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Wie kann ich meinen Gesangsunterricht vorbereiten?

Von Florence, veröffentlicht am 10/12/2018 Blog > Musik > Gesang > Wie kann ich meinen Gesangsunterricht vorbereiten?

„Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme.“

Dieser Satz von Richard Wagner überzeugt auch Dich?

Singen ist ein wichtiger Teil von Dir und Deinem Leben?

Du möchtest Vocal Coach werden und Privatunterricht geben und somit Deine Leidenschaft zu Deinem Beruf machen?

Eine der Aufgaben, die Dir bevorsteht, ist einen konstruktiven Unterrichtsplan zu entwerfen. Du musst ihn an die Persönlichkeit Deiner Schüler anpassen, an ihre Ziele, kurz: Du musst ihn personalisieren.

Schauen wir uns einmal gemeinsam an, wie Du Deinen Gesangsunterricht gestalten kannst.

Wie läuft die erste Stunde des Gesangsunterrichts ab?

Um zu bestimmen, wie Du Deinen Unterricht gestaltest, wirst Du erst einmal jeden einzelnen Deiner Schüler kennenlernen müssen. Die erste Unterrichtsstunde ist aus mehreren Gründen wichtig. Es ist der Moment, wo Die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ihren Anfang nimmt. Von dieser ersten Kontaktaufnahme hängt der weitere Verlauf ab.

Als Gesangslehrer musst Du mehrere Punkte beachten, wenn es darum geht einen Unterrichtsplan für einen Schüler zu entwerfen. Während der ersten Stunde musst Du Dich mit Deinem Schüler unterhalten, und folgende Fragen klären:

  • Sein Solfeggio-Niveau, um zu wissen ob er eine Partitur lesen kann,
  • Sein Gesangstechnik-Niveau und sein Vertrautsein mit seiner eigenen Stimme,
  • Die Erwartungen, die er für diesen Unterricht hat,
  • Die zu erwartende Lernkurve,
  • Sein Musikwissen,
  • Sein Musikgeschmack, die Musikstile,
  • Ob er schon einmal vorher Gesangsunterricht genommen hat und was seine Erfahrung damit war,

Eine gute Sängerin hat auch ein exzellentes Gehör! Bring Deinen Schülern das Zuhören bei. | Quelle: Pixabay

Bei Dieser ersten Unterrichststunde wirst Du auch die Stimme Deines Schülers entdecken. Nach einer Aufwärmung der Stimme, kann er Dir ein Lied vorsingen, das er kennt und schon oft gesungen hat. So findest Du Folgendes heraus:

  • Seine/ihre Tessitur und das Stimmregister,
  • Die Genauigkeit der Stimme,
  • Ob Gesangstechniken beherrscht werden,
  • Die Atemtechnik,

Du kannst sofort schlechte Gewohnheiten identifizieren, an denen ihr arbeiten müsst, kannst erste Ratschläge geben und Lernziele festlegen. Anschließend kannst Du Deinem Schüler den einzuschlagenden Weg und Deine Lehrtechniken beschreiben, damit er/sie sich ein besseres Bild vom Unterricht machen kann.

Die erste Unterrichtsstunde gibt Dir die Möglichkeit eine komplette Bestandsaufnahme zu machen. So kannst Du die kommenden Monate voraussehen und einen Lernplan aufstellen. Dieser wird vom aktuellen Stand, aber auch von den Objektiven und Wünschen des/r Schülers/in abhängen.

Entdecke hier wieviel Gesangsunterricht kostet!

Welche Lernziele verfolgt ihr im Gesangsunterricht?

Der Gesangsunterricht sollte in verschiedene Etappen mit ihren eigene Lernzielen eingeteilt werden. Diese Lernziele werden gleich bei der ersten Unterrichtsstunde festgelegt. Abhängig von der Ausgangslage werden der Lehrer und Schüler ein persönlich zugeschnittenes Programm aufstellen, dass in mehrere Abschnitte unterteilt ist.

Dein Schüler kann aus den verschiedensten Motivationen heraus Gesangsunterricht nehmen. Diese künstlerische Disziplin hat nämlich viele positive Aspekte. Es wäre fehl am Platz zu denken, dass der einzige Grund um Singen lernen zu wollen sein muss, dass man ein Sänger werden möchte.

Die eigene Stimme bis zur Perfektion entwickeln, kann für viele ein großes Ziel sein. Es gibt aber auch noch viele andere Gründe, um Gesangsunterricht zu nehmen:

  • Lernen seine Gefühle frei auszudrücken,
  • Stress loslassen,
  • Selbstbewusstsein entwickeln,
  • Seine Energie kanalisieren,
  • Seine Stimme für professionelle Situationen richtig anwenden lernen,
  • Seine Diktion verbessern,

Hast Du Lust kreativer und entspannter zu werden? Singen entspannt und macht glücklich. | Quelle: Pixabay

Die positiven Effekte des Singens spürt man ebenso auf psychischer wie auf physischer Ebene. Manche sehen den Gesangsunterricht als echte Therapie, die ihnen hilft mehr mit sich selbst im Reinen zu seinen, so wie andere z.B. Theater Spielen als Ausgleich brauchen.

Du wirst vielen unterschiedlichen Menschen Gesangsunterricht geben, Erwachsenen genauso wie Kindern, Anfängern wie Fortgeschrittenen, die sich gerne professionalisieren möchten und ein Vorsingen bei einer Musikhochschule vorbereiten müssen… Du als Gesangscoach musst Dich an dieses diverse Publikum anpassen.

Der Aufbau einer Gesangsstunde in 5 Etappen

Unabhängig von den persönlichen Vorlieben der Schüler, wird eine Unterrichtsstunde immer erst einmal in mehrere Abschnitte unterteilt.

  1. Die Stimme aufwärmen

Aufwärmübungen sind vor jedem Singen absolut notwendig, um langfristige Schäden am Stimmapparat zu vermeiden. Das ist die erste Lektion, die Du jedem Gesangsschüler beibringen musst. Es hilft auch dabei, die Stimme frei zu bekommen und besser die Töne zu treffen. Einige wenige Aufgaben reichen, um die Gesichtsmuskeln, Schultern und Nacken zu entspannen. Nebenbei verfeinert der Schüler beim Aufwärmen auch sein Gehör, was ihm beim Singen natürlich behilflich sein wird.

  1. Atemübungen

Auch die Atmung ist ein wichtiger Pfeiler der Vorbereitung. Atmung, sowie Körperhaltung sind ein wichtiger Bestandteil des Gesangsunterrichts. Abhängig vom Niveau des Schülers werden mehr oder weniger Aufgaben vor jeder Unterrichtsstunde notwendig sein. Am Anfang muss der Schüler erst ein Bewusstsein für seinen Körper entwickeln, lernen sich zu entspannen, aber auch sein Zwerchfell stärken und sich an die Bauchatmung gewöhnen.

Sobald sich die Atmung des Schülers verbessert, werden die Fortschritte hörbar werden. Die Körperhaltung spielt außerdem auch noch eine Rolle. Gerade stehen, die Schultern locker ruhen lassen, das Kinn leicht nach unten gerichtet… Am Besten übernimmt der Schüler diese guten Gewohnheiten von Anfang an.

Spielst Du auch ein anderes Instrument außer Deine Stimme? Wenn Du ein Instrument spielst, kannst Du Deine Schüler beim Singen begleiten. | Quelle: Pexels

  1. Vermittlung der Gesangstechniken

Der größte Teil der Arbeit wird es sein, Deinen Schülern die wichtigsten Gesangstechniken beizubringen, damit sie ihre Stimme entwickeln können. Es wird auch darum gehen, mit ihnen die Diktion und Aussprache der Vokale zu üben. Ein volles Programm also, das Du in jedem Fall auch an die Bedürfnisse und das Niveau des jeweiligen Schülers anpassen solltest.

Die Tonleitern rauf- und runtersingen… Das bleibt ebenfalls für jeden Schüler eine gute Aufgabe. So lernt er seine Stimme besser zu beherrschen, so wie seine Kopfstimme zu entwickeln. Stück für Stück, und ohne Druck kann der Schüler so seinen Stimmumfang erweitern.

  1. Ein neues Lied einstudieren

Weil es beim Singen lernen vor allem darum geht, sich beim Singen Freude zu machen, solltest Du so schnell wie möglich die Theorie in Praxis umsetzen und mit Deinem Schüler ein Lied einstudieren. Egal welchen Stil Du aussuchst (Lyrik, Jazz, Gospel, Pop-Rock…) es ist wichtig, dass der Schüler das Lied auswendig lernt. Das ist die Gelegenheit, um eine Solfeggio-Einführung zu machen. Es ist ratsam, das Lied in verschiedene Einheiten zu unterteilen, um das Lied Stück für Stück zu entdecken.

Hier geht es um Rhythmus-Arbeit, aber auch um die Tonalität und gewisse Akzentsetzungen. Der Schüler sollte auch lernen gut zuzuhören, seine eigenen Interpretationen können später davon profitieren.

  1. Das neue Lied interpretieren und die neu gelernten Techniken umsetzen

Nun ist es endlich so weit, das Lied kann gesungen werden. Der so lange erwartete Moment, wo der Schüler alle gelernten Techniken endlich in die Praxis umsetzen darf. Jetzt dürft ihr auch am Gefühl, an den Vibrationen, der Sensibilität des Sängers arbeiten. Mit der Stimme kommunizieren und Gefühle ausdrücken, Stress managen, sich gesanglich vor einem Publikum ausdrücken… Ihr habt euch einiges vorgenommen!

Der Schüler sollte entspannt sei, die richtige Haltung einnehmen, sich selbst hören und einschätzen können, ob er richtig singt… Deine Rolle als Lehrer ist es das Entwicklungspotenzial voll herauszubringen und punktuell Tipps für eine noch bessere Interpretation des Liedes zu geben.

Hier findest Du heraus, welche Ausbildung man als Gesangslehrer braucht…

Dieses Material brauchst Du für den Gesangsunterricht

Ein Gesangscoach braucht ein Minimum an Material!

Zu aller erst natürlich: Ein Musikinstrument wie das Klavier oder die Gitarre, um Deine Schüler begleiten zu können. Es ist immer einfacher zu Musik zu singen. Außerdem wird die Nutzung eines Instruments das musikalische Gehör Deiner Schüler weiterbilden. Das wiederum ist sehr wichtig, um beim Singen die Töne richtig treffen zu können.

Wie persönlich ist eine Song-Interpretation? Bei der Interpretation eines Songs scheint die Persönlichkeit des Sängers durch. | Quelle: Pixabay

Damit es Deinem Gesangsunterricht an nichts fehlt, solltest Du folgende Dinge parat haben:

  • Ein Metronom, damit Deine Schüler nicht aus dem Rhythmus kommen,
  • Ein Mikrofon… Um die Bühnensituation perfekt nachzuahmen,
  • Eine Kamera, um die Schüler beim Singen aufzunehmen. So können Haltungsfehler analysiert und schnellere Fortschritte gemacht werden,
  • Aufnahmegeräte sowie einen Computer, damit die Stimme analysiert werden kann. Es ist schwierig für Deine Schüler von sich selbst Abstand zu nehmen. Indem sie sich selbst anhören können, werden sie schneller Fehler korrigieren können,
  • Partituren und Liedertexte, sowie natürlich einen Notenständer, damit die Schüler sie nicht beim Singen halten müssen,
  • Ein Klavier, eine Gitarre oder eine CD, damit Deine Schüler musikalisch begleitet werden können.

Du solltest in jedem Fall auch mit Deinem Schüler darüber sprechen, welche Lieder ihr einstudieren wollt. Als Lehrer hast Du wahrscheinlich auch ein größeres Repertoire und kannst Deinem Schüler Lieder vorschlagen, auf die er selbst nicht gekommen wäre.  Die Songs bestimmen welche Gesangstechniken geübt werden können und können spezifische und interessante Herausforderungen mit sich bringen.

Bist Du bereit für Deine erste Stunde Gesangsunterricht? An eines wollen wir Dich noch erinnern: Singen soll Spaß machen. Eine gute Dosis guter Laune wird Deinen Unterricht noch aufregender und motivierender machen!

Hier erfährst Du was die richtigen Tools für den Gesangsunterricht sind…

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