisse, die Du im chinesischsprachigen Ausland bei einem Austausch erwirbst und in den Unterricht mit einbringen kannst.

Bei dem universitären Austausch, der in der Regel im zweiten oder dritten Studienjahr stattfindet, kannst Du eine authentische China-Erfahrung machen, endlich Deinen Traum erfüllen und ein Jahr lang in Taiwan oder Shanghai leben.

Wenn Dich die chinesische Kultur und Sprache fasziniert und Du einen unendlichen Wissensdurst hast, dann ist der B.Ed. Chinesisch wie für Dich geschaffen.

Mehr als noch die Sprache wirst Du Deinen zukünftigen Schülern die chinesische Kultur, Geschichte und Lebenskunst vermitteln. Viel Spaß!

Master of Education für Chinesisch als Fremdsprache

Wenn Du Lehrer/in an einem Gymnasium werden willst, dann musst Du an den B.Ed. einen M.Ed. für Chinesisch anschließen. Der M.Ed. führt das Bachelorstudium weiter und vertieft einige Aspekte.

Du studierst 2 Jahre lang und die zwei Hauptaspekte sind:

  1. Intensive Ausbildung in der modernen chinesischen Hochsprache in Wort und Schrift
  2.  Vermittlung der für den Chinesischunterricht in Deutschland spezifischen Fremdsprachendidaktik.

Wenn Du Dein zweites Jahr mit einer Masterarbeit abgeschlossen hast, kannst Du Dich für ein Referendariat an einem Gymnasium bewerben und sofort mit den Chinesisch Unterricht anfangen!

Zertifikatskurse für Chinesischlehrer

Wenn Du z.B. Sinologie studiert hast, ein sehr gutes Chinesisch Niveau hast (mindestens Stufe 5 des neuen Chinese Proficiency Tests) aber erst jetzt realisiert hast, Du eine geborene/r Lehrer/in bist, kannst Du auch einen Zertifikatskurs an einem Konfuziusinstitut machen und Dich zur Lehrkraft für Chinesisch ausbilden lassen.

An den Konfuzius-Instituten in Frankfurt und Berlin werden regelmäßig umfassende Zertifikatskurse für Chinesischlehrer angeboten, die Dich dafür qualifizieren können, als Chinesisch Lehrer/in zu arbeiten. Viele unterschiedliche Wege führen zum Ziel. Mach Dich schlau!

Der China-Aufenthalt, ein Must

Wenn Du wirklich Chinesisch bilingual werden willst, hilft nichts besser, als wirklich nach China zu gehen und dort für eine Weile zu leben. Für die chinesische Sprache gilt das ganz besonders, denn:

  • Die chinesische Kultur ist von unserer Kultur sehr verschieden,
  • Mandarin ist eine Tonsprache, Du solltest sie also unbedingt mit Muttersprachlern sprechen,
  • Die chinesischen Lebensarten lernst Du nicht in Büchern, sondern nur im echten Leben wirklich kennen.

Warst Du schon einmal in China, um Deine Sprachkenntnisse zu vertiefen? Jede/r Chinesischlehrer/in sollte einmal nach China gereist sein. | Quelle: Pexels

Wie es ein chinesisches Sprichwort so schön sagt:

„Du sollst unersättlich im Lernen und unermüdlich im Lehren sein.“

Wenn Du Lehren willst, musst Du also auch Lernen und Lehrer müssen ihr Leben lang für neue Inhalte offen sein. Lehrerfortbildungen in China gibt es viele:

Viel Spaß auf Deinen Reisen!

Übe das Unterrichten mit Chinesisch-Privatunterricht

Während Deines Studiums kannst Du auch schon ganz praktisch an Deinen Kompetenzen arbeiten. Wie wäre es mit einem Nebenjob als Chinesischlehrer/in?

So schlägst Du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Du verdienst Geld und machst erste Lehrerfahrungen. So kannst Du Dir auch sicher sein, dass Du den richtigen Weg für Dich gewählt hast.

Hast Du schon einmal daran gedacht Chinesisch Privatunterricht zu geben? Chinesisch Privatunterricht ist der erste Schritt in die Lehrerpraxis. | Quelle: Pexels

Du lernst niemals schneller als in der Praxis. Beim Unterrichten Deiner Chinesisch-Schüler (Niveau: Anfänger) wirst Du schnell Fortschritte machen:

  • Deine pädagogischen Kompetenzen verbessern (teste die an der Uni gelernten Methoden und finde Deinen eigenen Unterrichtsstil),
  • An der Unterrichtsvorbereitung arbeiten (90% der Arbeit liegt in der richtigen Vorbereitung),
  • Deine Anpassungsfähigkeit entwickeln (de Bedürfnisse und das Niveau variieren von Schüler/in zu Schüler/in),
  • Deinen Lebenslauf aufwerten (jede weitere Erfahrung erhöht Deine zukünftigen professionellen Chancen).

Für die Ungeduldigen hat das vor allem den Vorteil, dass sie sofort das tun können, was sie am Liebsten machen: Chinesisch Unterrichten! Als Chinesisch Privatlehrer brauchst Du in der Tat keinen besonderen Abschluss.

Chinesisch Lernen, um es selbst einmal zu unterrichten, heißt also vor allem eines: Eine echte Leidenschaft für’s lebenslange Lernen!

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